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Der Israelit · 1934-05-17 · Heft 20 (17.5.1934) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 20 (17.5.1934)
Date
1934-05-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Nr. 20 Der Israelit ■17. Mai 1934 Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Karl Zuntz und Frau Ruth geb. Ephraim, m, Börnestr. 26. — Ein Sohn, Lehrer Selig Wolf und Frau Betty geb. Grünfeld, Siegburg. 9 5. 34. ßarmizwoh; Josef, Sohn der Frau Rosenbaum, Friedberger Anlage 1, npj '3 Synagoge Friedberger Anlage. Verlobte: Else Blandofsky, Theodor Thalmann, Beuthen O -S., Klukowitzerstr. 23. Briefkasten. Lehrer G. in N. A. Wie uns das Rabbinat mitteilt, dürfen die Präparate für alle Putzzwecke benutzt werden, aber nicht für Säuberung von Kochtöpfen- Lehrer M. L. in B. pn ]V7ä ist wie n'ia und ähnliches eine interne Familienangelegenheit und es ist nicht üblich über Familienfeste zu berichten- M. S. in H. Sie bemerken zu den kleinen Ratschlägen für B"1, daß an der Stelle, wo von der Nachbrocho die Rede ist, zu ergänzen wäre, daß erst Vorbrocho gesprochen werden muß. Das dürfte wohl überall bekannt sein. Weniger vielleicht Ihre zweite Bemerkung, daß man, wenn man anschließend an das Lernen nnrn? betet, erst die Hände wäscht und zwar ohne Brocho- Vermischtes. Friedberg (Hessen), 8. Mai. Der t»k ö"> (24. April 1934} wird in den vom Alter zerfurchten Memorbüchern unsrer Gemeinde für alle Zeiten als ein denk-- würdiger Tag verzeichnet sein. An ihm nahm die Gemeinde Abschied von dem fast ein halbes Jahrtausend alten Fredhofe und beging die Weihe des neuen Begräbnisplatzes. Der größte Teil der Gemeindemitglieder (auch die Jugend beteiligte sich geschlossen) verbrachte diesen Tag als Fasttag. Fast die ganze Gemeinde war schon zum Morgeng'ttesdienste zu andächtigem Gebete versammelt. — Am Nachmittag nahm Herr Lehrer S e e 1 i g auf dem alten Friedhof in zu Herzen gehenden Worten Abschied von den dort ruhenden großen Lehrern, die 'den Glanz und die Größe der einstigen großen Kehila und Jeschiwa ausmachr ten. Die Weihe des neuen Friedhofes vollzog sich dann in der vorgeschriebenen Form. Auch hier ergriff •Lehrer Seelig das Wort, dankte dem Allmächtigen, daß uns, trotz mancher Schwierigkeiten wieder ein Begräbnisplatz zuteil wurde, der ewiges Eigentum der Gemeinde bleibt. Die Namen der beiden Vorsteher, der Herren Siegfried Rothschild und Adolf Kann, welche die Verhandlungen mit den Behörden führten, seien deshalb für alle Zeiten mit dieser ehrwürdigen und heiligen Stätte verbunden. Nach einer weiteren Ansprache des Ehrenvorsitzenden der Gemeinde, des Herrn Ferdinand Krämer, schloß sich die erste Bestattung von Adolf Simon ah, einem würdigen Greis, der vor einigen Jahren als Vorsteher seiner Heimatgemeinde Schotten sich um die Schaffung eines neuen Friedhofs verdient gemacht hatte. — Mit dem Minchohgebete mit Thoravorlesung des t>m im Trauerhause fand der denkwürdige Tag würdigen Aüsklang. Die -Frankfurter Woche. Die Erez Jisroel-Vorträge ini Saalbau. Es war von den agudistischeri Gruppen schon richtig kalkuliert, als sie für die zweite Erez Jisröel-Veranstaltung mit den Herreh Dr. Isaak Breuer und Jacob Rosenheim als Referenten den großen S a ä 1 b a u nahmen. Der gewaltige Räum war am Dienstag abend sanit Logen und Galerien vollgefüllt. Ueber 15ÖÖ Menschen durften Zeugen des großen Abends seih. Herr Dr. Isaak Breuer wiederholte die bereits im ersten Vortrage aufgestellte These, daß der Zionismus als Instrument in der Hand der Vorsehung .— die auch das Böse in ihren Dienst zu stellen vermöge — anzusehen sei, uns Juden auf den Boden der Geschichte zurückzuführen. Aber schärfer und präziser als am ersten Abend zog er heute die Trennungslinie zwischen der thoratreuen jüdischen Nation und dem Zionismus. Drei Elemente sind es, die den G'ttesstaat ausmachen: das Wort der heiligen Sprache, die jüdische Nation und Erez Israel. Die drei konkretisieren den Schöpfungsgedanken G'ttes und gehören zueinander, da sie nur zusammen Und vereint den G'ttesstaat ergeben. Seit 150 Jahren befindet sich das orthodoxe Judentum im Kampfe für diese drei höchsten Güter. Zuerst gegen die Neologie, die das Wort und Erez Jisroel durch Ausschluß der heiligen Sprache und Zions aus den Gebeten und auch unsere nationale Eigenart durch ihre Assimilation negierte und verdrängte. Heute geht es im Kampfe gegen den Zionismus wiederum um diese drei Urelemente des G'ttesstaates, nicht weil der Zionismus sie bekämpfte, sondern weil er sie für sich und seine revolutionäre Auffassung annektierte und mit Beschlag belegte, weil er die heilige Sprache für den täglichen Gebrauch nahm, Nation gleich Nation erklärte und Erez Israel verweltlichte.. So raubt er den drei Grundbegriffen ihren metaphysischen Ursinn. Der Kampf gegen Zionismus muß freilich anders geführt, werden als gegen die Neologie. Dreifacher Schofarruf mahnt uns zum Aufbruch: die Völker, der Zionismus und dann Erez Jisroel in seiner Blüte und seinen Sorgen selbst. Vielleicht war der Sinn des .zionistischen Schofar, uns zu wecken, daß wir die drei Elemente des G'ttesstaates nicht Freiriden preisgeben und sie für die, Thora retten, daß wir nicht dulden, daß auf dem heiligen Boden die nsnitt Platz greift, die 1*71 dazu führen könnte, daß das Land, wie' schon einmal, seine Bewohner wieder ausspeie. Die Orthodoxie darf aber nicht auf dieses Strafgericht, vor dem G'tt schützen möge, spekulieren, sondern sie muß hingehen und retten, solarige es hoch Zeit ist und die Konstellation, die G'tt nicht zuletzt durch den Zionismus geschaffen hat, für die Thora nützbar machen. Auch das Programm der Agudas Jisroel-Weltorganisation ist es im letzten, das Wort, die Nation und Erez Jisroel für die Thora zu gewinnen; zu verhindern, daß durch den Sieg der Histadruth oder der Revisionisten Erez Jisrael zu einem Balkanstaate wird und seihe metaphysisch gegründete Existenz negiert. Der dreifache Ruf zum Aufbruch und zum Einbruch in, unsere Geschichte muß gehört werden, und die Orthodoxie in ihrer Führung hat die Aufgabe, das thoratreue Volk zur geistigen Eroberung von Erez Jisroel aufzurufen. Einen Gegensatz zwischen Erez Israel und der Golah darf es bei dieser Arbeit für die Verwirklichung der Schöpfungsgedanken im G'ttesstaate nicht geben, denn in der Golah werden die Menschen für diesen, G'ttesstaat bereitet? . Herr Jacob Rosen h e i m betont in seinem Correferate die Schwefe der Aufgäbe, für die zum mindesten ini Westen und in Erez Jisroel selbst bereits in der, Minderheit befindliche, thoratreue Nation, in eine siegreich fortschreitende fremde Kultürbewegung einzubrechen und die geistige Rückeroberung durchzuführen. Denn es ist doch so, daß. just zur Zeit, da die gesamte Külturmenschheit den Bankrott des Rationalismüs spürt und sich nach religiöser Wegweisung sehnt, in Palästina das Rad der Wissenschaft,. Arbeit und Technik über alles Religiöse hinwegröllt, die Maschine das g'ttliche Offeribarungs-Zeugnis der Trümmer Jerusalems vernichtet. Wehn wir unter diesen Umständen die Kraft häbeh sollen für den Kaihpf und den Sieg, so kann uns nur das Bewußtsein diese Kraft geben, daß der Aufbau Palästinas?inr\ pi« nub' eine Mizwa, der konkretisierte G'tteswille zu jeder Zeit ist und nraa ms», Mizwohtat schützt, verleiht Kraft und Schwung, auch scheinbar Unmögliches zu leisten. Auch vor der sogenannten Arabergefähf — mag sie auch zu einem Golus -Erez Jisroel, zu einer großarabischeri Föderation führen — schützt uns die Mizwohtat, sobald wir unsere "Erez Israel-Arbeit fein als solche empfinden, nicht minder vor jener innerlichen Gefähr, daß durch die äußere Arbeit für Erez Jisföel das Land statt G'ttes und seiner Thora in den seelischen Mittelpunkt unserer Jugend treten könnten, dehn unter dem Gesichtspunkte von imir* pns y\w> wird die Paläötinaarbeit immer nur eine Pflicht im Komplexe der Gesamtaufgäben des Juden und des jüdischen Volkes bleiben. Es ist freilich nichts damit getan, wenn thoratreue Einzelmerischeri öder Einzelgrüppeh doft die Arbeit aufnehmen, der riesengroße Kampf kann nur durch den Kläll, durch Agudas Jisroel, mit Aussicht auf Sieg geführt werden. Nur wenn das Thofäjudentuni als lebendiger einheitlicher Organismus dasteht, hat es die Kraft, der Phalanx der Gegner Widerstand zu bieten und die Gegner zu gewinnen. Aber /rüriVrin/ das heilige Feuer ungebrochener Frömmigkeit ist dazu nötig, darum wollen wir auch die sogenannten O'RJj? in Palästina, die zuweilen über die Schnur hauen, nicht missen. Redner geht insbesondere auf die Erziehungs fragen in Palästina ein. Solange wir nicht gehiale Persönlichkeiten zur Weiterentwicklung der dortigen Schuleri aus dem Jischüw selbst erstehen sehen, müssen die älteri Erziehung sstätteh bei all ihrer Einseitigkeit als echte Pflanzstätten jüdischen Geistes unangetastet bleiben. Die Pbäle Agudas Jisroel für die Eroberung des Lebens der Arbeit ergeben mit ihren 5Ö0 Mitgliedern schon einen guten Ansatz, urid es erwachse uns die Pflicht; > die begeisterten jungen Menschen aus orthodoxen Kreisen; die dort echte j ü - d i s c h e Aufbauarbeit leisten* mit allen1 Kräften zu unterstützen, daß sie sich in kleinen Verhältnissen nach den Plänen des ,;Jischüw Kathofa" selbständig machen können. Es bedarf dazu nicht der Millionen, mit Hündefttausehderi könnte es schon geschehen. Redher erklärt, er halte mit Dr. Breuer den gegenwärtigen Zeitpunkt für eine Schicksalsstunde der ,,Agüdäs Jisroel", vön deren Bewährung öder Versagen zu gutem Teile die Zukunft des jüdischen Volkes und des jüdischeh Landes abhängig seih werde. Beide Reden wurden mit größter, andachtsvoller Aufmerksamkeit angehört; Es war ein großer Abend, der schon in seiner .äußeren Aufmachung Zeugnis von neu erwachter Kraft und gesteigertem Arbeitswillen ini orthodoxen Judentum ablegte. Empfehlenswerte Bäder Lernt jüdische Gaststätten kennen! Gute Erholung angenehmer Aufenthalt in nachstehenden Häusern. Rflll QnilFII fl T Kuranstalt für Israeliten DHU OUULn U. I. Chefarzt Dr. Isserün, Arzt im Hause Abt. 1. Für Katarrhe, Asthma, ■ Mark 263.- für 28 Tage. Herzleiden. Volle Pension (ohne ■ Abt. 2: Für Letchtlungenärztl. Bchandl.) von M 6,— an (kranke. 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