Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1934)
- Date
- 1934-02-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 Nr, 6 Der Israelit 8. Februar 1934 im Dienst vor dem Schöpfer. Eine Stufe ist immer höher als die frühere und alle zusammen bilden den Stufengang der Seele im: Dienst. Und manchem mag es gelingen,, die Schale zu formen, manchem auch Balsam zu finden, manchem den Balsam in die Schale zu füllen, aber er entzündet das Feuer nicht, und mancher entzündet ein Feuer, aber die Schale schmilzt nicht und der Duft steigt nicht empor. Und manche erringen nicht den Traum und das Bild des höchsten Dienstes. Und das ist das Geheimnis der Stufen: Eine jede von ihnen enthält selbst zahllose Stufen. Die unterste eben betreten zu haben bedeutet: die oberste meinen und erreichen wollen. Ohne den glühendsten Wunsch zur letzten und höchsten erfüllt niemand die Stufe, auf der er steht. Wer' meint, sich begnügen und stehen bleiben zu können, der hat niemals eine Stufe betreten. — Diese Erzählung hat dreifache Gültigkeit, eine ist höher als die andere: Sie meint ein Leben, Sie meint einen Tag, Sie meint eine einzige Erfüllung der g'ttlichen Weisung. Gestorbenes Judentum in Böhmen und Mähren. Die Denkmalskommission des Obersten Rates der jüdischen Kultusgemeinde-Verbände in Böhmen, Mähren und Schlesien weist in einer reich ausgestatteten Schrift „Die jüdischen Denkmäler in der Tschechoslowakei" auf die Tatsache hin, daß in der gegenwärtigen Zeit, in der viele Gemeinden, die ein Mittelpunkt jüdischen Lebens und jüdischer Kultur waren, zu Grunde gehen, auch Denkmäler des Kulturlebens früherer Zeit der Vernichtung zum Opfer fallen. Die Denkmalskommission hat nun die Aufgabe auf sich genommen, möglichst viele Dokumente des Denkens, Fühlens und der Arbeit von Generationen zu retten und zu sammeln. Norbert Adler erklärt im Vorwort, daß man sich mit der Rettungsarbeit zu beeilen habe. In kurzer Zqjt drohe unersetzlicher Verlust. Verständnis und Unterstützung der ganzen jüdischen Oeffentlichkeit tue not. Das Interesse für jüdische Vergangenheit könne und werde auch bestimmt der lebenden jüdischen Generation viel mehr bedeuten als bloß museales Interesse: Interesse für die Vergangenheit wecke Interesse für die kulturelle Gegenwart und Zukunft. Prof. Dr. S. H. Lieben, der die Publikation redigiert hat, erläutert die Grundsätze, die bei der Auswahl der Arbeiten maßgebend waren und stellt fest, daß das hier verarbeitete Material nur einen Bruchteil des bis zum Sommer 1931 dem Obersten Rat zur Verfügung stehenden Materials darstellt und mit wenigen Ausnahmen aus den jüdischen Landgemeinden der historischen Länder stammt. Die bildliche Darstellung wurde in den Vordergrund gestellt, das Wort dem Bilde untergeordnet. Zunächst gewinnt man durch Arch. Leopold Ehrmann einen Ueberblick über die jüdischen Synagogen in den Provinzorten und Dörfern Böhmens; die Arbeit gibt eine Auslese des bisher gesammelten Materials. Durch die Werbetätigkeit soll es erst ermöglicht werden, ein vollständiges, kunsthistorisch und historisch einwandfreies Sammelwerk der Synagogen und Bethäuser der Provinz zustande zu bringen. S. H, Lieben zeigt eine Auswahl jüdischer Grabsteine in den historischen Ländern, wo, besonders in Böhmen und Mähren, Juden nachweisbar seit dem 10. Jahrhundert siedeln, wo aber kaum ein Friedhof aus früherer Zeit als dem 16. Jahrhundert zu finden ist. Heinrich Flesch zeigt in einer Abhandlung „Die Kunst im Dienste der Synagoge" in knappen Umrissen die im Dienste der Synagoge gestandene jüdische Kunst vergangener Jahrhunderte. Ein' Kapitel behandelt Silberschmiede, ein zweites Goldsticker, ein drittes Buchmaler. Der letzte Abschnitt des Buches bringt die Wiedergabe zeitgenössischer Dokumente über die Vertreibung der Juden aus, bezw. ihre Wiedereinsetzung in Böhmen, ferner Urkunden über die Judensteuern in Böhmen und zeitgenössische Zeugnisse zur Emanzipation der.M'Juifden in iB^hrnprii t ©61p. Band, ^er; ein; weitgespanntes- Sjück jüdischer Ländern umfaßt, ' Will als Werbeschrift für weitere jüdische wissenschaftliche Arbeit und zukünftige größere jüdische Publikationen zur Belebung jüdischkulturellen und künstlerischen Schaffens beitragen. Kinderecke. Schekel und Schekolim. Der Schekel ist eine altjüdische Münze, mit der schon Abraham beim Erwerbe des Machpelagrabes gezahlt hat. Es gab Gold schekel und silberne Schekel, erstere dürften wohl vornehmlich zum Schmucke gedient haben. Bei der Auslösung eines Erstgeborenen zahlte man fünf Schekel. Die erste Zählung des jüdischen Volkes geschieht -nach dem „halben Schekel", woran unser Schkolimsabbat erinnert. Er ist noch mehr: der Ausklang einer Institution aus der Zeit des zweiten Tempels. Man hatte mit der Einziehung des Schekelbeitrages am ersten Adar begonnen, damit am ersten Nissan das ,,Beständige Opfer" schon aus den neuen Steuergeldern bestritten werden konnte. Am Sabbat, der dem Adarneumonde vorausging, verlas man den Thoraabschnitt, der von der Spende des halben Schekels spricht. Eines anderen Mahnzettels bedurfte es nicht. Der Wert des halben oder ganzen Schekel wechselt in der Geschichte nach der jeweiligen Währung. Es war die Tempelsteuer, der sich keiner entziehen durfte, so er das zwanzigste Lebensjahr überschritten hatte. Sowohl in der Bibel selbst wie in der Mischna ist viel von dem Schekel die Rede. Letztere hat sogar einen eigenen Traktat der Schekelinstitution gewidmet, der unter dem Namen „Schekolim" den vierten Band in der Ordnung ,,Moed" ausmacht. Auch nach Zerstörung des Tempels hing das Volk immer noch in liebevoller Treue an der, Schekeleinrichtung. Die Gelder gingen zunächst nach J a b n e, um dort die Schule, die letzte aus dem Zusammenbruch gerettete Kraftquelle, zu erhalten. Als Vespasian den Schekel für seinen Göttertempel .beschlagnahmte,,'• hatte man. in der jüdischen Zerstreuung zwei Schekel bezahlt, einen für Rom, den anderen insgeheim für die jüdischen Schulen. Sendboten aus Erez Israel fuhren in Babylon und anderen Ländern herum, um die Schekelgelder einzusammeln. Heute noch werden in jällen jüdischen Gemeinden am Purimabend vor Verlesen der Megilla Gaben im ungefähren Werte eines halben Schekels entrichtet, die nach altem brauche ins heilige Land abgeführt werden. Schekel münzen befinden sich heute noch in alten Museen und auch im Privatbesitz aus der Zeit von Simeon dem Makkabäer, (etwa 135 vor der ü. Ztr.). Sie zeigen auf der einen Seite das : Wort „Jerusalem" mit einem blühenden Mandelstabe, auf der anderen Seite die Worte „Schekel Israel", darunter die Abbildung einer Schale mit Manna. Das Jahresdatum ist je nach [äer Prägung mit dem ersten bis zum vierten Jahre der Regierung Simeons angegeben, geben. Saul und David. Ein Gesellschaftsspiel, lyjjaoi fertige eine Tabelle an von 14 senkrechten und 'jzehn wagerechten Kolonnen mit insgesamt 150 Feldern und merke sich folgende Spielregeln:!Ü. Jedes Kind, das mitspielt, erhält eine Spielmarke. ,)>'- 2. Die Spielfolge geht nach dem Alter. 3. Jeder, der daran ist, würfelt mit einem Würfel. Soviel Augen man geworfen hat, soviel Nummern rückt er mit der Marke vor. 4. Wer auf Nr. 7 gekommen ist, muß. auf 5 zurück. Nr. 7 bedeutet: Saul sucht mit dem Knecht die Eselinnen. 5. Wer auf Nr. 11 kommt, geht auf 14 weiter.. Nr. 11 bedeutet: Sie gehen noch zu Samuel nach Rama. 6. Wer auf Nr. 15 kömmt, darf noch einmal würfeln. Nr, 15 bedeutet: Saul nimmt ehrenhalbrer am Opfermahle teil. :> 7. Wer auf Nr. 22 kommt, darf 2 Mal (immer] würfeln. Nr. 22 bedeutet: Saul wird >von Samuel gesalbt. 8. Wer auf Nr. 45 kommt, darf 10 Nummern weiter. Nr. 45 bedeutet: Saul wird vom Volke gewählt. 9. Wer auf Nr. 70 kommt, darf 1 Mal nicht würfeln. Nr. 70 bedeutet: Belagerung Jabes Gileads. 10. Wer auf Nr. 82 kommt, darf 3 Mal hintereinander würfeln. Nr. 82 bedeutet: Sauls Sieg über Jabin. 11. Wer auf Nr. 125 kommt, muß-aus 50 zurück. Nr. 125 bedeutet: Sauls Ungehorsämkeit gegen G'tt> 12. Wer auf Nr. 150 kommt, hat gewonnen. Bedeutet: David wird zum König gesalbt. Kinder dichten ,.. Chamischo-oßör beschwat. Verschneit sind die Wälder, Die Bäume sind kahl; Es wird immer kälter, Schneebedeckt ist jedes Tal. Doch naht bald Chamischo-oßer beschwat, An dem Baum und Strauch Geburtstag hat. Jedes Gewächs bekommt neuen Saft, Und G'tt verleiht ihnen frische Kraft. Die Sonne kommt aus ihrem Winterversteck, Sie sieht lustig aus und lacht ganz keck. Alles fängt an zu grünen und zu sprießen. G'tt läßt den Regen nur so hinunterfließen. Alles ist vom Schlaf erwacht, Alles ist neu und hat frische Kraft. Lotte Wreschner, Kl. 5c. Rätselauflösung aus Nr. 4. 1) suKk) tm nwan 2) Hpy Reichtum 10 3) Zepter, Sch'wat ein „rpa" davor nwan -wsr üntyn Auflösung des hehr, magischen Quadraträtsels aus Nr. 4. T | S| D nöO Buch rno Blume n'h | p J±±l fDÜ Waschen 1 n t V b n b T 3 lüj? Lokomotive S?Ö' „bevor" 170*1 248' anj Edelmetall b*?jn P-reisgesang Verwirren Richtige Lösungen sandten: E. u. Pfh. Pfeffer, Dresden; A. Davidsohn, Tilsit; Marianne und Leo Sichel, Nürnberg; Susi und Magda Lemberger, Wien; Rose Sulamith Gluskinos, Breslau; Alfred Donat, Yverdon; Fanny, Evelyne und Charlotte Nordmann, Basel; Gerda, Josef und Marianne Oppenheimer, Kitzingen; Heinz Kaufmann, Tauberbischofsheim; Berta Plaut, Breslau; Siegfried und Dina Dreyfuß, Hersfeld; Golda Kraushaar, Reichelsheim; Sara Roth, Borken; Leo Domowitz,"Kiel; Simon und Salomon Eschwege, Schenklengsfeld; Leon und Emanuel Feldmann, Berlin; Nathan Carlebach und Edith Carlebach, Frankfurt a. M.; Hermann, Leo und Helene Sönnenblick, Frankfurt a: M.; R. Hirsch^ Ladenbürg; Ester und Max Plaut, Freiburg;:\Eli und; Rafael Simon, Mannheim; , Naftali Moritz;und; Siegfried Wagschal, Berlin; Sari und Rözi Fürst, :jSzombathely; Josef und Adolf Tayer,. (Frankfurt a.M,,'Nechemje und Fischel Pfeffer, Dresden; Rösli Schwarz, Basel; D. Lauber, Hagen; Gottschalk' Schlesinger, Wien; Helene Lidzbärski, Frankfurt a. M.; David. Wilder, Dresden.