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Der Israelit · 1933-12-14 · Heft 50 (14.12.1933) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 50 (14.12.1933)
Date
1933-12-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 50 Seite 9 14. Dezember 1933 wurde von der Abordnung inoffiziell der Vorschlag gemacht, daß für die Besetzung des Vürgermeisterpoftens von Jerusalem ein Turnus eingerichtet werde, derart, daß alle fünf Jahre ein Angehöriger einer anderen Nationalität, refp. Konfession, zum Bürgermeister von Jerusalem bestellt werde. Es mögen der Reihe nach ein Engländer, ein palästinensischer Christ, ein Jude und «in Mohammedaner dieses Amt bekleiden. „Es kommt der schwarze tNannl" Ieru sale m, 5. Dez. Jerusalem ist mit Flugblättern überschwemmt, auf denen die beiden gefährlichsten „Touristenjäger", der Nlchtjüdische Polizeiinspektor Robinson und der jüdische Sergeant Edioni, abgebildet sind und die Bevölkerung aufgeforüert wird, ihnen aus dem Weg zu gehen. Die Angst vor Spitzeln, die illegal im Lande Wohnende gegen eine „Schillingsbelohnung" der Polizei angeben, nimmt namentlich unter den orientalischen Juden immer mehr zu. Der georgische Jude Meschiach D a rkaschoilli, der der Polizei Spitzeldienste geleistet haben soll, wurde in der Nähe des Hadassah-Hospitals von Juden schwer mißhandelt. Er wurde von der Polizei in das Negierungshyspilal eingeliesert. Ansiedlungsplan deutscher Juden im Haifa-Gebiet. Jerusalem, 5. Dez. Arthur N upp in, der Leiter der Palästina- Exekutive der Jewish Agency und Repräsentant des Zentralbüros zur Ansieülung deutscher Juden in Palästina, erklärte, die Organisierung der ersten Gruppe jüdischer Einwanderer aus Deutschland zur Ansiedlung auf dem vorstädtischen Gelände von Haifa bilde die erste Etappe bei der Durchführung eines großzügigen Planes. Der Jüdische Nationalsonds habe ein Gebiet von 1700 Dunam an der Haifa-Bucht zur Verfügung gestellt, wo nunmehr der erste Kern einer großen jüdischen Niederlassung entstehe. Die Ansiedlungsanwärter feien vom Jüdischen Nationalfonds und vom Zentralamt ausgewählt worden. Der bekannte jüdische Stäötbauer Richard Kaufmann habe einen Plan zur Ansiedlung von 200 Familien ausgearbeitet. Jede Familie werde ein Dunam Boden auf 49-Jahre in Erbpacht erhalten; 25 Familien Der Israelit_ werden je ein weiteres Dunam und andere 25 drei meistere Dunam für eine gewisse Zahl von Jahren zugewiesen erhalten, um Gartenbau und Geflügelzucht betreiben zu können. Es find vier Häusertypen vorgesehen zum Preise von 160 bis 350 Pfund, wozu noch 100 bis 150 Pfund für Nebengebäude, Gartenanlagen ufw. hinzukommen. Jeder Siedler werde 300 bis 500 Pfund investieren müssen. In einer Journalistenkonserenz gaben Dr. Ruppin und andere Vertreter des Keren Hajestod weitere Auskunft über die neue Siedlung, die den Namen po* tragen soll und in der bereits Häuser für 200 Familien aus Deutschland errichtet wurden, oder im Bau begriffen seien. Im Gegensätze zu dieser Mitteilung, wird dem „Doar Hajom" berichtet, daß es nicht 200, sondern nur 25 Häuser sind, die aber bis jetzt nur auf dem Plane stehen. Man erfährt auch bei dieser Gelegenheit, daß es sich keineswegs um ein Geschenk des Keren Hajefsod aus eigener Tasche, d. h. aus den Sammlungen handelt, sondern um die Stiftung eines jüdischen Philant r o p e n in Australien namens K i t h. Es gelang eben einem Sendboten des K. H., Herrn B. Schein, die großzügige Spende des australischen Juden durch die Kanäle des Keren Hajefsod zu leiten. Die Straße wird den Namen des hochherzigen Stifters tragen. Ueberfälle in Rfar Saba. Jerusalem, 6. Dez. Die Plänkeleien zwischen den Arbeitern des „Histaduth" und dem Pardeßbesitzer Herrn N a p p a p o r t, der nach Meinung der Arbeiter seine Früchte an einen Araber so verkauft hätte, daß die Arbeit nicht hunüertpozentig in jüdischen Händen liege, dauern fort. 60 Arbeiter, die sich als Streikposten ausstellten, überfielen Arbeitswillige, auch Kolonisten und deren Angestellte Der arabische Abnehmen konnte seine Ware nur unter Schutz der Polizei abholen. Im Hause R. wurden sämtliche Fensterscheiben eingeschlagen.. Infolge des Terrors mußte in Kfar Saba eine eigene P o l i z e i st a t i o n errichtet werden. Man darf nun hoffen, daß die Ruhe und die Sicherheit in der Kolonie, in der auch gesetzestreue Arbeiter beschäftigt sind, nicht mehr gestört werden. . Baumfrevel. .Tel-Awiw, 6. Dez. In mehreren Niederlassungen wurden in einer Nacht im Ganzen rund 650 junge Bäume aus dem Boden gerissen. Die Tat stellt einen unerhörten Vandalismus dar. Die Spuren führen zu einer Beduinenniederlassung in der Nähe der Kolonien. Die jüdischen Bauern, die sich schwer geschädigt fühlen, verlangen von der Behörde genaue Untersuchung und radikale Abhilfe. Dr. M. Hildesheimer in Tel-Awirv. Tel-Awiw, 10. Dez. Rabblnat und Vorstand der Kehilloh Tel-Awiw gaben zu Ehren des hier weilenden Rabbiners Dr. Meier Hildesheimer aus Berlin einen Empfang. Das Gleiche tat einen Tag später die Histadruth Hach a r e d i m. Aus den Reden ging hervor, daß die Absicht besteht, das Berliner Rabbiner-Seminar nach Tel- Awiw zu verlegen, und daß dies in Tel-Awiw begrüßt würde. Tel-Awiw ist das geistige Zentrum des nationalen neun Jischuw. Die Interessen des religiösen alten Jischuw finden in Tel-Awiw wohl mannigfache Pflege, befinden sich aber zu sehr in Defensivstellung, und es könnte eine repräsentative geistige Institution diese Position sehr verbessern. Uebrigens brauchten auch die religiösen Interessen, die die Kehilloh in Tel-Awiw zu vertreten hat, eine durchgreifende neue Organisierung. Was sind das für Zustände, wenn 'in''Liner Stadt von 70 000 Juden nur eine einzige Mrkwoh besteht? Im Kaschruthwesen sollte sich nicht zu sehr auf die Beamten für die Aufsicht verlassen werden; es müßte vielmehr darauf gesehen werden, daß die Aufsicht nur in jüdischer Hinsicht wirklich zuverlässigen Persönlichkeiten gewährt werde, und es sollten Verstöße viel energischer als bisher geahndet werden. Man hat in Tel-Awiw für jedes Stadtviertel einen Rabbiner. Man merkt aber in der Regel nichts von der Aktivität dieser, Rabbinen. So müßte jeder von ihnen sich in seinem Viertel aktiv um die Sabbatbeobachtung 'und um die Erhaltung der schulentlassenen Jugend aus religiösen Familien für die Thora bemühen. Freilich sind diese Rabbinen zu gering besoldet, und das erschwert die Tätigkeit. 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Lebensjahre, Sein Leben war jüdische Pflichterfüllung und tiefste Herzensgüte. Halberstadt, Voigtei 6 Im Namen der Hinterbliebenen Ida Meyer g»b. Stern Einladung zur ordenfl. General-Versammlung am Sonntag, den 31. Dezember, nachmittags 5 Uhr im Vereinslokal, Hans Handwerkstr. 18 Tagesordn ü ng: 1 . 1. Jahresbericht 2. Kassenbericht 3. Neuwahlen . 4. Verschiedenes V Die Verwaltung des Vereins „Mekor Chajim“ e. V. Sof er M. Beer Hinter der Schönen Aussicht 14, 2 i empfiehlt j besonders billig 1 Tefillin von Mk. 6 - u. Mk. 7.- an j Mesusoth von 60 Pfg. per Stück j Tefillin nachsehen | Für garantiert koschere Ausführung bürgt I meine langjährige Tätigkeit in Frankfm. * Barmizwotailesim, Wimpel | Grabschriften sehr billig I

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