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Der Israelit · 1934-11-08 · Heft 45 (8.11.1934) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 45 (8.11.1934)
Date
1934-11-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Nr. 45 JD s r a e 1 i t 8. November 1934 Die Männer sagten weiter: „Auch als du nach Hause kamst, geschah von dem Moment an, da deine Frau dich in festlichem Aufzug begrüßte, Eigentümliches." Meine Frau schmückt sich zur Augenweide für ihren Mann, der müde nach Hause zurückkehrt. Wenn ich auch der Hausherr bin, so trat sie doch zuerst in die Tür, um nicht mit euch, die sie nicht kennt, allein zu sein. Eine Einladung an euch wäre nicht ehrlich gewesen, da wir zu wenig Essen auf dem Tisch hatten. Deshalb gab ich dem älteren Sohn auch einen keliheren Teil als den jüngeren, die durch den großen Schulweg und das Lernen angestrengt waren." Die Männer fragten noch, warum sich die Wolke erst auf der Seite der Frau zeigte. „Sie ist mehr als ich, sie reicht das Brot den Armen," war seine Antwort. < + + » Wie rühmenswert für das Denken des jüdischen Volkes ist diese Geschichte! Einfache Menschen sind g'ttliche Menschen. Rechtschaffenheit, Weisheit und Bescheidenheit haben sich in ihnen zu wunderbarer Harmonie vereinigt. Silbenrätsel* Aus den folgenden Silben sollen Jl Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, uns ein Land nennen, und deren Endbuchstaben, ebenfalls von oben nach unten ge lesen, uns sagen, was dermaleinst dieses Land uns werden soll. as, be, bi, e, e, es, hut, ips, jau, Iands, Ii, lim, ne, ner, o, ra, rab, ru, sau, se, son, wich, zent. 1. Sohn Isaaks 2. Sohn Jakobs 3. Prophet 4. Ein Gewicht 5. Oesterreichischer Ausdruck für Vesper 6. Stadt und Grafschaft in England 7. Hirnmeiskörper 8. Titel für jüdischen Gesetzeslehrer 9. Lateinischer Ausdruck für „einst" 10. Jüdischer Gelehrter, der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft führte 11. Stadt in Schlesien. Personalien. Kassel, 5. Nov. Unser lieber Herr David U11 - mann ist nach langjährigem, gesegneten Wirken in Kassel nach Frankfurt a. M. als Mitarbeiter der Palästina-Zentrale übersiedelt. Wenngleich es gewiß dem bescheidenen Sinn des scheidenden Freundes widerspricht, drängt es uns doch, ihm den Dank der Vielen, Vielen auszusprechen, für die sein hiesiger Aufenthalt Segen, sein Scheiden aufrichtiger Schmerz bedeutet. Im Rahmen der Agudas J i s r o e 1 hat Herr Ullmann hier ungemein segensreich und vielgestaltig gewirkt; er sorgte in nimmermüder Weise für unsere geistigen Bedürfnisse; die Jugend wie die Erwachsenen, Aller Wissen bereicherte er durch Schiurim, Kurse, Vorträge und Arbeitsgemeinschaften. Seiner orthodoxen Ueberzeugung gab er immer unverhohlen Ausdruck; von dem von ihm als recht Erkannten oder ihm von großen Männern Eingeprägtem wich er auch nicht um Haaresbreite; sein Judentum lebte er hier ohne die geringste Konzession Und doch — vielleicht deshalb — genoß er höchste Verehrung bis weit in die Kreise der liberalen Juden hinein. Alle freuten sich seiner sozialen. Tätigkeit und alle anerkannten und bewunderten, seins selbstlose Hingebung in der Beratungsstelle. So wurde er uns durch Lehre und Leben zu einem stolzen Vorbild; und wenn er nun in eine neue Tätigkeit, ein breiteres Wirken im Rahmen der Agudas Jisroel beginnt, dann begleitet ihn mit unserm Dank unser Versprechen, daß wir das von ihm Gelehrte allezeit in höchsten Ehren halten werden; so wird David Ullmann unsern Kreis weiterführen und unsere hiesige Gemeinschaft wird auch weiterhin den Ruhmestitel einer „agudistischen Jugend" in Ehren tragen dürfen. Karlsruhe, 1. Nov. Eine der nropnx D'WJ hat das gesetzestreue Judentum, hat insbesondere die Israelitische Religionsgesellschaft in Minna Kauf m a n n geb. Ascher, der Gattin ihres Vorstandsmitgliedes Emil Kaufmann, verloren. Ihr inhaltsreiches Leben, ganz ausgefüllt von nsT und rons hat durch einen plötzlichen Tod einen unerwarteten Abschluß gefunden. In einem -regelmäßigen nrw bei dem Lehrer der Religionsgesellschaft bemühte' sie sich, in die Gebote des min, in den Sinn der Gebete einzudringen. Mit einer aufopfernden Hingebung und Genauigkeit hielt sie die nwn> mit der ganzen Inbrunst ihres. frommen Herzens flehte sie zu ihrem Schöpfer im Gebet, mit vollendeter Hochherzigkeit übte sienibvn T:n- Haus und Hand öffnete sie den Armen und Leidenden von Nah .und Fern, mitfühlend linderte sie mit Rat und Tat Not und Schmerz. Jeder, der sie gekannt, vermochte das Weh des Gatten und der Kinder nachzuempfinden und mitzuempfinden. Die Halle vermochte das gewaltige Trauergefolge nicht zu fassen. An der Bahre -ließ Herr Rabbiner Dr. M i c h a I s k i, anknüpfend an die Tage und Jahre des Lebens der Sarah die Tage und Jahre ihres Lebens mit ihrem köstlichen Inhalt noch einmal vorüber gleiten. Herr Lehrer Rabinovitz gab dem Schmerze der Familie, Herr Max Mayer dem der in dem Geschäfte Tätigen in beredten Worten Ausdruck. Das Andenken an diese seltene Frau lebt in ihrer Gemeinde fort. rraxan Mannheim, 5. Nov. Am nnVin nas. (3. Kislew) begeht der älteste Besucher der Klaussynagoge, der Ehrenvorsitzende der ntfnp man Herr Leopold S i - m o n , in begnadeter Rüstigkeit seinen 9 0. .Geburtstag.'' •S7"s?iny Ladenburg, 3. Nov. Kaum waren die wvbv für unseren Jul. Kaufmann II zu Ende, da fährte der Weg unsere nVnp schon wieder, und diesmal zweimal kurz nacheinander, zum d^is? iva- Am 21. Marcheschwan starb unser ältester man bsi- Herr Moritz Hauser, im 85. Lebensjahre, und am 26. Marcheschwan folgte ihm die Lebensgefährtin, Frau Karoline Hauser geb. Reis im 76. Lebensjahre in die Ewigkeit nach. Das einzige Kind, ihr Sohn, fiel 1914, und in der Todesanzeige des Vaters stand der Satz: „Mein einziger Sohn fiel als erster Ladenburger für Deutschland". Beide ruhen nun nebeneinander. Wieder ist die nbnp um zwei brave und gute Menschen ärmer geworden, und ihre Angehörigen und Freunde nehmen Abschied von ihnen im Bewußtsein an »ai D.T'na D'ä'W.n n'antun msa kVn~as3n Butzbach, 1. Nov. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Am ~\b 's Z verschied nach kurzem Unwohlsein Nathan Simon im jugendlichen Alter von nur 47 Jahren. Aus einer hochachtbaren religiösen Familie aus dem benachbarten Pohlgöns stammend, war er stets bestrebt, die Traditionen unserer Religion hochzuhalten. Noch am letzten 3"' wirkte er als Vorbeter und trug mit Andacht seine Gebete vor. Die Liebe und Wertschätzung zeigte sich bei der ">ib, die unter großer Beteiligung am Montag nachmittag stattfand, zu der . auch aus allen Nachbargemeinden Freunde und Bekannte herbeigeeilt waren. Herr Lehrer F u 1 d von hier schilderte am Grabe in bewegten Worten die Verdienste des Heimgegangenen. Auch der Vorsitzende des RjF. Herr Löwenberg aus Frankfurt a. M., war herbeigeeilt, um von dem verewigten Frontkameraden inmarkanten Worten Abschied zu nehmen. Herr A. Wertheim sprach im Namen der hiesigen Orts-, gruppe. •rraxan Rabbi Oscher Horowitz, der „Rimanower Rebbe". Wien, 2. Nov. Im Alter von 70 Jahren starb Rabbi Oscher Horowitz, allgemein genannt der „Rimanower Rebbe". Der Heimgegangene entstammte ein^r angesehenen chassidischen Rabbinerfamilie und war Sohn des asm 'nax- Vor 30 Jahren übergab er das Rabbinat in Rimanow seinem Sohne und schlug sein Domizil in Krakau auf, wo er sich bald eine gewaltige Chassidimgemeinde erwarb. Nach dem Kriege nahm er seinen Wohnsitz in Wien, wo sich die Schar seiner Anhänger womöglich noch vergrößerte. Nach seiner letztwilligen Verordnung mußten seine sterblichen Reste nach Krakau überführt werden und die Ueberführung von der Malzgasse nach dem Bahnhof gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung, wie man sie seit der Bestattung des „Czortkower Rebben" in dieser Art nicht mehr gesehen hatte. Der Heimgegangene hinterließ mehrere halachische Werke und einige bedeutende Schriften befinden sich noch in seinem Nachlaß. Er war eine sehr populäre Persönlichkeit und setzte seinen Stolz darein, gerade^ die einfachen Leute von der Straße an sich heranzuziehen und sie für Thora und G'ttesfurcht zu begeistern. Die Freitagabende im Hause des „Riamnower", an denen sich Hunderte beteiligten, waren stadt- und landbekannt. Eine Säule des derzeitigen Chassidüs ist mit Rabbi Oscher Horowitz dahingegangen. Ein Sohn des Gerer Rebben gestorben. Warschau, 5. Nov. In jungen Jahren hauchte Rabbi Jizchok Alter, ein Sohn des Gerer Rebben X"V>bv. seine Seele aus. Er war ein großer aan 7>nbn und ein überaus würdiger Vertreter der Ideale und Traditionen seiner großen Ahnen. Der Schmerz um den Verlust und die Teilnahme mit dem allgefeierten Vater ist weit über Polen hinaus in der gesamten chassidischen , Welt groß. ".frasan Vermischtes. Frankfurt a. M-, 5. Nov. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel teilt mit, daß Bewerbungen um Zertifikate zur, Einreise nach Erez Jisroel für die Winter- und Frühjahrsperiqde 1934/35 bis zum 23. Kislew (30. November) eingereicht werden" können, Agudistische Bewerber haben die Gesuche bei der Palästinazentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Hanauerlandstr. 15 einzureichen.' Den Anträgen sind außer dem; Nachweis über die berufliche Ausbildung auch 'eine Bescheinigung' über die "Kenntnisse: im jüdischen Schrifttum und ein religiöses Führurigsattest beizufügen. Birkenau, 1. Nov. Am 14. Oktober feierte die kleine Gemeinde ihr 75jähriges Synagogen- Jubiläum. Nach dem Mincha-Gebet eröffnete Herr Oberkantor E p s t e i n ,: Mannheim mit einem „Boruch häbbo" die gut besuchte Feier. Es erfolgte die Begrüßung durch den Vorstand und nach weiteren Gesangsvorträgen hielt. Herr Rabbiner Dr. Lauer, Mannheim in Vertretung des verhinderten Rabb; Dr. Merzbach, Darmstadt seine Weihepredigt, während Herr Prof. K. Darmstädter, Mannheim in längeren Ausführungen den Werdegang der Gemeinde darlegte. Mit Dankesworten durch den Vorstand und dem gemeinsam gesungenen „Jigdal" endete die schlichte Feier, die für ajle. Teilnehmer eine erhebende Weihestunde war. Hamburg, 3. Nov. Die Volkszählung für. Hamburg für 1933 gliedert die jüdische R e 1 i g i on s z u - gehörigkeit in 8764 mosaische, 4080 israelitische und 3227 jüdische. Es handelt sich selbstverständlich um verschiedene Bezeichnungen der gleichen Religionszugehörigkeit, die vom Landesamt in der Auswertung so übernommen wurden, wie sie in den Fragebogen standen. Mit im ganzen fast 17 000 bedeuten die Juden 1.5 v. H. der Bevölkerung. Würzburg, 4. Nov. Auf der heutigen Tagung der~ Arbeitsgemeinschaft der gesetzestreuen Rabbiner Bayerns wurde als Hauptthema die Frage der Neugestaltung des Religionsunterrichts behandelt. An das klare und eingehende Referat von Rabbiner Münk, Burgpreppach schloßt sich eine ausgiebige und fruchtbare Aussprache an. Es wurde allgemein anerkannt, daß derbisherige Religionsunterricht in der Weise um- und auszubauen sei, daß als normales Mindestziel Kenntnis von »»in, teilweise von '"En und etwas nvit?» und Kenntnissedm vvp erstrebt werden müssen. Es ist zu hoffen, daß die aufgestellten Richtlinien. bei ihrer Verwirklichung zum Segen des Judentums sich auswirken. Bocholt, 2. Nov. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein tagt am 11. November, 16 Uhr, im Israelitischen Gemeindehause in Mülheim ■(Ruhr). Lernen: maia ab '3 'l t]l mit msoin und Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Neumark über aramäische Wortbildung unter besonderer Berücksichtigung talmudischer Ausdrücke und Redewendungen. Kirchhain, 1. Nov. Am mwim mr>? verabschiedete sich unser Lehrer, Herr Markus R a p p , von der Synagogengemeinde, um nach mehr als 40jähriger Lehrertätigkeit seinen Lebensabend in Frankfurt am Main zu verbringen. Aus diesem Anlaß widmete der erste Parnes der Gemeinde, Herr Siegmund Stern, dem allseits beliebten Lehrer herzliche Worte des Abschiedes, Die Bescheidenheit, die tiefe Religiosität dieses echten jüdischen Lehrers machten ihn zum Freunde aller Gemeindemitglieder. Man braucht nur zu erwähnen, daß an jedem Schabbos in drei Chewraus gelernt wird, daß er es verstanden hat, die Jugend trotz aller weltanschaulicher Gegensätzlichkeit in einer von ihm gegründeten Talmud Thora-Chewra zu vereinen und zu aktiver Mitarbeit heranzuziehen. Tief ergriffen dankte Herr Rr.po der ihm so liebgewordenen Gemeinde, die ihm allezeit bei allen Bestrebungen gefolgt sei. Größter Lohn sei ihm das Bewußtsein, daß die Gemeinde sich auch weiterhin bestreben werde, die drei Dinge zu erhalten, auf denen nach dem Ausspruche unserer Weisen die. Welt aufgebaut ist: tri'ion mVmi nm? min- Als Nachfolger wählte die Gemeinde unter zahlreichen Bewerbern den seither in Hungen tätigen Lehrer, Herrn S e e 1 i g. Mährisch-Ostrau, 25. Okt. Anläßlich der Anwesenheit des Herrn Dr. Deutschländer, der, von Krakau kommend, einen mehrstündigen Aufenthalt in unserer Stadt hatte, fand im Sitzungssaal der Kultusgemeinde eine Besprechung über die Gründung einer Be t h Jakob-Schule statt. Nach Begrüßung durch Herrn Rabbiner Dr, Baß, hielt Dr. Deutschländer ein kurzes Referat über die bisherige grandiose Entwicklung des Beth Jakob-Werkes und gedachte in tiefer Dankbarkeit des unvergeßlichen Dr. Beer b~xi' der nicht nur für die religiösen Bedürfnisse seiner Kehillah, sondern darüber hinaus für alle Interessen der Weiforthodoxie mit nie ermüdender Hingabe eingetreten war. Namens der Israelitischen Gemeinde sprach Herr Vizepräsident Emil Hup ert die Bereitwilligkeit aus, auch im Namen des Gesamtpräsidiums die geplante Beth Jakob-Schule mit vollen Kräften zu fördern. Auch Herr Oberrabbiner Spira begrüßte den Plan mit' warmen Worten. Herr Rabbiner Dr.' B a ß ■ empfahl, die Arbeit Sofort aufzunehmen und die Beth Jakob-Lehrerin aus dem benachbarten polnischen Grenzstädtchen zu bitten, zunächst 'zweimal wöchentlich die Arbeit zu leiten. 1 Nach Wahl eines Komitees, mit Frau Dr. Beer an der Spitze, wurde die Versammlung mit Dankesworteri Von Rabbiner Dr. Baß an den Referenten, geschlossen. •"'

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