Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1934)
- Date
- 1934-06-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2450807-2450829--80474-2538308- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 Nr. 23 ü er Ist ä e i i t 7; Jüni; 1934 zusammengebrochen; so daß sich das Unwesen der Privatchadorim wieder inbeängstigendem Maße breit macht. Um zu helfen, müßte vor allem eine Erzic h-üng ss t-ä 11 e z ur H er an tri 1d u n gfg e e-i g ii je t e r L e h x 'ß r analog dem Beth Jacob-Seminar, geschaffen werden, die dann auch im Amte eine gesehlosserie pädagogische Körper- Schaft bilden,! •. ••' Im Anschluß an das^Friedmann'sche Referat •erklärt- Dr. Leo; Deutschländer die . B e r e'ris c h a f t d $ r/K er, e n^H a t h o r; a - Z'e n t r a l,e für die Gründung die s-er.;L ehre r b~ i Ladung s s t ät tc e i n e n g r ö ß e r e nrB e t rag zur-Verfügung zustellen, wobei die Bewilligung der gleichen Summe von Seiten der polnischen Keren Hathora-Verwaltung vorausgesetzt wird, M-M: . -'.vc'r..-'- .;i; nii-;( ,.«>...;. : ' In der Ausspräche betonten die-anwesenden Mitglieder des Mauezes Chachme -Hathaurö, 'ins-' besondere Rabbi Elchonori W ä s s e r m a n n aus Baranowitsch, Rabbi1 Ahron K o 11 ö'f aus Klecz und andere iristarken eindrucksvollen 'W&rjfeö die' L ehe n s.n o t w e h d i g k e i t der^.,3 e s^c h i - w o s und die heilige Pflicht, sie vor Not und Verelendung zu schützen. Im Anschluß daran wurde, der Vorschlag erneuert, diesem Gedanken auf dem Wege einer größeren, das Ohr ' der;jüdischen Oeffentlichkeit findenden internationalen jüdischen Kölü f erenz. ein Echo .zu geben, und es wurde alsdann j. ein , entsprechender.;Be^.. schluß im Rahmen, der. auf den- Keren Hathora bezüglichen Resolutionen (siehe unten) gefaßt. In die Keren Hathora-Debatte spielte eine interessante Auseinandersetzung über die Gründung, von P.ir c he A g u d a s J i sr oel-Gru pp e n in Polen hinein, wobei die Absicht der Gründung dieser Gruppen den Widerspruch des polnischen Rabbinischen Rates" gefunden' hat, der offenbar; befürchtet, daß die organisatorische Erfassung von Kindern diese in ihrer Konzentration aufs Lernen stören könnte. Eine Kritik an der Haltung des Rabbinischen Rates in dieser Angelegenheit wurde nicht "zugelassen. , Gemeindepräsident Sejmdeputierter Münzb er g aus Lodz, betonte, daß die Sorge um den Chinnuch von Rechtswegen der Kehilla obliege, wobei jedoch naturgemäß vom agudistischen Standpunkt die. Befürchtung nicht abzuweisen ist, daß bei der Ab-; hängigkeit des Geistes der .Kehillaverwaltungen von dem wechselnden Wahlglück eine Sicherheit für einen wirklich jüdischen Chinnuch nur dann geboten ist, wenn nicht die Gemeinden, sondern Agu'das'Jisroel der Träger ist. Interessant war eine Auseinandersetzung mit Mitgliedern, des Rabbinischen Rates, die besonders stark die Parteiüberlegenheit der Agudo betonten, während der Direktor des Krakauer Seminars, Orlean, und die Zentralratsmitglieder Rappaport, Bielitz und Hendeles-Warschau mit größter Energie auf die Notwendigkeit hinwiesen, die heranwachsende Jugend nicht nur mit theoretischem Wissen und individueller &>nV7 DKT zu erfüllen, sondern sie; von vornherein zum Kampfe und zum Widerstand; gegen die an sie herantretenden Versuchungeirder Zeit zu wappnen; Das' könne nur geschehen durch Pflege starken, bewußten,: agudistischen Geistes, der heute das einzige Mittel sei-, unrdie Jugend der Treue für; G'tt und sein Gesetz zu erhalten. -n ■. Ueber die Jawne-Organisation und die allgemeine religiöse Lage in Litauen referiert Herr Koppelowitz, Kowno, der mitteilte, daß in der letzten Zeit über die Jeschiwo-Kreise hinaus die Jugend im allgemeinen der Agudas Jisroel-Bewegung in Litauen starkes Interesse zuwende. , Außer der bereits oben wiedergegebenen Resolution über die Ergänzung des Rabbinischen Rates gelangten alsdann am Schlüsse der Nachmittagssitzung folgende Resolutionen, nachdem sie im Laufe der Debatten begründet worden waren, zur Annahme:'. , / Weltkongreß. Der Zentralrat der Agudas Jisroel erklärt — in Uebereinstimmung mit früheren wiederholten Kundgebungen der Exekutive — daß er dem Gedanken eines aus' allgemeinen; Wahlen1, hervorgehenden We.ltkongresses. der Jude'nJ aller; Länder nach wie .yor.; a.b.- < 1 e h,n e n d gegenübersteht. """,; Er erblickt in :eihem solchen - Unternehmen heute erstrecht eine praktisch, z:we'c k l o s e , mit p'o 1 i - ii s c h e.n .und r,ie Li g i ö s e n. Gefahren ernsten Charakters .verknüpfte Ö.e mo nstration. /,'. j :. 'Die. besiehenden großen. jüdischen Organisationen; genügen vollauf, um die Interessen des jüdischen Vol- ' kes zu vertreten, und dabei auch, wo es angezeigt erscheint, gern"einsam vorzugehen. 1 , Rußland-Hilfe. :, _ Der Zentralrat fordert alle Agudo-Organisationen j in. den Ländern der Diaspora auf, in der werktätigen : Hilfe für'die beispiellosem Elend, ja dem Hungertod e preisgegebenen deklassierten Brüderin Sbw-: jetrußland nicht zu erlahmen und alle Kreise der Judenheit unablässig an diese oberste Liebespflicht/des . jüdischen Klall im Sinne . des"*ljn dt t»y Tayn zu ermahnen. < Keren Hathora-Resolutioneri. '! "'" 1. Der Zentralrat gibt seinem Bedauern " darüber'! Ausdruck, daß -'die Landes Verwaltungen1 des Keren f Hathora* ihren Verpflichtungen gegenüber der;Zentralei; gar:,;nicht oder nur .teilweise nachkommen.,;;In jeiner! Zeit,"in der die/Not der Jeschiwos unerträglich geworden ist," erscheint es um so mehr als 'heiligste" Pflicht, alle Kräfte der jüdischen Gesamtheit in den Dienst dieser^ heiligen Sache zu stellen. Die verantwortlichen leitenden Persönlichkeiten werden a.ufge-, fordert, eine _ energische Arbeit für den Keren Hathora zü unternehineni Keine Abteilung des Keren Hathora hat das Recht, Ausgaben, sei es» für Büchsen, sei es für andere Zwecke, ohne, Genehmigung zu be-, willigen. Die KJeren Hathora-Zentrale wird vom Zen-, tralirät aufgefordert, den Beschluß bei allen Landes-' Verwaltungen in der ganzen Welt durchzuführen und' die Zentrale wird auf: die ernsten. Folgen der;jetzt, eingerissenen Desorganisation aufmerksam' gemacht. 2. Der Zentralrat fordert die Keren . Hathora-Zentrale auf, zum nächsten Chanuka eine Hilfskonferenz für alle großen Jeschiwos in Litauen, Polen, Lettland, Ungarn, Slovakei und Erez Jisroel einzuberufen.' Zu 'dieser Konferenz soll! der Keren Häthorä außer den; Vertretern,,der,:Jeschiwos auch -die Ver-.; treter der internationalen jüdischen Hilfsorganisationen einladen. .-• :S ■;/.';.. 3. Der Zentralrat: hat, mit ganz besonderer Dankbarkeit die Berichte, über die erfreuliche. Entwicklung; der B e t h J a c o b - B e w e g u n g * ehtgegengenom/v rhen und drückt der Keren Hathora-Zeritrale für ihre bisherigen' Leistungen zu Gunsten dieser Bewegung seinen Dank aus;;- ,-; <.'.'.. 4. Die Keren Hathora-Zentrale wird auf gefördert, diesen Dank auch allen internationalen Beth Jacob- Komitees, besonders in England, in der Schweiz, iri Holland, Deutschland und Amerika. i\i übermitteln^ Die Komitees werden gebeten, ihre'Arbeit fortzusetzen, insbesondere durch':;Schaffung von;Paten-; s,c h a £,t sst ip.e n,d i e n f ü r ,a r m e un d .w e n i g. bemittelte talentierte Schüller] nn.e'ni um/ihre Aufnahme in"'die'.'Beth'' 'Jadofe-Slminaire' zu ermöglichen. - * - 5. 'Der ZentraI^at, fordert den Keren Hathö'rä - auf, seine- Aufnierksamkeit den Notständen' auf'dem Qer biete der ..Knabe.ner-zie.hung zu widmen.; Der. Zentralrat betrachtet dieses Gebiet, zur Zeit als das. wichtigste, nachdem durch die ökonomischen Krisen in den' wichtigsten Ländern die örtlichen;' Instanzen vielfach nicht in der Lage sind,: den Erziehüngsinstitu*. tionen die nötige Unterstützung angedeihen zu;lassen. Mittwochs-Vormittags-Sitzung. Der Beginn der Mittwoch-Vormittags-Sitzung stand ganz unter dem erschütternden Eindruck der unmittelbar vorher eingegangenen telegraphischen Meldung von dem Hinscheiden : des Hamburger Raws,' Oberrabbiner Dr.' Samuel S-p* i t - z e r ••' ' ' ■■ ■■>- >;■■'' ' ■■ ■Vor Eintritt' in die Tagesordnung widmete, während "die ganze Versammlüng: sich Verhob, der Präsident des Zentralrates, Oberrabbiner L e in, dem heimgegangenen Kollegen und Freunde in tiefer Bewegung Worte der Trauer und'des Dankes. Im Anschluß daran ergriff Jacob Rosenh e i m namens der Agudo-Exekutive und der deutschen Landesorganisation das Wort, um in kurzen Zügen die Bedeutung der Persönlichkeit zu kennzeichnen, die dem ganzen thoratreueri Judentum allzufrüh entrissen worden ist. Was Oberrabbiner : Spitzer gekennzeichnet' vor vielen anderen, die gleich ihm im öffentlichen Leben ihre Pflicht gegenüberdem jüdischen Volke erfüllt hätten, sei seine beispiellose Verbundenheit. mit der Thora, seine völlige Verwurzelung im Lernen,' im Beshamidräsch gewesen^ - Er warnach' dem Ableben von' Rabbiner^-Dr. Salomon Breuer ^^T' der berufene Vorsitzende des - Rabbinischen Landesrates der Agudals Jisroel in Deutschland, und aus seinem. klareni|^von. tiefster? Th^^kenn^isrerjf^ "leuchteten; Geistes^konnte * ^iBan-$:Wegw.eisu&^' I schöpfen, wenn esgalt, schwierige halachiffche: ■ Fragen für die deutsche Judenh'eitpfüf/Agudas.:; jisro el: im ganzen, -zu rJösen.: ^Unsteijblicha, -Ver- . dienste?habe .sich , der Heimgegangene, um■, deru j Keren J Hathora, erworben..tmdT ^nvergejJ^c.ht fteCT:.; die beispieUo^e- Opfexfreudi; seinerzeit in den Dienst der EntschuldungsaktiQni für die. litauischen, jeschiwos ^erfolgreich gestellt ] habe. Agudas Jisj-o.el wird /das Andenken dieses.; 1 ijirer. Führers/ 'tincL Leb^rs..iür/<jaile Ewigkeit,in.- j hohen Ehren halten. '.. .. : or^ f/ :-,,-J Rabbi Ber F r i e d man n aus Wien erstattete ein eingehendes Referat >.über T a h ar a s h.a.- mischpoch.o. Der Referent glaubt, daßnicht nur, wie jedermann weiß, aus praktischTreli- giösen .Gründjen; , eine^systema^che-^äiigkeit jn. s theoretischer, -unc^praktischerfJ^insicht ayfi. diesem Cebiete erforderlich /sei, /sondern daJÖ, gj^r,a/de. a n g e s i c h t s d e r I d e e n.-E n t w i e k\ u n g;. : i,n u.n.s er e rrZ e i t auctdie 'größte/AMfS,s i cht; bestehe, weitesten1 Vplkskreisen, die Bedeutung;! der Familien- und Ehegesetze für die ganze .Fortexistenz des jüdischen Volkes ans Herz zu reden. Es. müsse, genau wie dies für T h o r a und E r e z J i s r o e 1 geschehen/ist/ innerhalb der Agudas: Jisroel ejne zentral eS teile geschaffen werden, die diesem , lebenswichtigen Gebiete ihre ständige Aufmerksajnkeil widmet. i , .. ., . In der Diskussion wurden mannigfache . Gesichtspunkte, insbesondere.! die Bedeutung der. F r a u e n o r ga n i sation.cn in den verschiedenen Ländern für, die Lösung des Problems vorgebracht und auch auf Maßnahmen verwiesen,, die von Seiten der 7G emein d.e zur; F<prderung des Besuches der^ Mikwaoth getroffen wier7 den müßten. Die Diskussion endete ^mit der An-, nähme der nachfolgenden Entschließung^ Der Zentralrat beschließt nach Anhörung des Referates über; Taharas .hamischpocho . den _;Waad häpöel zu beauftragen, die Gründung eines R e ssorts für Taharas hamischpo cho beim G. A. in; Wien unter Leitung von Rabbi'Ber Friedmann zu veranlassen. Aufgabe des Ressorts istt a) Den Gedanken der Bedeutung der Taharas hamischpocho in einer1 der Zeit entsprechenden1 Art und Weise durch Schrift und Wort zu verbreiten,; insbesondere; durch Vermittlung der Frauenverbände. b) Durch direkte praktische Maßnahmen und durch Anregung zu solchen Maßnahmen in den Gemeinden die Wahrung-jder einschlägigen Dinim. ..- "zur, lerl^ichtern. .i , ■ > . Das.Ressort hat sich zunächst an alle agudistischen Rabbiher und Frauengrüppen mit ilem Ersü-cheö -üin Unterb'reitung von Anregungen und Vorschlägenzu wenden. -V i - Erez Jisroel } In später Vormittagssturide erhielt der Leiter der Palästina-Zentrale in Frankfurt a. M., Dr. Salomon Ehrmann, das Wort zürn Erez J i r ö e 1 - R e f e r a t. Es ging von der These ' aus, daß die Erez Jisroel-Frage für uns keine ökonomische, sondern eine durchund durch r e 1 i gi ö s e ist. Der Redner behandelte zunächst Trägeri;;des S c h ulwesens und das, was die Agudää' jisroel mit ihren beschränkten Mitteln 'bisherauf diesem Gebiete leisten körinte,; und ginig dann'zu einer 'äusführ'lichen Darstellung* der Bedeutung de'r Arbeiterfrage;ühd der lP'ö ä l e A g ti d ä's ' J i s'r' o e I'- O r g a:n i s a:t i Ö=n: in Erez: Jisroel über.Uhi dafür zu sorgen/ daß 'ürisefe'Arbeiter eine sichere Zukunft h'aben urid lseßh'a^te: Menschen werden, sei unter dem Namen: „ J i - s c h u w Hathora" ein besonderer Fond gegründet worden. Redner teilt mit, daß aus der neuen Schedule die „JewishjAgency" der Agudas''Jisroel 7 Pröz. der' ausgegebenen Arbeiterzertifikate zur Verfügung :gestellt:;häbe, Wäs Jiinter den Ansprüchen der 'Agüdb 'nicht''"ünwesiäntlichzurückbleibejiiEin Drittel'werde- Pöleh, ein Drittel -wetde Deutschland erhalten.' Zii beschließen sei, daß fortari an dendurch die Agudas Jisroel zur "Verteilung gelangenden- Zertifikaten mrr diejenigen Länder Anteil haben ' dürften^ die sich' ihrer V e rvpiil i c h - t ü n g g e g e n ~d e n ^K'e r e n 'H a jd'S-c h>u w b e- ' wüßt sind, denn es hat keinen Zweck, junge