Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1934)
- Date
- 1934-01-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Seite 5 geschaffen worden und zwar für Erez Israel, Chinuch, Chissuk hadath, Kehillah- und politische Angelegenheiten, sozialökonomische Fragen und für Organisation. Unter den Beschlüssen nimmt die Paläs'tinaresolution die erste Stellung ein. In dieser ist auch die Forderung der freien jüdischen Einwanderung in Palästina enthalten wie ein Protest gegen die „Touristenjagden" und zuletzt der Wunsch, Mittel und Wege zur Verständigung mit den Arabern zu finden. Ferner wird in den Resolutionen mit Befriedigung konstatiert, daß nunmehr auch die anderen jüdischen Parteien das Zusammengehen der Aguda mit der Regierung in der Innenpolitik als den einzig richtigen Weg anerkennen. An dem sögein Deutschland. Der Ausbau der jüdischen Darlehnskassen durch die Zentralstelle für jüdische Darlehnskassen e. V. in Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 1933 in weitestem Umfange gefördert werden. Die Zentralstelle hat als Spitzenorganisation der im Reich bestehenden Darlehnskassen im Jahre 1933 an diesem Auf- und Ausbau mit allem Nachdruck gearbeitet. Sie wurde dabei unterstützt von dem immer größer werdenden Verständnis der Gemeinden und Gemeindeverbände im Reich für die Aufgabe der Darlehns- kassen und damit für die Notwendigkeit genossenschaftlicher Selbsthilfe. So konnte nach drei Richtungen eine» wesentliche Förderung der Darlehnskassen erfolgen; durch die Erhöhung . des Kapitals bestehender Darlehnskassen, durch Gründung neuer örtlicher Darlehnskassen und durch die Schaffung von Bezirksdarlehnskassen. Der erste Weg des Ausbaus: die Erhöhung des Betriebskapitals der Darlehnskassen war erforderlich, weil das Kreditbedürfnis zur Ueberbrückung wirtschaftlicher Notstände besonders groß geworden ist. Viele Darlehnskassen wären nicht in der Lage gewesen, diesem Kreditbedürfnis nur mit ihren eigenen Mitteln zu entsprechen. Ihre Leistungsfähigkeit wurde jedoch dadurch erhöht, daß die Zentralstelle den einzelnen Kassen einen von der American Joint Reconstruction Foundation und von dem Joint Distribution Committee dankenswerter Weise zur Verfügung gestellten Kredit vermitteln konnte. rung blieb, in undurchdringendes Dunkel gehüllt ist. „Sprich doch in die Ohren des Volkes, daß jedermann von seinem Freund und ■ jede Frau von ihrer Freundin silberne und goldene Geräte entleihet . . . Und G'tt gab die Gunst des Volkes in Mizrajims Augen." (S. 2 u, 3, Kap. 11,). Wurde dieser bis auf den heutigen Tag von . übelwollender Seite gegen uns ausgeschlachtete Satz in seinem Zusammenhange je verstanden? Es ist hier nicht von Aegyptern die Rede, sondern von „Mann und Freund", „Frau und Freundin". Das Gebot, sich gegenseitig zu helfen und beizustehen, erging an das Volk in Israel, selbst, ein- Appell an die jüdische Liebe, die dem Kastenvolke der Aegypter vollkommen unbekannt war. Jeder Jude und jede Jüdin hatten bei der Ausrüstung für den Auszug Jedem und Jeder hilfreich zur Seite zu treten, denen es an den Mitteln für die Ausfahrt fehlte. Da gab es ein Aufhorchen unter den Aegyptern, die zum ersten Male Bruderliebe sahen. Und das gefiel ihnen so gut, daß sie die Nächstenliebe auch in ihren Kodex übernahmen. Darum im nächsten Satz D3?n in m n \r\v\ Gunst und Güte, Privileg des jüdischen Volkes, fanden Gefallen auch in den Augen der Mizrim 'l'ya a^-ixa und auch Nachahmung. Später aber (Kap. 12, S. 35 u. 36) wird schon ausdrücklich erzählt, daß sich die Aegypter mit ihren Geschenken und Liebesgaben an die Auszügler herandrängten, weil sie die von Israel gelernte und übernommene Eigenschaft nun auch praktisch betätigen wollten. Sq hätte Israel als Entgelt für die empfangenen Geschenke noch zuletzt das, schönste Geschenk dem nannten Jüdischen Weltkongreß wird sich die polnische Aguda, im Einklang mit dem Beschluß der A. J.-Weltorganisation, nicht beteiligen, dagegen ist sie bereit, an allen Hilfsaktionen zu Gunsten der deutschen Juden nach Kräften teilzunehmen. Ein kleiner Zwischenfall ist leider auch zu verzeichnen. Am Sonntag rottete sich vor dem Eingang des Verhandlungssaales ein Haufen nationaldemokratischer Studenten zusammen und versuchte, in den Saal einzudringen. Als sich ihnen junge Agudisten in den Weg stellten, kam es. wiederholt zu Schlägereien, denen die Polizei durch energisches Einschreiten ein Ende machte. Zahlreiche antisemitische Studenten wurden verhaftet. So war es möglich, den einzelnen Kassen ein Fundament zu geben, daß sie auch den besonderen Anforderungen entsprechen konnten. Während in den letzten fünf Jahren in Deutschland etwa 20 leistungsfähige Ortsdarlehnskassen gearbeitet haben, konnten 1933 durch die Zentralstelle für jüdische Darlehnskassen e. V. rund 40 Kassen neu gegründet bezw. ausgebaut werden. Zur Zeit bestehen in Deutschland ca. 60 jüdische Darlehnskassen, deren Kapital zusammen mit dem Kredit der American Joint Reconstruction Foundation und des Joint Distribution Committee sich auf etwa eine Million Reichsmark beläuft. Besonderes Gewicht wurde von der Zentralstelle auf den Ausbau der Bezirksdarlehnskassen gelegt, einmal um einen Kreditausgleich der einzelnen Gemeinden innerhalb der Gemeindeverbände herbeizuführen und um auch die kleineren Gemeinden, die selbst keine Darlehnskassen errichten können, in ein Netz von Bezirksdarlehnskassen einzubeziehen. In folgenden Gebieten'1'' haben Bezirksdarlehnskassen ihre Tätigkeit aufgenommen oder stehen unmittelbar davor: Baden (Karlsruhe), Bayern (Ansbach, Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Fürth, Kissingen, Kitzingen, Neumarkt, Pfalz, . Regensburg, Schweinfurt, Würzburg), Brandenburg (Berlin), Grenzmark Posen - Westpreußen (Schneidemühl), Hessen- Nassau (Frankfurt), Niederschlesien (Breslau), Oberschlesien (Beuthen), Ostfriesland (Emden), Ostpreußen (Alienstein), Pommern (Stettin), Rheinland (Köln), Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Schleswig-Holstein und Hansestädte (Hamburg), ägyptischen Wirtsvolke hinterlassen; nämlich die Eigenschaft der Nächstenliebe. (Nach einer Darstellung des Malbim.) (Auswandern — wohin?) Im Verlage von B. Helle r in München ist unter diesem Titel eine handliche kleine Broschüre erschienen, welche die in den einzelnen als Einwanderungsgebiete in Betracht kommenden Ländern geltenden Vorschriften und Bedingungen des Aufenthalts,' der Erwerbstätigkeit und der Einbürgerung übersichtlich zusammenstellt. Man kann sich aus der Schrift über die manchmal recht schwierigen Fragen, die hier in Betracht kommen, gut orientieren. Die Broschüre kostet 90 Pfg. (Erforschung altsemitischen Kulturgutes in Transjordanien.) Im Januar soll unter der Führung des Professors für Bibelkunde und semitische Sprachen am Hcbrew Union College Dr. Nelson Glück eine archäologische Expedition zur Erforschung altsemitischen Kulturgutes nach Transjordahien entsandt werden. Die Expedition wird auf Veranlassung des Hebrew Union Cpllege und der American School of Oriental Research unternommen. Die Untersuchungen der Expedition sollen sich auf ein 150 Meilen langes Stück der Wüste, zwischen dem Golf von Akaba und dem Toten Meer, erstrecken, und haben die Auffindung von Ueberresten des Kulturschaffens der altsemitischen Bevölkerung zum Ziel, die in diesem Gebiet von 2500. bis zum Jahre 200 vor dem Beginn der bürgerlichen Zeitrechnung siedelte. Dr. Glück, der Führer der Expedition, der schon zu Anfang dieses Jahres in Transjordanien bemerkenswerte Entdeckungen gemacht hat, wird in der transjordanischen Stadt Mann von dem englischen Leiter des transjordanischen Amtes für Altertümer, George Horsfield, empfangen werden. Die durch das Thüringen (Erfurt), Westfalen (Bielefeld), Württemberg (Stuttgart). Mit Hilfe der Darlehnskassen und der den Darlehnskassen neu zugeführten Kreditmittel war es möglich, in weitem Umfange dem schwer ringenden jüdischen Mittelstand produktive Hilfs¬ und Kreditmöglichkeiten zu vermitteln. Viele tausende Existenzen sind.dadurch in ihrer Wirtschaftskraft erhalten, anderen ist neu zur wirtschaftlichen Existenz verholfen worden. Die Zentralstelle für jüdische Darlehnskassen e. V. betrachtet es deshalb als ihre dringendste Aufgabe, in den nächsten Monaten in allen größeren jüdischen Gemeinden, in denen noch keine Darlehnskassen bestehen, Darlehnskassen zu gründen und außerdem den Ausbau der Bezirksdarlehnskassen so zu beschleunigen, daß auch die Kredithilfe den kleineren und Kleingemeinden im ganzen Reich zugute kommen kann. Korrespondenzen. Deutsches Reich. Nichtarier im Stahlhelm. Berlin, 12. Jan. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten weist auf folgenden in der „Wacht am Rhein", Zeitschrift des Stahlhelms, veröffentlichten Rundbefehl des Bundeshauptmanns des Stahlhelms und Oberstlandesführers der SAR I, Major von Stephani, hin. „1. In den Stahlhelm dürfen Personen nichtarischer Herkunft nicht aufgenommen werden. Ausnahmebestimmungen: Eine Ausnahme kann nur bei Frontkämpfern gemacht werden, die sich nachgewiesenermaßen ausgezeichnet haben. Ueber die Aufnahme solcher Persönlichkeiten entscheidet der Oberstlandesführer. 2. Personen, die mit Frauen nichtarischer Herkunft verheiratet sind, dürfen grundsätzlich nicht in den Bund aufgenommen werden. 3. Kameraden, die bereits vor Erlaß dieser Verfügung den vorstehenden Bestimmungen zuwider verpflichtet worden sind, dürfen aus diesem Grunde nicht ausgeschlossen werden. 4. Gemäß Stahlhelm-Handbuch: „Aufnahmebedingungen" entscheiden im übrigen über die Frage der Aufnahme oder Nichtaufnahme allein die Ortsgruppen." Gebiet führenden alten Handelsstraßen und das Land der Edomiter und Nabatäer sollen sorgfältig studiert und kartographisch aufgenommen werden. (Archäologische Funde in Transjordanien.) Wie aus Jerasch in Transjordanien gemeldet wird, sind bei einem Straßenbau beschäftigte Arbeiter auf ein unterirdisches Gewölbe gestoßen, das reiche Vorräte römischer terrakotter Büsten und Oellampen enthält. Beamte des Regierungsdepartements für Altertümer haben sich an die Fundstelle begeben und hunderte solcher Büsten, darunter einige von hohem künstlerischem Wert, geborgen. An einigen Exemplaren waren die Farben der Originalbemalung vollständig erhalten. Die Funde datieren ungefähr aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert vor Beginn der bürgerlichen Zeitrechnung. Die weiteren Forschungsarbeiten wurden von der American Schoo? of Oriental Research in Jerusalem übernommen. Wochenkalender. Vom 20. — 27. Januar 1934 / Vom .Vi. — 11. Schebat 5694 •<nv cp D-'-na Samstag 20 4 1D K3 Sonntag " 21 5 no Montag 3cm 22 6 tJO Dienstag 23 7 y Mittwoch 24 C3C 8 «y Donnerstag 25 9 ay Freitag 26 10 "ay Samstag 27 11 *ty m>t7 r\2v nbv2 Aushau der jüdischen Darlehenskassen