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Der Israelit · 1933-12-07 · Heft 49 (7.12.1933) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 49 (7.12.1933)
Date
1933-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 49 starker Chisuk für sie: Denn sie steht in „Mansche Knoller", der durch die Schwere der Zeiten, die auch ihm zu schweren Zeiten wurden, in ungebrochener Kraft und Festigkeit schritt, der noch heute an Energie und Willensstärke seinesgleichen sucht, das verpflichtende Vorbild, die Mahnung, sich -durch die Zeiten nicht beugen zu lassen, sondern sich an ihnen zu bewähren. Lebt in allen ihren Menschen etwas von dem Geist und von der Art Moritz Knollers, dann geht die Maß Jisroel durch diese Nöte unversehrt und ungeschwächt in ihrem Kern! Und huldigt so am würdigsten dem Mann, der seiner' Gemeinde wie selten einer diente, und der darum an ihrer Blüte noch lange mit seiner Gattin sich freuen möge. Hanau, 3. Dez. Am Freitag Abend ks'i 's rav, hauchte Moritz Kle in feine reine Seele aus, nachdem er erst kürzlich aus seinem langen, schweren Krankenlager sein 68. Lebensjahr vollendet hatte. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der es verstanden hat, als treusorgender Gatte und Vater seiner Familie, als bewährtes Mitglied seiner Gemeinde sich voll und ganz zu erweisen. Beseelt von wahrer, imgeheuchelter Frömmigkeit, durchdrungen von felsenfestem G'ttvertrauen, unermüdlich im Schaffen und Arbeiten, wandelte er als ein “iE”i an v'rr in seinem von schweren Schicksalsschlägen betroffenen Leben. Von seiner großen Beliebtheit und Hochschätzung legte das unübersehbare Trauergefolge bei seiner beredtes Zeugnis ab. Prov.-Rabb. G r a d e nwitz entwarf ein treffendes Charakterbild des Entschlafenen, dabei mit Nachdruck hervorhebend, daß der Verblichene in seinem Berufe als Restaurateur und Metzger mit minutröfer Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit seinen Pflichteifvn&aa oblag und in dieser Beziehung als Vorbild und Muster gewertet werden müsse. Möge der Allgütige der treuen Gattin und den lieben Kindern, die sich in der Pflege quasi abfgeopfert haben, reichlichen Trost spenden. rraxin Der Israelit 7. Dezember 1933 vermischtes. Berlin. 6. Dez. Von der Schulleitung des A d a ß Jisroel - Schulwerks (Realgymnasium, Oberlyzeum, Grund- und Volksschule) geht uns die Mitteilung zu, daß die Aufnahmen von Schülern und Schülerinnen für das neue Schuljahr 1934 jetzt schon stattfinden. Anmeldungen täglich von 9—1 Uhr im Schulbüro Siegmundshof 11. Bremen, 3. Dez. Am Sonntag, den 1. Kislew hielt Herr Z. Margulies in der Agudas Jisroel einen tiefempfundenen Hesped auf Rabbi Meiir Schapiro V"xt Lublin. Eine große Schar von Zuhörern war erschienen, die ergriffen die Gedenkrede anhörte. Seine Ausführungen schloß der Redner mit dem Appell zur Einkehr und Umkehr, woran a'pis nrvn stets gemahnt. — Die Trauerkundgebung fand mit durch Herrn W. Lustgarten in ergreifender Weise vorgettagen, ihr Ende. ' Niederaula, 27. Nov. Nachdem die hiesige Volksschule, die etwa 100 Jahre bestanden hat, aufgelöst ist, hat Herr Lehrer Weinberg, der fast 2 Jahre segensreich hier wirkte, die Gemeinde verlassen, um eine Stelle an der privaten Volksschule in M.-Gladbach anzutreten. Die Gemeinde, die ihn schätzen gelernt hat, bedauert seinen Weggang sehr. Schüler und Gemeinde veranstalteten am vergangenen niLv-Abend zu seinem Abschied im Saale Levi eine gemütliche Feier, bei der ernste und heitere Vorträge abwechselten. Duisburg, 3. Dez. Es dürfte weite Kreise interessieren, daß man auch heute als orthodoxer Jude es wagen darf, sich von der Zeugenpflicht an einem Sabbat befreien zu lassen. In einer Strafsache, in der ich als Zeuge vorgeladen war, war der Termin auf den 2. Dezember, einen Samstag, angesetzt. Ich schrieb ans Gericht, daß ich als orthodoxer Jude, der seinen Laden am Sabbat geschlossen hält und auch von 9 bis 12 Uhr beim G'ttesdienfte in der Synagoge weilt, an diesem Tage auch nicht vor Gericht erscheinen möchte. Am nächsten Tage erhielt ich vom Gericht folgenden Bescheid: „Hierdurch wird Ihnen mitgeteilt, daß Sie zur Hauptverhandlung am 2. Dez. 33 nicht zu kommen brauchen." F. H. Buchen i. Baden, 3. Dez. In, den vergangenen Wochen hielt Herr Lehrer Westheimer in unserer Gemeinde als auch in der Nachbargemeinde Hainstadt zwei ausführliche Vorträge über „Messianismus und messianische Gestalten" und „Antisemitismus und Juden-' schicksal", welche allseitigen Beifall fanden. ' Diener Neustadl, 30. Nov. Die 'hiesige Kultusgemeinde hat Herrn Heinrich L ö w i aus Baden bei Wien als Religionslehrer und zugleich als Gemeindesekretär berufen. Der junge Lehrer hat eine Reihe von Jahren die Jeschiwos Neuheusel, Mattersburg, Tyrnau und Frankfurt a. M. besucht und erfreut sich in allen religiösen Kreisen eines besonders guten Rufes. — Vor dem hiesigen Bezirksgericht spielte sich dieser Tage 'eine interessante Szene ab, als zwei streng orthodoxe jüdische Zeugen sich weigerten, im Hinblick auf die Belanglosigkeit der zur Verhandlung stehenden Sache einen Eid abzulegen. Alle Androhungen von Geld- und Arreststrafen waren nutzlos. Eine Bestrafung erfolgte nicht, auch als die Zeugen sich nachher mit Rücksicht auf den Sabbat weigerten, -die ohne Vereidigung aufgenommenen Aussagenzu unterzeichnen: - Baden bei Wien, 20. Nov. Vorigen Sonntag fand in der hiesigen Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe eine Sijumfeier auf ni»r> statt, die zugleich die Abschieds-- feier bildete für den um die Agudas Jisroel hochverdenten Herr Jechiel Kurz, der nach Erez Jisroel übersie-: delt. Den Hadran trug Herr Oberrabbrner Dr. Cärleb a ch vor. Alsdann folgten begeistert aufgenommene Ansprachen des Vorsitzenden, Herrn-Ra p p.ap o r t,-sowie des Herrn R o s e n f a r b. Mit chassidischen Tänzen und dem Absingen der Aguda-Hymne schloß die Feier. Familiennachrichken. Geburten: Ein Sohn, Arthur Kohn und Frau Martha geb. Fiebermann, Mannheim, F. 4. 18, 30.11.33. Barmizwoh: Samuel, Sohn des Herrn Marcus Birnbaum, Berlin NW. 87, Flotou.str. 7, % Synagoge Siegmundshof. 3 0jährig. Ehejubiläum: Herr und Frau Pollack, geb. Bein, Marktbreit. u - Hebräische, jüdische, deutsche Bücher, Lehr-, Sprach- und Wörterbücher, Ritualien, Zeitschriften, besonders Geschenkbücher zu Chanukah bezieht man am besten durch die Buchhandlung Hugo Oppenheimer, Rückertstr. 57. jfo Adler-Apotheke 1 Inh. Hermann Nussbaum § Ttierische Gasse 16 | Anfertiqung sämtl Kassenrezepte M Tel. 25262. K osten 1 ose r Ei lboten d i ens t w “ibo Seifensand mrw a la Sirax Unter Aufsicht der israel. Relig. Ges. Frankfurt a. 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