Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1934)
- Date
- 1934-11-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 46 Der Israelit' 15. November 1934, dischen Lehre. Deshalb sollen zu den bestehenden, von Herrn Rabbiner Dr. Bamberger vorbildlich und hingebungsvoll geleiteten Schiurim neue eingerichtet werden, um so innerhalb der Religionsgesellschaft jüdisches Wissen im traditionellen Sinne zu vertiefen und daraus für die Praxis, die religiöse und soziale, wertvolle Auswirkungen zu erreichen. Diese Arbeit soll sich aber nicht nur auf die gesetzestreuen Kreise beschränken, sondern vielmehr auch alle die Kreise in der hiesigen Gemeinde heranziehen, die für die Lehre des überlieferten Judentums Interesse haben. In der nachfolgenden sehr ausgiebigen, auf hohem Niveau stehenden Aussprache wurde einhellig jede Gelegenheit zum Lernen begrüßt und wertvolle Anregungen für den Ausbau unserer Tätigkeit gegeben. Außer Herrn Rabbiner Dr. Bamberger haben sich Herr Oberrechnungsrat Meyer, Herr Lehrer Ber- 1 i n g e r und der Referent bereit erklärt, Kurse abzuhalten und auch Herr Rabb. Dr. N e u w i r t h hat seine Mitwirkung zugesagt. So bleibt zu hoffen, daß unsere Arbeit sich nicht" nur für die Religionsgesellschaft, sondern auch für die hiesige Gemeinde segensreich auswirkt und wir wünschen alle, daß sich insbesondere die Jugend, für die besondere Kurse eingerichtet werden sollen, sehr zahlreich daran beteiligen möge. Breslau, 8. Nov. Die Rabbinate in Hirschberg und Schneidemühl sind neu besetzt worden. Nach Hirschberg ist Rabbiner Dr. Richter berufen worden; das vom Preußischen Landesverband subventionierte Bezirksrabbinat S c h n e i d e m ü h 1, das durch die Berufung des Herrn Rabbiner Dr. Rosenzweig nach Prag frei geworden ist, wurde mit Herrn Rabbiner Dr. J o s p e besetzt Karlsruhe, 5. Nov. Die Israelitische Religionsgesellschaft Karlsruhe hat in einem Rundschreiben an ihre Mitglieder diesen davon Kenntnis gegeben, daß eine Jugendstunde am rav Vormittag die Jugend in den Geist des jüdischen Gesetzes und des jüdischen Lebens einzuführen bestimmt ist. Neben den ständigen amr^ •nvmn ,mna /fny ]nbiv und -ntran rnua wurden Lehrvorträge über »o^nfi ,D*aö") und Stephan Zweig: Jeremia angezeigt. Gleichzeitig wurde zu einem Gemeindeabend eingeladen, der Gelegenheit zur Aussprache und zwanglosem Beisammensein geben sollte. An diesem hielt Herr Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt einen von Geist und Begeisterung erfüllten Vortrag über das Thema „Vom Sinn unseres Schicksals", in dem er dieses als Erziehungs- und Prüfungsleiden unter Anführung zahlreicher Midraschdeutungen historisch begründete. Ein Oberprimaner, Fr. K o 111 a r , machte geschichtliche Ausführungen zu einer hierbei gestreiften Zeitperiode. Der Beifair des überfüllten großen Saales zeigte, daß die Israelitische Religionsgesellschaft wirkungsvoll um die Erwachsenenbildung sich bemüht. Würzburg, 8. Nov. Nach Meldung. des —Heimatboten", Schöllkrippen (Unterfranken), vom 30. Oktober (Nr. 129), berichtet die C. V.-Zeitung über einen Einbruch in der Nacht vom 28. zum 29. Oktober in die Synagoge von Schöllkrippen. Es wurden drei von den fünf in einem Schrank untergebrachten Gesetzesrollen und drei silberne Schriftdeuter entwendet. Letztere wurden auf der Wiese hinter der Synagoge verstreut gefunden, die Gesetzesrollen, die einen Wert von zwei- bis dreitausend Mark haben, in einem Seitenfluß der Kahl. Als Täter wurden nach Meldung des „Heimatboten" vom 1. November zwei junge Leute aus Schöllkrippen festgenommen und in das Gefängnis nach Alzey eingeliefert. Die Einweihung eines Aguda-Lokales. Wilna, 13. Nov. Die Einweihung des neuen Lokales der Aguda gestaltete sich zu einem großen Feste für die Wilnaer Orthodoxie. Der Präses des C.-A., Rabbi Josef Schub, eröffnete die Feier mit einem längeren Referat über alle derzeitigen Fragen und Aufgaben der Agudas Jisroel. Herr S. Cohn sprach von der Bedutung Wilnas in der Vergangenheit und seiner Berufung, Zentrum des jüdischen^ Lebens zu sein. Der Glaube der Welt an Wilna lege" den Führern in dieser Stadt des Gaon moralische Verpflichtungen auf. Ingenieur A. Krakowski sagte, Wilna sei spät zur Aguda gekommen, aber nun werde es um so wärmer dem Gedanken anhängen und ihre Aufgaben zu lösen suchen. Es folgten zahlreiche Begrüßungen im Auftrage auswärtiger Organisationen. Die Stadtkantoren, Mosche Steinberg und Gameles, erfreuten die Festversammlung mit herrlichen Gesängen. Die Aguda in den polnischen Randprovinzen hat nun ihr Heim, und man darf hoffen, daß von ihm neues Leben für die ganze Provinz ausgeht. Kopenhagen, 11. Nov. Ernste Gedenktage, die unsere Machasike-Hadaß-Gemeinschaft in diesen Wochen beging, wurden ihr und einem weiten Kreis teilnehmender Freunde zu Tagen, weihevoller tvran V» nruwr-Dem ersten Jahrzeitstag nach Frau Hinde Rochel P u n d i k s. A. am 19. Marcheschwan gab die dankbare Liebe und die hohe Verehrung, in denen der Gatte und die Kinder dieser Frau von seltenen Tugenden sich ihr verbunden fühlen, ein besonderes Gepräge: an diesem Tage veranstalteten sie einen m\n **bd dvd und überführten .dasidd in die Synagoge der Machasike Hadas. Geschrieben durch . die Hand eines nnma ^io» Herrn Jacob Müller in Surany, geschmückt mit herrlichen Enip 'bsausgestattet mit kostbaren1 Mäntelchen, die die treue Tochter in vollendeter Schönheit angefertigt hatte, so wurde dieses teure Erinnerungsmal in feierlichem Zuge aus der Wohnung des Gatten in die Synagoge" überführt, abwechselnd getragen von den Familienangehörigen, den Gabboim und Skenim der Machasike Hadas. Die Polizei hatte ein Geleit gestellt, nicht zum Schutze, dessen bedarf es hier nicht, sondern „zur Ehrung von Juden, die sich an dem Heiligsten ihrer Religion erfreuen!" Der Ueberführung war das festliche Schlußschreiben in der: Wohnung des Stifters, Herrn B. Pundik, vorangegangen; fast alles, was an Thorafreunden in Kopenhagen, lebt, beteiligte sich daran. Der Bedeutung des seltenen Augenblickes wußte unser Herr S. Nathan Knöpfelmacher, der sich ganz besondere Verdienste um die Herstellung des Sefer erworben hatte, mit feinen Thoraworten, die zugleich eine Würdigung der Frau waren, zu deren Ehren das Sefer geschrieben worden war, treffenden Ausdruck zu geben. Der festliche Akt in der Synagoge, welchen ebenfalls Herr Knöpfelmacher als derzeit fungierender Gabbai in allen Einzelheiten vorbereitet hatte, wurde mit Hakofaus und Semiraus zu einem richtigen Simchas-Thorafest. Das überfüllte Beth-Hakneses, die Sangeskunst unseres Herrn Kupferstick, der Chor unter Leitung unseres Elias Kahn, die Predigt, der unser Rabbiner ein Wort des Chasam Saufer zu Grunde legte, „um die aus dem alten Ungarn kommende . Tauroh mit alter ungarischer Tauroh zu begrüßen", die freudig bewegte Stimmung aller Teilnehmer, all dies machte diese Abendstunde zu einem eindringlichen Erlebnis. Am Abend fand ein Bankett im Hause des Herrn Pundik statt, bei dem in zahlreichen Reden der 'Doppelbedeutung des Tages Rechnung getragen wurde. Im Sinne des Mizwoh gaureres Mizwoh schlug unser Rausch Hakohol, Herr A.- Samson, vor, daß die Machasike Hadas zum Andenken an ihren verstorbenen Rabbiner Dr. S. Winckler b'Xi, auch eine eigene Sefer Thora schreibe; die Anregung fand begeisterten. Widerhall und es wurden noch am gleichen Abend so ansehnliche Beträge bereitgestellt, daß die Ausführung des Planes m. G. H. gesichert ist. Das Benschen, lange nach Mitternacht, wurde auf Wunsch des Rabbiners dem 15jährigen Menäsche Zwi Winckler übertragen, der tags darauf bereits zum zweiten Mal auf die Radiner Jeschiwoh fuhr. So erfuhr das schöne Fest seinen tiefsten Sinn: ein rt-rtMl bl»ö wird zur mwn nbrnin. wenn edle Jugend sich .beglückt dem nun» iifcfr weiht ... Und dem ersten Jahrzeitstag nach Frau Jenny Heimann galt die Feier des Sijum auf ."n«na roDD, den unsere Machasike Hadas am 26. Marcheschwan veranstaltete. Hier galt es, wiederum im Rahmen einer minbvnmv das Gedächtnis einer Frau zu feiern, die für mwn "\ycb im Kreise der kleinsten Jugend hier in Kopenhagen Besonderes geleistet hatte, indem sie in die jüdischen Häuser ging, die Kinder zu sich holte, um ihnen aus reinstem Idealismus die Anfangsgründe beizubringen. Sie lehrte sie beten und ließ in sie fließen von ihrem G'ttvertrauen, von der Heiterkeit, die aus dem Innern eines im Leid fest und groß gewordenen Gemütes floß. Dem pm des Rabbiners in der Synagoge, der zugleich eine Gedenkrede auf diese selbstlose Frau war, schloß sich eine fniffo an, die unter Gesängen und mannigfachen geistreichen und gemütstiefen Reden die zahlreichen Teilnehmer viele Stunden zusammenhielt. Der Wegvon den „Segnungen" zum „Sabbat", die Gemeinschaft der Machasike Hadas hat ihn beschritten und sie wird ihn m. G. H. weitergehen, wenn immer die mahnenden Stimmen aus der Vergangenheit eine aufnahmebereite Gegenwart finden, wenn die Gemeinschaft der Machasike Hadas sich als eine große Familie begreift, wo jedes Einzelschicksal im Frohen wie im Schweren Gesamtheitsleben ist! Tel Awiw, 8. Nov. Die Bnos Agudas Jisroel-Organisation hat tägliche Abendkurse in Hebräisch, Tnach, jüdischer Geschichte, Pirke Owaus, Englisch, Schneidern und Nähen und sonstigen. Handarbeiten eingerichtet. Jeden Sabbat um 4 Uhr finden Aussprachen der Mitglieder über religiöse Gegenstände und anschließend eine Seuda schlischith statt. Das Sekretariat ist jeden Abend von 6—9 Uhr, Grusenbergstr. 23, geöffnet. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chaj'im E. V. Freitag abend nach Schul: Mikro-Vortrag, Herr Dr. R. Rothschild. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen— 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morfi. 8 Uhr) «Gemoro. Herr J. Soffer. Mikroschiur des Herrn Rabbiner H. Mayer Schahbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereiaslokal- Samstag abend 8-30. Uhr fällt, der Vorträg aus. Sonntag nachm. 6 Uhr Haftoraschiur, Herr Ch. Jakobowitz. <,. Sonntag und; Mittwoch morgens nach Schul, oik *>fl Herr S, Schachnowitz, Sonntag vorm. 9 Uhr, im Vereinslok. „Mögen Awrohom" Herr R.-A. Dr. Schlesinger. < Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna* Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr Gemoro, Herr R.-A- Dr. E- Posen- Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen, Dienstag, 20. November: Estella Ehrmann geb- Roos- Stiftung. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. , Daf Jaumi Sonntags, ll—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 1274 Uhr, Herr Sofer. im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Unsere Protokolle." Judische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 12. November findet kein Vortrag statt. Am Montag, den 19- November wird Herr Rabb. Assessor Dr. Elieser Posen im Hörsaal Friedberg.-Anlage 5, sprechen über: „Geistige Pflichten." Gäste, Damen willkommen. Judische Frauenvereinigung E. V. Gesellige Zusammenkunft am Dienstag, d- 20; November nachm. 4 30 Uhr in der jüdisch. Haushaltungsschule, Königswarterstr. 20, Vortragende Fr. Dr. Martha Wertheimer: „Sicherheit im Unsichern." Die Haltung der jüdischen Frau in dieser Zeit. (Ausnahmsweise laden wir erst auf 4.30 Uhr ein!) Gäste Damen willkommen. Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. 19. 11. Arbeitsgemeinschaft: Das jüdische Jahr im Hanse, Leitung Frau Cilly Neuhaus, Mädchenheim, Taunusplatz 17, 16.30 Uhr. 20- 11. Gruppe der berufstätigen Frauen. Ref. Frau Paula Nassauer: „Der jüdische Frauenbund und wir." Hans ' Handwerkstr. 3, 20.30 Uhr. . 22. 11. Bericht über die erste Lerrizeit und die erweiterte Vorstandsitzung in Nauheim. Ref. Cilly Neuhaus und Ella Werner. Hans Handwerkstraße 3, 16 30 Uhr. Gruppe berufstätiger Frauen. Dienstag, den 20. November. 20.30 Uhr. Heim des Mädchenklubs, Hans Handwerksträße 3,. Vortrag, Frau Paula Nassauer: „Der jüdische Frauenbund und wir." Judischer Turaerbund E. V. Programm 19 34 Herren: Sonntag 9-12 Uhr, Leichtathletik u. Sport KI. Ostparkwiese. Donnerstag 8.30-10 Uhr Gymnastik u. Turnen S. R. H.-Schule, Tiergarten 8. Jugend: wie Herrenabteilung. Knaben; Sonntag 9-12 Uhr Leichtathlethik u. Sport Kl. Ostparkwiese. Sonntag 2-5 Uhr Fußballspiele nach Bekanntgabe. Montag 6-8 Uhr und Mittwoch 5-7 Uhr Gymnastik u. Turnen, S. R. H.-Schule. Mädchen: Gruppe 1 Mittwoch 2.30-3.30 Uhr Gymnastik und Turnen, S. R. H.-Schule. Gruppe 2 Mittwoch 5-30-6 30 Uhr Gymnas.tik u. Turnen, Gruppe 3 6.30-7-30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Isr. Volksschule. Damen: Mittwoch 8.30-10.15 Uhr, Gymnastik und Turnen dto. Frauen: Dienstag abend 8.45 Uhr, Isr. Volksschule, unter Leitung von Frl. Sitta Goldei Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Am Donnerstag, den 22. November spricht Ferdinand Metzger. Sportführer der Sportgruppe Mainz des R- J- F., im Vereinshaus um 20-30 über: „Der jüdische Sport," Gebetzeiten. sin mff Freitag abend 4.15 Samstag nasern 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.30 Wochengottesdienst: Morgens 6 45 Nachmittags 4.15 Tefillinlegen am Morgen 6.50 Familien-Nachrichten. Geburten; Eine Tochter, Max Ansbacher und Frau Rosa geb.. Hirsch, Brüssel III, Avenue Cbazai 198.} Barmizwoh: Heinrich, Sohn des Herrn Ignatz Grünglück, Obermainstr. 17, Synagoge Börneplatz, roxr jtS'i. — Hans, Sohn des Herrn Max Lorch I, Dieburg, nV'i J>», Silberne Hochzeit: Isak Blumenthal und; Frau Milli geb. Heines, Hersfeld.