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Der Israelit · 1934-11-29 · Heft 48 (29.11.1934) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 48 (29.11.1934)
Date
1934-11-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 48 D Israelit 29. November 1934 die Worte formt "?Dn riK ]tn 'H nns "|V13 und sie ganz Israel lehrt. Oder wie er, um die Tauroh nicht vergessen zu lassen, anordnet, dreimal wöchentlich am niW' Montag, Donnerstag öffentlich aus der min zu lesen. Josuas Persönlichkeit, die auch als Krieger und Feldherr dem ununterbrochenen Forschen der Jugendzeit nicht untreu wird und das fPXni nV^T 12 mitten im Lager zwischen den Schlachten erfüllt, wäre darzustellen. Wäre zu schreiben, wie er angesichts jener unwürdigen Götzendienste des heiligen Landes sich zu Boden wirft und dem Gedanken Ausdruck gibt: •d-^td lamm mv1? wby Jene denkwürdige Nacht wäre zu schildern, in der Samuel, ehe er Saul salbt, auf dem Dache zu ihm spricht und tiefste Geheimnisse g'ttlicher Worte ihm verkündet. Goliath, der morgens und abends, den Augenblick, in dem Jisroel gemeinschaftlich zu G'tt beten will, abwartet, um mit seinem Gebrüll das 'HUP' zu stören (wer denkt nicht an manches Ereignis an der Klagemauer in den letzten Jahren), muß vom Kinde in seiner deprimierenden Furchtbarkeit empfunden werden. , s . David, wie er auf der Flucht vor Absalom | vom Oelberg aus den letzten Blick auf die Stätte j des Heiligtums sehnsüchtig — wer weiß, ob er sie wiedersieht — zurückwirft. Oder wie er mitten in allen Königsgeschäften sich die Zeit fürs G'tteshaus stiehlt. Wie er nach Ammons schwerem Vergehen dem Volk den TUT" TICK bekanntgibt oder wie er während. der Pest den Todesengel vor sich sieht und wie nach jener Nacht, die den Grundstein des Tempels legte, das Blut in seinen Adern erstarrte. Wie er in Mitternachtsstunde Nacht für Nacht sich erhob, um in der Thora zu forschen und wie er als Greis nicht sterben känn in seinem ununterbrochenen Lernen und Singen und schließlich, als ein Geräusch ungeraten ihn erschreckt, er tot hinfällt und Salomo zum Sanhedrin schickt, ob der Leichnam des großen Toten nicht aus der Sonne in den Schatten trotz n2I27 gelegt werden darf, aber ein Nein ihm zur Antwort wird. Tausende Beispiele könnten aufgezeigt werden, wie das Buch der Geschichten der Bibel aussehen müßte, das wir wirklich der jüdischen Jugend reichen könnten (und müßten), an dem sie sich entzünden könnte in Begeisterung für G'tt und für Thora und für das jüdische Volk und für sein Land. Wir warten weiter auf solches Buch. 99 Von S, Stolberg in Frankfurt a. M. Auf der Pegischah des Noar Agudati war unter anderem auch die Frage der geistigen Ausbildung der Chawerim und Chaweroth unseres Bundes Gegenstand der Beratungen. Die bisher auf den Hachscharoth gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß die Erreichung des Hachscharah-Zieles wesentlich von geistig homogen zusammengesetzten Gruppen abhängt. Unabhängig davon wurde in unseren bisherigen Veröffentlichungen ebenso wie an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen und begründet, warum unsere Menschen vor der Alijah neben einer vorangegangenen beruflichen Ausbildung und einer erarbeiteten agudistischen Anschauung eine solide jüdisch-wissensmäßige Grundlage be^ sitzen müssen. Nicht mangelnder Idealismus und fehlende Opferbereitschaft waren allein die Ursache, die in Erez Jisrael zu dem Verlust so vieler, gesinnungsmäßig ursprünglich zu uns gehöriger Menschen, geführt hat. Die meisten gingen guten Willens hinüber, vermochten es aber nicht, den von außen her einstürmenden neuen Einflüssen mit genügend innerer Festigkeit aus eigener Erkenntnis heraus entgegenzutreten. Der Zionismus, als hauptsächlicher Beherrscher des sich in E. J. vollziehenden nationalen Aufbaus, stellt eine Macht dar, die dort als Grundlage des realen Lebens eine ungleich stärkere Wirkung auszuüben; ,vermag, ,als in der G.o-: Iah. Noch fehlt;es, drüben , meist an einem in sich geschlossenem agudi,,stischen Menscjienkreis; der diejenigen unserer Menschen, welche diese oder, jene der zu fordernden Voraussetzungen nicht erfüllen, zu halten — oder darüber hinaus noch Außenstehende zu. erfassen imstande ist,.. Die einzig wirkliche Gewähr für die Ueberzeugungstreue unserer Chawerim liegt in ihnen selbst — ihrer jüdischen Zuverlässigkeit. Nur ein verhältnismäßig kleiner Prozentsatz he-. sitzt das verlangte Mindestmaß jüdischen Wis^ sens. Die Wenigsten von ihnen hatten von Hause aus, oder in der Schule genügend Gelegenheit,' sich dasselbe anzueignen — nicht zuletzt als Folge der heute begrenzten Bildungsmöglichkeiten. Die von uns für unsere Chawerim aus diesem Grunde stärker als bisher erhobene Forderung eines entsprechenden Jeschiwa-Besuches entspringt deshalb keinem „überflüssigen Bildungswahn", sondern, jüdischem .Verantwortungsbewußtsein, der Erkenntnis ihrer elementaren Notwendigkeit im Hinblick auf die Zukunft unserer — der agudistischen Erez Jisrael- Arbeit. Unsere Jeschiwa hier in Frankfurt a. M. z. B. beschränkt sich nicht nur auf die Förderung des „Lernens", sondern macht es sich außerdem noch zur Aufgabe, die Bacnurim durch Einrichtung entsprechender Arbeitsgemeinschaften weltanschaulich zu schulen. Wie anders können wir etwa hoffen, unsere Menschen nicht nur vor den andersgearteten Einflüssen zu schützen, sondern erwarten, daß sie darüber hinaus noch die Fähigkeit besitzen werden, zu überzeugen und durch eigenes Vorleben Andere in ihren Kreis zu ziehen. Bisher wurde die Jeschiwaforderung mehr durch' den Hinweis auf die praktischen Schwierigkeitenunseres jüdischen Weges in Erez Jisrael motiviert, weil wir glauben, daß im allgemeinen nur so die Gewähr besteht, Menschen für Erez Jisrael heranzuziehen, die den elementarsten an sie gestellten jüdischen Anforderungen gewachsen isein werden. Es soll dadurch nicht der Eindruck erweckt werden, als ob dies die einzige Begründung sei. Das Lernen ist uns auch Selbstzweck — eine Mizwah. Die Jeschiwa soll uns darüber hinaus auf eine Wissensstufe ^bringen, < die uns die Möglichkeit zu einer späteren fruchtbaren Selbstarbeit gibt. > Eltern und Erzieher sollen sich der Verantwortung 'bewußt sein, die sie tragen, wenn sie ihre Kinder und Zöglinge ohne, genügende innere jüdische Festigung — die in Erez Jisrael stärker als sonstwo von einer gewissen Wissensbasis abhängig, ist — zur ' Alijäh gehen lassen; :'S In begrenztem Maße' gilt „das" über, die J^ptwendigkeit einer jüdischen flVorbildung =, Gesagte auch für die Frage" der "M ä d c h e n b i 1 d*u-n;g.;. Die Tendenz des Lernens soll allerdings ' liier!ehje . andere, -sein als bei Jungens. Für.'Mä.dcheri( iäst Lernen keine Mizwah, kein Selbstzweck* Ihr „| Lernen soll vorwiegend im Zeichen ihres Zukunftsweges stehen, soll sie auf die Aufgaben vorbereiten, die das Leben überall — gleich ob in der Golah oder in Erez Jisrael — an unsere jüdischen Frauen' stellt. Auch für sie besteht in unserer Zeit die Gefahr, daß sie sich in ihrer Denkrichtung allzusehr an die außerhalb uäserer jüdischen Betrachtungsweise liegenden Geistesströmungen VssimiKereri. Unsere Mädels sind alle in der Problematik unserer Zeit groß geworden. Sie nehmen gleichermaßen an der Auseinandersetzung mit den uns beschäftigenden Zeitfragen teil. Hieraus folgert die Verpflichtung, unseren Chaluzoth ebensö: wie unseren Chaluzim zu einer festen jüdischen Lebensanschauung zu verhelfen, die sich auch nur auf einer bestimmten Wissensgrundlage bilden kann. Nur so werden wir Gemeinschaften aufbauen können, die im Leben das werden verwirklichen können, was wir uns als Aufgabe gesetzt haben. Das geistige-Streben unserer Chaluzoth "darf gerade im Hinblick darauf keine überspitzten Formen annehmen. Es soll sich mehr charakter- und .persönlichkeitsbildenden Fragen zuwenden und nur Ausmaße annehmen; die noch genügend Raum lassen für eine organische Entwicklung aller übrigen mit dem Begriff des jüdischen. Frauentums verbundenen Lebenswerte. Es darf nicht das Fehlen einer inneren seelischen Beziehung zur Berufs- und Tagesarbeit zur Folge haben. Bisher war es praktisch noch nicht möglich, den Chaweroth unseres Bundes — der Jeschiwä- Ausbildung unserer Chawerim. entsprechend — genügend Möglichkeiten zu einer jüdisch-geistigen Ausbildung auf dieser Grundlage zu geben. Durch Einrichtung von Mädchenfortbild u n g s k u r s e n in verschiedenen Städten soll diesem Mangel künftighin abgeholfen werden. Die an anderer Stelle dieses Blattes an die jüdische Oeffentlichkeit gerichtete Mitteilung der Bundesleitung, des Noar Agudati weist u. a. auch darauf hin. Eine finanzielle Frage wird es in den wenigsten Fällen sein, auch keine Zeitfrage unter den augenblicklichen Verhältnissen. Uns allen dürfte doch heute klar geworden sein, wie wenig dieser „Zeitverlust" ins Gewicht fallen kann, im Vergleich zu dem, was für unsere jüdische Zukunft — hier und in Erez Jisrael — dafür auf dem Spiele steht. liiföi Korrespondenzen, Deutsches Reich. Neue Devisenbestimmungen für den Studienaufenthalt und Schulbesuch im Ausland. Berlin, 21. Nov. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat eine Anordnung getroffen, wonach die Anträge auf Erteilung von Devisengenehmigung für einen Studienaufenthalt oder Schulbesuch im Auslande, mit Ausnahme der Schweiz und gewisser anderer Ausnahmen, grundsätzlich abgelehnt werden. Bereits erteilte Genehmigungen bleiben in Kraft, doch ist bei der Beantragung neuer Genehmigungen nach den neuen Grundsätzen zu verfahren. Soweit hierdurch ein weiterer Aufenthalt bereits im Auslande befindlicher Studenten unmöglich gemacht wird, kann ein für die Rückreise angemessener Betrag in die Devisenanforderungsliste aufgenommen werden. Sofern Unterhaltsverpflichtete ausländische Wertpapiere be- . sitzen, kann eine; Genehmigung zur Verwendung der aus den Erträgen oder, dem Verkauf.;.solcher, Wertpapiere .entfallenden Devisen.: zur Bestreitung;der Unterhaltskosten jm^Ausland;bis;zum, Höchstbetrage von , 250 Mk/ monatlich unter , der Aufjage erteilt werden*.'daß ein Drittel, der im Auslande,.anfallenden Devisen an die Reichsbank abzuliefern ist. Durch den-Erlaß, ist eine frühere Anordnung, wonach nichtarische Studenten und Schüler, die im Auslande studieren oder ihre Ausbildung genießen, gesondert behandelt werden und ihnen die Genehmigung für die Ueberweisung ihrer Unterhaltsksoten in. das Ausland erteilt werden sollte, überholt und nicht mehr gültig. Berliner Gemeinde; und Reichsyertretung. Berlin, 21.- Nov. Die Berliner Jüdische Gemeinde veröffentlicht das Protokoll einer unmittelbar vor der Tagung des Beirats der Reichsvertretung stattgefundenen Repräsentantenversammlung, in der die Gemeindevertreter zur Reichsvertretung und ihrem Verhältnis zu den Gemeinden in einer mit allen Stim- I^B

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