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Der Israelit · 1934-03-15 · Heft 11 (15.3.1934) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 11 (15.3.1934)
Date
1934-03-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Seite 12 Nr. 11 Der Israelit 15. März 1934 Geige dem Abend harmonisch ein und Dr. Willy S a 1 o m o n am Flügel war wieder voller Einfühlung der treue Begleiter des Ganzen. Was noch hervorgehoben werden muß: Es war von Anfang bis zu Ende ein jüdischer Abend, bei dem wir im scharf geschliffenen Spiegel der Kunst den Juden beten, weinen und lachen sahen. Kinderopernabend in der Israelitischen Volksschule. Bei den Kindern der Israelitischen Volksschule merkt man kaum die sonst vor Ostern übliche Nervosität. Man hat gar keine Zeit, Angst vor Zeugnis und Versetzungsschwierigkeiten zu haben. Denn man will Theater spielen! Montag, den 19. und Dienstag, den 20. März soll endlich die Kinderoper gespielt werden! Die großen Leute, die sich dann am Festabend der schönen Klänge, der kunstvollen Reigen, der hübschen Bühnenbilder erfreuen, haben natürlich keine Ahnung von dem Vergnügen, welches die Vorbereitung dazu verursacht. Wie eifrig wird in den Handarbeitsstunden genäht, um die Trachten stilgerecht herzustellen! Manche Stunde muß bei Trude Strauß vertanzt werden, damit die Reigen schön aussehen. Wie kunstvoll klebt und pappt man bei Herrn Erlebacher! Und erst die musikalische Leistung des Herrn Kösterich, der die Oper einstudiert. Auch die kleinste Note muß da stimmen, und wehe dem Sänger, dessen hohes a nicht rein klingt! Und bei all dem Singen und Nähen und Ueben vergehen frohe Stunden. Die Kapelle Kuttner hat sich in freundlicher Weise dem Schulorchester zur Verfügung gestellt, auf daß der Abend zu einem hohen Genuß werde. Es wird pünktlich angefangen; sofort bei Beginn werden die Saaltüren geschlossen, kein Büffet, so daß gegen 11 Uhr jeder im Publikum und auf der Bühne Mitwirkende nach Hause gehen kann. Ton und Wort. Unter diesem Motto findet der zweite und letzte große künstlerische Abend am Sonntag, den 25. März im großen Saale des Saalbaus statt. Zur Mitwirkung wurden u. a. folgende Kräfte gewonnen: Theo Ratn e r (Violine), Hermann Nahm, Darmstadt (Heldentenor), Hans Assenheim (Bariton), Dr. Willy S a- 1 o m o n (am Flügel), die Orchestergemeinschaft jüdischer Berufsmusiker. Die Leitung des ersten Programmteils wurde wiederum Max N e u m a n n übertragen. Zum zweiten, heiteren Teil ist es gelungen, den berühmten Conferencier Willy Prager, Berlin zu gewinnen. Außerdem wirken noch mit: Max Witt- 'mann vom Neuen Theater, Sophie Selig mann (humoristische Szenen) und andere bedeutende Künstler, Rezitationsabend von Edith Herrnstadt-Oettiingen. Im Rahmen der künstlerischen Veranstaltungen der Gesellschaft für jüdische Volksbildung rezitierte am letzten Samstag Abend Frau Edith Herrnstadt-Oettingen. Man lernte in ihr eine Künstlerin, großen Formats kennen, die jeder Aufdringlichkeit und jeden Pathos entbehrend, nur durch die schlichte und daher große Vortragskunst fesselt. Die Künstlerin läßt sich vielleicht nur noch mit Irene Triesch vergleichen. Man hörte von ihr meisterhaft vorgetragene Gedichte und Erzählungen von Silbergleit, Perez, Zangwill, Brod u. a. m. Der Abend war ein künstlerisches Erlebnis ersten Ranges. Klavierkonzert. Im Großen Saal der Frankfurt-Loge findet Mittwoch, den 21. März,' 8.30 Uhr, ein Konzert auf zwei Klavieren von Alice Rosenbaum und Dr. Willy S a 1 o m o n statt. Nummerierte Karten zu RM. 2.—, 1.50 u. 1.— sind zu haben bei den nachstehenden Vorverkaufsstellen: Josef Strauß'sche Buchhandlung, Biebergasse 13, Delikatessengeschäft M. Gerlich, Grüneburgweg 8, Drogerie Schneemann, Schillerstr. 2, Drogerie Herrn. Loeb, Goethestr. 4, Konditorei Freimark, baumweg 1, Gemeindehaus Fahrtfasse 146, Kastellan der Frankfurt-Loge. Weibliche Jugend und ihr Gemeinschaftsleben. Man schreibt' uns: Um die schweren Aufgaben, die täglich an uns herantreten, wirksam lösen zu können, schließen sich häufig Gleichgesinnte und gleichen Zielen Zustrebende zu einer Gemeinschaft zusammen. Der Mädchenklub ist nichts anderes als eine in der einfachsten Form aufgebaute Gemeinschaft, um Freude und Mut im täglichen Lebenskampf zu geben. Wir wollen die jungen Menschen für ihre Arbeit stärken und nach, getaner Tagesarbeit ihnen in der Freizeit Anregung, Belehrung und fröhliches Beisammensein geben. Vor vielen Jahren, lange vor dem Krieg, war die Idee der Girl-Klubs in England entstanden. Anna Edinger brachte diesen Gedanken von London nach Frankfurt. Bertha Pappenheim griff ihn auf und paßte die zu schaffende Einrichtung den Frankfurter jüdischen Verhältnissen an. So entstand der Mädchenklub. Es war im Jahre 1902. Heute schreiben wir 1934, und die Aufgaben und Bedürfnisse' sind durch die Nöte der Zeit und den Umschwung der Verhältnisse noch größer geworden. Wir. suchen ihnen gerecht zu werden, indem wir jeden Abend der Woche in den Räumen der Hans Handwerkstr. 3 die weibliche Jugend sammeln und den Schulentlassenen sowie den im Beruf stehenden jungen jüdischen Mädchen und Arbeitslosen Gelegenheit geben, sich über alle geistigen und kulturellen Fragen, die an uns herantreten, im aufnahmebereiten Kreise auszusprechen.und an ihrer eigenen Fortbildung zu arbeiten. .Es werden unter sachkundiger Leitung Kurse abgehalten, aber auch praktisches und technisches Können wird vermittelt: Maschinennähen, Schneidern, Flicken, Handarbeit, ebenso Stenographiekurse, Deutsch und fremdsprachlicher Unterricht, besonders auch die Förderung der Kenntnisse in hebräischer Sprache und Einführung in die jüdische Ethik, außerdem das Lesen der jüdischen und Tageszeitungen. Jeden zweiten Sonntag im Monat findet entweder ein Ausflug oder ein Vortragsabend statt. Es sind Vorbereitungen im Gange, um neben der geistigen Anregung die Turnstunde wieder einzurichfen, um Gesundheit und Disziplin zu fördern. Im Zusammenhang damit hat - eine junge Aerztin es übernommen, eine Einführung in das Wesen des menschlichen Organismus zu geben. Heute hat der Klub etwa 100 Mitglieder, davon allerdings viel Erwerbslose. Durch diese Mitglieder allein kann sich der Klub nicht erhalten. Wir sehen aber immer wieder, wie notwendig es ist, Menschen, für die in absehbarer Zeit kaum eine Möglichkeit für Beruf und Erwerb zu finden ist, zu sammeln, um ihnen durch die Treue der Gemeinschaft Hoffnung und Zuversicht für ihr Leben zu geben. Die gemeinsame Arbeit, der Unterricht, die Kurse sind nur durch freiwillige Helfer möglich, die sich unserer Arbeit in dankenswertester Weise zur Verfügung stellen, so daß das geistige Geben und Nehmen einen guten. Zusammenhang gibt. Aber außer diesen sicheren Freunden brauchen wir weitere Hilfe, vor allem materieller Art. Wir würden uns freuen, Gäste bei uns zu.sehen; nehmen Sie einmal teil an unserer Arbeit, kommen Sie einen Abend nach der Hans Handwerkstraße 3, und Sie werden den Sinn unseres Werkes erkennen: junge Menschen werden zu einer Gemeinschaft geführt, der Gedanke des Zusammenhalts, des Zusammengehörens wird gestärkt. Je besser wir aber die äußeren Bedingungen dieses Abendheims gestalten können, um so größer wird die Rückwirkung auf diejenigen sein, die sich in_ den Räumen des Mädchenklübs wohlfühlen sollen. Dies gelingt durch die ständige Anwesenheit und die Bemühungen einer liebevollen Leiterin, die sich um die großen und kleinen Anliegen der Klubmitglieder bekümmert und nicht zum wenigsten dadurch, daß die Räume behaglich, warm, hell und freundlich sind. Wir brauchen die nötige materielle Unterstützung, um die Einrichtung aufrecht zu erhalten! (Zuwendungen. auf PostscheckkontoFfm. Nr. 46778). ' 1 I. D. Immer noch skeptisch? Nur einwandfreie Paßform verpflichtet zur Abnahme. Das ist meine Garantie! $ßu&£ Mi MASSKpNttKTlON FRANKFURT AM MAIN KAISERSTRASSE 7 ' FERNRUF 62218 Machen Sie den Versuch Die Feiertage stehen bevor. Denken Sie daran bei Anschaffung Ihrer Frühjahrs-Kleidung f2ßw« Mfl MASSKON FE HTION F R'A N K K l) R T A M MAIN XAISERSTRA$SE? ' FERNRUF «2218 Den den Sie daran daßgerade bei Maßkonfektion ohne Preisaufschlag alle Wünsche berücksichtigtwerden, auch in Bezug a uf 1 BO-Ve r a r b e i t u n g. Sabbat-Anfang und Ausgang anir'i O r t Anfang Uhr | Min. Dalum 1 Ausgang 1 Uhr | Min. Frankfurt am Main 6 05 17. 7 20 Berlin 6 05 März 6 53 München 6 10 1934 7 00 Köln 6 20 7 20 Stuttgart 6 15 1. 7 15 Breslau 6 00 ]ö»i 6 39 Nürnberg 6 10 vmri 7 04 Hamburg 6 15 7 12 Würzburg 6 15 1 7 ' 10 Donnefeldts 1V ist und bleibtder Beste! ICK Alleinvertrieb für PGSSclCll fl. METZGER, FRANKFURT AM MAIN, ZEIL 27 Unier.Aufsicht der Ritual-Kommission der Isr. Gemeinde Ffm Scheitel naturgeir. 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Edle Tfiorafreunde I Die ungemein schreckliche Notlage, welcher sich die Hunderten von uns erhaltenen Talmudistenfamilien befinden, zwingt uns auch in diesem schweren Jahre der furchtbaren wirtschaftlichen und politischen Depression, in welcher sich unsere Brüder allseits befinden einen Hilfsaufruf zur Leistung der traditionellen „Machzis Haschekel u.- Kimcho De-piss'cho Unterstützung" zu erlassen, damit wir in die Lage kommen, den vielen edlen Familien die nötige Hilfe in dieser großen Not zu gewähren und ihnen ein fröhliches Pessachfest zu verschaffen. Es ist seit alten Zeiten bekannt, und alle .Völker bewundern es, daß es gerade in den schwersten Perioden der jüdischen Geschichte, wo die Not am größten war. die ausgeprägtesten Meikraale des jüdischen Volkes das Erbarmen und die Wohltätigkeit waren, von denen jene edle Wirkung ausgeht, die uns überall, u. sogar bei uns. Feinden Achtung u. Anerkennung verschafft. Möge es Ihnen der Ewige in reichstem Masse Vergelten, was Gutes .Sie unserer Jeschiwah tun u. beschere Ihnen ein fröhliches u. Kosch. Pessachfest.) Die Leitung der Jeschiwah „Ohel Mosche" Isaac Salamon Blau B. Jacob Sisermann Adr.: JesKivath Ohel Mosche, P.O.B.,70 Jerusalem, Palestine Postscheckkonto Berlin 83479 Hebraica Judaica LeMöfieibüclie. Neuhebr., fremdspr. □"HDD Geschenk-Werke Atlanten Marken-A'ben Zeitschriften Ritualen Buchhandlung Hugo Oppenheimer Frankfurt am Mai- Rfickertstr. 57 Telefon 42833 L BREIDERT Häfnermeister Hans Handwerkstr.47 Telefon 22811« Reparaturen prompt' und billig. - KACHELOFEN- Mehrzimmerheizung noa w iwd Grosse u. kleine Mengen in Tonnen u. iJ2 Pfd- Stücken liefert billigst S. Deutsch, Heidelberg, Werdersir. 17 Hergestellt unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herr» Rabb. Dr. Pinchas Kohn, Ansbach. Aus Milch, die unt. Aufs, eingemolken wird. Liebl Ihr das Feine Trjnki Goldberg's Weine noD. 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