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Der Israelit · 1934-06-28 · Heft 26 (28.6.1934) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 26 (28.6.1934)
Date
1934-06-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seite 2 Nr. 3 Der Israelit Keren Hajischuw-Blätter 28. Juni 1934 dm Sagung des Jenteafvafes da? % J. in IDarscfiau. Von Rabbiner Dr. Ph. Frankl in Halberstadt. Jeder, dem die Agudas Jisroel und ihre Bestrebungen wahrhaft Herzenssache sind, , hat es mit Freuden begrüßt, daß trotz der Schwere der Zeiten der Zentralrat der Agudo wieder einmal eine Arbeitstagung abgehalten hat. Wir sind weit entfernt davon, unsere Erwartungen von den Ergebnissen solcher Tagungen und Kongresse allzuhoch zu spannen. Es liegt in der. Natur ,der Sache, daß solche Zusammenkünfte nicht viel Konkretes schaffen, sondern im besten Falle richtunggebend für kommende Arbeit sein können. Von diesem Gesichtspunkte müssen wir die Dinge betrachten, wenn wir auf das Ergebnis der Zentralratstagung, soweit uns die Presse hierüber Bericht gegeben, zurückkommen wollen. Hier in diesen Zeilen soll nicht von den verschiedenen ehrlichen Bemühungen des Zentralrates, die Arbeiten der Agudas Jisroel nach all ihren Ausstrahlungen betreffend, die Rede sein. Ich möchte mich auf ein Gebiet beschränken und zwar auf den Teil der Tagung, der sich mit pX ^Nniybefaßt hat. Er war vorauszusehen und es ist auch begreiflich, daß diese Frage die Gemüter besonders erregt und däs große Interesse aller Teilnehmer in Anspruch genommen hat. Und auch in diesem Zusammenhange möchte ich im Vorhinein bemerken, daß wir nicht etwa vom Zentralrat erwaitet haben und bei unseren — ich denke hierbei an alle Agudisten — geringen Leistungen auch nicht erwarten konnten, daß man uns hier mit großen Erfolgen und Leistungen der Organisation aufwarte. Wir wußten, daß uns der Zentralrat weder Millionen zur Besiedlung von bKlW> pX noch etwa Tausende 'von Zertifikaten hervorzaubern kann und wußten auch, daß er uns keinen großzügigen Plan der Agudotätigkeit in unterbreiten könne. Was wir vom Zentralrat erwartet haben, ist wohl, daß er uns eine klare Richtlinie für unsere ^Xit*;*» pX_ Arbeit in der Gola und in -"'K geben wird. Wir müssen anerkennen, daß auf der Tagung der beste Wille vorherrschend gewesen ist, den Vk'W pX a'W im Geiste der. mift bestmöglichst zu fördern. Wir sind fest davon überzeugt, daß es keinen Teilnehmer an der Zentralratstagung gegeben hat, dessen Herz nicht warm für v'K schlägt und dem ein minn nm VxiBn pX miööm nicht innerste Herzenssache ist. In dem Berichte über die Tagung betreffs pX!?K*W heißt es in den Ausführungen des Referenten, „daß die Erez Jisroel-Frage für uns keine ökonomische, sondern eine durch und durch religiöse ist." Es ist schade, daß der Pressebericht die dahingehenden Ausführungen des Referenten nicht ausführlicher bringt. Denn es kann nicht deutlich genug hervorgehoben werden, daß eine ökonomische Arbeit inVfcnw pX auch Arbeit .an der Seele des Volkes und seiner n*iiax ist. Es ist notwendig, dies besonders gegenüber Befürchtungen hervorzuheben, daß durch die Arbeit für den b^TD"> p» awv die anderen rein geistigen Angelegenheiten in den Hintergrund gedrängt werden könnten. Demgegenüber muß deutlich iestgestellt werden, daß die Anwesenheit der Agudo in bxiw* pX und ihre Teilnahme an der Arbeit am pxn 2W eine unbedingte Notwendigkeit aucn vom Standpunkte der geistigen Sphäre darstellt. ^JOB" pX wird aufgebaut, und wenn wir nicht zugegen sind, wird es ohne uns aufgebaut. Die Folgen unseres bisherigen Fehlens machen sich schwer genug bemerkbar und wir können nicht laut und offen genug bekennen, daß wir auf diesem Gebiete eine schwere Unterlassungssünde begangen haben. Es hat aber keinen Wert, bloß rnjjwx-in VäT nmn zu sein, wenn man nicht die Konsequenzen aus diesem Bekenntnis zieht und das Versäumte, soweit es möglich ist, nachzuholen sucht. Von diesem Gesichtspunkte betrachtet, ist die Resolution des Zentralrates betreffs Arbeit für Erez Jisroel, besonders deren zweiter Teil, etwas zu zaghaft gehalten. Wir haben nicht bloß Verständnis für die Ausführungen einer Persönlichkeit wie R. Elchonon Wassermann, der wohl auch den Besorgnissen anderer minn ">^Vtä Ausdruck gegeben hat. Wir zittern mit ihnen um den Fortbestand der irpl'W und — na umKl — auch wir bekennen uns zum Primat der Erhaltung der min. mit ihnen wissen und bekennen wir ijpTI XTl ""O im* "pIKV Die „drei Wochen"-Aktion für Erez Jisroel. Die Blüte des Fastensist das Wohltun. iKnpns Kiwym *ruK Unsere Führer richten an uns das Ersuchen, jeden Juden und jede Jüdin im Namen der Thora aufzufordern, ihren am 17. Tammus und 9- Aw an Speise und Trank ersparten Geldbetrag dem Keren Hajischuw zu weihen. Von Rechts wegen sollte jeder, der nicht selbst mit der Notdurft zu ringen hat, jeden Monat einen Beitrag leisten, aber wem das nicht möglich ist, der berechne, was er für sich und seine Familie an Speise und Trank für 2 Mahlzeiten verbraucht und weihe sein Fasten zur wahrhaft heiligen Tat, indem er im Sinne des talmudischen Knpns Kmym ma« diesen Beitrag für Zedokoh spendet. Der Beitrag soll am 18. Tammus, spätestens aber am 10. Aw auf das Postscheckkonto Nr. 53 900 der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt v a. M-, überwiesen werden. Ein anonymer Gönner der Palästina-Zentrale hat für die „drei Wochen"-Aktion eine Schiffskarte Triest—Jaffa gespendet, mit der Bestimmung, daß diese Karte demjenigen Sammler oder derjenigen Sammlerin verabfolgt wird, welche in der Zeit vom 17. Tammus bis 15. Aw das größte Sammelergebnis der „drei Wochen"-Aktion dem Keren Hajischuw überweist. Bei gleichem Sammelergebnis mehrerer Sammler findet eine Verlosung statt. Ebenso hat eine Gruppe, welche das größte Sammelergebnis überweist und die Schiffskarte erhält, das Recht, zu Gunsten eines ihrer Mitglieder darüber zu verfügen, Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M., Schwanenstr. 12. Aber wie ist es denn in-* der. Wirklichkeit? Wenn wir die Arbeit für ^X'liy'' pX ängstlich in den Hintergrund stellen, so werden wir, wie bisher, dort nichts ausrichten können, aber den ma*''^*' ist damit nicht geholfen. Beweis dessen, daß sie sich seit Jahren schon in einem krisenhaften Zustand befinden, der kaum überboten werden kann. Anders aber, wenn man nicht ängstlich, sondern mit Elan und Begeisterung an die Arbeit gehen kann. Das jüdische Volk hat, wenn man es in richtiger Weise zur Tat aufgerufen hat, wenn man den richtigen Ton gefunden hat, um zu seinem Herzen zu gelangen, niemals versagt. Und es wird auch in schwerer Zeit, da es ihm sehr schlecht geht, nicht versagen, wenn man ihm sagt, was die mW und was ^X'"J2P pX für uns bedeuten. Warum yn künstlich einen Gegensatz zwischen nTlfiiT 7\wb und bxity "pX -Arbeit schaffen der in der Befürchtung, zum Ausdruck kommt „daß sie — die nnrin — von der allzulauten Betonung der Erez Jisroel-Arbeit einerseits eine Vernachlässigung der Golusarbeit, andererseits eine Minderbewertung der ausschlaggebenden Rolle des Limmud-Hathauro im Kreise des jüdischen Volkes befürchten." Es ist wahrhaftig kein ,,auf die Gasse hören", wenn man der 'pX'W pX- Arbeit minn nm das Wort redet. Man braucht nur nach pX zu gehen und dort zu sehen, wie sich dort das Leben besonders der arbeitenden Kreise ohne den Einfluß wahrhafter nilöH "MZ^N gestaltet hat. Und man braucht sich nur in den Ländern der riVw» — Polen nicht ausgenommen — umzusehen. Wie strömen sie alle, auch aus den Kreisen der D,XT' dem Hechaluz zu, weil wir ihnen keine Aussicht auf pxn rp^y oder nur in sehr beschränktem Maße bieten können. Dies sind alles Dinge, die jeden tief schmerzen müssen, der das jüdische Volk der min und die min dem jüdischen Volke erhalten möchte. Und wenn es in der Entgegnung auf diese von hochachtbarer Seite geäußerten Besorgnissen heißt: „daß auch über die materiellen Nöte, die die jüdischen Volksmassen aus ihren Golusländern heraus nach Erez Jisroel treiben, von einer Volksorganisation wie die Agudas Jisroel nicht hinweggesehen werden dürfe", so müßte es nach unserer unmaßgeblichen Meinung lauten, daß die Agudo über die ökonomischen Nöte nicht hinwegsehen wolle. Es soll dies wahrhaftig kein Spiel mit Worten sein. Aber der Ausgleich zwischen min px rtap px dxi nap -px mw "px ax ist niemals leicht gewesen und er ist gewiß nicht gelungen, wenn man an seine Lösung ängstlich herangegangen ist. Es liegt mir gewiß fern, gegen eine Persönlichkeit wie R. Elchonon Wassermann Stellung nehmen zu wollen. Aber wenn man den zweiten Teil der Resolution liest, hat man das Gefühl, daß man an die Erez Jisroel-Arbeit hur sehr vorsichtig herangehen dürfe, um ja nicht mit irgendwelchen rnwriin Kollision zu geraten. Eine solche Auffassung der Resolution, mit welcher ich nicht allein dastehe, könnte der Arbeit der Agudo für ■?X*l*,y pX hinderlich sein, ohne dem, was R. Elchonon Wassermann wollte, den mn'■^2;', etwas zu nützen. Wenn man für ^X*l*2?'' pX etwas schaffen will, muß man mit Begeisterung an die Arbeit gehen. Die Herzen sind trotz aller Nöte offener als je zuvor und die Drangsal der Zeit hat die Bedeutung bxiW> ynx nicht bloß als Zufluchtsort für so manche hervortreten lassen. Man erkennt auch in weiten Kreisen, daß man bisher fehl gegangen und einem Phantom nachgejagt ist, als man sich jeder Kulturmode an, den Hals geworfen hat. Auch die Seelen vieler Juden suchen eine Zufluchtsstätte. Es regt sich bei ihnen das Verständnis für die jüdischen Kulturwerte und auch hier muß man die richtige Sprache suchen und finden, in welcher man zu diesen Menschen spricht, um sie für die fiDT) und für die minn D1*701» zu erwärmen. Dies werden wir mit einschränkenden Resolutionen nicht erreichen. Das ma ö:0 HT3 TltlX "■fT» njn bx muß vielmehr stärker zum Ausdruck kommen. Aber ■ schließlich kommt es ja weniger auf den Wortlaut einer Resolution an, als auf das, was man ^snan aus ihr macht. Und diese n^lS/B die positive Tat allein wird entscheiden über unsere Arbeit in bX'Vir* pX' aber ebenso über die Erfüllung der Aufgaben in der Gola, in erster Reihe der Aufgabe zur Erhaltung der ma^i. Man hätte im Berichte gerne etwas mehr über die Besiedlung von^x^iy nana und über die Verhandlungen betreffs der Grundstücke in Olam und Madhar gehört. Es ist wohl sehr wichtig, was der Referent über die Entwickelung der Poale Agudas Jisroel-Organisation ausgeführt hat. Aber noch wichtiger ist das, was er über die Notwendigkeit des mmn 2.W gesagt hat, durch welchen die Möglichkeit geschaffen werden soll, die^X-W riTUX "'VjnS zu seßhaften Menschen mit einer den Verhältnissen des Landes entsprechenden Lebensbasis zu machen.

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