Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1934)
- Date
- 1934-02-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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22/IVbruruv 1934'. Israelit Nr. 8 Seite 7 1 Diese Bedingung wird man stellen dürfen, , müssen;^ sib/er< unter dieser Einschränkung scheint /uns die Mi t a th ei t d r in g e n d g e b o t e n'! - Unter;-dieser Einschränkung scheint uns das :;n W eitle "d^e r Hiilf^ürid des Aufbaiis , das vbn -von tfsn KfaJten der Käntstraße 158 gespeist .;< wird, ils einWerk der jüdischen Eiebe, als ein Ältafc, -aul -Äen auch wir unsere Öpferspenden Hegen m ü;s's-e n. _ '._■;!-' Körrespondenzen- Det^ßches Reich. 'Eine, yertreiiuag üer unabhängigen Orthodoxie Deutschlands'. Berlin, 15. Febr. Angesichts der Zeitverhältnisse, die eine zu ra- .scher einheitlicher Willensbildung befähigte Führung vder Geschäfte gebieterisch fordern, haben die gesetzestreuen deutschen Organisationen: der Reich,sbu_nd. g e s-e t ze s t r e ue r jüdischer Gerne in^ de n; in -Halberstadt, die '-Freie Vereini-, g.u n g für die Interessen des orthodoxen J u.d e ntums in Frankfurt a. M. und die L a n - desorga nisaiion der Agüdas Jisroel in Deutschland eine gemeinsame, : fünfgliedrige V e r - t r.e t u n g geschaffen, die mit weitgehender Vollmacht ausgerüstel. wurde. Mitglieder dieser „Vertretung der unabhän gig en'.' jüdischen Orthodoxie Deutschlands" sind die Herren -Rabb, Dr. P. Kohn, Ansbach-Berlin, Rabb, Dr. E. "Münk, Berlin, Rabb. Dr. M. Schlesinger., .Halberstadt, Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M. und Jacob Rosen heim, Frankfurt a. M. Stellvertreter sind die Herren Rabb. .Dr. M. Auerbach, Berlin, Rechtsanwalt Dr. J. Breuer, Frankfurt a. M., Wolf S. Ja cobson, Berlin, Rabb. Dr. A. Klein, Nürn Iserg, Rabb. Dr. J. Merzbach, Darmstadt. Die „Vertretung der unabhängigen Orthodoxie' hat .unterm 8. Februar — also vor der Sitzung des Beirats — an die „Reichsvertretung der deutschen Juden" ein Schreiben gerichtet, in dem eine ständige Zusammenarbeit auf folgenden Gebieten vorgeschlagen wird: a) Bearbeitung und Vertretung aller mit der Rechtsstellung der deutschen Juden und . ihrem moralischen Schutz in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten. b) Bearbeitung und Vertretung aller mit den wirtschaftlichen Interessen der deutschen ' Juden und ihrer Einrichtungen im Zusammenhang stehenden Angelegenheiten. . Das Schreiben schließt mit der Hoffnung, daß durch Annahme dieses Vorschlags eine innere Befriedung h e r b e i g e f ü h r t u n H '■ di e V e rtreiun gjS kr ä,f t ..[<d er. .deutsc he n Judenheit nach außen erhöht werden werde. Reichsinnenminister Dri; Frick über die Rassengesetzgebung des Dritten Reiches. Berlin, 16. Febr.' Auf einem vom Außenpolitischen Amt der NSDAP, für das Diplomatische Corps und die Berliner Vertreter der ausländischen Presse veranstalteten Vortragsabend sprach Reichsinnenminister Dr. Frick über die Ras sengesetzg e b u n g des D r i t - ten.Reiches. Nach einem Hinweis darauf, däß die Rassenfrage in der Gesetzgebung einer Reihe von Staaten, < wie den Vereinigten' Staaten von Nordamerika, Australien'1 und Persien, eine bedeutende Rolle, spiele, wandte 'sich der Minister ' der Bespre- chung der deutschen Gesetzgebung auf der " Grundlage des Rassenprinzips zu, wobei er vorausschickte, däß diese Gesetze sich in keiner Weise gegen die jüdische Religionsgemeinschaft, die Ausübung der jüdischen Religion oder die Freiheit des jüdischen Glau- Die Woche. Frankfurt a. M. Die Gemeinde Sterbfritz (Kreis Schlüchtern) hat vor kurzem beschlossen, aus Sparsamkeitsgründen keine bezahlten Nachtwächter mehr zu beschamgen; sondern jeden Haushaltungsvoxstand zu verpflichten, auf Aufforderung der ^Ue-,. meindebehörde eine unentgeltich ^cht-; wache zu stellen. Das „Frankfurter Volks- . blatt" veröffentlicht aus diesem Anlaß eine Meldung aus Sterbfritz, wonach auf Protestder Bürger der Ortsgruppenleiter Pg: - Schreiber dem Bürgermeister Anweisung erteilte, künftig k e i n e Juden mit dem Nachtwächter-Posten zu betrauen. Wien, Der bekannte Direktor des^ TeL Awiwer Gymnasiums, Dr. Benziön M o^s - s i n s o n , wurde in Wien unter der , Beschuldigung, in einer Rede auf de,'ta Prager Zionistetikongreß den Bundeskanzler Dollfuß beschimpft zu nahen, v e r h ä f fei Erst nach wiederholter Intervention der österreichischen Zionistenführer konnte die Beschuldigung widerlegt und Mossinson aus der Haft entlassen werden. Amsterdam. Der bisherige Leiter der Mägistratsäbteiluhg für soziale Wohlfahrt im Haag, Dr. J. J. B o a ss o n, ein hervorragender Gelehrter auf philosophischem und juristischem Gebiet, ist vom Stadtrat zum M a g i s.t r a t s d i r e k - tor der Stadt Haag ernannt worden. Dr. J. J. Boasson ist der erste Jude, dem dieses höchste Amt der Haager Stadtverwaltung übertragen wurde. Warschau. Das Hilfskomitee für Intellektuelle aus Deutschland, dem u. a. auch, der ehemalige Außenminister Graf Z a 1 e s k i und der Präsident des Senats, Julius S z imansky, beigetreten sind, beabsichtigt, eine Anzahl von Gelehrten, die früher in. Deutschland tätig waren, einzuladen, ihre Arbeit in Polen fortzusetzen. — Nach den polnischen „Statistischen Mitteilungen" sind im vorigen Jahre 10.344 Juden aus Polen nach Palästina ausgewandert. Von 1927 bis 1932 haben sich 9829 Juden, aus Polen dorthin begeben, insgesamt also in den letztem sieben Jahren 20.243 Personen. Bukarest. In der siebenbürgischen Stadt Dej ist es zu turbulenten antisemitischen Ausschreitungen gekommen, die ihre Ursache darin hatten; daß die Leitung der Jüdischen Gemeinde" und das Rabbinat " rund um die Stadt einen „Eruv" aus Draht gezogen haben.- .Antisemitische Agitatoren alarmierten chV rchristliche Einwohnerschaft von Dej, der sie einredeten, die Juden verliehen der Stadt -durch die Errichtung des „Eruv"' einen „jü- 'dischen Charakter". Die gesamte Polizei mußte, aufgeboten werden, um die Ruhe wieder herzustellen, was ihr nur mit großer Mühe gelang. Talin (Reval). Der Senat der Universität Dorpat (Tartu) und der Präsident der Republik Estland bestätigten die Nominierung von Prof. Dr. L. G u I k o - k o c z , früher Leipzig, als Professor für jüdische Wissenschaften am Judaistischen Institut der Universität Dorpat. Rom. Ministerpräsident Mussolini hat die Ernennung einer Reihe jüdischer Gelehrter zu Mitgliedern des Nationalen Rats der Wissenschaft (Consiglio nationale delle Ricerche), dem die bedeutendsten Vertreter aller Gebiete der Wissenschaft angehören, bestätigt, u. a. Prof. Marco Alma gia vom .Pathologischen Institut in Rom, Prof. Giorgio Levi von der' Universität Mailand, den berühmten Kliniker Prof. Dr. Camillo Levi, Mailand und Prof, Maurizio A s c o 1 i. London. Die eng- ' fischen Kirchen haben einen Appell für die Auswandererhilfsaktion erlassen. Von den Sammlungen werden nun 800 Pfund für praktische Hilfsarbeit, weitere tausend Pfund für besondere Bedürfnisse der Auswanderung, wie Akademikerhilfe usw. verwendet Jerusalem. Arabische Kreise kündigen für den 6. April die Eröffnung einer arabischen Messe in Jerusalem als Konkurrenz zu der jüdischen Levante-Messe in Tel-Awiw an. Die Zeitungen, auch arabische, weisen darauf hin, daß die vorjährige Konkurrenz-Messe eher einem gewöhnlichen orientalischen Basar als einer Ausstellung glich. Rabat. Eine arabische Abordnung aus Rabat, Ma.rrake.sch und anderen Städten Marokkos überreichten dem englischen Konsul in Rabat einen Protest gegen die „freie Einwanderung" von Juden in Palästina. Die Guten im marokkanischen Hinterlande scheinen nicht zu ahnen, wie es um die „freie Einwanderung" in, Palästina bestellt ist. bens richten, niemals an.' eine. vertr W -'Auch habe, das Deutsche Reich . , Szwangsweise Aussiedlung der Juden *?e '. C W.a in der Art des zwischen der Türkei1 P"*.. fuchenland 1923 abgeschlossenen^ Austauschges. Der Minister betonte, daß die riesige anderbewegung, die eine Folge dieses Vertrages war, ohne die \ geringste Teilnahme der Welt vonstatten gegangen sei, obwohl es sich : um schwerste Eingriffe in das private Leben von Hunderttausenden Familien gehandelt: hat. Deutschland dagegen habenur sein Berufsbeamtentuta wieder so -hergestellt/ wie es zur Sicherung des Reiches und seiner Verwaltung nötig erschienen sei. Daher seien, erklärte Reichsminister Dr. Frick, die Angriffe gegen die deutschen Gesetze und insbesondere gegen die Einführung des sogenannten „Arierparagraphen" völlig unbegründet, :' Ueber die Grenzen der Arier ge s e t z g e - b u n-g führte Reichsminister Dr. Frick etwa folgendes aus: Noch stärkeren Anfeindungen sind wir deshalb ausgesetzt, weil die Gedanken des Arierparagraphen auch über die unmittelbare Sphäre des Staates hinaus auf kulturelle Gebiete und au f. die freie Wirtschaft übergegriffen haben. Spielte bei den von mir bisher erwähnten Gesetzen und Verordnungen ein starkes öffentliches Interesse ah "der Ausschaltung nichtarischer Einflüsse mit, so schießt es doch über das Ziel hinaus, wenn, wie es manchmal geschehen ist, die Grundsätze des § 3 wähl- und kritiklos auf Gebiete übertragen werden, für die sie n i c h t bestimmt sind. In zahlreichen Fällen sind s o 1 ch e F e h 1 griff e bereits durch die zuständigen Behörden richtig g e s t e 111 w o| r d e n. . So hat das Reichsarbeitsgericht 'erst unlängst festgestellt, daß die hier und da aufgetretene Behauptung, jeder Angestellte nichtarischer Abstammung könne fristlos entlassen werden, nicht anzuerkennen ist, auch nicht unter der ver-; änderten Einstellung gegenüber dem Judentum im nationalsozialistischen Staat. Ebenso hat die .Anschauung, daß die Zugehörigkeit eines Eheteils zur jüdischen Rasse zur Anfechtung der Ehe berechtige, sich nicht durchgesetzt Vor allem hat aber die deutsche Regierung in diesrv Beziehung immer den, Standpunkt vertreten, daP de^ig.en Uebergriffen, mit aller Entschied , ~ e g e n g e t r e t < ..:A . Bennert enc_ - die Behörd' werden muß, und erst in diesen Tageu nochmals darauf hingewiesen, daß sie ihre v nahmen und Entscheidungen nur die geltenden besetze zu Grunde legen und sich mit diesen auch dann nicht in Widerspruch setzen dürfen, wenn sie vielleicht nationalsozialistischen Auffassungen nicht voll zu entsprechen scheinen. Denn den Zeitpunkt und das Ausmaß der Verwirklichung unseres r-arteiprogramms bestimmt ausschließlich der Führer Allerdings darf bei derartigen Erscheinungen nicht ubersehen werden, daß sich das deutsche Volk selbst der völkischen Forderungen in Rassenfragen immer mehr bewußt wird, und von sich aus ohne behördliche Einwirkung die entsprechenden Folgerungen zieht, z. B. nichtarische Aerzte oder Rechtsanwälte weniger aufsucht als früher. <f' Von der „roten Büchse". Frankfurt a. M., 20, Febr. In einem Aufrufe der Deutsch-'Holländischen Palästina-Verwaltung lesen wir: ,in einer Zeit, da sich erfreulicherweise das Interesse weitester Kreise dem konstruktiven Aufbau Palästinas zugewendet hat, darf die älteste deutsche Palästina-Institution, die seit mehr als 125 Jahren wirkende Deutsch-Holländische Palästina-Verwaltung Pekidim und Amarkalim Amsterdam) nicht vernachlässigt werden. Unabhängig von politischen Strömungen unterstützt sie vor allem die aus Deutschland und Holland stammenden Thoragelehrten, Arme Witwen und Waisen. Darüber hinaus unterhält sie die aschkenasische Thoralehranstalt Jeschiwath Zion und die sefardisch orthodoxe Bürgerschule Doresh Zion." - Alle Freunde ihrer Bestrebungen werden gebeten, auch weiterhin 'für sie zu spenden und zu werben und ihr besonders - nach jahrhundertaltem Brauche - Challoh-Gelder, Rabbi Meir bal Haneß-Gelder, Machazis Haschekel-Gelder, Mat-