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Der Israelit · 1934-12-13 · Heft 50 (13.12.1934) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 50 (13.12.1934)
Date
1934-12-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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4 13. Dezember 1934 D 1 i t Nr. 50 Seite 7 Frankreich. Arbeitserlaubnis für ausländische Juden in Frankreich. Paris, 3. Dez. Wie die ITA. erfährt, gestalten sich die Verhandlungen jüdischer Persönlichkeiten mit Mitgliedern der französischen Regierung über Gewährung von Arbeitserlaubnissen für die im letzten Jahre nach Frankreich' eingewanderten Juden hoffnungsvoll; es wird erwartet, daß die französischen Behörden in kurzem 6000 Auswanderern aus Deutschland Arbeitserlaubnisse gewähren werden. Eine weitere Abmachung zwischen den zuständigen französischen Behörden und jüdischen Organisationen betrifft das Schicksal der aus Frankreich ausgewiesenen Einwanderer; deren Lage dürfte in der Weise geregelt werden, daß die jüdischen Organisationen er übernehmen, die Ausgewiesenen allmählich in andere Länder zu befördern. Belgien- Erleichterung der Lage ausgewanderter Juden in Belgien. Brüssel, 3. Dez. Eine jüdische Abordnung besprach mit den Mitgliedern der interministeriellen Flüchtlings-Kommission das Schicksal der Eingewanderten in Belgien, die unter behördlichen Maßnahmen schwer au leiden haben. Als Ergebnis dieser Besprechung ist an die Polizei die Weisung ergangen, die jüdischen Auswanderer, die sich in Belgien nur so lange aufzuhalten gedenken, bis sie die Erlaubnis zur Einwanderung in ein Ueberseeland erhalten, nicht zu belästigen. Gleichzeitig sind mehrere verhaftete Juden freigelassen worden. England. Die „Times" fassen Wauchopes Erklärung als eine Beiseiteschiebung des Planes des Legislative Council auf. London, 5. Dez. Die „Times" interpretieren die letzte Jerusalemer Erklärung des High Commissioners für Palästina, General Sir Arthur Wauchopes über ,den Legislative Council dahin, daß der ganze Plan der Einsetzung einer gesetzgebenden Körperschaft in Palästina b e i - seitegeschoben wird. Anfragen' im Unterhaus über die Deponierung illegal nach Palästina eingewanderter Juden. L o n d o n , 5. Dez. In der am 5. Dezember abgehaltenen Sitzung des Unterhauses richtete der Abgeordnete Colonel Josiah Wedgewood. an den Minister für die Kolonien Sir Philip Cunliffe-L ister die Frage, wieviele Juden im Jahre 1934 bis zu dem Zeitpunkt, für den die letzten Zahlen vorliegen, aus Palästina deportiert wurden, einschließlich 243 Personen, denen der Grenzübergang verwehrt wurde. Auf weitere Fragen von Wedgewood und Captain Peter MacDonald erklärte Sir Philip Cunliffe-Lister, von der Deponierung, und der Verhinderung; am Grenzübertritt s.eien keineswegs, nur Juden betrojfen. Die;:Fr,age nach der Zahl ,der deportierten Araber werde;er zu beantworten versuchen, falls eine .entsprechende, i formelle Interpellation y eingebracht y/erden würde. Unter dem gesetzlich, aberkannten. Weg , der «Einwanderung sei jene erlaubte .Einwandejung zu verstehen, für die die Zertifikate von der Jewish Agency auf Grund der vom High Commissioner ausgegebenen Labour-Schedule an autorisierte Einwanderer verteilt werden. Der Kolonienminister betonte, es sei außerordentlich wichtig, daß die Zahl rechtmäßiger Einwanderer, nicht reduziert werde, wie dies indessen geschehen müsse, , wenn die unerlaubte |Einwanderung weiter fortgesetzt werde. England soll mit der Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes den Anfang machen! — Ein i Vorschlag Lord Gecils. ,., Budapest, 3. Dez. Der „Pester Lloyd" veröffentlicht unter der Ueber-r schritt „Was wird aus den Minoritäten?" einen Ar-: Neueste Wirlschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. In der neuesten Nummer der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" setzt Dr. A. Marcus in Haifa seine instruktiven Darlegungen über, die Lage der industriellen und gewerblichen Wirtschaft Palästinas fort. Wir stellen aus dem Aufsatz einige wichtige Daten zusammen, die über aussichtsreiche Industriezweige als Ersatz des heute noch starken Imports in Betracht kommen. Die Einfuhrziffer für Bier steigt trotz des außerordentlich hohen Zolles fortgesetzt. Es wäre also zu wünschen, daß die schon lange" erwogenen Pläne zur Errichtung mindestens einer kleinen Brauerei im Lande endlich realisiert werden. Es sind im Jahre 1933 über eine Million Liter importiert worden bei einem Zoll von ungefähr 95 Proz. des Wertes. Erhebliche Einfuhr zeigt die D r a h t f a-b r i k a t i o n. Die vorhandenen Betriebe, die Eisendraht und Nägel verarbeiten, decken den Bedarf bei weitem nicht. Auch die sonstige Verarbeitung von Metallen aller Art, insbesondere die Herstellung von Kleinmetall-Artikeln liegt noch in den Kinderschuhen. Gründliche Sachkenntnis ist natürlich notwendig. Immerhin bestehen nach Auffassung des Autors hier noch gewisse Hachschara-Möglichkeiten.für Menschen, die sich zur Alijah vorbereiten. Textilien aller Art sind 1933 für 1,4 Million Pfund eingeführt worden. Es werden fortgesetzt von ausländischen Gruppen (Solvakei und Polen) Spinnerei- und Weberei-Pläne erwogen, die aber vorläufig noch nicht realisiert sind. Als Hilfsindustrien für die Textilien kommt Appretur,und Färberei in Betracht. Ansätze zur Entwicklung eines Färbereiwesens sind vorhanden, aber noch zu schwach. Großes Kapital und sehr tüchtig durchgebildete Facharbeiter sind Voraussetzung. Die Durchführung wäre leicht möglich im Zusammenhang mit der Imperial Chemical Industries Ltd., die Interesse an Chemical Industries Ltd., die Interesse an der Lieferung von Chemiealien und Farben hat. Ruinös ist die Konkurrenz mit dem allmählich stark ansteigenden japanischen Import von Baumwolle, Seide und Kunstseide, nicht aber von Wolle. Ziemlich beträchtlicher Import istin der Gruppe Leder und Lederwaren vorhanden. Für die an sich notwendige Errichtung von Papier- und Pappenfabriken fehlt bisher die Rohstoffbasis in Form genügenden Aufkommens an Altpapier, Stoffabfällen, Lumpen usw. Es ist zu prüfen, inwieweit dieser Mangel behoben werden kann. Dann j käme auch die Produktion von Orangeneinwickelpapier in Betracht, für dessen Import schon 1932 etwa Lst. 36.000 bezahlt wurden. — Entwick- > lungsfähig ist endlich nach dem Verfasser noch das Gebiet der Schreibwaren, die in ziemlich erheblichen Mengen aus England, Oesterreich und Deutschland importiert werden. Hier kommen auch kleinere Unternehmer in Betracht. Die neueste Nummer, des „Mitteilungsblattes der Hitachduth Olej Germania" bringt wirtschaftlich instruktive Berichte aus den Gruppen von . Tel lAwiw,- .Haifa und' Rischon l'iZiön.;- Die ' landwirtschaftliche .Abteilung wird sich jetzt mit. der Frage der Schaffung von Efilfs-- "wirtschaften in kleinstem Umfange (1 :bis 2 Dunam) beschäftigen als;ein Mittel, im Kampfe um die Seßhaftmachung: jüdischer Arbeiter. in den Kolonien. D,ie D a r- 1 e h e n s k a s s e der Hitächdüth steckt ri'o'ch; in den Kinderschuhen. Haifa; meldet, daß'in Haushaltungen viele Stellen verschafft werden konnten, daß aber besonders schwierig sei die Beschaffung von Bürostellen. Auch Kindergärtnerinnen, Säuglingspflegerinnen usw., soweit sie nicht genügend Hebräisch können, sinds ehr schwer unterzubrin-t gen. In Haifa sind die Fachkurse für Be-' tonarbeiter j und,)* Bauschlosser abgeschlossen worden. IrijjBm'e Brak steht die. Eröffnung eines Druckerejunternehmens unter dem Namen ,, M e ri a j a r ' mit einem Kapital von Lst. 12.000 unmittelbar bevor. Es 'verfügt über 50 Maschinen und bietet Raum für 120 Arbeiter. Abteilungen für Offset-Drupk und Lithographie sind vorhanden. Auch die Fabrikation , von Geschäftsbüchern bildet, einen Zweig des Betriebes. Zur Anlerhüng; der Arbeiter ist ein tüchtiger Fachmann aus dem Auslande gewonnen worden. tikel von Lord Robert C e c i 1, in dem dieser den bemerkenswerten Vorschlag macht, England möge als erste Großmacht freiwillig die Verpflichtungen des Minderheitenschützes auf sich nehmen und damit den Weg für eine Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes ebnen. „Viele von uns," heißt es in dem Artikel, „fühlen instinktiv, daß an der geläufigen Tendenz, die Minoritäten als etwas Lästiges oder gar als ein Unglück zu behandeln, etwas Unnatürliches ist . . . In England neigt man zu der Auffassung: Je mehr Minoritäten, desto besser! Freiheit ist unserer Meinung nach das Lebenselixier eines zufriedenen Staates. Einheit in der Mannigfaltigkeit ist für die Engländer die wahre Definition des Friedens innerhalb des politischen Lebens, genau wie es für die Schönheit auf dem Gebiete der Kunst zutrifft. Wir Engländer sind daher von vornherein geneigt, den Vorschlag, diejenigen zu schützen, die sich durch Rasse, Religion oder Sprache von der Mehrheit ihrer Volksgenossen unterscheiden, auf die ganze Welt anzuwenden und nicht nur auf ungefähr sechzehn Staaten . . ." Rumänien. Freispruch eines Mörders» Bukarest, 5. Dez. Großes Aufsehen erregt hier der Freispruch des ehemaligen Hauptmanns SUncu durch das hiesige Geschworenengericht. Siancu hatte vor zwei Jahren den jüdischen Größgrundbesitzer Moritz von Tischler, der lange Jahre Vorsitzender der orthodoxen jüdischen Gemeinde Klausenburgs war, am Schluß einer Gerichtsverhandlung durch einen Revolverschuß getötet. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage und das Gericht hat den Mörder, der, abgesehen von kurzer Untersuchungshaft, seit fast zwei Jahren auf freiem Fuße verbrachte und die wüsteste antisemitische Hetze betrieb, freigesprochen. Der Staatsanwalt meldete Nichtigkeitsbeschwerde an. Agudistische Hachschara in Rumänien, Cernauti, 5. Dez. Dieser Tage wurde hier, eine neue agudistische Hachschara eröffnet, in der die Hachscharisten in Strickerei, Weberei, Schneiderei und Buchdruckerei ausgebildet werden. Außer dieser neuen Lehrstätte sind bereits Hachscharastätten für Tischlerei, Milchwirtschaft und Geflügelzucht vorhanden, ebenso eine spezielle Hachscharastätte für Mädchen, die In Schneiderei und Tricotagen ausgebildet werden. Spanien. Maimonidestage in Cordowa. M a d r i d , 7. Dez. In Kordowa, wo Maimonides km Rüstetag . zu Pessach vor 800 Jahren geboren wurde, rüstet man sich, den achthundertjährigen Geburtstag des Großen aller Zeiten würdig zu begehen. Es hat sich in Kordowa ein Komitee gebildet, dem die ersten jüdischen Persönlichkeiten Spaniens angehören. Das Komitee erläßteinen i;Aufruf zur Beteiligung an dem Besuche der .Stadt und den. dort geplanten Feierlichkeiten. Es;Werden auch Preise für das beste Werk über Maimonides als Lehrer, Philosoph, Arzt und Mensch ausgesetzt. Mit den Reisevorbereitungen und der Fremdenorgänlsation ist die Reisegesellschaft Trafico Ittiernacional (geleitet von Edgar Cori) offiziell beauftragt worden, und man hofft, im März 1935 viele jüdische Gäste aus allen Teilen der Welt in Spanien zu sehen. Es sind zur Zeit auch Bemühungen im Gange, mit Genehmigung der deutschen Devisenstellen zu ermöglichen, daß auch aus Deutschland Reisegesellschaften die historischen jüdischen Stätten in Kordowa und Toledo besichtigen können. Alle nähere Auskunft erteilt Trafico International, Madrid, Paseo del Prado 14. Griechenland. ' Juden Griechenlands gegen Einführung der Zivilehe und gegen Mischehen. Saloniki, 3. Dez. Im Hinblick auf die in Griechenland geplante Einführung der Zivilehe hat der Jüstizminister den Ober-

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