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Der Israelit · 1934-08-23 · Heft 34 (23.8.1934) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 34 (23.8.1934)
Date
1934-08-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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23. August 1934 Der Israelit Nr. 33 Seite 7 die erlösende Wirkung dieses Gebotkreises durch intensivstes. Studium seiner Einzelvorschriften geblieben; sie muß da erfüllt werden, wo er nach solchem Studium ohne Störung durch Außenstehende und ihre Bestrebungen sich dem Dienste dieser Gebote widmen kann; und sie ist da restlos erfüllt, wo auch unnötige Sorgen und Bedrängnisse dem Befolger der Gebote fernbleiben. ■ iN i c h t j 'u d e : Schilderten- Sie Ihre Messiaszeiten?;: J u d e : Die schilderte ich, und die erhoffe ich.; Doch außerdem wird Sie ein Gang durch Länder und Zeilen lehren, daß auch in vormessianischer Zeit diese Hoffnungen schon oft erfüllt waren; lesen Sie des hebräischen Sirach Hymnus auf unser Priestertum, die Geschichte der Frühblüte unserer spanischen Zeit, der ersten Chassidim oder des Aufstrebens der Hirschgemeinde. N i c h t j/u.d e : Dieses Studium will ich vor dem Stellen weiterer Fragen betreiben. Jude: Wollten sich zu solchem Studium nur die Maßgeblichsten .der, Ihrigen bequemen, so wäre mir, wie ich zuversichtlich weiß, längst geholfen. Korrespondenzen. Deutsches Reich, Das Ende einer altehrwürdigen Institution? Berlin, 20. August. Von der Berliner Schaß-Chewra wird uns berichtigend mitgeteilt, daß im Gegensatz zu der Meldung unseres Korrespondenten es nicht richtig sei, daß zu den Schiurim am Abend nur noch zwei Leute kämen. Vielmehr seien es durchschnittlich 6—8 Teilnehmer. Unrichtig sei auch, daß die Chewra keine Existenzberechtigung mehr habe, da sich das Minjan, trotz der unleugbaren Krisis, vergrößert und nicht wie behauptet, verkleinert habe, ein Beweis dafür sei, daß es der Chewra möglich sei, täglich einmal und am Schabbos zweimal einen gut besuchten G'ttesdienst abzuhalten. Eine weitere Erörterung der Angelegenheit kann nun wohl außerhalb der Spalten der Fresse erfolgen. Numerus clausus für Juden in Fachschulen. B e r 1 i n , 20. August. Die für den Besuch von höheren Schulen geltenden Bestimmungen erhalten nach einem Erlaß des Preußischen Unterrichtsministers, an den das Fachschulwesen nunmehr verwaltungsmäßig übergegangen ist, auch für die gewerblichen, kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Fachschulen Geltung. Danach wird die Zahl der für den Besuch von Fachschulen zuzulassenden nichtarischen Studierenden und Schüler in Zukunft mit 1,5 v. H. der Gesamtzahl der Besucher dieser Fachschulen festgesetzt. Angehörige ausländischer Staaten bleiben auf jeden Fall von der Berechnung ausgeschaltet. Die Auswanderungsbewegung in Pommern. Berlin, 20. August. Die Auswanderungsneigung in Pommern zeigt im Vergleich zum vorhergehenden Vierteljahr eine Steigerung, die im wesentlichen auf Konto der jüdischen Auswanderungswilligen zu buchen ist. Der Anteil der Juden (einschl. einiger sonstiger Nichtarier) an der Gesamtzahl der bei der amtlichen Auswandererberatungsstelle der Provinz Pommern Auskunftsuchenden betrug im letzten Vierteljahr ca, 50 Prozent. Außer auf Palästina war das Augenmerk der jüdi- - sehen und nichtarischen Aüswanderungswilligen in erster Linie auf die Vereinigten Staaten" von Amerika gerichtet, vereinzelt auch auf England, Italien, Schweiz, Holland, Jugoslavien, Brasilien, Chile und Syrien. Während die jüdischen Auswanderer zum größten Teil Angehörige des Handelsgewerbes sind, waren die arischen Auswanderungslustigen zum größten Teil landwirtschaftliche Berufsangehörige der freien Berufe. Oesterreich. Abschlußprüfung am Wiener Beth Jakob- Seminar. Wien, 6. August. Im Rahmen einer eindrucksvollen Feier, an der viele prominente Damen und Herren der Wiener Gesellschaft, darunter der Präsident der Agudas Jisroel, Wien, Herr Wolf Pappenheim, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, Herr Dr. Desider Friedmann, Herr Medizinalrat Dr. Reiniger, Herr Moritz Felsenburg, Frau Dozent Hofbauer, Frau Irene Harand, teilnahmen, fand die Entlassung von Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Wien. Zur Erlangung einer Lizenz als Apotheker in Palästina ist der Nachweis eines sechssemestrigen Studiums vor Erhalt der Lizenz erforderlich. Apotheker kann jeder palästinensische Staatsbürger sein oder ein Fremder, der die Erlaubnis zum Daueraufenthalt besitzt. Erforderlich ist eine Geschäftskonzession oder die Anstellung eines Lizenzapothekers. Eine Arzneitaxe besteht nicht. T e 1 A w i w. H. Frumkin schätzt die Verteilung der jüdischen und arabischen Arbeit in den jüdischen Pardessim, die zur Zeit eine Fläche von etwa 140.000 Dunam umfaßt, wie folgt: Rein jüdische Arbeit auf 22.000 Dunam. überwiegend jüdische Arbeit auf 20.000 Dunam, gemischte Arbeit mit bedeutendem Anteil arabischer Arbeit 30.000 Dunam, rein arabische Arbeit 70.000 Dunam. Es ergibt sich also trotz aller Bemühungen und aller Machtsteigerung der Histadruth hoowdim ein sehr starkes Ueberwiegen der arabischen Arbeit in den jüdischen Pardessim. — Ramath-Gan. Die schon 1907 gegründete und später hierher verlegte Fabrik für Zementprodukte, Arber u. Sohn, produziert neben Zementziegeln und Zementrohr, Zement- und Mosaikfließen, Mosaiktreppen und künstlichen Marmor zu Wandbekleidungszwecken. Der Bedarf des Inlandes ist so stark, daß die 60 Arbeiter beschäftigende Fabrik voll in Anspruch genommen ist und Auslandsaufträge nicht angenommen werden können. — Jaffa. Der geplante Straßenbau Beerschewa-Akaba, über den bereits berichtet wurde, soll, wie jetzt bekannt wird, eine direkte Verbindung der Südspitze des Toten Meeres, an der die Palestine Potasch Co. eine neue Verarbeitungsanlage errichtet hat, mit dem Golf von Akaba herstellen und so den direkten Export nach Indien und dem fernen Osten ermöglichen. Der Ausbau des Hafens von Akaba würde für die Gesellflfl schaft eine ideale Exportbasis schaffen und auch strategisch ist dieser Hafen für England von erheblicher Bedeutung. — B e y - r u t h. Die Stimmung für eine jüdische Einwanderung ist im Wachsen, wozu hauptsächlich die ungünstige wirtschaftliche Lage des Landes beiträgt. Zahlreiche syrische Unternehmer und Kaufleute wandern nach Palästina ab. Wegen der Dürre sind angeblich 10.000 Drusen aus dem Libanon und außerdem 30—35.000 Fellachen aus dem Hauron nach Palästina ausgewandert. — Haifa. Wie die arabische Presse mitteilt, beabsichtigt die Regierung südlich von Akko Trockenlegungsarbeiten in der dortigen Sumpfzone vorzunehmen. — A f u 1 e. Das IBohrunternehmen Novak wird im Laufe dieses Monats mit Tiefbohrungen in der Gegend von Afule beginnen. — Bagdad. Die Irak-Regierung hat zwei Kaufleuten die Konzession zur Errichtung einer Zündholzfabrik erteilt. Die Zigarettenindustrie im Irak hat einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Es arbeiten in Bagdad 10 Fabriken mit 3000 Arbeitern. — Jerusalem. In der Zeit vom 26. Juli bis 2. August sind 13 Aktiengesellschaften, 2 ausländische Unternehmungen, 10 Genossenschaften und 22 Teilhabergesellschaften registriert worden. Ueber die Firma und den Geschäftszweig der neu eingetragenen Unternehmungen erhalten Interessenten auf Wunsch durch die Schriftleitung Auskunft. 15 neuen Beth Jakob-Lehrerinnen statt, die nach' zweijährigem Studium .das Lehrerinnendiplom (eine das Diplom einer Beth Jakob-Kindergärtnerin) erworben haben. Nach Begrüßung der Gäste durch Herrn Dr. Deutschländer gab die Dozentin, Frl. Landsberg, durch eine kurze Prüfung der Kandidatinnen einen Ueberblick über den durchgenommenen Lehrstoff. Die darauf folgenden wirkungsvollen Referate zweier Schülerinnen über die „Grundlinien des jüdischen Gebetes (Frl. Rokäch, Wien) und die „Ideale und Ziele von Beth Jakob" (Frl. Fürth-Miskolc), zeigten den Gästen, daß die abgehenden Schülerinnen auch mit dem notwendigen propagandistischen Rüstzeug ausgestattet sind, Herr Rabbiner Dr. P o 11 a k überreichte darauf den Kandidatinnen die Diplome und knüpfte im Anschluß an die 15 ausgestellten Zeugnisse an die Schir Hamaloth ah. ' Er gab den scheidenden Schülerinnen eindrucksvolle Worte für ihre Weiterarbeit mit auf den Weg. Es bekamen Diplome: Olga Berglas, Berehova (CSR); Lilli Bläu, Abauszanto (Ungarn); Iii Breiner, Sahy (CSR); Rahel Deutsch, Subotica (Jugoslavien); Judith Frankfurter, Wien; Piroska Fürth, Miskols (Ungarn); Sophie Hamburg, Arnheim (Holland); Hinda Landau, Berhonet (CSR); Olga Löwbeer, Topolczany (CSR); Cilly Rokach, Wien; Sophie Rosenberg, Radautz (Rumänien); Berta Rosenthal, Niederstätten (Deutschland); Elly Schischa, Sopron (Ungarn); Resi Schreiber, Sireth (Rumänien); Rosa Schechter, Wien; Malka Seidel, Galatha (CSR). Als erster der Gäste sprach der Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. D. Friedmann, der in eindrucksvollen Worten seiner Bewunderung für das Geleistete Ausdruck gab, Er würdigte die hohen Aufgaben der Institution und betonte insbesondere, daß Thorawissen und Religiosität die Grundlagen des Jude-Seins sind. Herr D. Friedmann beglückwünschte in diesem Sinne die Mädchen, die als Pionierinnen altjüdischer Tradition dieses Haus verlassen. In warmen Worten drückte der Präsident der Agudas Jisroel, Wien, Herr Wolf Pappenheim, seine Freude über den steten Aufstieg des Beth Jakob-Werkes aus. In seinem Schlußwort wies Herr Dr. Deutschländer auf den Wert der Beth Jakob-Bewegung in der heutigen Zeit hin. Es sind zurzeit in beiden Kursen 10 verschiedene Länder vertreten, ein sprechender Beweis für die Entwicklung des Werkes, Ganz besonders hervorzuheben ist noch die Tatsache, daß fast alle Absolventinnen, die auf einen Posten reflektieren, von der Beth Jakob-Zentrale bisher einen solchen erhalten haben, eine Tatsache, die wohl in der heutigen arbeitslosen Zeit nicht genügend hervorgehoben werden kann. Ein besonderes Erlebnis war den Schülerinnen der Besuch von Frau Irene Harand, die sich nach der Feier in den Kreis der Mädchen mengte und ihnen in schlichten Worten ihre Ideen über Gerechtigkeit und Menschenliebe darlegte und die scheidenden Mädchen aufforderte, überall in allen Ländern diese hohen jüdischen Ideale zu verbreiten. Das neue Semester beginnt, sGw., nach den t>-> am 9. Oktober. Die Lehrdauer der neuen Kurse wird von nun an 2]A Jahre betragen. Außer den Lehrerinnenbildungskursen finden auch Kurse für solche Schülerinnen statt, die Gelegenheit suchen, ihr jüdisches und allgemeines Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Bei genügender Beteiligung finden auch Kurse für 14—15jährige Mädchen statt. Der Aufenthalt im Beth Jakob-Internat gibt den auswärtigen Eltern die Gewähr, daß ihre Kinder im jüdischen Milieu, im Geiste der Thora erzogen werden. Anmeldungen und Auskünfte bei der Beth Jakob- Zentrale Wien II, Leopoldsgasse 26, Tel. A 19094. Schweiz. Die Tagung des Kuratoriums der hebräischen Universität Jerusalem. Zürich, 17. August, Das Kuratorium der hebräischen Universität, das hier zu einer Vollsitzung zusammengetreten ist, hat erstmals eine formelle Verfassung der Universität, die bisher schriftlich noch nicht festgelegt war, beschlossen. Die Verfassung macht der bisherigen Alleinherrschaft des Kanzlers oder Rektors der Universität, Dr.

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