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Der Israelit · 1934-11-15 · Heft 46 (15.11.1934) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 46 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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15.. November 1934 Der Israelit Nr. 46 Seite 7 nitz, der über Entwicklung und Gliederung der jüdischen Jugendbewegung berichtete, von Frl. Kar minski, die• die Lage der gefährdeten Jugend, der unehelichen, verlassenen und verwahrlosten1 Kinder aus Mischehen schilderte, und von Frau Dr. Schlesinger, die^die Entwicklung und die heute beste henden Einrichtungen der offenen, halboffenen und geschlossenen Jugendfürsorge Jjeschrieb. Aus dem Spezialgebiet ■ der Gesundheitsfürsorge behandelte Prof, Dr, S.eL^gmann die Organisation des jüdischen Gesundheitswesens und das Anstaltswesen einschließlich ^der Darstellung, der Ratiön'alisierungsmaßnahmen des Anstaltsausschusses, Dr. Tugendreich die Gesundheitsfürsorge für Kinder, Dr. J U1 i U S t) U r g e r die Fürsorge für Gemütskranke und Dr. Lustig die gesetzlichen Grundlagen des Gesundheitswesens, die in der Praxis"-des Fürsorgers "von Bedeutung sind. - Ueber die, Organisation der Selbsthilfegruppen der jüdischen Körperbeschädigten . sprach. Hirschfeid. .'.../ .' " .. •; . _ Arierparagraph für KrankfenkaSsenangestellte, ": . ...... , Berli;n, 6. Nov. Reichsarb.eitsminister; : S e 1 d t e hat eine neue Prüfungsordnung für -Krankenkassen-Angestellte in Preußen erlassen. Eine der Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung ist aris.che ,Abstammung. Das . Prüfungsgehiet umiaBt u. a. auch allgemeine Kenntnis der Staatsbürgerkunde (nationalsozialistische Weltanschauung), der Rassenkunde, sowie der Rassen- und Erbgesundheitspflege. Auswanderung nach Südafrika, ... ., ..Berlin, 3. Nov. . Der Hilfsverein der deutschen Juden Berlin schreibt uns: ., •Das Südafrikanische- K ö m i t ee hat. tms gebeten, mitzuteilen, . daß es nie h t - in der Lage ist, im Voraus Stellungen zu beschaffen.. Es. kann nur beraten und: diejenigen, die dort eintreffen, in der Stellungsuche'' nach Kräften unterstützen. Möglichkeiten für Akademiker seien so gut wie nicht vorhanden; für Kaufleute und kaufmännische Angestellte ist ein Unterkommen schwer, jedoch bei guten Branche- und Sprachkenntnissen möglich. Besser sind eventuelle Aussichten für andere Berufe. Es wird anheimgestellt, sich mit folgenden detaillierten Angaben an den H i I f s v'e rein der deutschen Juden zu wenden, der bereit ist, die gewünschten Informationen zu erteilen, bezw. zu beschaffen: 1. Alter, verheiratet oder nicht, 2. Bildungsgang und bisherige Berufstätigkeit (möglichst vollständig), 3. Üb und wie weit englische Sprächkenntnisse vorhanden sind, 4. Ob das von der Einwände- , rungsbehörde verlangte Mindestkapital Von Lst. 100 bis' 200 je Einwanderer zür Verfügung steht. ' Der Sabbat der jüdischen Jugend.'; ":-j':f,b':' l~':r " ,,:B'e:r"l:in -42. 'Nov. ' Die Reichsv^rtjTetung . der. deutschen Juden 'richtet einen Appell an die jüdische OeÖentlich'keit, der an ( die der, jüdischen Schuljugend gegebene' Möglichkeit,, die Stunden des Sabbats für sich zu gewinnen, anknüpft. t. . ,;. , , Anregungen, die die Reichsvertretung den Gemeinden übermittelt, wollen aufzeigen, wie der Sabbat für unsere Jugend gestaltet werden kann, damit sie es wieder lerne, den Sabbat zu halten. Für ein Werk , seelischen . Aufbaus, für rdie. innerliche Aufrichtung soll eine Grundlage, bereitet werden. Ein feierlicher und festlicher Sabbat soll die Freude am Judentum- und. damit tlie Freude am Leben stärken. Es wird damit gerechnet, daß die. jüdischen Altern sich, dieser großen Möglichkeit eröffnen und dieser bedeutungsvollen Aufgabe Verständnis entgegenbringen.; . . Die Woche. Berlin. Zur ' Zentralisierung des Wirtschaftsinformationsdienstes Deutschland-Palästina hat das PalästinarAmt Berlin, der Jewish Agency for Palestine, Berlin W 15, Meinekestr. 10, mit dem American Economic Cömmittee för Palestine (zentrales Informationsbüro für Industrie und Landwirtschaft), Tel Awiw meinen Vertrag abgeschlossen, der eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Institutionen ermöglicht. — Zu dem Tode von Ludwig T i e t z erläßt der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände eine Kundgebung, in der er gelobt, „sein Werk im Dienste jüdischer Jugend und jüdischer " Zukunft" fortzusetzen. — Die; Berliner Jüdische Gemeinde erläßt ein P r e i s ä u s s c h r e i b e ri an d i e;ij ü d i s c h e n Frauen über das, Thema . „Das G e g e n w a r t s 1 e b e n dsr jüdis'chen Frau in Deutsch-' 1 a h d". Die Antworten sind mit einem Kennwort bis zum 1. Dezember d. J. an das Büro .der Künstlerhilfe der jüdischen Gemeinde, B erlin-Charlöttenburg, Kantstr. 158, einzureichen. — Zwecks Aufbau eines wirtschaftlichen Hilfswerks werden die jüdischen Tierärzte 1 gebeten, ihre Anschrift der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158, 2. bekanntzugeben. — Im Nachrichtenblatt der „NS-Kulturgemeinde" wird die g r u n d s ä t z 1 i c h e Ablehnung der Kompositionen von Paul H i n d e m i t h damit begründet, daß der Komponist im Sinne der Gesetzgebung des nationalsozialistischen Deutschland „nichtarisch versippt" sei. Auch habe er sich noch in letzterer Zeit im Auslande zusammen mit zwei #mir grierten Juden auf Schallplatten aufnehmet' lassen. Eberswalde. P f a*r r e r M ü n c h - meysr aus Borkum,- der im Berner Prozeß um die „Protokolle" als Experte der Angeklagten fungieren sollte, aber, nach Mitteilung des Gerichtsvorsitzenden, nicht aufzufinden war, hat, wie die „Frkftr. Ztg." in ihrer Nummer vom ' 7. November nach einem Nachrichtenbüro meldet, in Eberswalde dieser Tage , seine sechstausendste Versammlung abgehalten. , Basel, Eine antisemitische Malkolonie, die die, Aufgabe Hatte, Häuser, Brücken und Synagcigen mit antisemitischen Anschriften zu besudeln, .wurde vom Gericht; zu Gefängnisstrafen, resp. ,zu hohen Geldbußen verurteilt. .Die Beschmierung einer Synagogenwand wird in der; Urteilsbegründung als eine rohe Büberei und eine R e 1 i g i o n ss c h ä n d u n g bezeichnet. Die Verurteilten , haben auch an die jüdische Gemeinde Schadenersatz zu. entrichten. :— Der um die jüdische Sache in der Schweiz und in der Welt Hochverdiente Präsident der Baseler Gemeinde und des „Israelitischen Gemeindebundes der Schweiz", Herr Jules D r e y.f.u s,p Brodsky beging am 12. November Seinen 7 5. Geburtstag. Wien. "Ini'Monat September wanderten von Oesterreich 72 Personen nach Palästina aus, nach den Vereinigten Staaten nur 55. Früher stand , Amerika in der Auswanderungsstatistik ah erster Stelle. Kattowitz. Zum Andenken ' an die Katto witzer Kon- ■fereh'z vor 50"Jahren fand' hier ..eine icReihe von Veranstaltungen •; statt.)• . Ejne reichhaltige Festschrift .erzählt die, Vorgeschichte, der Konferenz und sucjbt 'l ihre Nachwirkungen festzuhalten:i!:; 1 Rom. Auf dem ersten Internationalen K ä t hol i s c h e n Re c fit s k ongreß,! de'r unter " 'dem Protektorat : von P a p s t .' Pius steht, wird i; auch .ein, Referat''über: , die.*Beziehungen zwischen kanonischem und jüdischem Recht gehalten, und zwar von einem jüdischen Gelehrten, Prof. Mario Falco, von der Mailänder Universität. Tel Awiw. Die Stadt Tel Awiw, deren Jahresbudget über eine Viertelmillion Pfund beträgt, hat eine Anleihe von nahezu 400.000 Pfund zur Durchführung außerordentlicher öffentlicher Arbeiten; in der Hauptsache ■zur Reorganisierung der Wasserleitung und Kanalisation in England aufgenommen. Größere Beträge sind für ein neues Schulgebäude, ein modernes Krankenhaus und eine neue, Stadthalle bestimmt. Die „Fränkische Tageszeitung" zum Berner Prozesse um die „Protokolle", Nürnberg, 8. Nov. Zu dem Prozesse in Bern schreibt die „Fränkische Tageszeitung": „Wie der Prozeß letzten Endes abschließen wird, kann dem deutschen Beobachter ziemlich gleichgültig sein. Der Prozeß kann ja nur der Aufklärung anderer Nationen dienen. In Deutschland selbst ist die Judenfrage endgültig ad'acta gelegt. Das deutsche Volk hat die Auswirkungen der jüdischen Weltherrschaftsbestrebungen zur Genüge am eigenen Leibe erfahren und braucht deshalb keine richterlichen Entscheidungen, um die jüdische Zersetzungspolitik an Hand alter Protokolle beglaubigt zu .erhalten. Vielleicht dient aber der heute in Bern beginnende Prozeß, doch dazu, um der zivilisierten Welt über die ihr vom Judentum drohende Gefahr die Augen zu Öffnen und sie aus dieser Erkenntnis zu entsprechenden Konsequenzen anzuregen, falls sie dazu das notwendige nationale Selbstbewußtsein und die gebotene Energie besitzt." Diese Notiz, die auch auf viele andere Zeitungen übergegangen ist, hält mit dem Gange der Dinge in .Bern nicht Schritt. Der Berner Prozeß hat schon im ersten Stadium der zivilisierten Welt die Augen darüber geöffnet; \ daß die sog. „Protokolle der Weisen Zions" ein plumper Schwindel sind. Eine neue Rede Julius Streichers, Bielefeld, 6. Nov. Das NS-Volksblatt für Westfalen berichtet über eine Rede,,» die der Gauleiter von Niederfranken, Julius Streicher, bei einer. Kundgebung der deutschen Arbeitsfront und der NSDAP in Gütersloh gehalten hat. Julius Streicher, der in dem* Bericht als „der Schrecken Alljudas" bezeichnet wird,. r Wandte . Sich u. a. dagegen, daß Nationalsozialisten in Westfalen noch in jüdischen Geschäften einkaufen,, In diesem Zusammenhang führte er, , dem Bericht des „Volksblatts" zufolge, aus: ,. . :. „Was weiß man hier von Juden? . . . Die meisten gehen beim Einkauf an den christlichen Geschäften vorbei und kaufen beim Juden. Es, gibt hier selbst Menschen, die sich nicht schämen, mit dem braunen Hemd oder mit einem Abzeichen zum Juden zu laufen. Wenn das bei mir in Nürnberg , einer wagen würde, so würde er angespuckt. Wir haben bei uns den Arbeiter so aufgeklärt, daß er den Juden erkannt hat. In Nürnberg prophezeite man durch den Kampf gegen die jüdischen Geschäfte neue Erwerbslosigkeit. Das Gegenteil ist gekommen. Man hat den. Juden genommen, was sie uns gestohlen haben, und den Christen haben wir wieder ihr Recht gegeben. Wir nehmen da drüben keine Rücksicht. Wir gehen unseren Weg geradeaus. Wenn man bei uns in. einen Ort kommt, liest man auf Täfeln: „Juden unerwünscht!" In einem Dorfe steht auf einer Tafel: „Die Juden betreten auf eigene Gefahr diesen Ort".' Das haben wir nicht* gewünscht. Das haben frühere Kommunisten lind Sozialdemokraten-äUS'-'sich heraus getan. Wehn es so weit "ist, "'daß'.ihr Westfälen das' auch allein iriadht, dann "seid -ihr in Ord- ,. nung;"' :- ' - ••<;r$«Mj:i'.>'.,..' "•' .: Der Redner befaßte'sich sodann: mit.' der. Frage der Rassenmischuntf .und zog eine Parallele zwischen der > Geschichte des Buches Esther und der Zeit vor der nationalen Erhebung in Deutschland, wobei er erklärte: „Die vergangenen 14 Jahre kann man kennzeichnen: Die Hand Juda ruhte schwer auf dem Volke; denn es wurde den Juden zinsbar gemacht. Wir hatten in den letzten Jahren ja nur die Zinsen für die jüdischen Ausbeuter zti zahlen, und es dauert seine Zeit, bis wir das wieder gutgemacht haben ... Draußen in der ganzen Welt hat der Jude den deutschen Waren Boykott angesagt. Zieht daraus die Konsequenzen. Beweist, wie wir in meinem Gau, den Antisemitismus der Tat. Meidet den Juden und haßt ihn!" (Willig!- $cm Benzin 31 Pig. pro Liier la oei 80 Pig. an & Auto-zunehör ^fr Garagen KonsianierpFranKtürt a^m.^ Beitt^airscftsyvB

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