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Der Israelit · 1934-11-15 · Heft 46 (15.11.1934) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 46 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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15. November 1934 Der Israelit Nr. 46 Seite 15 Die Frankfurter Woche. Vorträge des Gemeinderabbiners. Am nächsten Samstag abend, 8.30 Uhr, findet « der Aula der Realschule ein Vortrag des Herrn Ge meinderabbiner J. Horovitz statt über „Die geschriebene Thora und die lebendige Lehre". Auch Damen haben Zutritt. Ab Sonntag, den 18. ds. Mts., jeweils Sonntags nach Beendigung von Mincho und Maariw, wird der Herr Rabbiner eine Lernstunde mit dem Thema „A u: der Agada des Talmuds" (a?»» J'») im Hör saale abhalten. Anschließend findet «öta 3»*ttftstatt. Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde. Von nur. halbstündiger Dauer war die am Donnerstag Abend stattgeluridehe Sitzung der- Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde, in der zunächst der' Vorsitzende' in ehrenden Worten des in der Vorwoche verschiedenen Baron Edmond von' Rothschild gedächte. Entsprechend dem Anträge der konservativen Fraktion und einem Vorstandsbeschlusse wurden Mk. 1000.— bewilligt, um den minderbemittelten rituell lebenden Gemeindemitgliedern den Fleischbezüg zu ermäßigtem Preise zu ermöglichen. . Die Gemeinde wird Karten ausgeben, die zum Bezüge von Fleisch zum Preise von Mk,. 1.— das Pfund (jetziger Preis Mk. 1.35) berechtigen und die Differenz von .35 Pfg. selbst trägen. Als Vertreter der Gemeinde; in dem - Haushaltsausschuß der Reichsvertretung hatte der Vorstand Herrn O e 11 i n g e r gewählt. Die Gemeindevertretung wählte debätterilos als stellvertretendes Mitglied Herrn Felix Meyer. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche an. Karl Jeidel . Ein tragisches jünges Leben fand versöhnenden Abschluß in einer Verehrung von seltener Herzlichkeit am letzten Mittwoch auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft. Karl Jeidel, der fast ein " Jahrzehnt ans Krankenbett gefesselt war, hat mit 36 Jahren ausgelitten. Aus einer schönen Kindheit im Hause;der Mütter Clara Jeidel rrv (der Vater Jacob Jeidel war früh von dannen gegangen) und einer blühenden, hoffnungsvollen Jugend trat Karl Jeidel fast unvermittelt in einen frühen, trüben Lebensabend über. Der Krieg, dem die Familie ihren Tribut in gehäuftem Maße zollen mußte, nahm ihm Gesundheit und Zukunft. Er verfiel, nach Hause gekommen; einem Siechtum, das nur von der aufopfernden Liebe der Geschwister und des Hauses auf dem Danziger Platz, dem Meister Seckbach das Gepräge aufdrückt, gemildert und verschönt wurde. Liebling seiöer Lehrer und Liebling seiner Freunde war l^arl Jeidel in den Jahren der Kindheit und der Jugend, und . Liebling aller blieb er, als er hilflos auf seinem Krankerilager, immer noch mit lachendem Gesichte und seinem gewinnenden Wesen, die Freunde empfing. Er arbeitete, bis die tückische Krankheit seine Kraft lähmte, emsig an sich zur Vermehrung und Vertiefung seines jüdischen Wissens. Als Jugenddelegierter und später Vorstandsmitglied des Mekor, Chajim, warb er für den Verein und für die Thora, wo er konnte. Ein sanfter Tod erlöste ihn von den schweren Leiden, und so groß war am Dienstag die Freundesschar an der Bahre und so aufrichtig war die Trauer, daß alle Liebe für Karl Jeidel in. dieser Kundgebung ihren mächtigen und wehmutsvollen Ausdruck fand. Unser Gemeinderäbbiner, Herr Josef Horovitz, sprach von den jungen Leiden des König Joschijahu in Beziehung zu dem Frühvollendeten. Herr Redakteur S» Schachnowitz legte mit den Sidrahworten nasnn mjn mn bir\ iv Zeugnis ab für die treue Mitarbeit Karl Jeidels im Mekor Chajim. Im Namen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten sandte Herr G o 111 i e b dem Freund und Kameraden ein herzliches Wort der Verehrung und der Freundschaft nach. Der Name Karl Jeidel wird uns in lieber Erinnerung bleiben. n'SXJn- Im- Zentralverein von Hessen-Nasau.; Der Landesverband Hessen-Nassau und Hessen des- Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen' Glaubens versammelte am 10. und 11. November die kurhessischen Juden besonders aus dem Landkreis Kassel. Als Auftakt fand ein Heimnachmittag des Bundes deutsch-jüdischer Jugend statt, bei dem Dr. Alfred Hirschberg, Berlin und Dr. Wolfgang S. Matzdorff, Frankfurt a. M. mit dem jungen Menschen über Grundgedanken und Ziele des Bundes deutsch-jüdischer Jugend sprachen. Am Abend hatte sich eine überaus große Besucherzahl zusammengefunden, um im Murhardsaal unter Leitung des Ortsgruppenvorsitzenden des CentralvereinS, Dr.: D e 11 e v i e , die Ausführungen des Landesverbätidssyndikus Dir. Wolfgäng S. Matzdorff, Ffarikfürt a. M. und das grundlegende Referat des Hauptschriftleite^s der C. V.-Zeitung, Dr. Alfred H,i r s c h b> e r g , BeYlin' über das Thema ,;Richtung nehmen" zu frören. In fast zweistündiger Rede entwickelte der Redner in' tiefgründigen Ausführungen Gedanken, in welchen er darauf hinwies, daß nach dem- Zeitalter des Individualismus heute jeder deutsche. Jude eine genieinsame Ausrichtung suchen muß, um durch Schaffung deutschrjüdischer Werte einen neuen Emanzipatiönsweg vorzubereiten. Sonntag, den 11. November fand eine Bezirkst a g u n g statt, zu der nahezu 106 Vertreter aus 40 Ortsgruppen erschienen waren. Auch hier stand ein Referat von Dr. Hirschberg im Mittelpunkt, in dem alle Fragen, die uns heute bewegen, erörtert wurden. Im Schluß der Diskussion ging Dr. Matzdorff noch einmal auf Spezialfrägen ein, die insbesondere die Juden auf dem Lande betreffen. Von allen Seiten wurde die unermüdliche Tätigkeit des Centraivereins, ganz besonders aber die des Landesverbandes, anerkannt. Synagogalkonzert. Sonntag, den. 25. November findet ein Synagogalkonzert mit vollkommen neuem Programm in der Frankfurt-Loge statt. Mitwirkende sind: Kammersänger Benno Ziegler (Bariton), Heinrich B.ornstein (Baß), ein gemischter Chor (50 Knaben und 20 Herren). Das Programm bringt eine interessante Gegenüberstellung westlichen und östlichen Kantorats; ü. a. gelangt das berühmte ,,Tal-bentschen" von Berggrün mit Benno Ziegler und großen Chor zur Aufführung. Heinrich Bornstein singt aus „Ejcho" mit „Meschorarim" das S'chor von Rum-, schinsky. Eingeleitet wird der Abend mit der Erstaufführung eins L'cho daudi von Max Neumann. Diese Komposition ist für den konservativen G'ttesdienst geschrieben. — Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Chor-Konzert des Kulturbundes. Die Jüdische Chorvereinigung e. V. unter Mitwirkung des Kammerchores gab unter der Leitung seines bewährten Dirigenten, Dr. Nathan Eh reffreich, einen Chorabend, bei dem u. a. das Oratorium „Jephta" von Carissimi (1600—1674) Geistliche Gesänge: a) G'tt im Ungewitter, b) Gebet von Schubert, der 13. Psalm von Brahms und die Motette „Lobet den Herrn" von J. S. Bach zu Gehör kommen. Es muß festgestellt werden, daß es Dr. Ehrenreich, kraft seiner künstlerischen und pädagogischen Qualitäten, gelungen ist, einen immerhin respektablen Chor aufzubauen, der in der Lage ist, auch schwierigeren Werken der Chorliteratur gerecht zu werden. A. K. Die Tragik des Misrachi. Die unter diesem Titel im „Israelit" erschienene Artikelserie von Dr. Isaac Breuer, ist als Broschüre im Verlage der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in schöner Ausstattung erschienen und von ihr zum Preise von 50 Pfg. zu beziehen. Bei Abnahme von 10 Exemplaren ermäßigt sich der Preis auf 30 Pfg., bei 100 Exemplaren auf 25 Pfg. per Buch. . Bibliographie des jüdischen Buches. Das zweite Heft der von Joel Sänger, Frankfurt a. M., herausgegebenen jüdischen Bibliographie ist erschienen. Alle jüdischen Neuerscheinungen von Bedeutung aus dem Jahre 5694 sind darin mit Titel- und Preisangabe enthalten. Freunden des jüdischen Buches ist das Verzeichnis ein guter Wegweiser. Zu beziehen Herderstr. 30. Schaumer Mizwah. Die Chewra Schomer Mizwah lernt diesen Sabbat nach Schul bei Herrn Josef S a 1 o m o n , Sandweg 6c und um X/>1 Uhr mittags bei Herrn. Leo Jeidel, Hanauerlandstr. 4. In ehrfurchtsvoller Trauer geben wir hiermit Kenntnis vom Hinscheiden des Begründers unserer Anstalt, unseres allverehrten I. Vorsitzenden Sr. Erxrw. Herrn Distr. Rabbiner Dr. S. Bamberger Was dieses Werk dem edlen Manne bedeutete, wie er dessen Erhaltung und Fortbestehen seine Kraft und seine Zeit widmete, kann nur der ermessen, der mit ihm zu arbeiten das Glück hatte. Mit uns danken ihm unzählige Menschen aus allen Teilen Deutschlands für seine Fürsorge und Menschenliebe. Wir gedenken seiner in unausloslicher Verehrung und werden unseren Stolz dareinsetzen, die Anstalt in seinem Sinn weiterzuführen. Die Verwaltung des Isr. Kurhospizes Bad-Kissingen. I nmin GESCHENKE G ELLHORNÄ*" IL nmm (GUTSCHEINE 1 Sabbat-Anfang und Ausgang Ort Frankfurt am Main Berlin München Köln Stuttgart Breslau Nürnberg Hamburg -' Würzburg Anfang Uhr Min: Datum 17. Nov. 1934 10. iVOD n"2nn Ausgang ' Min. Ehen ^eirmltf eil ein nur in den besten in- und ausländ. Kreisen eingeführter Herr bei strengster Diskretion. Anbahnungen mit näheren Angaben und Rückporto erbeten unter P. M. 323 an die Expedition d. Blattes. □□BEI Ol Schön möbliertes Zimmer in gut. rit. Hause, an Herrn od. Ehepaar zu verm Off. ü,T1193c£. □ □□□□ •m.x-sti'" S. HOLLÄNDER FRANKFURT-AM MAIN Eckenheimerldstr. 127, Telefon 52014 Großes Lager fertiger Grabmäler Versand nach allen Plätzen ZISELEUR UND BILDHAUER LEO HOROVITZ Korb- und Sessel- Reparatur Stuhlsitze geflochten v. M. 1.75 an Postkarte genügt. "" D. GRUNEWALD, VILBEL ER STR. 27, Hinterh. 2. ,rit. zulässig, bedeutend, .verbessert,,werden in deh verschiedensten Ländern Wiederverkauf er gesuch t. 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