Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1934)
- Date
- 1934-01-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Januar 1934 Der Israelit Nr. 1 Seite 11 „Ja hm," zuckte Herr Austerlitz mit den Achseln, „jetzt können unsere nichtjüdischen Mitbürger uns nicht anschauen, als hätten wir die Pestilenz gebracht. '" (Schluß folgt.) Vermischtes. Berlin, 1. Jan, Das Patenschaftskomitee für das Schulwerk der Adaß Jisroel veranstaltet am Sonntag, den 7. Januar 1934, abends 8 Uhr, in der Aula Siegmundshof 11 seinen dritten Unterhaltungsabend zugunsten seines Fürsorgewerks. In den Dienst der guten Sache haben -sich gestellt: Herr Wilhelm Guttmann, Mitglied der Städt. Oper, der bekannte Balladen (Belsazar, Archibald Douglas, Heinzelmännchen usw.) vortragen wird, der Painist Dr. Wolff und das Streichquartett der „Freunde schöngeistiger Musik" — Senla Pinette, Karl Giesen, Joe Glas und Kurt Lewin. — Karten ä Mk. 1.— für Erwachsene, 0.50 Mk. für Schüler sind in unserem Büro, Siegmundshof 11, erhältlich. Die Woche- Milchbezug. Rabbinat und Kaschruskomrnission der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft", Frankfurt a. M., richten folgenden Appell an die Milchbezieher: Den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend ist durch behördliche Verfügung die Stadt Frankfurt am Main für die Milchbelieferung durch die unserer Rabbinatsaufsicht unterstellten Milchandlungen in zwei Bezirke geteilt worden, welche von unseren Milchhändlern Abraham Rothschild, Sandweg 6, bezw. Leonhard Weis, Ostendstraße 11, weiterhin versorgt werden dürfen. Dadurch scheidet der seitherige Milchlieferant aus manchen Straßen aus und ein Austausch des Kundenkreises der beiden Milchhändler wird notwendig. Da für jeden Bezirk nur e i n unserer Aufsicht unterstellter Lieferant zugelassen ist, so wird an die Gemeindemitgiieder sowie an die übrigen Milchbezieher die Bitte gerichtet, den aus den Anwendung der bestehenden Bestimmungen sich ergebenden Notwendigkeiten Rechnung zu tragen und durch Uebertragung ihrer Milchlieferungen an den für den betr. Bezirk zuständigen Milchhändler unserer 'Aufsicht dieser Kaschrus-Institution unserer Gemeinde die Treue zu wahren. Die Bezirkseinteilung ist bei den Milchhändlern sowie in. der Kanzlei, Friedberger Anlage 6, zu erfahren. Naftali Fromm ^"f. Im 63. Lebensjahre verstarb unerwartet Herr Naftali Fromm, ein Sohn des unvergeßlichen Homburger Rabbiners, Rabbi Seligmann Fromm, der Jahre hindurch der Lehrer und Hausgenosse des Freiherrn Wilhelm von Rothschild war, Naftali Fromm war hervorgegangen aus dem Kreise der Israelitischen Religionsgesellschaft, deren Realschule er seine jüdische Bildung und jüdische Gesinnung verdankte. Mütterlicherseits ein Enkel des Würzburger Raws, Rabbi Seligmann Bär Bamberger, hat der Heimgegangene sich in der konservativen Fraktion der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde führend betätigt und sich bemüht, die Interessen des orthodoxen Judentums dort mit Energie zu vertreten. Durch sein liebenswürdiges Wesen erfreute er sich in den weitesten Kreisen großer Beliebtheit. Bei der Bestattung, die einen großen Kreis von Trauernden versammelt hatte, entwarf Rabb. Dr. Jacob Horovitz in warmen Worten ein Lebensbild des Heimgegangenen. Namens der Gemeindevertretung sprach Felix Mayer, für die Bne Bris-Loge Dr. Eduard Strauß und als Freund und Schüler von Rabbiner Seligmann Fromm zuletzt Herr Max Gabriel Adler. rraxan Frau Auguste Kaufmann Vor etwa 3}4 Monaten siedelte Frau Kaufmann, die Gattin des durch sein langjähriges, segensreiches Wirken an der Samson Raphael Hirsch- Schule weithin bekannten Lehrers Moses Kaufmann, nach Bad Ems über. Nun kommt uns von Ems die schmerzliche Kunde, daß sie, 72jährig, nach kurzer Krankheit vor Eingang des letzten niv ihre reine Seele aushauchte. Als Tochter des badischen Oberrats Joseph Altmann hatte sie den echt jüdischen Geist des Vaterhauses in sich aufgenommen und in mehr als 50jähriger Ehe in musterhafter Vorbildlichkeit verkörpert. na^Q ^bn na nrns Ihre Tätigkeit war vor allem dem Hause zugewandt, wo sie in der Erziehung ihrer Kinder und auswärtiger Zöglinge ihrem Manne als niis u» zur Seite stand. Unermüdlicher Fleiß und rastlose Schaffensfreude waren ihr zur zweiten Natur geworden. Bei ihrer klugen Zeiteinteilung fand sie neben den vielen häuslichen Obliegenheiten doch immer Muße, sich geistiger Fortbildung zu widmen. Ihre Bescheidenheit hielt sie davon zurück, sich öffentlich zu betätigen, um so umfangreicher aber war ihr Wirken im Stillen. Wer das Glück hatte, mit dieser feinen und lebensklugen Frau in Verbindung zu treten, bewunderte ihren edlen Sinn, ihr tiefes Verständnis, schätzte ihren klugen Rat und erfreute sich an dem unverwüstlichen badischen Humor, der sich oft in einem kernigen Wörtchen ausdrückte. Neben unerschütterlichem G'ttvertrauen besaß sie eine eiserne Energie, die ihr half, einen schweren Unfall zu überwinden, den sie im letzten Frühling erlitten hatte. Nach einem Leben voller Arbeit war ihr noch eine kurze Zeit beschaulicher Ruhe im Erholungsheim in Bad Ems beschieden. Möge das riST der wackeren Frau und Mutter ihrem gramgebeugten Gatten und ihren trauernden Kindern in reichem Maße beistehen, rrnxin Vierzig Jahre im Dienste der Gemeinde und des heiligen Werkes. Just zur Zeit, da die heilige Handlung der Schec h i t a für die deutschen Juden zu einer Institution der Vergangenheit wird, tritt Herr Abraham Saffra, der Senior der Schochtim unserer Gemeinde, nach vierzigjähriger ununterbrochener treuer Diensttätigkeit in den Ruhestand, und es ziemt uns, ihm ein Wort des Dankes und der Anerkennung in den Lebensabend mitzugeben, der sich für ihn im Kreise seiner Familie recht lange und heiter gestalten möge. Herr Saffra, ein Meister seines heiligen Handwerkes und ein 5»na aon vnbn östlicher Orientierung, genoß nicht nur als Funktionär der Gemeinde vollstes Vertrauen, sondern erfreut sich auch in weiten Kreisen der Gemeinde großer Achtung und Beliebtheit. Sein gastliches Haus, dem seine ebenbürtige Gattin aus bekannter Frankfurter Familie vorsteht, war und ist ein Sammelpunkt von Thoragelehrten und eine echte Heimstätte jüdischen Geistes, in dem auch Kinder in Liebe zur Thora und Emunah großgezogen wurden. Wo es gilt, für Thora und rrm tätig zu sein, findet man Herrn Saffra. Im Beshamidrasch Ostendstraße, wo er an den hohen Feiertagen als Ehrenvorbeter mit seinem herrlichen Chasonus die Beter zu Andacht und Inbrunst hinreißt, ist der Name Abraham Saffra von gutem Klange. Möge es dem treuen Beamten und verdienten nan vabn, der die Absicht hat, seine Ruhejahre in Erez Israel zu verleben, beschieden sein, das Ziel seines Lebens zu erreichen und sich noch lange in miasn min zu betätigen, rus? d'-iewi nxn iy Scbaumre Schabbos Stellenvermittlung. Die Frankfurter Zentralstelle des Reichsverbandes der Schaumre Schabbos Stellenvermittlungen Berlin wird z. Zt. umorganisiert und wird ihre Arbeit in größerem Umfange weiterführen. Einzelheiten werden nächste Woche bekannt gegeben. Einstweilen bitten wir alle, die unsere Arbeit unterstützen wollen, freie Stellen uns sofort mitzuteilen, sowie alle Stellensuchenden sich schriftlich zu wenden an die Schaumre Schabbos Stellenvermittlung, Schwanenstraße 12, Fernruf 47324. Der Synagogenchor der Israelitischen Religionsgesellschaft auf Schallplatten. Der Synagogenchor der Israelitischen Religionsgesellschaft unter Leitung seines Dirigenten Max Neumann und mit Lazar Finkelstein als Solist sang dieser Tage zwei hebräische Gesänge auf Schallplatte. Die Vorderseite der Platte bringt den „Uwnuchau Jaumar" von Berlyn, die Rückseite das „Rezeh" von Sirota in der Bearbeitung von Max Neumann. Die Platte ist zum Preise von Mk. 3.75 bei Herrn Perez Mosbacher, Frankfurt a. M., Zobelstraße 9, erhältlich. Der gesamte Reinerlös ist zu Gunsten der Fürsorgekasse der I. R. G. Sabbat-Anfang und Ausgang nw nnw O r"t Anfang Uhr | Min. Datum Aus Uhr gang Min. Frankfurt am Main 4 15 6. 5 30 Berlin 4 10 Jan* 4 58 München 4 30 1934 5 21 Köln 4 30 5 30 Stuttgart 4 30 19. 5 30 Breslau 4 15 mü 4 49 Nürnberg 4 25 vx-in 5 19 Hamburg 4 05 5 11 Würz.burg 4 30 5 25 THE ASHRAI BANK VA TEL-AWIW 16, Rothschild Boulevard. P. 0. B. 119 . Cable- Address: Ashraibank ThePalestine Ashrai Bank Ltd HAIFA, Hadar Hacarmel B-^Kiws s^ar^n 16 t^-wüti nnw 'm 119 -l •/) »'•71 '"'K 'KIEW pi2 ^man mn ,ns'n Ausführung sämtlicher Bankgeschäfte zu günstigen Bedingungen. Erteilung von Auskünften. Bankverbindungen in allen Weltteilen. itPD Seifensand itPD a la Sirax Unter Aufsicht der Israel. Relig. Ges. Frankfurt a. M. liefert zu günstigsten Bedingungen Chemische und Seifenfabrik Victor-Victorjfm.-Fechenheim JUDISCHER FRISEUR Damenu. Herren-Salon Spez.: Färben - Dauerwellen - Wasserwellen Friseurmeisler Salon „BERK O,, Schäfergasse 2.4 ♦Tel.21838 neben Schuhinst. Hansa - Mäßiae Preise - Aufm. Bedienung Linoleum, Tapeten, Teppiche Gustav Schwarz Frankfurt a. M., Reuterweg 53, Telefon 78590 geschlossen! o*' und naw Vollstreckungsschutz Schuldentilgung Hausverwaltungen & H. WEBER & Zeil 131 . Telefon 22803 Herr Rabb. Dr. Stein tritt nach 43jähriger Amtstätigkeit mit dem 1. April 1934 in den Ruhestand. Es ist deshalb das Amt des Bezirksrabbiners für den Rabbinatsbezirk Schweinfurt neu zu besetzen Bewerber um dieses Amt wollen ihre Meldungen an den unterzeichneten Vorstand d. isr. Kultusgemeinde Schweinfurt bis spätestens 15. Feb. 1934 einreichen. Kullusgemeinde Scnwelnfurl Dr. H o m m e 1 Säuglingsschwester gepr., lang), tätig, mit gut Z?ugn. und la Referenzen, nähkundig, hilft auch i. Haushalt, sucht b. zeitgem. Gehalt u. g. Behandlung sofoit Stellung. Offerten unter'M. 19 an das Annoncen-Büro Julius Schmidt, Frankfürt am Main, Ostendstrasse 83 2 große helle ineinandergeh. Zimmer teilw. möbl. billig abzugeben. Könitfswarterstr. 41 Telefon 42813 2 Z.-Wohnung m. Küche, neu utngeb. Hochpt. per 1. 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