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Der Israelit · 1934-09-14 · Heft 37 (14.9.1934) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 37 (14.9.1934)
Date
1934-09-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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14. September 1934 Der Israelit Nr. 37 Seite 5 3. Oktober bis 4. November einen Schulungskurs für Wohlfahrtspfleger, der in den Räumen des Kindergärtnerinnen-Seminars Berlin W. 15, Meinekestr. 22, stattfindet. Für die Teilnahme an dem Kursus sind Mk. 30.— zu entrichten. Es besteht die Möglichkeit, auswärtige Teilnehmer in den Räumen des Kindergärtnerinnen-Seminars unterzubringen. Für Wohnung und Verpflegung für die Dauer des Kursus sind Mk. 60.— zu zahlen. Da der Kreis der Teilnehmer aus räumlichen Gründen begrenzt werden muß und eine größere Anzahl Anmeldungen bereits vorliegt, bitten wir Interessenten um möglichst umgehende Anmeldung bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin- Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Ein Jahr Hilfe und Aufbau. Berlin, 5. Sept. In einer umfangreichen Werbeschrift des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau entrollt sich uns ein grandioses Bild jüdischer Hilfsarbeit. Ein Kapitel behandelt die Wänderbewegung, wobei interessante Angaben speziell über die Palästinawanderung gemacht werden. Die Zahl der deutschen Juden, die bis jetzt Deutschland verlassen haben, wird mit etwa 60.000 beziffert. In letzterer Zeit sind auf Grund von Zertifikaten neuerdings 2621 jüdische Personen nach Palästina ausgewandert. Es v/urden den Palästinaauswanderern namhafte Zuschüsse gewährt. Diese Arbeit wurde in Gemeinschaft mit dem Hilfsvereine geleistet. Bei der Wohlfahrtspflege mußten die notleidenden Landgemeinden berücksichtigt werden, während die Kriegsopferversorgung dem RjF. übertragen wurde. Interessant sind die Daten über den Auszug der Juden aus den akademischen Berufen infolge der neuen Gesetzgebung. Es handelt sich um etwa 2000 akademisch vorgebildete Beamte, rund 4000 Juristen und ebensoviele Aerzte, die entweder ihre Kassenpraxis oder ihre Stellungen in Krankenhäusern verloren haben. Es kommen hinzu etwa 700 Hochschullehrer, 1200 jüdische Redakteure und Schriftsteller und 2000 jüdische Künstler, von denen der Jüdische Kulturbund über 200 beschäftigen konnte. Aus anderen freien Berufen haben seit Begründung des Zentralausschusses mehr als 9000 Personen bei ihm vorgesprochen und ihn um Rat und Hilfe ersucht. Es konnte in vielen Fällen dank der Mitarbeit des Joint Kredithilfe geleistet werden. Es werden ferner in der Schrift die Richtlinien für die Berufsumschichtung genannt und die Sieht man zuerst die Stelle desenpann'a und dann erst Jerusalem (wenn man z. B. von Jericho kommt), so reißt man beim Anblick von Jerusalem nicht besonders nynp/ sondern verlängert etwas den Riß, den man um das iznpnn /va gerissen hat. — Beim Anblick der Stelle des vipnn fva oder an der 'a-i»n bnv, spricht man den ganzen Psalm 79: •'iai cpu 183 d'pVr tjoxV Tiara 4. Hat man beim Anblick von Jerusalem rw'Tp vorgenommen, so wird es nicht nochmals beim Anblick einer anderen judäischen Stadt getan. Hat man es wegen einer anderen judäischen Stadt getan (etwa Bethlehem), so reißt man nochmals beim Anblick von Jerusalem njmp' aber nicht bei dem einer anderen judäischen Stadt (s. Anm. unten.) 5. Der n»'1p-Riß darf später nur oberflächlich vernäht werden. 6. Es ist passend, am ersten Tage, da man Jerusalem in der Zerstörung gesehen, keinen Wein zu trinken und kein Fleisch zu essen. 7. Am nap und aw dv (inkl. a"mn) reißt man nicht nynp- Hat man Städte Judas und wrpan Dlpa an solchen Tagen zuerst gesehen, reißt man innerhalb von 30 Tagen nicht mehr 8. Jedesmal, wenn man die betr. Orte nach einer Pause von 30 Tagen wieder sieht, reißt man von neuem nynp (s. Anmerkung unten). 9. Das Betreten der Stelle des BHpan n'a ist streng verboten. Anmerkung: Die nynp kann immer an denselben Kleidern neben der früher vorgenommenen njrip gerissen werden. Aufgaben des Zentralausschusses in der Zukunft besprochen. Frontkämpfer-Kreuz. B e r 1 i n , 4. Sept. Die Bundesleitung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten teilt mit: Wir weisen darauf hin, daß unsere Landesverbände und Ortsgruppen angewiesen sind, allen Kameraden sowie den Kriegerwitwen und Kriegereltern bei der Antragstellung auf Verleihung des Frontkämpferkreuzes, bezw. des Ehrenkreuzes für Kriegsteilnehmer oder für Witwen und Eltern in jeder Weise behilflich zu sein. Selbstverständlich -gilt diese Hilfe nicht nur für unsere ordentlichen Mitglieder, sodnern überhaupt für alle jüdischen und nichtarischen Persönlichkeiten, die Anspruch auf Verleihung eines der Ehrenkreuze haben. Der RjF. unterzieht sich dieser Arbeit aus Kameradschaft im gleichen Sinne, wie er bei Bearbeitung aller Versorgungsangelegenheiten stets allen Kameraden und sonstigen Persönlichkeiten, ohne Rücksicht auf Mitgliedschaft im Bunde zur Verfügung steht. Außer den Landesverbänden und Ortsgruppen ist auch die Bundesleitung in Berlin W. 15, Kurfürstendamm 200 während der Sprechstunde von 9—1 Uhr vormittags bereit, Rat und Auskunft in der Angelegenheit der Ehrenkreuze zu erteilen. Es bedarf nicht der Erwähnung, daß diese Ratserteilung unentgeltlich geschieht, und zwar bei allen Stellen des RjF. Die erforderlichen Formulare liegen bei unseren Geschäftsstellen vor. Der Leiter der Staatlichen Auswanderer- Beratungsstelle über die jüdische Auswanderung nach Palästina. Berlin, 4. Sept. Die „Deutsche Zeitung" hat ein Interview mit dem Leiter der Staatlichen Auswanderer-Beratungsstelle, Dr. Weidner, veröffentlicht, in dem dieser-sich ausführlich über die jüdische Auswanderung aus Deutschland nach Palästina äußert und besonders hervorhebt, daß die deutsche Devisenwirtschaft, da diev Auswanderer die zur Mitnahme freigegebenen Werte in Form von deutschen Waren, die in Palästina abgesetzt werden, hiaübernehmen, durch diese Auswanderung keineswegs belastet wird. Bemerkenswert ist das Urteil des Leiters der Beratungstelle über die Art jüdischer Betätigung in Palästina. Hierzu erklärt Dr. Weidner u. a.: „Der Verkehr mit den auswandernden Juden geht heute reibungslos vor sich. Es sind ja auch meist Zionisten, die Deutschland verlassen, um nach Palästina zu gehen. Diese Juden unterscheiden sich sehr von denen mit westlicher Kultur, die nicht in die Heimat ihrer Väter zurückkehren, um dort den Boden zu Kleines Feuilleton. Zahl der Einwohner und der Wahlberechtigten in den Städten Palästinas. Auf Grund eines Berichtes des High Commissioner von Palästina hat nunmehr Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister dem Abgeordneten Wedgewood die von ihm in einer Anfrage am 20. Juni verlangten Informationen über Bevölkerungs- und Wählerzahl in den Städten Palästinas erteilt. In Jerusalem gibt es 51.222 Juden und 39.229 Araber; wahlberechtigt sind 4362 Araber und 4235 Juden. In Jaffa leben 47.168 Araber und 7209 Juden; Wahlrecht haben 4345 Araber und 514 Juden. In Haifa beträgt die gesamte arabische Bevölkerung 34.148, die jüdische 15.923 Seelen; wahlberechtigt sind 5186 Araber und 3010 Juden. In S a - fed und Tiberias ist die Zahl der Araber 6891 bezw. 3210, die der Juden 2547 bezw. 3181; wahlberechtigt sind 249 bezw. 275 Araber und 561 bezw. 525 Juden. In den meisten übrigen Städten gibt es keine oder fast keine jüdischen Wähler. So sind in A k k o von 237 Juden nur 12 wahlberechtigt; in Beisan haben von den dortigen 68 Juden 14 das Wahlrecht. Von den 135 Juden in Hebron sind nur zwei wahlberechtigt. In Nazareth 'leben zwar 79 Juden, jedoch hat keiner von ihnen das Wahlrecht. Im Verzeichnis der jüdischen Bevölkerung von Nablus erscheinen 167 Samaritaner und 6 Juden; nur 10 „Juden" sind in die Wahlliste eingetragen. bearbeiten, sondern um wie bisher in Berlin so nun auch in Amsterdam, Paris, Prag oder London Handel zu treiben. Die Auswanderung dieser Art ist inzwischen gedrosselt worden. Interessant ist es, Juden zu hören, die zwischendurch von Palästina auf kurze Zeit nach Deutschland zurückgekehrt sind. Diese zionistischen Juden sind begeistert von Palästina. Das größte Erlebnis war für sie, ihre Stammesgenossen drüben erstmalig als Bauern zu sehen. Bäuerliche Siedlungen sind denn auch in Palästina in großer Anzahl gegründet worden. Und nun tritt etwas in die Erscheinung, was besonders auffällig ist: Während bislang der Jude sich hier in Deutschland zwischen Erzeuger und Verbraucher eingeschaltet hatte, ist es in Palästina der Araber, der dort ihre hiesige Rolle übernommen hat! Der Araber tritt drüben als Zwischenhändler auf." In auffallendem Gegensatz zu den Mitteilungen dieser mit den tatsächlichen Verhältnissen vertrauten Stelle steht eine Veröffentlichung in der Tageszeitung der deutschen Arbeitsfront „Der Deutsche". Hier werden unter der Ueberschrift,,Der jüdische Zinswucher in Palästina" einer Reihe aus offiziellen Quellen geschöpfter Daten über die jüdische Palästina- Einwanderung Bemerkungen vorangestellt, in denen behauptet wird, daß „die arabischen Bauern seit Generationen unter dem unerträglichen Zinswucher seufzen, der dort von den Juden ungestraft geübt werden kann." Demgegenüber bestätigt die Erklärung des Leiters der Auswandererberatungsstelle, daß der Araber in Palästina vielfach die Rolle des Zwischenhändlers übernommen hat, zugleich auch die bekannte Tatsache, daß es nicht die in Palästina ein Leben als Bauer und Arbeiter suchenden Juden, sondern die arabischen Dorfwucherer sind, die die Not des Fellachen ausbeuten, während sich die Wirtschaftslage derjenigen arabischen Bauern, die in der Nähe jüdischer Siedlungen leben, wesentlich gebessert hat. Pensionskasse des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden geschaffen, Berlin, 5. Sept. Der Landesverband hat Anfang September 1934 mit der Alten Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit, einer der ältesten und angesehensten deutschen Versicherungs - Gesellschaften, ein Abkommen getroffen, durch das es den jüdischen Gemeinden und Organisationen im Deutschen Reich ermöglicht wird, die Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung ihrer Beamten und Angestellten (einschl. der ehrenamtlich tätigen Personen) durch Abschluß von Renten-Versicherungen bei der Alten Leipziger nach sechs für den vorliegenden Zweck neu geschaffenen Tarifen sicherzustellen. In Bethlehem leben zwei Juden, von denen keiner wahlberechtigt ist. Der einzige jüdische Einwohner von Gaza ist nicht wa hlberechtigt, wohl aber der einzige Jude in der 11.152 Einwohner zählenden Stadt Ramie h. TelAwiw wird in dieser Liste nicht aufgeführt, da dort vor dem 10. Januar 1935 keine Wahlen stattfinden. Tel Awiw nicht mit eingerechnet beträgt die Gesamtzahl der bei Stadtratswahlberechtigten Araber 30.325, die der jüdischen Wahlberechtigten 8585. Die in den palästinensischen Städten mit Ausnahme von Tel Awiw lebende Einwohnerschaft umfaßt etwa 257.500 Araber und 82.865 Juden. „Hameaged." Die zwei letzten Hefte des agudistischen Nachrichtenblattes „Hameaged" Nr. 4 und 5 bringen eine bunte Fülle anregender und belehrender Artikel, die nicht allein für die Jugend von hohem Werte sind. Es wird über Fragen wie Zeitgeschehen und Ewigkeitsgeschehen, Erziehung zur Thoragemeinschaft, gesetzestreues und chassidisches Judentum usw. referiert. Ein reichhaltiger Nachrichtenteil hält die Mitglieder über alle Vorgänge in der orthodoxen Jugendbewegung, über das Leben in den Hachscharot und dergl. mehr auf dem Laufenden. Als verantwortlich für das Blatt zeichnet Herr Julius Rosner, Frankfurt a, M. (Heldendenkmal für den gefallenen Großrabbiner von Lyon.) Am 2. September ds. Js. wurde in Taintrux in den Vogesen ein von der französischen Regierung errichtetes Denkmal des Großrabbiners Abraham Bloch eingeweiht werden, der am 29. August 1914 unter erschütternden Umständen im Kriege fiel.

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