Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1934)
- Date
- 1934-01-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Der Israelit 4. Januar 1934 Ein letzter Gruß des Czortkower Rabbi Vet» In der letzten Sitzung des Geschäftsausschusses der Agudas Jisroel-Weltorganisation, die am Montag in Frankfurt a. M. stattfand und in der einleitend der schweren Verluste gedacht wurde, die Agudas Jisroel in den letzten Monaten durch den Heimgang des Chofez Chajim, des Lubliner Raw, Rabbi Mosche Mordechai Epsteins und des Czortkower Rabbi erlitten hat; übergab Dr. Leo Deutschländer, Wien im Auftrag der Familie des heimgegangenen Czortkower Rabbi einen verschlossenen Briefumschlag, der die Aufschrift trug: „Letzter Trumas Chower-Beitrag des Czortkower Rebbe". Der Rabbi hatte noch kurz vor seinem Hinscheiden seinen Angehörigen aufgetragen, seinen Trumas Cho- Auf dem von der ,,Agudas Jisroel" erworbenen Grundstück in Kfar Saba wird zur Zeit die erste Baracke für die dort anzusiedelnden Poaie Agudas Jisroel-Gruppe errichtet. Man hofft, daß der neue Stützpunkt, der bisher etwa 20—30 Poale Agudas Jisroel deutscher und polnischer Herkunft vereinigt, sich kräftig entwickeln wird. Ueber die Form der wirtschaftlichen Gemeinschaft in Haus und Garten schweben noch Erwägungen. * « Ein weiteres Lager aus den Kreisen der „Poale Agudas Jisroel" ist soeben in Rechow o t h errichtet worden, wo einer kleinen Zahl aus Deutschland stammender OHm 4 Dunam Boden zur Verfügung gestellt worden sind. Die Gruppe, die den Namen Chawerath „Chofez Chajim" führt und die ernstlich gewillt ist, auch den sozialen und religiösen Verpflichtungen nachzukommen, die dieser Name auferlegt, ist Zwei Legislative Councils für Palästina? Die gemäßigte christlich - arabische Halbmonatsschrift „Meraat el Shark" schlägt im Hinblick auf die angekündigte Einsetzung eines Legislative Council für Palästina vor, zwecks Vermeidung nationaler Streitigkeiten und Ermöglichung reibungsloser Aufbauarbeit unter Mitwirkung der gesamten Bevölkerung Palästinas, nicht einen, sondern zwei Legislative Councils zu schaffen, einen zur Vertretung der Araber, den anderen als Repräsentanz der jüdischen Bevölkerung. Die von jeder dieser beiden Körperschaften ausgearbeiteten Gesetzvorschläge sollen dem High Commissioner zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden. Auch aus rein technischen Gründen hält die Zeitung die Einsetzung von zwei gesonderten Beratungskörperschaften für Juden und Araber für vorteilhaft, da hierdurch die zeitraubenden Uebersetzungen, die jetzt in den offiziellen Körperschaften notwendig sind, wegfallen würden. Zur Ermordung des rumänischen Ministerpräsidenten. Die Ermordung des Ministerpräsidenten hat auch in der jüdischen Gemeinde und in allen jüdischen Kreisen Rumäniens größte Bestürzung hervorgerufen. Der Mörder erklärte im ersten Verhöre, er mußte Duca beseitigen, weil er „Rumänien an die Juden ausgeliefert hätte". Daß er es nicht getan hat, beweist schon der Umstand, daß er den zwei größten jüdischen Körperschaften im Lande, der „Jüdischen Reichspartei" und der „Union rumänischer Juden" nicht allein die Aufstellung eigener Listen, sondern sogar die Stellung ihrer Kandidaten auf die Regiewer-Beitrag für die Zentralkasse der Agudas Jisroel mit Sch. 100-— der Zentrale zu übermitteln, um damit seiner innigen Verbundenheit mit dem großen Werke der Einheitsorganisation der thoratreuen Judenheit der Welt bis zum letzten Atemzuge Ausdruck zu verleihen. Dieses Zeichen der Treue bis in den Tod und des vorbildlichen Pflichtbewußtseins einer ragenden Führerpersönlichkeit wurde von den Mitgliedern der Leitung in tiefer Rührung entgegengenommen. Möchte es ein Symbol sein für die wachsende Erkenntnis der geschichtlichen Bedeutung des agudistischen Aufbauwerkes, das noch immer mit soviel Widerstand und Kälte von rechts wie von links zu ringen hat. ebenfalls zur Zeit mit der Errichtung einer Wohnbaracke beschäftigt, deren Kosten anteilig getragen werden. Vorläufig bewohnt man noch ein Zelt und einen „Lift". (Die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten dieses deutschen Importartikels werden immer mehr im Lande erkannt). In beiden Gruppen, sowohl in Kfar Saba als in Rechowoth, wird außer der Bearbeitung des zur Verfügung stehenden Bodens Außenarbeit übernommen. In Rechowoth beabsichtigt man die Zahl der Chawerim auf vorläufig 15 zu erhöhen. Selbstverständlich wird in den Gruppen auch für die geistige Fortbildung im agudistischen Sinne gesorgt. Diese ohne große Ambitionen und ohne Heraustreten in die Oeffentlichkeit vorbereiteten kameradschaftlichen Zusammenschlüsse erscheinen berufen, Keimzellen für einen thoratreuen, auf gemeinsamer Arbeit und gemeinsamer Ueberzeugung aufgebauten Jischuws zu werden. rungsliste verweigert hatte. Aber er bekannte sich zum Grundsatze der Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Rasse und Religion und ging scharf gegen die Extremisten, besonders gegen die Eiserne Garde vor, die jene Grundsätze des Rechtes und der Freiheit mit wildem Terror bekämpfen. Darum mußte er von diesen als „Judenfreund" aus dem Wege geschafft werden. Schon am Samstag nach Bekanntwerden des Attentates und am Sonntag wurden in allen Synagogen Rumäniens feierliche Trauerg'ttesd i e n s t e abgehalten. In der Bukarester Hauptsynagoge hielt Senator Oberrabb. Dr. Niemer o w e r die Gedenkrede, in der er Duca als Märtyrer der Freiheit und des Rechtes feierte. Einem Vertreter der ITA. erklärte Senator Dr. Niemerower, der erste Eindruck des Attentates in der rumänischen Judenheit war ein niederschmetternder. Man wußte nicht, ob die umstürzlerische Bewegung damit den Höhepunkt erreichte oder einen neuen Auftrieb erhielt. Inzwischen haben sich, nach Ernennung des bisherigen Unterrichtsministers Anghelescu zum Nachfolger Ducas die Gemüter ein wenig beruhigt. Der neue Ministerpräsident hat sich in all seinen früheren Stellungen als echter Patriot und treuer Hüter des Rechtes bewährt. Die jüngste Entwicklung wird ihn erst recht dazu zwingen, die kostbarsten Güter der Nation zu hüten, zu denen in erster Reihe die Gleichberechtigung aller Bürger gehört. Erleichterungen für sabbathtreue Kaufleute in Holland. Der holländische Wirtschaftsminister Dr. T. J. Verschuur hat der zweiten Kammer der Generalstaaten einen Gesetzesvorschlag zur Modifizierung des Sonntagsruhegesetzes zugunsten sabbathaltender jüdischer Kaufleute vorgelegt* Auf Grund dieses Gesetzesvorschlags soll jenen jüdischen Kaufleuten, die bisher als Kompensation für die Schließung ihrer Geschäfte am Sabbat die Erlaubnis hatten, am Sonntag von 5 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags offen zu halten, erlaubt werden, die Sonntags-Geschäftszeit bis 4 Uhr nachmittags auszudehnen. Die Verordnung bezieht sich sowohl auf jüdische Lebensmittelhändler wie auf Konfektionäre u. a. m. Landesversammlung der polnischen Agudas Jisroel. Am Sonntag, den 7. Januar tritt in Warschau die vierte große Landesversammlung der polnischen Agudas Jisroel zu einer mehrtägigen Tagung zusammen. Bereits seit Wochen ist eine starke Wahlbewegung im Lande wahrzunehmen, an der sich nicht nur die Ortsgruppen, sondern auch vor allem die Jugend- und Poalim- Gruppen mit eigenen Listen beteiligen. Man erwartet etwa 800 Delegierte. Ueber den Verlauf der Tagung werden wir noch ausführlich berichten. Der Kampf um den Antisemitismus in Griechenland. Innerhalb des antisemitischen Nationalistenverbandes in Saloniki war in der letzten Zeit eine Spaltung entstanden. Beide Gruppen, die sich einander bekämpfen, übersteigerten infolgedessen auch ihre antisemitischen Kundgebungen in den jüdischen Vierteln, die unter starke polizeiliche Bewachung gestellt werden mußten. Nunmehr hat der Innenminister die Auflösung der Organisation und der Partei verfügt. Der ehemalige Ministerpräsident V e n i z e- 1 o s erklärte in einem Gespräch mit einer hervorragenden jüdischen Persönlichkeit, er bedaure tief, daß sich die Beziehungen der Juden zu seiner Partei in der letzten Zeit verschlechtert hätten. Er sei bereit, seinen persönlichen Einfluß zur Anbahnung einer Versöhnung geltend zu machen. Die Regierung hat nach einer Besprechung mit einigen griechisch-jüdischen Notabein erklärt, daß sie individuelle Gesuche um Niederlassungserlaubnisse für deutsche Juden in Griechenland mit dem größten Wohlwollen prüfen und von Fall zu Fall genehmigen werde, Jedoch könnte mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande von einer Maseneinwanderung deutscher Juden keine Rede sein. Der Gemeinderat von Saloniki hat beschlossen, die Subvention für das Wohlfahrtswesen der jüdischen Gemeinde von 650.000 auf 300.000 Drachmen herabzusetzen, wogegen die jüdische 'Gemeinde, die mit wachsender Verelendung des größten Teiles ihrer Mitglieder zu rechnen hat, sich in einem ausführlichen Memorandum wendet. Die jüdischen Mitglieder des Gemeinderates von Saloniki haben zum Zeichen des Protestes ihre Mandate niedergelegt. Wochenkalender. Vom 6. — 13. Januar 1944 / Vom 19. — 26. Tebeth -5694 •Öl' rp Samstag B'na 6 19 M naipr) mnv Sonntag 7 20 -Ii Montag 3cm 8 mts 21 ru Dienstag 9 22 13 Mittwoch 10 23 T3 Donnerstag 11 24 m »*"TSS fl'lS?f| Freitag 12 25 B3 vihn va-uö msti Samstag 13 26 0 Mauled: Montagabends lauled: Montag aben< 7 Uhr 31 '/,„ Minuten Neue Zellen thoratreuen Aufbaues in Erez Jisroel.