Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1934)
- Date
- 1934-02-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Der Israelit Nr. 6 Seite 5 lung. Es bestehen jetzt Absichten, bessere Möglichkeiten zur Berufsumschichtung von Akademikern und Kaufleuten zu schaffen. In Bussum ist eine Lehranstalt zur Ausbildung von Elektrotechnikern eröffnet worden, in der sich z. Zt. 22 Interessenten befinden. Prof. Cohen führt zu diesem Punkte aus, er fühle sich verpflichtet, besondere Anerkennung \dcn Hachscharastellen der Agudas Jisroel und Jdes Misrachi zu zollen, die sich erfolgreich bejmühen, deutsche jüdische Jugend beruflich umzuschichten und für Palästina vorzubereiten. Unter Leitung von Frau Prof, Fryda wurde im Juni 1933, in Amsterdam eine Volksschule mit holländischen und deutschen Lehrkräften eingerichtet, in die Kinder jüdischer Auswanderer, die sich endgültig in Holland niederlassen wollen und die für holländische Schulen vorbereitet werden sollen, gehen. Ursprünglich wurde die wjmmumammssmB^^SBUBmtBmma^Kmmmma^BKBm^Mmm London, 2. Februar. Die Londoner Tagung des Emigrantehhilfswerks wurde am 30. Januar mit einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Exekutive des Verwaltungsrates und des Beirates der Privatorganisationen beim Hochkommissar für Emigranten-Fürsorge eröffnet. Außer den Vertretern Frankreichs und Hollands im Verwaltungsrat waren die Delegierten der Privatorganisationen, die das Hilfswerk tragen, anwesend. Der Präsident der ständigen Exekutive, Lord Cecil of Chelwood, erklärte in [seiner Eröffnungsansprache, daß von den etwa 160 000 Menschen, die Deutschland verlassen s hätten, 7000 nach Palästina und rund 6000 nach I Polen gegangen seien. Es blieben also noch 47 000 Emigranten. Man hoffe, daß von diesen etwa 10—15 000 in der Lage sein würden, durch [eigene Anstrengungen oder mit Hilfe eigener [Mittel selbst für sich zu sorgen. Von den übrigen seien 17 000 Frauen und Kinder und 5000 junge Menschen, die geschult oder umgeschult [werden können. Für die restlichen 10 000 Menschen müßten neue Erwerbsmöglichkeiten, sei es durch Ausnützung von Möglichkeiten in besiedelten Ländern, sei es durch Kolonisation, geschaffen werden. Für diese Pläne geeignete gäbe der „Gesammelten Schriften Bialiks" wurde seinerzeit im Frankfurter Wahrmann-Verlag hergestlelt. Demnächst wird im Verlage Bamberger- Wahrmann in Jerusalem das SttöDinn }wb von Rabbi Chajim Josua Kassowski, ein grundlegendes talmudisch-wissenschaftliches Standardwerk, von dem schon einmal bei uns die Rede war, erscheinen. Vom Historiker des Chassidismus. Am ersten Adar ist die Jahrzeit von Ahron Marcus ^"Si dem großen Forscher und Gelehrten, der echte Wissenschaft als Weg zu G'tt und zum Judentum gezeigt hat. Gerade heute, da nach dem Ableben des Czortkower Rebben der Chassidismus weitgehendstes Interesse hervorrief und durch die lieblosen Angriffe eines jüdischen Blattes soviele Irrtümer und Fehlurteile über diese jüdische Bewegung und ihre vornehmsten Vertreter verbreitet wurden, soHte man nach dem grundlegenden Werke von Ahron Marcus „Der Chassidismus" greifen und daraus wahre Kenntnis der chassidischen Gedankenwelt schöpfen. Das Buch wie alle anderen Meisterwerke Ahron Marcus' sind im Verlage Salomon Marcus, Harburg beziehen. (Grundgedanken des Judentums.) Unter dem Titel „Some Aspects of Judaism" hat Rabbi pf. Leo Jung in Newyork eine geschickte populäre Z'lSammenstellung der jüdischen Glaubensprinzipien u id der daran anknüpfenden Gedankenwelt überhaupt, hauptsächlich für die indische Judenheit bestimmt, veröffentlicht. Die Aufsätze erschienen zu- Schule von 167 Schülern besucht, zur Zeit befinden sich noch 100 Schüler in der Schule. In Scheveningen wurde unter Mitwirkung der Regierung eine höhere Werkschule, die unter Leitung von Dr. Danziger steht, eingerichtet. Der Inspektor für höheres Schulwesen, Dr. G. Bolkestein, ist Vorsitzender des Kuratoriums dieser Schule. Das Auswanderungsproblem, schloß Prof. Cohen, ist ein äußerst schwieriges und diffiziles. Doch es scheint mir, daß wenn eine Lösung dieses Problems, überhaupt gefunden werden kann, sie nur auf dem Wege gefunden wird, der in Genf beschritten wurde. In der Geschichte des jüdischen Volkes, ja in der Geschichte der Welt wird die Initiative, die die holländische Regierung mit dem Einbringen ihrer Resolution in Genf ergriffen hat, stets einen vornehmen Platz einnehmen. Länder ausfindig zu machen, sei die Aufgabe des Hochkommissars. Dr. Chajim Weizmann warnte vor zeitraubenden und kostspieligen neuen Kolonisationsexperimenten in überseeischen Ländern. Er glaubt, daß die in Deutschland erzielte Gleichgewichtslage zu ihrer Erhaltung die jährliche Auswanderung von 15—20 000 Juden erfordern werde, davon 4—5000 junge Menschen. Wenn die Einwanderung nach Palästina auf derselben Höhe bleibe, wie im letzten Jahre, was nach Ansicht von Sachverständigen durchaus möglich sei, könnte das Heilige Land etwa zwei Drittel der jährlichen Auswanderung aus Deutschland aufnehmen, also 10 000 Juden. Von diesen würden 5000 junge Menschen sein, die sich der Landarbeit zuwenden und 5000 andere. Die Hauptsache sei, daß die Mandatarmacht durch, Bereitstellung der erforderlichen Zertifikate mithelfe, die Absorbierung dieser 10 000 Menschen im Jahr zu ermöglichen. Namens der amerikanischen Judenheit erklärte Felix W a r b u r g die Einwanderung in Argentinien und in anderen amerikanischen Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten könne nur dadurch ermöglicht werden, daß den in Betracht kommenden Ländern zugesichert wird, die Einwanderer würden keine Belastung für die öffentliche Wohlfahrt darstellen. Das sei aber erst in der in Bombay herausgegebenen Wochenzeitschrift „Jewish Tribüne" und können in den durch mancherlei unjüdische und außerjüdische Bewegungen (Christian Science) bedrohten indisch-jüdischen Gemeinden eine heilsame aufklärende Wirkung ausüben. (Aus der Chaluzbewegung.) Der „Haboneh" (Aeltern-Blatt der jüdischen Jugendgemeinschaft Habonim Noar Chaluzim) veröffentlicht ein von Georg Pape in Berlin herausgegebenes Heft, das eine Reihe von Aufsätzen über die durch den Umsturz in Deutschland entstandene Problematik der allgemeinen Chaluzbewegung enthält. Diese Problematik besteht vorwiegend darin, daß in den „Hechaluz" selbst* im Gefolge der Ereignisse Tausende von Menschen aus den Geschäften und Warenhäusern ohne alle bündische oder sonstige innere Vorbereitung eingeströmt sind, so daß der „Hechaluz" in ganz kurzer Zeit aus einem Bunde von 500 Menschen zu einem solchen von annähernd 9000 Chawerim angewachsen ist. Dieser Masseninvasion gegenüber entsteht für die bisher an der Vorbereitung der Menschen für den „Hechaluz" beteiligten Bünde naturgemäß ein schwerer Konflikt. Man will weder auf die Ergreifung der gewaltsam auf Palästina verwiesenen vielen Tausende von Brüdern noch andererseits die bisher angewandten Prinzipien der Auslese und der sorgfältigen geistigen und charakterlichen Erziehung verzichten. Daß diese Erziehung leider gänzlich areligiös ist und überhaupt jeder weltanschaulichen Vertiefung entbehrt, geht auch aus dieser Publikation mit Deutlichkeit hervor. Aber gerade deswegen -werden auch die gesetzestreueri Bünde aus dem riefte mancherlei lernen können. nur möglich, wenn man in den betreffenden Ländern neue Industriezweige schaffe und an der Entwicklung ungenügend ausgebauter Industriezweige mithelfe. Was die Vereinigten Staaten betreffe, so sei man bemüht gewesen, die gesetzlichen Möglichkeiten ausfindig zu machen für die Zulassung von Kindern und anderen Personen, die keinen Druck auf den Arbeitsmarkt ausüben. Man steht dem wohlwollend gegenüber und er zweifle "nicht daran, daß der High Commissioner nach dieser Richtung viel durchsetzen könne. Nachdem Prof. Rapp.ard über die Akademikerfrage gesprochen und Sif Osmond D'Avigdor G o 1 d s m i d die Grundsätze der bisherigen Verteilungspolitik des British Central Fund — Hälfte für Palästina, Hälfte für andere Zwecke — gerechtfertigt hatte, richtet der Bischof von Chichester einen Appell an die katholische Kirche, sich an dem Hilfswerk^ zu beteiligen. Der Erzbischof von Canterbury habe in seinem Weihnachtsaufruf, der von den Oberhäuptern aller drei Kirchen unterzeichnet war, darauf hingewiesen, daß die gesammelten Gelder nicht nur Nichtjuden zugute kommen könnten und daß wir in einer Zeit der Not keinen Unterschied der Rassen kennen. Es sollte, so meinte der Redner, an die große römisch-katholische Kirche der Appell gerichtet werden, finanzielle Beihilfe zu leisten vielleicht durch einen unabhängigen Aufruf, der vom Papst oder von den Kardinalerzbischöfen der einzelnen Länder ausgehen soll. Als letzter Redner ergriff der High Commissioner James G. Macdonald das Wort. Sein Bericht besagt, daß eine Informationsstelle eingerichtet worden ist, um die Materialien über die in Betracht kommenden Einwanderungsländer zu sammeln. Die Verhandlungen mit den Regierungen über die Aufnahme von Einwanderern führt der Hochkommissar selber. Die Siedlungsaktionen jedoch werden Sache der privaten Organisationen sein. Gewisse Erfolge seien in den Vereinigten Staaten Amerikas erzielt worden, wo sich allgemeines Verständnis für die menschliche Seite des Problems bemerkbar mache. Für die Schulung und Umschichtung der jugendlichen Personen sei manches, aber noch nicht viel geschehen. In Frankreich habe man in vier Lehrfarmen 150 Jugendlichen Gelegenheit zur einjährigen Ausbildung in der Landwirtschaft geboten, weitere 150 seien bei Landwirten, etwa 200 in Gewerbeschulen untergebracht. Die holländische Regierung habe am Zuider-See Boden Geschäftliches. (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Die jüdischen Hausfrauen werden es begrüßen, daß die Fa. L a n d a u e r u. Co., Chemische Fabrik Frankfurt-West ihre seit vielen Jahren rühmlichst bekannten Putzmittel nunmehr auch in koscher unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Wolf, Köln herstellt. Besonders hervorgehoben seien hiervon: ,APU", flüssiger Metallputz; „LANDUR", Reinigungs- und Scheuerpulver; „MEINE FLAGGE", Silberseife; „BONIBOY", die einzigartige Scheuerseife usw. usw. (Siehe Inserat.) Wochenkalender. Vom 10. — 17. Febr. 1934 / Vom 25. Schebat bis 2. Adar 5694 Samstag Sonntag! . iio H 25 26 ■•nv «p tr-n: Iis! OD aibpv 's o^a^a snnn pa-ina ■ Mauled: Mittwoch vorm 8 Uhr 15*/9 Minuten Montag 12 27 X Dienstag 13 28 NX Mittwoch Feb. U 29 TU 3 \0p TID3 OY> Donnerstag 15 30 1 Pin PNT? 'S nv Freitag 16 ms 1 1 Enn B7«n 'a av Samstag 17 2 n npiosn n»i->n LondonerTaoung des Emigrantenhilfswerks Berichte und Pläne des Hochkommissars Macdonald,