Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1934-05-17 · Heft 20 (17.5.1934) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 20 (17.5.1934)
Date
1934-05-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450807-2450826--80426-2538257
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

17. mm im- Nf. 20 Seile 13 Judentums, der tiefe Sinn seiner Gesetze sein erstre'-^ benswertester Besitz, köstlicher als alle irdischen, wertvoller als alle materiellen Güter. Seine größte Bedeutung und^ Anerkennung hat er bei allen, die ihn kannten, schätzen urid liehen lernten, als Lehrer der Thora; gefunden. Hier war er ein Meister der Erziehungskunst, der nicht nur seine Schüler in der Talmud Thora-Realschule und im Verein Mekor Chajim,; sondern weit über diesen Kreis hinaus eine große Zahl jetzt im Leben stehender Männer und Frauen für die G'tteslehre und ihre Betätigung heranbildete und begeisterte. Es war ihm keine Nachtstunde zu spät, keine Morgenstunde zu früh, um seine, Schüler in die Ideenwelt des Judentums durch das Studiuni der Quellenschriften, in Bibel und Talmud in' 'der ihm eigenen liebevollen und begeisternden Weisö einzuführen und für weiteres tieferes Eindringen zu interessieren. Er hat es verstanden, was die Hauptaufgabe jüdischen Religionsunterrichts ist, die Liebe zum Thorastudium bei seinen Schülern zu wecken, auszubilden und Verständnis und Liebe für das traditionelle gesetzestreue Judentum; zu erreichen. -' >s i j Das Geheimnis seiner Lehrerfolge war, daß er nicht nur Lehrer der Religion, sondern auch ein Vorbild in Frömmigkeit und Menschenliebe war. Seine liebevolle, humorvolle Art machte ihn besonders geeignet, all seinen Schülern ein gütiger, sanfter, nachsichtiger fUad mahnender Freund zu sein. ..Er war ein Freund edler Kunst und Geselligkeit. Dem Schreiber dieser Zeilen sagte er einmal: „Ich hatte als Lehrer immer die Befürchtung,; meinen Schülern Thora < und Judentum nicht / sdhmackhaft genug zu machen und ich habe mir immer Mühe gegeben, durch meine Methode, keinen meiner Schüler", einerlei, aus welchen Richtungen sie 'auch kamen, Thora und- Judentum zu verleiden," - ■ - ' >■ "■' Ihm war es. vergönnt, zwei .Geschlechter, Väter und Söhne,'Mütter und Töchter, die alle mit.gleicher; Liebe, und Verehrung an ihm hingen, erfolgreich., Thora.] zu lehren. Darum wird sein Name bis in die' weiten Geschlechter gesegnet sein. P. P. :. *n;7Mn W .fl^P,.. : Mit dem Begriff Ömerzeü verbinde^'sich bei uns unwillkürlich der Begriff1 Tralierzeltr Iii' diesem5' Zeitraum bestehen einige erschwerende "religiöse Bestimmungen; vor allem das Verbot des Hochzeitmächens und das Verbot des Haarschneidens und Barbierens. Doch gibt es über Anfang und Ende der in dieses Verbot fallenden Zeit zahlreiche Meinungsverschieden1" heiten, die-sich in den verschiedenen diesbezüglichen Minhagim ausprägen.- Während,;eine Ansicht' dahin geht, diese Dinge glattweg von Peßach bis Schowuaus zu verbieten, hat sich doch im wesentlichen der religiöse Brauch durchgesetzt/ nur 33 Tage unter die' genannten Verbote zu stellen. Nur die Art dieser Zählung variiert. Wir brauchen hierauf ncht einzugehen. Es ist dies bereits jüngst in Nummer 17 geschehen. Vielleicht darf aber darauf hingewiesen werden, daß nach der Ansicht des '''3 im a'ifl rf R 9*9 nicht einmal am 33. Omertag;das HaaEScKnei'deii erlaubteist, sondern erst am 34. Im allgemeinen gilt Roschchödesch Siwäh als Ende der Verbotszeit. Vielfach aber reicht sie noch weiter und erstreckt sich-bis zum 3. Siwan (wenn nicht gar bis Schowuaus selbst). Es mag uns das immerhin, befremdlich erscheinen, da doch hierdurch ein Widerspruch gegen die liturgische Vorschrift zu bestehen scheint, daß man vom 1. Siwan ab kein pann mehr sagen darf. Dies deutet f doch sicherlich eher darauf hin, diese Tage als freudige und nicht als solche der Trauer aufzufassen. Von den jüngeren Halachisten und insbesondere in den Minhagkomp endi'en wird meist als Grund des Abschlusses grade am 3. Siwan angegeben, daß an diesem Tage die ri^nn »»•» nsrtw beginnen, die : an das Woijt' /iVajtm (Ex. XIX, 12) erinnern, also an die unmittelbare Vorbereitung , auf. die bevorstehende Gesetzgebung. Es ist wohl ohne weiteres anzunehmen, daß : dieser Hinweis auf die 3tägige Abgrenzung nicht Anstoß zum Minhag gewesen ist, sondern nur einen bereits vorgefundenen und bereits bestehenden Minhag ^begründen wollte, für den man keine andere Erklärung hatte. Minhagim werden ja im allgemeinen nicht gemacht oder angeordnet, sondern wachsen aus dem Volke heraus. Immerhin muß ein äußerer Anlaß für sie bestehen. So ist es auch hier. Zur Zeit des ersten Kreuzzuges, i. J. 1096, kam unsägliches Leid über die rheinischen Gemeinden, besonders Speyer (8. Ijar)4 Worms (23. Ijar), Köln (8. Siwan) und Mainz (3. Siwan). Ungezählte ' Glaubensbrüder und,-Schwestern mußten als Märtyrer ihr Leben lassen. Diese Verfolgung fiel in; die Omerzeit und ich möchte, der Vermutung Ausdruck geben, daß die Erinnerungen diese Zeit neben deran Akibas Schüler den Hauptanstoß zu dieser Träüerstimmung in der Sefifazeit für die Folge gegeben hat. Wohl am furchtbarsten wurde Mainz getroffen, wo weit mehr als tausend Juden ihr Leben ließen. Man beging alljährlich diesen Tag, den 3. Siwan, als Fasttag. Und an diesem Tag erst endete die sog. .„Omerzeit"., d. h. Trauerzeit. Bis zum 3. Siwan sagte manr Tachnun. So wird ausdrücklich, in den Minhagim des Maharil bemerkt. Diese Minhagim des Maharil" aber sind die Grundlage des ganzen Minhag im sog. „deutschen'' Minhaggebiete. Sie waren wegweisend und -'von unerschütterlicher Autorität;,für alle., deutschen. Gemeinden.. Und so . wurde (vielfach erst der 3. Siwan von . den Halachisten als Abschluß der Sefirazeit bezeichnet. Erst von ihm ab durfte an den drei verbleibenden Tagen das Haarschneiden wieder erfolgen. Maharil, der in Mainz wirkte, kannte den Grund und gibt -ihn ausdrücklich an. An anderen . Orten, , besonders fernen, wo man'den Mihhag als bestehend vorfand/ mußte man i nach 'einer Begründung suchen. Und man fand keine näherliegendere und annehmbarere Erklärung, als die. Verbindung mitn^aan w nvbv Uebrigens hat Maharil selbst zur besseren Einprägung dieses Tages ein mnemonisches Zeichen gegeben, indem er hinwies auf die Schriftstelle, iwbvn avb «raai-wi* Damit wies er auf die nVaan »a» rmbv> hin, ohne diese selbst etwa als Begründung anzugeben; er hatte diese vielmehr, wie wir sahen, bereits vorher ausdrücklich genannt. Nach dem allgemein gültigen Grundsatz ifea m»'Jispa wurde dann auch der 3. Siwan selbst schon zü den drei Tagen gerechnet._ Dr. M. W. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. nwotf-Progr.amm numtf my nnw morgens nach Schluß der Synagoge im Hörsaal, dw, Herr Dajan Dr. E. . Posen. — nachmittags 4.^0 Uhr im Vereinslokal. Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. — eine Stunde vor Nacht im Hörsaal, „rVßmw", Herr Dajan Dr. M. Schlesinger. 1. Tag rvurnw. Vorabend 23.15 Uhr im Vereinslokal, myDff-Lernen (Kostenbeitrag Mk. 0.50) — nachmittags 1; Stunde vor Nacht im Hörsaal, „Die Sina;bo!schaft in unseren Tagen", Herr. Rabbiner Dr. Josef Bieuer. 2. Tag nwüo nachmittags i Stunde vor Nacht im Hör-, saal, „Gegenwartsmomente im Buche Ruth", Herr Rjedakteur S. Schachnowilz. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch, 23. Mai: Salomon Sender-Stiftung. Donnerstag, 24. Mai: Karl Mayer-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho (574 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage. Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: Gang durch den „Schwuaus-Tikkun." Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12^4 Uhr, Herr Sofer. im Vereinslokale des Mekor Chajim, Langestr. Vereinigung Jüdischer Akademiker. Am Dienstag, den 22. 5, 20.30 Uhr c. t. findet im Hause von Bbr. Dr. Ernst Freimann, Friedberger An- : läge 13, der 1. Semesterkonvent statt. Es referiert Bbr. Jacob Katz über das Thema : „Der sozialgeschichtliche Hintergrund der Assimilation. 'Jüdischer Turnerbund e. V. Sömmerprogramm 1 93 4. Knaben: Sonntag: Sportspiele (Riederwaldwiese). Montag: 6—8 Uhr Turnen (Samson Raphael Hirschi Schule), Mittwoch :,5—7 Uhr, Leichtathletik (Riederwaldwiese) J 1 Jugend'.Sonntag: Sportspiele,' Donnerstag: 8.30—10 Uhr. Turnen (S. R. H,-Schule) - , .! .Mädchen : bis 7 Jahre Mittwoch : 2.30—3.45 Uhr. Gymnastik u. Turnen (S. R. H. Schule, 7—11 Jahre 5— 6 Uhr,' Gymnastik u. Turnen (Isr. Volkschule)" 11— 15 Jahre, 6—7 Uhr,-Gymnastik üi'Turnen (Isr, Volksf ^schule) : •..;; ■ ■ -y Damen : Mittwoch : 8.30—10.15 Uhr, Gymnastik und Turnen (Isr. Volksschule) Herren: Sonntag: 10—1 Uhr vorm., Sport und Spiel (Riederwaldwiese), Mittwoch i 7—9 Uhr abds. Leichtathletik, (dto.), Donnerstag: 8.30—10 Uhr, Gym- - nastik und Turnen (S, R. H- Schule) Frauen: Dienstag: 8.30—10 Uhr; Gesundheitsgymnastik (S: R. H. Schule) ...... Im Vereinslokal Königswarterstr. 24-26, Samstag, Sonntag und Dienstag abend Gesellige Zusammenkünfte, Tischtennisspiele, Sonntag abend 6—8 Uhr für Jungens und -Mädels Tischtennisspiele. Anmeldungen auf dem Turnboden erwünscht. .;!■! : '; Gebetzeiten.; -■■ . "man raff ' Freitag abend 7.35 :, Samstag rmyon 6.35; . Samstag mprg. 7.45,\Predigt Samstag nachm. l.ÖÖ und 5.00 Samstag" abend 9.05 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 t Tefillinlegen am Morgen 3.15 , .! . rnyinw . Sonntag und Montag naDDn 6 25 Sonntag und Montag morg. 7-30 Sonntag und Montag nachm. 1-00 und 5.00 Sonntag abend 9.05 Ausgang 9.10 nrpw« Das Semester hat bereits begonnen, sind noch einige Plätze frei, für Anfänger sowie auch für Fortgeschrittene, Für Kost u. Logis ist best, gesorgt. Anfr. erb. Sciineider'sciieThoraleiiranstalt, Frankfurt a. M., Obermain Ahl. 28 HEBRfrisCH 18 Tag e zur Probe-" I Lehrmethode von | Dr. M. Gol dmann § 5 Hefte a Mk.,1.50 8 | u.20 Pfg. Porto ü.Verp. B I Verlag Sefathenu I Icharlottenburg 4u.Tel-Aviv| |Postsch.-Kto. Berlin 63282 j Mordwest. Frankfurt in erster Lage 4 Zimmer möbl. mit Rad und gr." Garten für einige . Monate an rit, gef Haushalt günstig zu vermieten. Off. unt 508 c an'dieExp d Bl Sie kaufen doch in der DROGERIE SCHHEEMflHN? ISchHJersfr> 2 I Telefon 22273 :' '• I Wäsche Strümpfe Kurzwaren zu billigsten Preisen Spitzenhäus DAVID KELSEN geschlossen «H> Z£lL 26 5-6 Zimmer-Wohnung in Gegend Friedberger Anlage, Hanauer- Landstrasse, bis Mark 100— monatlich gesucht. Off. unt. 498c ,an die Expedition dieses Bl. Israeliiische Kuranstalten iür Nerven- und Gemütskranke Sayn bei Coblenz a. Rh. I Offene Abteilung für aämtl. Formen nervöaer Erkrankungen, Entziehungskuren. Geichlossene Abteilung für tdle Formen Geistes- und Nervenkrankheiten. -Rituelle Verpflegung.-= I Es ist ausschließlich Sache der. Leser, die im Inseratenteil enthalten. Empfehlungen' ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlich. Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen Platzvorschriften von Inseraten können, nur soweit es in technischer Möglichkeit liegt, eingehalten werden. Die Redaktion. DIE HILFE ■ Sie steht unseren Glaubensgenossen o> o in schweren Stunden helfend zur Seite » und bietet Versicherungsschutz schon 5 bei mäßigem Monatsbeitrag -g ^EMPFOHLEN OURCH=^ J2 Preußischer Landesverband jüdischer p o Gemeinden, Preußischer Landesverband ro 2 gesetzestreuer Synagogen-Gemeinden, 42 § Jüdische Gemeinde zu Berlin, u.a.m. Ü füf.^iktg fieder* :der?|Jusd is<^tie,p> Gam'efnd'e^ Geschäftsstelle H. BONDI, Frankfurt a. M., Palmstrasse 7 / Telefon 44480 IDIE DIREKTE REISEROUTE HUCK PALÄSTINA . mit den Schnelldampfern vyltaiiaM 6500 To. und „GERUSALEMME" soooTo. „TEL-AVIV" 8400To via Triest-Brindisi durch den Kanal von Korinth ohne Schiffswechsel Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Haifa Vom 1. Mai bis 31. August 1934 I. Kl. RM. 326.— II. Kl. RM. 243.65 III. Kl. RM. 122.10 inkl. Einschiffungstaxe, Bett u. Verpflegung auf Wunsch rituelle Verpflegung Abfahrten v. Triest wöchentlich Mittwoch, 13 Uhr Ankunft in Jaffa: Am folg. Montag, 6 Uhr vorm. dRauser'FrankIurta.M.'Jerusalem:6Tage Nähere Einzelheiten Platzbelegungen usw. durch die A g e n t u r des LLOYD TRIESTINO ■m I Frankfurt am Main, Kaiserstraße 20 Telefon 23754' sowie alle bedeutenden Reisebüros

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.