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Der Israelit · 1934-05-03 · Heft 18 (3.5.1934) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 18 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Mai 1934 Der Israelit Nr. 18 Seite 13 Belgien.;i0.j große Keren Hajischuw-Versammlung in Antwerpen* . An t we'rpen ,.'25. April, )ie Agudas Jisroel' in Antwerpen entwickelt in ier r Zeit eine erstaunenswerte Aktivität für die jti iaarbeit der Agudä im Rahmen des Kerön Hau\v. Eine Werbeaktion mit dem Endziele, minibs Franc 100.000 für den K. H. aufzubringen, Je am Sonntag mit einer Masse nversamm- ^ingeleitet, auf der Advokat Matieü Müller \dvokat A. de Haas, Utrecht und M. van [d e r n in Amsterdam Referate hielten. Die Antjener Tagespresse brachte Artikel, die in warmen sympathischen Worten die Wege und Ziele der las Jisroel besprachen. Se Referate der genannten prominenten Personalen zeigten all die Pläne, bisherigen Erfolge die weiteren Aufgaben des K. H. in der A. J. [inzelnen auf. Sie wurde mit großem Beifall aufknien und erweckten Begeisterung für den Auf¬ Palästinas im Geiste der Thora. Es wurde bei er Gelegenheit auch mitgeteilt, daß demnächst Hachscharah der Agudas Jisroel in dien für religiöse Olim eröffnet wird. Man von dieser Veranstaltung einen neuen Auftrieb die ganze Agudaarbeit in Belgien erhoffen. Lettland. Zusammenarbeit von Litauen und Lettland in der Agudas Jisroel. Riga, 25. April. )ie Zentralen des K. H. und der Zeiirei Agu- Jisroel von Litauen und Lettland traich am 16. April in Riga zu einer großen Konu. Die bekannten Agudaführer beider Länder die Vertreter der Jugendorganisationen waren ählig anwesend. Auf der Tagesordnung standen: stlegung der Erez Jisroel-Arbeit in Litauen und and. 2. Bildung einer gemeinsamen Zentrale, 3. itung einer gemeinsamen Werbeaktion des Keren chuw für Litauen und Lettland. Punkt 1 wurde beschlossen, daß beide Zena in stetem Kontakte insbesondere in Fragen der scharah und der Alijah bleiben. Zu diesem ke wird eine gemeinsame Erez Israel-Zentrale lern Sitz in Riga gebildet, in die nach Möglichauch noch Estland und Finnland hinein- 'en werden sollen. Die zeitweilige Führung derhafte übernimmt die E. J.-Zentrale in Riga. In ter Zeit soll eine gemeinsame Werbeaktion für Mindestbetrag von 1 0 0 0 0 Pfund für den K. H. n baltischen Ländern durchgeführt werden. Zur hführung dieser Aktion werden Nebenstellen in genannten Ländern errichtet und zwei erfahrene tätige Leiter aus der polnischen Aguda zur Bei herangezogen. Die Kosten und Mittel zur lführung der Aktion, die sich etwa auf 15.000 elaufen und im Lande selbst nicht aufzubringen seien von der polnischen Organisation dem der A. J. zur Verfügung zu stellen, wogegen die litauisch-lettische Organisation verpflichtet, [anzen gesammelten Betrag der polnischen Orition zur Verwendung zu überlassen, unter der Setzung, daß die Gelder einzig für Kolonisä- Wecke in Palästina verwendet werden. Die Verlagen mit der Warschauer . Zentrale über diese n wird Dep. Wittenberg, der sich zu diefoecke nach Polen begibt, führen, e Aktion kann nicht eher beginnen, als bis die J orthodoxen Chaluzim aus Litauen und Lettin t;er Zahl von je fünf für jedes Land die Paareise angetreten haben. Zu diesem Behufe n lei der Aguda in Polen und in Erez Israel ötigan Zertifikate bewirkt werden, evtl. auch die Quote hinaus, etwa in der Form, eines] Vor-, ses auf die kommende Quote, Ite die Geldhilfe von Warschau zur Dufchfühfer gemeinsamen Aktion nicht, zu.erreichen sein,' arbeiten beide Zentralen in i.Kowno und Riga e' und bleiben durch ständige gegenseitige-Berede Korrespondenz und Bildung gemeinsamer feonen in steter Fühlungnahme besonders in i der Propaganda, Hachscharah und Alijah, Die Die Woche. Karlsruhe. Wie das „Berliner Tageblatt" mitteilt, ist auf Grund des § 1 der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 2$, Februar 1933 der B u nd der j ü d i - seihen Arbeitnehmer mit seinen Unter- und Neben-Organisationen für den Be- . reich des Landes Baden aufgelös t und sein Vermögen beschlagnahmt worden, Dortmund. 'Das Arbeitsgericht Gelsenkirchen hat folgendes Urteil gefällt: „Gewalt- ' tätigkeiten einzelner Konkurrenten gegen den Gewerbebetrieb eines jüdischen Größhändlers geben diesem kein Recht zur fristlosen Entlassung seiner Angestellten zum Zwecke der Betriebsstillegung, wenn sein Betrieb von den Behörden zugelassen ist und diese entschlossen sind, Gewalttätigkeiten in ■ Zukunft zu verhindern." Hamburg. Die Deutsch-Israelitische Gemeinde hat das Gelände, auf welchem die Kohlhöfen-Syn a g o g e steht, an den Hamburger Senat . verkauft. Die Synagoge, die in ihren Nebengebäuden jahrelang die Talmud-Thora- Bürgerschule und zuletzt eine Mazzothfabrik beherbergte, geht am 1. November an den Hamburger Staat über, an dem Tag, an welchem sie vor 75 Jahren eingeweiht wurde. Wien, Die Oesterreichische zionistische Landeskonferenz, die in den letzten Apriltagen hier stattfand, h,at Dr. Oskar Grünbaum zum Präsidenten der Oesterreichischen Landesorganisation wiedergewählt. Amsterdam, Senator S. van den Berg, eine der prominentesten'Persönlichkeiten im politischen, Leben wie in der holländischen Jüdenheit, vollendete dieser Tage sein siebzigstes Lebensjahr. — In den Rat des Distrikts Amsterdam wurden zwei jüdische Abgeordnete, A. de H o o p und M. M. Cohen, neu gewählt.. Es sitzen nunmehr im Rate, der im ganzen 45 Mitglieder zählt, 12 Juden. London. Im Alter von 81 Jahren starb Sir Harry Simon Samuel, der lange Jahre konservativer Abgeordneter im Unterhause war, 1903 in den Ritterstand erhoben und 1916 in den Geheimen Staatsrat berufen wurde. — Gerüchte, die besagen, der jetzige High Commissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, würde demnächst nach dem Irak versetzt werden, erklärt das Londoner Kolonialamt als unzutreffend. — Der Evangelische Weltbund hat einen Aufruf an die Christenheit gerichtet, gemeinsame Gebete für die Juden zu verrichten. Insbesondere am Pfingstsonntag soll ein vom Bischof von Worcester eigens verfaßtes Gebet für die Besserung der Lage der Juden in der Welt in den evangelischen Kirchen Englands verrichtet werden. Warschau, Dr. P a r n e s , ein Führer der jüdischen Kooperativbewegung in Polen, ist von der polnischen Regierung zum Mitglied des dem Finanzministerium angegliederten Rates für Kooperativwesen ernannt worden. — 40 Lehrer von fünf der größten Tarbuth-Schulen mit insgesamt mehreren tausend Schülern sind in den Streik getreten; Sie fordern, daß ein Teil der durch den jetzt im Ausland geführten Drive aufzubringenden Gelder für die Auszahlung von Gehaltsrückständen verwendet werde. — Der jüdische Friedhof der Ortschaft Tarczyn bei Warschau wurde geschändet. Sechs Grabsteine wurden zertrümmert, die Täter sind unerkannt ent-J" kommen. — In Warschau ist der Rabbiner des ukrainischen Städtchens Annapol, Aron Leib K a 1 m a n o w i t s c H, der älteste Rabbiner der Sowjet-Union, eingetroffen, um sich nach einiger Erholung nach Palästina zu begeben, wo er sich auf Grund eirieä, ihm ■ nach Intervention des Oberrabbine'rs Kult'er- " teilten Zertifikats dauernd niederlassen will. Bialystok. Am 26. April wurden zahlreiche jüdische Passanten von nationaldemokratischen Faschisten, sogenannten „Blauhemden", überfallen und mit Eisenstäben bearbeitet. Zwölf jüdische junge- Leute mußten, zum Teile ernstlich verletzt, ins Krankenhaus eingeliefert werden. Man darf hoffen, daß, wie in bisherigen Fällen, die jungen Rowdys vom Gericht eine ernstliche Lektion , erhalten. Belgrad. Der jüdische Gesangverein „Hosamir" aus Timisoara (Rumänien) ist eingeladen worden, in Belgrad ein Konzert zu geben, über das Königin Mario ra von ' Jugoslavien das Protektorat übernommen hat. Das Belgrader Konzert des „Hasomir" wird durch den jügoslavischen Rundfunk übertragen werden. Drucksachen zum Zwecke der Propaganda werden in beiden Ländern gemeinsam hergestellt und ein Leiter aus Polen für die E, J.-Arbeit in beiden Ländern berufen. Auch ist ein Austausch von Chaluzim auf den Hachscharoth beider Länder ins Auge gefaßt. Ueber die wichtigen Schritte bleiben die.Zentralen beider Länder im Kontakt mit den zionistischen Palästina -Aemtern und erstatten sich gegenseitig Bericht über Gang und Erfolg dieser Verhandlungen. ■' Frankreich. Jüdische Hilfskomitees in Paris ohne Mittel. Paris, 26, April. Fast alle jüdischen Hilfskomitees in Paris sind "der Mittel entblößt und den Aufgaben, die ihrer harren, nicht mehr gewachsen. Auch die Eingliederung der Einwanderer aus Mittel- und Osteuropa in die französischen Arbeits- und' Wirtschaftsfronten stößt auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten, so daß für die Massen der jüdischen Eingewanderten in Frankreich die Weiterwanderung nach Palästina die einzige Hoffnung bleibt; Demgemäß ist das Pariser Palästina-Amt ständig von Bewerbern um Zertifikate belagert. Tausende Gesuche liegen vor, während das Amt über wenige Dutzend Zertifikate verfügt. Etwa hundert jüdische Einwandererfamilien in Lille, Lens und Valenciennes sind von Ausweisung bedroht, und die Beschaffung von Palästina-Zertifikaten ist für sie eine Lebensnotwendigkeit. Jedoch waren bis jetzt alle Interventionen nach dieser Richtung erfolglos. (ITA.) Palästina. Die Verhandlungen im Arlosoroif-Prozeß. Jerusalem, 29. April. Dienstag nachmittag, den 24, April, wurden mehrere Zeugen vernommen, wobei es zu einem kleinen Zusammenstoß zwischen dem Verteidiger Samuel und dem Polizeikommissar S h i t r e e t, der im Untersuchungsverfahren die öffentliche Anklage vertrat, kam. Der Verteidiger bestreitet, daß die Fußspuren von der Mordstelle den Schuhen Rosenblatts entsprechen. Am Mittwoch, den 25. April, wurde die Witwe des Ermordeten, Frau Sima Arlosorof*f, vernommen. Sie stellt entschieden in Abrede, jemals behauptet zu haben, Araber hätten die Tat begangen. Sie habe im Gegenteil gleich zu Anfang gesagt, Juden hätten auf ihren Mann geschossen. Weder sie noch ihr Mann hätten in jener Nacht einen Revolver bei sich getragen. Der Verteidiger will nachweisen, daß der Schuß von einem Linkshänder abgegeben wurde, Rosenblatt sei aber rechtshändig. Es wird dabei bekannt, daß der Arbeiterverband „Histadruth" einen eigenen Ausforschungsdienst nach dem Morde einrichtete, der mit der Polizei in Verbindung stand, Frau Arlosoroff wurde vor dem Gerichtsgebäude von einer Gruppe junger Revisionisten beleidigt, was der Vorsitzende mit scharfen Worten rügt, denen sich auch der Verteidiger anschließt. Es wird beschlossen, am ^««"tag an der Mordstelle am Strande von Tel Awiw einen Lokalterm i n abzuhalten. Bei dieser Gelegenheit soll auch der Fall von Abdul Nedschid, der sich vorübergehend zur Mordtat bekannt, dann aber sein Geständnis zurückgenommen hat, geklärt werden. 21^000'ireiwillige Arbeitstage in den Plantagen in Palästina. Jerusalem, 22. April, Die tausend jüdischen Stadtarbeiter und die 600 jüdischen Schuljungen und Schulmädchen, die aufs Land gegangen sind, um die Einbringung der Ernte in den jüdischen Plantagen zu erleichtern, haben insgesamt 21.500 Arbeitstage geleistet. Wäre die Arbeitereinwanderung nach Palästina nicht eingeschränkt gewesen, so hätten über 1000 neue jüdische Arbeiter jetzt in den Plantagen und später bei änderen Erntearbeiten Arbeit finden können. Für die in den nächsten Tagen erwarteten 400 jüdischen Arbeiter, die auf Grund der neuen Schedule einwandern, sind bereits Arbeitsplätze beschafft worden.

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