Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1934)
- Date
- 1934-04-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr. 17 Der Israelit 26. April 1934 In schriftlicher Beantwortung dieser Anfrage er klärte der Koloiiicnmiiiister Sir Philip C up- 1 i f f e - L i s t e r : „Zur Zeit der Besetzung Palästinas durch England bildeten die mohammedanischen religiösen Gerichte einen Bestandteil des\Gerichtssystems des Landes; dieser Zustand wurde aufrecht erhalten, die Ausgaben für sie werden aus öffentlichen Mitteln getragen und ihre Einkünfte den öffentlichen Fond; zugeführt. Zur Zeit des türkischen Regimes wurden die Rabbinischen Gerichte und die religiösen Gerichte der christlichen Kirchen trotz öffentlicher Anerken nung nicht vom Staat erhalten; diese Verhältnisse blieben unter britischer Verwaltung bestehen. Gegen wärtig ist eine Korrespondenz mit dem High Commissioner für Palästina im Gange betrffend das Ansuchen des Rats der Jüdischen Gemeinschaft um Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten der Rabbinischen Gerichte. Ich werde diesem Gegenstand volle Aufmerksamkeit schenken, sobald die endgültigen Vorschläge des High Commissioner in dieser Sache vorliegen werden." Palästina. Zum Problem der Schulerziehung in Erez Jisroel. Jerusalem, 20. April. Zu unserem in Nr. 9 dieses Jahrgangs aus dem „Hajessod" in Tel Awiw übernommenen Artikel „Zum Problem der Sc^ulerziehung in Erez Jisroel" wird uns aus Jerusalem geschrieben, daß die Behauptung des „Hajessod", in de.»> Misrachi-Schulen würden zwar die nationalen Größen ohne Rücksicht auf ihre Einstellung zum Judentum gefeiert, nicht aber Persönlichkeiten vom Range eines Chofez Chajim vor den Schülern gewürdigt, unzutreffend sei. Vielmehr habe der Inspizient des Misrachi-Schulwerks,. Rabbiner Bermann, am 8. Cheschwan, also zu Beginn des neuen Schuljahres, an sämtliche Schulen ein besonderes Rundschreiben versandt, in dem er Herspedim über den Chofez Chajim zur Pflicht macht und auf verschiedene in Palästina-Zeitungen erschienene Gedenkartikel auf den Gaon Hador hinweist. Hiernach entfällt die Kritik des „Hajessod", insoweit sie sich auf die hier berichtigte Behauptung stützt. Oberrabbiner Kuk und die Misrachiexekutive gegen die Weltkonierenz für jüdisches Recht. Jerusalem, 20. April. Oberrabbiner Kuk und die Exekutive des Misrachi-Verbandes haben einen Aufruf erlassen, in dem sie vor Beteiligung an der Weltkonferenz für jüdisches Recht, die am Sonntag, den 22. April, in Tel Awiw eröffnet werden soll, warnen. In dem Aufruf wird erklärt, daß die Veranstalter der Konferenz nicht berufen seien, die von ihnen angekündigten weitreichenden Pläne, wie den der Wiedererrichtung eines Sanhedri ns, in Angriff zu nehmen. Vermischtes, Frankfurt a. M., 25. . April. Eine jugoslavische Stärke- und Klebe-Fabrik sucht einen Chemiker der Nährmittel-, Pflanzen- und Klebe-Branche. Geeignete Bewerber, die bereits praktiziert haben, wollen sich an die Schomre Schabbos Stellenvermittlung, Frankfurt a. M., Schwanenstraße 12, wenden. Berlin, 20. April. Das Kuratorium des Israelitischen Krankenheims, Berlin N 24, Elsasserstr. 85, teilt uns mit, daß zum dirigierenden Arzt der gynäkologischen Abteilung Herr Dr, Alfred L o e 5 e r, und zum dirigierenden Arzt der neugegründeten Augenabteilung Herr Dr. S. Hildesheimer gewählt wurde. Lübeck, 20. April. Ein denkwürdiger Tag war für die Jüdische Gemeinde Lübeck die Eröffnung der Jüdischen Volksschule. Mit dem Einsatz aller Kräfte und der vollen Unterstützung des Vorstandes hatte Rabbiner Dr. Winter diese Schule ins Leben gerufen. Die Gründung dieser Erziehungsstätte steht ganz im Zeichen unserer Zeit, die wie kaum eine Zeit vorher berufen scheint, neue jüdische Werte and Kräfte zu wecken, — Mit einer erhebenden Feier in der Synagoge, zu der sich die Vertreter der Gemeinde, Eltern, Lehrer und Schüler eingefunden hatten, wurde die neue Schule am ersten Schultag er.-- öffnet. Tiefe Bewegung ergriff alle, als nunmehr der kühne Traum Wirklichkeit wurde, und am frühen Morgen sämtliche jüdischen Schüler in das G'tteshaus einzogen, voran die Kleinen mit leuchtenden Augen, die zum ersten Male iit ihrem Leben das Schullaria'; betraten. 'Ein feierliches Boruch habo der^Kind^rf stimmen .grüßte Eltern und Schüler und tiefempfundene Diiih'terwofte klangen aus Kindermund.' iDänn* nahm Rabbiner Dr. Winter das Wort, indem er mit dem Dank an G'tt den Dank an alle Mitarbeiter verband, die dieses verheißungsvolle Werk für , die jüdische Jugend ermöglicht hätten. Mit der Gründung der Schule beginne eine neue Epoche für die Gemeinde,' die mit dieser Tat einen Beweis ihres jüdischen Lebenswillens gebe und die Bedeutung dieser Bildungsstätte für die Erziehung zum Judentum hierdurch a'nerkenne. Nicht zwingende Abwehr oder seelische Not seien die Grundlagen für den Aufbau' dieser Schule, sondern Besinnung auf uns selbst und unsere heiligsten Güter und Aufgaben im Glauben an die Zukunft unserer jüdischen Jugend. Der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Alfons Frank, gab hierauf die Versicherung ab, daß die Gemeinde freudig dieses Werk in ihre Obhut nehme und das Vertrauen der Eltern zu würdigen wisse, die ausnahmslos ihre Kinr der der Schule anvertraut hätten. Mit dem Halleluja- Gesang der Kinder schloß die bedeutungsvolle Feier. Personalien, Würzburg, 23. April. Am zweiten Tag Peßach beging Lehrer und Kantor i. R. Alexander G u t m a n n seinen 7 0. Geburtstag. Still und selbstlos wirkte der Jubilar nahezu ein halbes Jahrhundert im Dienste des Judentums — ein Mehrer und Wächter des Friedens und einer unverfälschten Jüdischkeit. r\m DniP5?T ns?3 Eschau, 20. April. Am 1. Mai feiert Herr Lehrer Leopold Lehmann sein 50jähriges Ortsjubiläum. Mit vorbildlicher Pflichttreue hat derselbe stets seinen Beruf ausgeübt und mehrere Generationen im Geiste des gesetzestreuen Judentums erzogen. Seine segensreiche Tätigkeit erstreckte sich nicht nur auf die hiesige Gemeinde, sondern er bestreute lange Jahre auch eine Reihe von Nachbargemeinden. Kein Wetter war ihm zu schlecht und keine Anstrengung zu groß zur Ausübung des oft mit strapaziösen Fußmärschen verbundenen Filialdienstes. Herr Lehmann versieht auch heute noch trotz seiner vor mehreren Jahren erfolgten Pensionierung in der hiesigen Gemeinde mit großem Pflichteifer seinen Dienst. Derselbe erfreut sich durch seinen vornehmen Charakter und wegen seines zuvorkommenden, liebenswürdigen Wesens in weiten Kreisen größter Beliebtheit und Wertschätzung. Mögen dem Jubilar noch viele Jahre in bisheriger Frische und in ungetrübter Gesundheit an der Seite seiner ihm ebenbürtigen Gattin beschieden sein. vsmv- Tel Awiw, 19. April. Salomon T e p 1 i t z in Tel Awiw, früher Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft und des Misrachi in Zürich, ist, 69 Jahre alt, aus seinem gesegneten Erdenleben abberufen worden, T.'s Denken und Fühlen gehörte dem Volke, der Thora und dem Lande Israel in der haraischen Vereinigung dieses dreifachen Knotens. Als Teplitz vor einigen Jahren sein schönes Haus in Tel Awiw einweihte, dankte er G'tt für diese Gnade und gelobte, sein ganzes ideelles und materielles Können der Förderung des Thora-Judentums im Lande der Thora für das Volk der Thora zu widmen. Seit einem Jahre hinderte den aktiven Mann ein ungünstiger Gesundheitszustand an der Aktivität. Diese schmerzlich gefühlte Zurückhaltung wurde nur durch die Hoffnung gelindert, daß seine Kinder seine Absichten als heiliges Vermächtnis übernehmen werden. In der Erziehung einer thoratreuen Jugend sah er die Entscheidung für das Gelingen des jüdischen Aufbauwerkes in Erez Israel. Mögen seine Kinder im, Sinne, ihres Vaters sich dieser heiligen Aufgabe weihen. n'asan S. Geis. Sprechsaal. Kopenhagen, 22. April, An die löbl. Redaktion des „Israelit". Frankfurt a, M, Sehr geehrte Herren! In Ihrer dieswöchigen Nummer bringen Sie freundlicherweise einen Bericht über meine Einführung in das Amt des Rabbiners, der, Machsike Hadaß als Nachr. folger des unvergeßlichen Rabbiner Dr. Winckler ^"Sr- Der Ihnen zugegangene1 Bericht trug, wie1 mir der Berichterstatter bezeugt und wie ich auch durch Einsichtnahme in den Durchschlag seiner Ihnen zugegangenen Mitteilungen persönlich feststellte, keine Titelüberschrift; die Ueberschrift „Einführung des orthodoxen Rabbiners" stammt vielmehr von Ihrer Redaktion! Da diese Ueberschrift, wenn auch gewiß unbeabsichtigt, eine Kritik negativer Tendenz an , anderen rabbinischen, Persönlichkeiten bedeuten könnte, lege, ich auf die'Feststellung Wert, daß die Machsike Hadaß Recht und Notwendigkeit ihr^r Existenz historisch begründet. Sie hat m. Ev nicht das Recht und ist auch nicht genötigt, bei a n d e rn Mängel zu suchen,, . um ihr Vorhandensein zu -motivieren. Die Machsike Hadaß steht i n-n e r h a 1 b der Kopenhagener Gemem^^ sie ein von lebendigem Leben erfülltes, von keinerlei Rücksichten und Bindungen beeinträchtigtes starkes, jüdisches Milieu zu schaffen -und ..auszubauen*, Ausschließlich diesem .Ziele dient: sie;?-ausschließlich ihm — und der'Reorganisierung;der Ägudäs;Jisro^Jf; in Skandinavien -— habe ich meinem hiesigen Freundeskreis, meine Arbeit: und meine Kraft zur Verfügung gestellte .'; t . ':]- ' - Ich wäre Ihnen dankbar, k wenn Sie diese meine Auffassung' Ihrem Leserkreis "freundlichst bekanntgeben würden. In vollkommener Hochachtung Ihr sehr ergebener Wolf S. Jacobson. ' Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter: Karl Neuberger u. Frau Rosel geb. Cohn, Berlin NW. 87, Agricolastr, 6. Eine. Tochter: Ludwig Willner u. Frau Else geb. Oppenheimer, Goch (Rhld.), 3. 4. 34. Barmizwoh: Heinz Ludwig, Sohn des Arztes Dr. Max Wertheimer, Hamburg, Grindelberg 77->nK's Verlobte: Leni Bing, Arthur Goldberger, Jerusalem, Adr.: Sichron Mosche, Beth Katan, — Cecilia Leefsma, Hengelo (0.) Holland, Heinrich Lamm, Amsterdam. Vermählte: Directeur Leo Ansbacher, Betty Ansbacher, Bruxelles-Woluwe-St. Pierre. Silberne Hochzeit: Kantor Joseph Wolffs u. Frau Ida geb. Dannenberg, Leer i. Ostfr., 3. Mai. Gestorben'': Frau Thekla Kaufmann geb. Lindauer, Ladenburg, am 21. April d. J. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Rabbiner H. Meyer — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Leopold Schwab. — abends Uhr im Vereinslokal, Gemoro, Herr J. Soff er. (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch, 2. Mai: Lazarus Seckel-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho (5V4 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz : „Sefiroh-Lektüre". Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Sonntag, den 29. April, besuchen sämtliche Schülergruppen -gemeinsam das Rothschild'sche Museum. Treffpunkt: 12 Uhr im Heim, Auch die Mitglieder und Freunde der Jugendgruppe sind bei der Besichtigung willkommen. i . Bei gutem Wetter findet am Sonntagnachmittag wieder ein Ausflug in die Umgebung von Frankfurt stftt. Treffpunkt: 14.15 Uhr am Uhrtürmchen, Rückkunft zu Mincho. *;"1 Wir weisen nochmals auf unsere Hebr. Sprachkurse und unentgeltlichen Stenographiekurs hin. (Alles andere wie üblich.) Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Öas •Sommersemester wird am. Montag, den 30. April, durch den Beginn eines Vortrags-Zyklus des Herrn- Rabb.-As's. Dr. Schlesinger eröffnet 'werden* ./Thema:.r„Schwuausgedanken": Aus alten Mussarbüchern. Beginn, 20.45 Uhr, im Hörsaal der.I. R. G,, Friedbergeranlage. Gäste, Damen,, willkommen. Jüdischen Turnerbund. e. V., Unsere Schülermannschaft konnte an den vergangenen Sonntagen 2 Siege in der Vorrunde erringen. Die Mannschaft schlug J, J. B.—Offenbach 4 : 2; R. J. F.—Mainz 3:0. Am kommenden Sonntag findet auf unserem Platz auf der Riederwaldwiese nachmittags 2 Uhr ein Wettspiel unserer Knabenmannschaft gegen Philantropin II statt. ': " Gebetzeiten. , awip nnx rnw; Freitag.abend ,7-05; f; Samstag narran 6.50 , Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 '; Samstag abend 8.30 Wochengottesdienst: Morgens 6 30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegeri am Morgen 3.55