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Der Israelit · 1934-06-07 · Heft 23 (7.6.1934) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 23 (7.6.1934)
Date
1934-06-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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7. Juni 1934 Der Israelit Nr. 23 Seite. 5 DicScntFofcorssi^unodepJlgiidasjisrocfiniüßpscfiau. {Fortsetzung von Seite 1.) Dienstag Vormittags-Sitzung. Nachdem während der ganzen Dauer des Montags Beratungen der Agudo-Leitung im engeren .Kreise stattgefunden hatten, wurde die erste Geschäftssitzung des Zentralrates Dienstag Vormittag eröffnet. An Stelle des heimgegangenen Rabbiners Dr. Isaak Auerbachs, A, in Halberstadt, dem der Vorsitzende warme Worte des Gedenkens und <ler Dankbarkeit widmet, wurde Rabbiner Josef Ho r o v i t z , Frankfurt a. M., zum ersten Vizepräsidenten des Zentralrates gewählt. Alsdann erstattete Jacob Rosenheim, -Frankfurt a. M. den Bericht über die Tätigkeit des Geschäftsausschusses, der sich über die Fragen der Organisation, der Propaganda und des Finanzwesens, über die politischen und religiösen Angelegenheiten, die die Exekutive beschäftigten, und über die Arbeiten auf sozialem Gebiete erstreckte, während die umfassende Erez Jisroel-Arbeit und die Tätigkeit des Keren Hathora den Sonderreferaten der Leiter dieser Abteilungen überlassen blieben. Der Finanzbericht ergibt, daß die Landesorganisationen der Agudas Jisroel ihren Verpflichtungen gegenüber der Zentrale während der letzten Jahre in keiner Weise gerecht geworden sind, so daß diese nur unter den größten Anstrengungen das Minimum der Mittel aufbringen konnte, die erforderlich waren, um den zentralen Apparat der Weltorganisation aufrecht zu erhalten, ja darüber hinaus, daß in vielen Fällen wichtige organisatorische und propagandistische Maßnahmen unterbleiben mußten, weil die Mittel zu ihrer Ausführung vollkommen fehlten. Unter dem Eindruck des Finanzberichtes erklärte sich der Präsident der polnischen Landesorganisation bereit, für die Folge eine feste Summe der Zentralkasse zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, daß auch die übrigen Landesorganisationen in einem ihrem Umfange entsprechenden Maße an der Finanzierung sich beteiligten. Die Anteile werden umgelegt. In der an den Bericht sich weiter anschließenden allgemeinen Aussprache gelangte zunächst auf organisatorischem Gebiete der Antrag der Leitung auf baldmöglichste Ergänzung der Exekutive des Allgemeinen Rabbinina t e s der Agudas Jisroel zur Annahme. Der hierzu gefaßte Beschluß lautet: der Bundesleitung bei. Er richtete einige zündende Worte an die Jugend, die unserer Verbundenheit mit ihr besten Ausdruck gaben. Als Abschluß erfolgte ein 2 7 K i 1 o m e t e r - G e p ä c k m a r s c h." Also zusammengefaßt: Am Schabbos vor Schwuaus: Lagerfeuer. In der ersten Schwuausnacht: „Tikkun" mit Kosaken- und Zigeunerliedern und der ernsten Lektüre eines Kriegstagebuches. Am ersten Schwuaustage; Als Akdomus-Ersatz sportliche Wettkämpfe. Am zweiten Schwuaustag, wohl als Ersatz für „Ruth" und „Matnath Jad": Zelteabbrechen und 27 Kilometer-Gepäckmarsch. Klingt das nicht alles russisch, sowjetrussisch? Erinnert das nicht an den Moskauer Seder bei Brot und Bier? Wir halten stets auf gute Beziehungen zum R. j. F., dem auch orthodoxe Mitglieder in reicher Zahl angehören. Aber diese guten Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt, wenn er noch künftighin eine Gruppe von Jünglingen in seiner Mitte duldet und väterlich betreut, die aus der Zeit so wenig gelernt und s o die heiligen jüdischen Feste begeht! (Erinnerungsschrift zum 900jährigen Bestehen der Wormser Synagoge.) Zum 900jährigen Bestehen .der Synagoge zu Worms ist als Erinnerungsgabe des Vorstandes de-r Israelitischen Religionsgemeinde Wo r m s ein Sonderheft der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" erschienen. Im Geleitwort weist der Vorstand der Wormser Religionsgemeinde darauf hin, daß die Wormser Synagoge die einzige in Deutschland und -wohl auch in Europa ist, die vom hohen Mittelalter — die Synagoge wurde 1034 vollendet — bis zur Gegenwart ihrer Bestimmung dient. Einst eine „Mutter in Israel", so heißt es in dem Geleitwort, „hat unsere Gemeinde in ihrer langen und ereignisreichen Ge- Rabbinischer Rat. Der Zentralrat bevollmächtigt die Agudo-Exekutive, Schritte zur Ergänzung der Exekutive des All weltlichen Rabbinischen Rates im Einvernehme:? mit dem Präsidentendes Rabbinischen Rates zu unternehmen, wobei möglichst alle in der Agudas Jisroel vorhandenen Gruppierungen in dem bisherigen Umfange vertreten sein sollen. Nach Feststellung der Vorschlagsliste soll die Wahl der neuen Exekutiv-Mitglieder durch schriftliche Abstimmung unter den Mitgliedern der Rabbinischen Räte aller Länder, welche zusammen den Allweltlichen Rabbinischen Rat bilden, erfolgen. Schon in der Generaldebatte gelangte ferner der Wunsch zum Ausdruck, die Exekutive der Agudas Jisroel sobald wie irgend angängig nach Erez Jisroel zu verlegen, ohne daß hierüber nach Lage der Dinge ein Beschluß gefaßt werden konnte. Weitere Anregungen zur Besserung der Finanzlage der Organisation wurden dem Geschäftsausschuß zur Prüfung überwiesen. Rabbiner Hager, Wischnitz berichtete in interessanter Weise über die Arbeit der Agudas Jisroel in Rumänien und verlangt dringend die Entsendung einer Delegation nach diesem Lande, die die hoffnungsvollen Keime der Entwicklung, die sich dort zeigen, zum Besten des ganzen gesetzestreuen Judentums weiter fördert. Eine große Fülle weiterer Anregungen aller Art, die in der Diskussion zum Ausdruck kamen, verdichtete sich nach weiterer Prüfung durch die Leitung zu Resolutionen, die am Schlüsse dieses Berichtes wiedergegeben sind. Dienstag-Nachmittags-Sitzung. Die Nachmittagssitzung wurde durch Verlesung zahlreicher Begrüßungsschreiben und Begrüßungstelegramme aus allen Teilen der Welt eingeleitet. - Die Sitzung ist dem Keren Hathora gewidmet und wird durch ein Referat des Mitgliedes der Wiener Keren Hathora-Zentrale, Großrabbiner Mordechai Friedmann (Sadagora), jetzt Przemysl, eröffnet. Alsdann erstattete der Leiter der Keren Hathora-Zentrale, Dr. Leo Deutschländer, seinen Bericht. Während die eigentliche Keren Hathora- Arbeit, insbesondere die Fürsorge für die Jeschiwos durch die Disziplinlosigkeit der einzelnen Keren Hathora - Verwaltungen, die ihre Einnahmen satzungswidrigerweise nicht abliefern, sondern für Landeszwecke verwenden, aufs schwerste gefährdet wird, klang der Bericht über die zweite Abteilung des Keren Hathora, die B e t h J a c o b- Arbeit, außerordentlich erfreulich. Es darf in schichte große und glückliche Tage gesehen, aber mehr noch schwere, schmerzvolle Zeiten heroischen Leides und bekenntnistreuen Martyriums. Diese große Vergangenheit legt ihr Pflichten auch für die Zukunft auf. Der unterzeichnete Vorstand glaubt, eine dieser Pflichten dadurch erfüllen zu können, daß er trotz der großen Sorgen und Nöte, die über das deutsche Judentum gekommen sind, das Jahr des 900jährigen Bestehens der Synagoge durch Herausgabe einer Denkschrift ehrt und auszeichnet." (Siehe Korrespondenzenteil.) Das Heft enthält einen Vorspruch von Dr. Leo B a e c k, Berlin und eine von zahlreichen Illustrationen begleitete Beschreibung der Synagoge aus dem Werke von Richard Krautheimer über „Mittelalterliche Synagogen". In einer Reihe weiterer geschichtlicher und kulturhistorischer Aufsätze wird die Eigenart der Gemeinde Worms und ihrer Synagoge aufgezeigt. (Der stärkste Telefonverkehr ist in Palästina.) In Palästina wird vom Telefon am meisten von allen Ländern Gebrauch gemacht. Pro Tag und Stunde werden dort am meisten Telefongespräche geführt. Der Gesprächsdurchschnitt in Jerusalem ist per Tag 37,8, gegenüber 12,8 in Amerika und 7 in England. — Für alle Gespräche über 2000 pro Jahr muß eine besondere Taxe gezahlt werden. Familien-Nachrichten. Geburten: Einen Sohn, Max Seckbach u. Frau Paula geb. Lewinsky, Berlin NW 87, Tile Wartenbergstraße 3—4. — Einen Sohn Ernst Wallerstein u. Frau Serry geb. .Neuhaus, Siegburg. — Einen Sohn, Dr. M. dieser Hinsicht Bezug genommen werden auf die im „Israelit" in der letzten Zeit häufiger veröffentlichten Mitteilungen. Der Keren Hathora-Zentrale in Wien angegliedert ist auch die durch die Agudas Jisroel organisierte Rußland-Hilfe, die im Verein mit Nichtagudisten ständig fortgesetzt wird. Zweimal im Jahre sind an je 7000 Adressaten in Rußland Lebensmittel bezw. Geldsendungen angewiesen worden. Starkem Interesse begegnet das interessante Referat des Direktors des Krakauer Beth Jacob- Seminars, L. O r 1 e a n , das viele Einzelheiten über den Betrieb des Seminars und über die weitverzweigte Organisation der Beth Jacob-Schulen mitteilen konnte. Außerordentlich beklagenswert sei es, daß das Krakauer Seminar, dessen Jahresbudget mit über Zloty 100.000 balanziert, bisher nur solche Schülerinnen aufnehmen kann, die den Pensionspreis entrichten können. Dadurch sind eine große Zahl von besonders begabten und strebsamen jungen Mädchen aus unbemittelten Kreisen von der Aufnahme in das Lehrerseminar so gut wie ausgeschlossen, während auf der einen Seite fortgesetzt stärkster Bedarf an Lehrerinnen vorhanden ist und auf der anderen Seite die Aufnahme dieser jungen Mädchen aus ärmeren Kreisen in das Seminar auch in ökonomischer Hinsicht ein durchaus nicht-zu vernichtendes Mittel wäre, um die Krisis in den Mittelstandskreisen Polens ein wenig zu lindern. Es sei daher die wichtigste Aufgabe des Zentralrates, Mittel und Wege zu finden, um den Beth Jacob-Seminaren die Aufnahme armer Mädchen unter völligem oder teilweisem Erlaß des Pensionspreises möglich zu machen. An das Orlean'sche Referat schloß sich ein Bericht von A. S. Friedensohn in Lodz über die Bnos Agudas Jisroel-Bewegung. In Polen existieren heute für die den Beth Jacob- Schulen entwachsene Jugend 200 Bnos Agudas Jisroel-Gruppen mit 10.000 Mitgliedern. Hier sind zwei aktuelle Erfordernisse zu erwähnen, deren Befriedigung der Zentralrat seine Aufmerksamkeit zuwenden müsse: Die Herausgabe von geeigneter Lektüre für die jungen Mädchen, insbesondere einer modernisierten „Zeena ur'ena", und weiter die Einrichtung von Hachscharastätten für Erez Jisroel für die Mädchen. A. S. Friedmann, Warschau hielt dann ein ernstes, man muß schon sagen erschütterndes Referat über die Erziehungsnot unter der männlichen jüdischen Jugend Polens, das fast die Frage auslöste;?TnDD3 IST ^awa Ein großer Teil der auf gesellschaftlicher Basis aufgebauten agudistischen Elementarschulen sind Lipschütz u. Frau Hedwig geb. Strauß, Leipzig, Thomasiusstr. 8; 10. Siwan 5694. — Einen Sohn, Salli Grünewald u. Frau Minna geb. Kellermann, Straßburg. 20. Siwan. Barmizwoh: Martin, Sohn des Herrn Baruch Friedner, Frankfurt a. M„ Baumweg 35. mp Mt>' Synagoge Friedberger Anlage. — Leo, Sohn des Herrn Jakob Blumensohn, Obermainstr. 15, 2. mj? mv, Synagoge Friedberger Anlage. — Willy, Sohn des Herrn Leo Münk, Köln, Händelstr. 19. mp 'D raff« — Herbert, Sohn des Herrn Max Hain, Dieburg (Hessen), naw -f?-nbv-- Jakob, Sohn des Kultusbeamten Gust. Neustädter, Bad Kissingen, 16. Juni, rnp nens. Gestorben: Frau Jonas Daube geb. Benedikt, Königsbach (Baden), im Alter von 88 Jahren. 3. Juni. Wochenkalender. Vom bis 9. — 16. Juni 1934 / Vom 26. Siwan bis 3. Tammus 5694 'BT tp 'n 'n p-ia -fi-nbv 26 Tön Vinn T'34ian Samstag 9 T Mauled: Dienstag vorm. II2/:, Uhr Min. Sonntag 10 27 n Montag 11 28 "> Dienstag Juni 12 29 * ]Uj? TIB3 Dl' Mittwoch 13 30 n cnn wrvi 's dv> Donnerstag 14 Tian 1 ü Vflh S7RTT '3 Ol'' Freitag 15 2 ' Samstag 16 3 »' 'a 'r piD mp

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