Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1934)
- Date
- 1934-05-17
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 20 Der Israelit 17.. Mai 1934 nun unmittelbar vor dem mächtigsten standen, der sich ihm wie ein unbesiegbares Bollwerk in den Weg stellte. Und als nun gar gegen Ende des sechsten Tages nach ihrem Auszuge der Schreckensruf ertönte: „Die Aegypter hinter uns! Pharao mit Reitern und Streitwagen!" — als Kleinmütige und volksfremde Mitläufer den Plan der gegenwärtigen Lage mit den dürren Worten zeichneten: „Vor uns das Meer, zu beiden Seiten Felsen und hinter uns der Feind," — da fehlte es nicht an Aengstlichen, die — in langer Sklaverei der Waffenführung entwöhnt — sich der Furcht nicht schämten, sich in ihrer Angst an Mosche wandten und von Not und Tod jammerten. Aber es war doch nur eine geringe Zahl, und es bedurfte nur eines Wortes Mosches, daß sie schwiegen. Mit ruhigem Vertrauen auf die Hilfe G'ttes setzte sich das Volk in der Richtung zum Meere in Bewegung. Die Nacht brach herein. Die Feuersäule, die sonst dem Volke vorauszog, stellte sich an das Ende des Zuges, und die Wolkensäule trat hinter sie konnten mir nichts anhaben; denn G'tt war mein Streiter. Was hat vorhin Mosche zu euch gesagt?" „Der Ewige wird für euch kämpfen, ihr aber schweigt!" lispelten des Knaben Lippen. Da kam Jakob heran, an dem Wanderstabe, mit dem er den Jordan überschritten hatte. „Jakob ist Israel, Israel ist der G'tteskämpfer," flüsterte Seled. „Ja, mein Sohn," sprach Jakob. „Mit diesem Stabe bin ich als Jakob aus Kanaan gezogen, mit siebzig Personen als Israel nach Mizrajim, das ihr jetzt als Volk mit 600 000 Streitern verlassen habt. Bleibt G'tteskämpfer, und ihr werdet nie untergehen." So träumte der Knabe die ganze Nacht hindurch. Im Nebel sah er nicht nur die Väter, sondern auch die Erzmütter. Auch sie munterten die Wandernden auf, auch sie sprachen von der Aufgabe Israels, durch die Länder zu ziehen als Priester des Ewigen. In seinem Schauen und Sinnen hörte er nicht das Kampfgeschrei der Aegypter, das Wiehern licht werden. Das eine Bild gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen der hebräischen Daniel-Aufführung in der S. R. Hirsch- Schule. Man sieht, mit welcher Freude und Begeisterung die Jungens unter Leitung ihres Zeichenlehrers, die einzelnen. Requisiten .anfertigen. Das zweite Bild zeigt uns eine Darstellergruppe aus der Kinderoper der Israelitischen Volksschule zu Frankfurt a. M. Beide Bilder sind im Foto-Atelier von Arno Katz, Frankfurt a. M.f angefertigt. Rätsel. Ein Wort in dreifacher Bedeutung. Zur Einrichtung wird's verwandt, In der Chassidimklaus ist's auch bekannt. Und halten wir treu die Wacht, Ist es Lektüre der Nacht. Was ist das? Hinter dein Kulissen der Danielauiiührung (hebr.) in der S. R. Hirsch-Schule zu Frankfurt a. M. im März d. J. Bühnenbild aus der Kinderoper, die im März d. J. in der Israelitischen Volksschule zu Frankfurt a. M. zur Aufführung kam sie, zwischen Israel und seine Verfolger. So hatte Israel Licht, während bei den Aegyptern Finsternis herrschte. Am Ufer angelangt, streckte Mosche seinen Stab gegen das Meer hin. In diesem Augenblick erhob sich ein mächtiger Ostwind und trieb das Meereswasser hoch empor. Die ganze Nacht ließ das furchtbare Toben des Sturmes nicht nach. Bis auf den Grund des Meeres fuhr er und machte ihn trocken. Eine Straße schuf er mitten im Meere, und Mauern aus Eis zu beiden Seiten. Mutig, erhobenen Hauptes zogen die Israeliten diese Straße. Und der Knabe Seled unter ihnen. An der Hand der Mutter schritt er schweigend fürbaß. Keine Schläfrigkeit überfiel ihn. Er horchte nur auf das Pfeifen des Sturmes und blickte auf die mannigfachen Schattengestalten, die sich auf den blauen Eismauern ihm zur Seite bewegten. Da erlebte er zum ersten Male, daß er im Wachen träumte. Die Bilder der Erzväter, die Personen aus oft vernommenen Erzählungen aus der Geschichte seiner Ahnen gewannen Gestalt, empfingen Leben und sprachen zu ihm. Sie begleiteten ihn dort an der Wand, machten dann anderen Platz, die nach einiger Zeit wieder abgelöst wurden. Dort der große Mann mit langem Bart war Abraham. „Auch ich ging auf unbekannten Wegen, als G'tt mich rief." So sprach er. „In ein fremdes Land, zu fremden Völkern. Aber nie war ich allein; denn G'tt war mit mir. Auch mit euch ist G'tt, er führt euch." Jizchak folgte ihm. Er nickte mit dem Haupte; wahrscheinlich hatte er die letzten Worte seines Vaters gehört. Dann sprach er: „Mir war es auch nicht vergönnt, in Ruhe zu leben, und an Frieden fehlte es mir nicht. Doch ihrer Rosse und das Knirschen der Räder, die sich gegenseitig festfuhren. Was er sah, nahm ihn ganz gefangen. Das Wunder erfüllte seine Seele. Endlich brach der Morgen an, gerade, als Israel am jenseitigen Ufer angelangt war. Erst jetzt gönnte sich das Volk eine Ruhepause und drehte sich den Aegyptern zu, die noch mitten im Meere waren. Da hob Mosche wieder seinen Stab über das Meer. Der Sturm änderte seine Richtung und trieb die Fluten nach der Straße zu, die er durch die Mitte des Meeres gebaut hatte. In einem Augenblicke schlugen die Wogen über die Verfolger zusammen und begruben sie und ihre Rosse und ihre Wagen unter sich. Nicht ein Einziger blieb übrig. Da sangen Mosche und die Kinder Israels ein Lied dem Ewigen: „Ich will dem Ewigen singen, denn hoch, erhaben ist er; Roß und Reiter stürzt er ins Meer." Und überglücklich sang auch der Knabe Seled mit, bis das Lied endete: „Der Ewige wird immer und ewig regieren." Nun begann der Weg dem Sinai entgegen ... Kinder-Aufführungen „ Mit zwei Bildern. Ihr seid, liebe Kinder, gewiß alle große Freunde von Theateraufführungen und habt schon Gelegenheit gehabt, selbst Theater zu spielen« Hier soll in zwei schönen Bildern noch einmal die große Kunst der kleinen Darsteller bei den Schulaufführungen in der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. im letzten Winter veranschau- Elijahu.*) Ich öffne die Tür recht weit, — Elijahu hanowi, o kehr' bei uns ein! Du mögest Heil- und Trostbringer sein, Es war' an der Zeit. Israels Schläfer Leid rüttelt auf. Herr, unerforschlich sind Deine Wege! Heiß lodern Herzen — einst dumpf und träge, Garn su le tauwo! Gepflügter Acker wartet Dein — Elijahu hanowi, kehre ein! Frieda Kantorowicz. Auflösung des Worträtsels aus Nr. 17, nan ">?D onn nan nan nan *vn» ÖD3 ö?H non omnx Richtige Lösungen sandten eins A. Davidsohn, Tilsit; Paul Jakob Jeidel, München; Bernhard Tachauer, Marktbreit; Lea Risch, Frankfurt a. M.; Josef und Hermann Tay er, Frankfurt a. M.; David Wilder, Dresden; Melech Hipschütz, Frankfurt a.. M.; Semi Oelbaum, Frankfurt a. M.; Gerda,' Josef und Marjanne Oppenheimer, Kitzingen; E. und Ph. Pfeffer, Dresden; Oskar Breßmann, Frankfurt a. M.; Samson Blinder, Frankfurt a. M.; Gustel und Sara Waldmann, Frank- ' furt a. M.; Moses Orbach, Nürnberg; Helene Lidzbarski, Frankfurt a. M. *} War zu Peßach zu spät eingetroffen, aber Wachsein und Aufgerütteltwerden ist auch ein schönes Schwuausthema. Red. d. Kinderecke.