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Der Israelit · 1934-10-25 · Heft 43 (25.10.1934) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 43 (25.10.1934)
Date
1934-10-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 43 Der Israelit 25. Oktober 1934 können, daß das Munkaczer zionistische Gymnasium, in dem reines mOll^SKI DI^D gezüchtet wird, mitsamt seinen Zweigorganisationen gegen 1500 Schüler hat. Wie viel Opfer noch, schloß der Redner, muß die Slovakei dem zionistischen Moloch bringen, bevor sich sämtliche Gedaule Jisroel des Landes vorbehaltlos zur Agudas Jisroel bekennen und durch Taten für die orthodoxe Organisation dem Abfall vom Judentum innerhalb der Jugend Einhalt gebieten?" Das Erez Jisroel-Referat erstattete Herr Rabbiner Samuel Schreiber, Bratislava, der Sohn des Preßburger Oberrabbiners. Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung des alten und neuen Jischuw schilderte der Redner die praktische Tätigkeit der Agudas Jisroel im heiligen Lande auf dem Gebiete des Chinnuch und der Kolonisation, den Kampf um die Selbständigkeit der orthodoxen Gemeinden und das schließlich mit Erfolg durchgeführte Ringen um Zertifikate für gesetzestreue Jugendliche. Die agudistische Erez Jisroel-Ideologie müsse sich ganz und gar auf Mizwas Jischuw Erez Jisroel stützen im Rahmen der rilXO yHTV Im Anschluß an das Referat teilte Herr Braun mit, daß aus angesammelte\i Keren Hajischuw-Geldern die slovakische Landesorganisation ein Bodenstück in Erez Jisroel gekauft habe, das zur Errichtung einer Beth Jacob-Schule Verwendung finden wird. Rabbiner Reich, Verbo erklärte sich bereit, die Kosten aufzubringen für eine landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbildungsstätte (Hachschara) in der Tschechoslovakei. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Präsidium: Oberrabbiner Ungar, Nitra und Oberrabbiner Frey, Surany als Rabbinerpräsidenten, Wilhelm K o h n , Bratislava, geschäftsführender Vizepräsident, Bela K a s t n e r , David K o t h , Max L ö w y , Bratislava, Simon Lenz, Presov, David Löwbeer, Topolcany, Isidor Süß mann, Galanta. Zum Kassier wurde Herr Berthold Donnebäum, Bratislava gewählt. Außerdem ein 36gliedriger Landesausschuß. Im Anschluß an die Tagung fand am Montag Abend im großen Saal des Handelsgremiums eine stark besuchte öffentliche Versammlung statt, bei der Herr J. M. Lewin ein außerordentlich beifällig aufgenommenes Referat hielt. Polen, Eine Mahnung des Rabbinischen Landesrates der Agudas Jisroel in Polen, Warschau, 12. Okt. Das Sekretariat des Mauezes Chachme Hathauro der polnischen Agudas Jisroel, gezeichnet Rabbiner Jacob M. Biedermann, veröffentlicht im Zusammenhang mit einer im Darkejnu Heft 2 abgedruckten Polemik eine Mahnung an die orthodoxe Presse, in der auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, sorgfältiger als bisher auf die Vermeidung aller Verstöße gegen die überlieferte religiöse Weltanschauung zu achten. Insbesondere werden folgende zwei Punkte hervorgehoben. Es sei unzulässig, in poetischen Erzeugnissen Begriffe und Ausdrucksformen aus der Welt der höchsten religiösen Geheimnisse und aus der Sphäre des Heiligsten zu verwenden, so z. B. die Sefiroth. Des weiteren müsse die orthodoxe? Zeitschriftenliteratur sich des Abstandes bewußt bleiben, die unsere Generation von der überragenden sittlichen und religiösen Größe der vergangenen Geschlechter trenne. Uebertriebene Wendungen, die irgend welche bedeutende Männer unserer Zeit mit biblischen oder talmudischen Heroen vergleichen,, bedeuten eine Beleidigung des religiösen Gefühls und sind unstatthaft. Das Sekretariat des Rabbinischen Rates fordert die Schriftsteller und Schriftleiter auf, seine Mahnung zu beherzigen und ersucht diejenigen Rabbiner, die Verständnis für literarische Kritik haben, auf etwa vorkommende Entgleisungen das Sekretariat aufmerksam zu machen. Die Woche* Berlin. Der verstorbene Verleger Samuel Fischer wurde am Donnerstag auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee beigesetzt. Alle Schriftsteller und Künstler von Namen, u. i. auch Gerhard Hauptmann, waren anwesend. Eine rabbinische Ansprache fand nicht statt, es wurde nur das traditionelle Gebet durch einen Oberkantor vorgetragen. Zürich. Im Schweizer Prozesse um die „Protokolle der Weisen von Zion" will das Gericht die Einholung der nötigen Gutachten bis zum 25. Oktober abschließen. U. a. wird auch Dr, Mayer- Ebner, der bekannte jüdische politische Führer in Rumänien, als Zeuge vernommen worden. Rom. Anläßlich des Abschlusses der Levantemesse in Bari, hielt der Organisator des Palästinapavillons auf dem Messegelände, Dr. S. Kisenstadt, im italienischen Rundfunk ein Referat in hebräischer Spräche über die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Italien und Palästina. Die italienischen Zeitungen heben die erste hebräische Rede im italienischen Rundfunk als großes Ereignis hervor. — Einer soeben veröffentlichten amtlichen Statistik zufolge steht Italien im Schiffsverkehr der palästinensischen Häfen mit 962.000 Tonnen im Jahr an erster Stelle. An zweiter Stelle kommen die englischen Handelsschiffe mit 646.000, an dritter Stelle die französischen mit 584.000 Tonnen. — Zum Generalgouverneur der italienischen Kolonie S o m a 1 i 1 a n d ist ein Jude namens R a v a s ernannt worden. Ravas stammt aus Venedig, wo sein Vater ebenfalls ein hohes Amt bekleidet. Die Kolonie liegt in der Nachbarschaft von Abessinien und hat daher für Italien eine besondere Bedeutung. Warschau. Das Warschauer Kriegsgericht hat einen Handwerker namens S m it o n s k i, der den jüdischen Hausverwalter Jizchak Krongold aus antisemitischen Motiven ermordet hatte, zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Oslo. Eine direkte Route zwischen Palästina und Norwegen wurde hier eingerichtet. Schon im Dezember dieses Jahres wird das erste Schiff dieser Route in Haifa landen. Ein eigenes Motorschiff von 3500 Tonnen unter dem Namen „Bosporus" wurde zu diesem Zwecke erbaut. Krakau. Nach einem Abkommen mit dem Krakauer Rundfunk werden diesen Winter eine ganze Reihe von Vorträgen über j ü - dische Themen vom Krakauer Sender verbreitet. Unter anderem sind Referate vorgesehen über „Polen und Palästina", „Die moderne hebräische Literatur", „Die jüdische Emigration" usw. Riga. Das hiesige führende Antisemitenblatt „Ladtvis" wurde vom Innenminister wegen „staatsfeindlicher Haltung" eingestellt. Haifa. Auf. einer Versammlung auf Hadar Hakarmel kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Mitgliedern der Arbeiterpartei, bei - dem etwa 20 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Unter den Verletzten, die ins Krankenhau.5 geschafft werden mußten, befindet sich auch der bekannte Schriftsteller Dr. Wolfgang von W e i s 1 und einige Polizisten. Jerusalem. 65 bucharische jüdische Familien, von denen, die in Afghanistan hängen geblieben warsn und dort unter tragischen Verhältnissen lebten, sind dieser Tage in Palästina eingetroffen. 200 jüdische Seelen aus Buchara harren noch unter bitterer Not der Weiterfahrt. — Der ehemalige litauische Minister für jüdische Angelegenheiten, Dr. M. Soloweitschik, ist zum litauischen Generalkonsul für Palästina ernannt worden. Sein Vorgänger, Dr. S. Rosenbaum, der im 73. Lebensjahre steht, hatte sein Amt vor einiger Zeit niedergelegt. New York. Präsident Roosev e 11 ließ sich in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds eintragen und bekannte sich bei dieser Gelegenheit in einer Ansprache als Freund und Förderer des P a 1 ä s t i n a a u f b a u e s Lemberger Brief. 1 Lemberg, 21. Oktober. Die Anwesenheit der bekannten christlichen Vorkämpferin gegen den Rassenhaß, Frau Harand aus Wien, in unserer Stadt gab den jüdischen Kreisen Anlaß, ihr Anerkennung und Dank in Empfangsfeierlichkeiten und auf Vortragsabenden zu zollen. Auch viele Nichtjuden besuchten die Veranstaltungen und beteiligten sich an den Kundgebungen. In einer temperamentvollen Rede entwickelte Frau Harand die Ideologie ihrer Bewegung und das Programm ihrer Zeitschrift „Die Gerechtigkeit". Sie bezeugt, daß sie im modernen Polen eine vortreffliche Atmosphäre für ihre Ideen und auch die Unterstützung aller leitenden Regierungs- und Gesellschaftskreise gefunden hätte. Man sah in der Versammlung hohe Beamte, Regierungsvertreter, sowie viele Universitätsprofessoren und sonstige Führer der Wissenschaft und Wirtschaft. In der Sabbatfrage ist ein bedeutsamer Fortschritt zu registrieren. Rabbinat und Kehillaverwaltung unternehmen gemeinsam eine Aufklärungsaktion zugunsten des Sabbats, und zwar auf dem Wege von Volksversammlungen, Predigten in der Synagoge und einem Ehrendienste, der, bestehend aus angesehenen Rabbinen und Laienmitgliedern, am Sabbat auf den Märkten und Straßen nach dem Rechten sieht. Trotz unvermeidlicher kleiner Zusammenstöße macht sich dre Erfolg im Allgemeinen schon in erfreulicher Weise bemerkbar. Trauersitzung der Zagreber Agudas Jisroel. Zagreb, 15. Oktober. Der verbrecherische Mordanschlag in Marseille, dem unser Landesherr, König Alexander I. zum Opfer gefallen ist, war für uns Veranlassung zur Einberufung einer Trauersitzung auf Donnerstag Abend, den 11. Oktober. Eine große Trauergemeinde hatte sich in unseren Räumlichkeiten eingefunden, um mit schmerzlichen Gefühlen den bewegten Worten unseres Präsidenten Herrn D. Engelsrath zu lauschen. Redner pries die großen Verdienste unseres edlen Fürsten und milden Herrschers, der weit über Jugoslaviens Grenzen hinaus als Fürst des Friedens sich mit Ruhm bedeckt hat und dessen allzufrüher Heimgang für uns einen unendlich großen Verlust bedeutet, war doch unser großer König S. M. Alexander I. ein überaus gerechter Herrscher, der für die Belange der jugoslavischen Judenheit und der der orthodoxen Bewegung insbesondere, stets großes Verständnis zeigte. Der König in höchst eigener Person war es, der trotz aller äußeren Widerstände ein Gesetz schuf, das der orthodoxen Judenheit Jugoslaviens Autonomie , in ihren Gemeindeverwaltungen gewährte, da er gerade in dieser die Erhaltung des Judentums gewährleistet sah. Die Versammlung, die stehend und ergriffen den Ausführungen unseres Präsidenten folgte, beschloß, der Königin Maria und dem König Peter II. eine Beileidsdepesche nach Belgrad zu entsenden. Am Freitag morgen begab sich eine Abordnung unseres Vereins ins Banatgebäude, um sich beim Banat im Trauerbuch einzutragen. Anläßlich seiner letzten Fahrt durch Zagreb auf dem Heimweg nach Belgrad wurden die sterblichen Ueberreste des Königs hier am Bahnhof aufgebahrt. Drei offizielle Vertreter unserer Gruppe, die zum Empfang geladen waren, defilierten an der Bahre vorbei. Die gleichen Herren haben am Donnerstag, den 18. ds. der stattgehabten Beisetzung beigewohnt. Die Jeschiwah „Beth Jossef" in Tel Awiw. Tel Awiw, 16. Oktober. In aller Stille und Bescheidenheit wurde am 1. Marcheschwan die Jeschiwa „Beth-Jossef", ein Lehrhaus vom Nowogrudoker Geiste, in Tel Awiw eröffnet. Am 33. im Omer ds. Js. wurde der Grundstein gelegt, und obwohl das Unternehmen wenig fundiert schien, konnte der Bau vollendet werden. So darf man hoffen, daß der Kolel Nowogrudok, der in Polen etwa 50 Jeschiwot unterhält, sich mit diesem Lehrhause in Tel Awiw nun eine feste Position auch in Erez Jisroel geschaffen hat. Gui und Billig! $ la Benzin 31 Pig. pro liier la Oei 80 Pig. an $ Auto-Zubehör $ Garagen Konsia&ier, Frankfurt a. m., GeiDBtiirscnsir.

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