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Der Israelit · 1933-11-09 · Heft 45 (9.11.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 45 (9.11.1933)
Date
1933-11-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 45 Der Israelit 9. November 1933 Die Woche. Die Trauerkundgebung für den Lubliner Raw Zu der Trauerkundgebung der hiesigen Agudagruppen für den Lubliner Raw in den Räumen des Mekor Chajim waren am letzten Sonntag nachmittag neben den Mitgliedern der Aguda und des Mekor Chajim auch Teilnehmer aus allen östlichen Vethäusern so zahlreich erschienen, daß um 6 Uhr der Saal bis auf den letzten Stehplatz gedrängt voll war. Wer später kam, konnte kernen Einlaß mehr finden. Der zweite Teil des deltaartigen Raumes war von Frauen besetzt. Nachdem die Unruhe infolge des gewaltigen Andranges sich gelegt hatte, trat feierliche Andacht ein, die bis zuletzt in steigendem Maße anhielt. Zuerst ergreift Zerr Gsmeinderabbiner Jos. Horowitz das Wort zu einer einleitenden Ansprache. Er stimmt die Klage Davids um Saul und Jonathan an, Saul, den Träger der alten Generation und Jonathan, die blühende Hoffnung des jüdischen Volkes, um dann mit ergreifenden Worten den Doppelverlust zu schildern, den die jüdische Gesamtheit mit dem Heimgang des Senior der Gaonim, Chofez Chajim, und dem jugendlichen Gaon Rabbi Meiir erlitten hat. Rabbi Meiir Schapiro war ein nvjan 'i's *r>x», und mit Hinblick auf feine Jeschiwa, auf seine Lehrtätigkeit, aus den Das Jomi, der in der ganzen Welt auf seine Anregung gelernt wird, zitierte der Herr Rabbiner das talmudische Wort: .171122 02i-a T«Ö "1 mvo mp» i>22 Die Gedenkrede hielt Herr Redakteur S. Schachnowitz. In einstündigem Referat, das in stiller Ergriffenheit angehört wurde, gab Redner zunächst einige biographische Daten über den raschen Aufstieg des Rabbi vom Jlui bis zum Gaon von Weltbedeutung. Er führte das Auditorium ins Sterbezimmer von Rabbi Jochanan den Sakkai zurück, wo die Schüler den Meister mit den Worten beweinten: "i'wn ii»? fprnn v'v» »Vkif’ 12 Diese drei Titel bezeichnen auch Rabbi Meiir Schapiro in seiner dreifachen Aufgabe, in seiner dreifachen Bedeutung. Er kennzeichnete ihn auf Grund seiner halachischen Werke als 11 Leuchte in Israel-, entwarf dann ein Bild seiner kämpferischen Tätigkeit für Israels Ehre und Lehre als pinn v'vv. wobei er Reminiszenzen aus der ersten und zweiten KencssG Gedaulo anführte. Da aber dieser Gaon — a u ch 0 e r Tat und L e b e n s k l u g h e i t — nie den Kampf des Kampfes wegen führte, nie den Hammer der Zerstörung, aber stets den des Aufbaus schwang, so war er letzten Endes ein 'i'»m n»y, eine ragende Säule, Grundpfeiler und Mittelpunkt, Organisator und Führer. Er baute im Reiche des Geistes und des Wortes, aber auch auf dem harten Grunde der Tatsachen. Zu seinen Bauwerken gehören die Reorganisation des Rabbinischen Rat e s der Agudas Jisroel, der Das Jomi, die „ S e - f e r Thora des K l a l l Jisroel" und zuletzt die Krane seiner Schöpfungen: die Lubliner I e s ch i w a. Redner gibt persönliche Eindrücke, die er vor zwei Jahren als Gast der Jeschiwa gewonnen hatte, in drastischen Bildern wieder. Worte, ja sogar Sinetboten des weltklugen Rabbi glaubte er in den Rahmen des Hefped einbauen zu dürfen. Weil, wie er meint, das heitere L a - chen zu Ehren dieses aller Welt mit heiterem Lächeln zugewandten Mannes, der feine Schüler um sein Sterbebett in letzter chassidischer Ekstase sogar singen lieh, der eine verkörperte G'ttesfreuüe darstellte, genau so viel wiegt, wie die Tränen, die um ihn vergossen werden. Auch an diesen fehlte es nicht, als Redner die Erinnerungen an die Frankfurter Tage von Rabbi Meiir wachrisf, -als er dis letztsn Stunden und die Bestattung des Rabbi in kurzen Zügen schilderte. Auch unsere Not in Deutschland kannte der Rabbi genau, wie Chofez Chajim, dessen letzte Handlung die Abfassung eines eigenen Gebetes für rwvxa ir>rm war. Mögen diese zwei abtretenden Geistessürsten imsi mp iiv, ihre Gebete zusammenfließen lassen, daß 'lai am» mp»». In ergreifender Schönheit erhob sich nun die Tenorstimme des Herrn Kantor L. F i n k e l st e i n zu einem t»k, womit die imposante Ehren- und Trauerkundgebung ihr Ende fand. —r. Agudas Iisroel-Iugendgruppe E. V. Im Rahmen der Kurse „Geistige Situationen der jüdischen Vergangenheit" (zweiter Abend) spricht Herr Dr. Arnold M e r z b a ch am Mauzoe Schabbos, den 11. November, im Heim Schwanenstraße 12 pt., 8.15 Uhr, über das Thema: „Die Wirtschaftsanschauung Salomos". Jugendliche Teilnehmer sind nach vorheriger Anmeldung willkommen. Am Mauzoe Schabbos, den 18. November, beginnt im Heime Schwanenstraße 12 die Erez Jisroel- Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Dr. S. E h r m a n n, zu der wir alle, die sich für aktuelle Fragen Erez Jisroels interessieren und sich über die Verhältnisse des Landes orentieren wollen, herzkichst einladen. Die Arbeitsgemeinschaft findet vierzehntägig je 8.15 Uhr abends statt. Interessenten für einen hebräischen.Sprachkurs werden gebeten, sich umgehend an Frl. Adele Rosenheim, Königswarterstr. 11, zu wenden. Die Bibliotheksverwaltung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Schwanenstr. 12 pt. bittet um Ueberlassung von Büchern deutschen und jüdischen Inhalts. Abzeichen der Agudas Jisroel-Jugendorgamsation Deutschlands sind zum Preise von Mk. 0.30 per Nadel zu beziehen durch die A. J.-Jugendgruppe, Frankfurt a. M., Schwanenstr. 12 pt. (Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 42822). Synagogalkonzerl. In dem am Sonntag, den 3. Dezember, in der Frankfurt-Loge stattfindenden Synagogalkonzert wirken folgende Kräfte mit: Lazar Finkelstein (Tenor); Benno Ziegler, ehemal. Mitglied der Frankfurter Oper (Bariton), Heinrich B 0 r n st e i n (Baß), Dr. Willy S a l 0 - m 0 n, ehem. Lehrer an Dr. Hochs Konservatorium (Klavierbegleitung); ein aus Knaben und Herren gebildeter gemischter Chor. Künstlerische Leitung: Max Neumann. künstlerischer Abend. Am Sonntag, den 19. November 1933, 8.30 Uhr, findet im großen Saale der Frankfurt-Loge ein Konzert- und R e z i t a t i 0 n s a b e n d statt. Mitwirkende sind: die Herrem Franz Massaxek vom Neuen Theater, Heinrich Born stein (Baß) und Hans A s s e n h e im (Bariton), sowie die Sopranistin Frl. Käthe Ettlinger. und Frl. Sofie S e l i g m a n n (Rezitation). Am Flügel begleitet Dr. Willy Salömon. Karten zu Mk. 1.— sind bei den einschlägigen -jüdischen Geschäften, beim. Kastellan der Frankfurt-Loge und an der Abendkasse zu haben. Ein jüdisches Lehrhaus in Frankfurt a. 21?. Am 19. November wird in der Frankfurt-Loge das unter dem Protektorat der Israelitischen Gemeinde Frankfurt stehende „Jüdische Lehrhaus" mit einem feier- Hdjen: Akt eröffnet. Die Leitung hat Prof. Dr. Martin Bub er übernommen, ihm stehen zur Seite: Prof. Dr. jur. Ernst Kantoro wieg, Dr. Eduard Strauß und Prof. Dr. Gotthold Weil. Das Lehrjahr soll aus drei Trimester-Lehrgängen bestehen, deren erster Anfang Januar beginnt; diesem geht ein vierwöchiger Eröffnungslehrgang voraus, der vom 19. November bis zum 16. Dezember dauert. Bei der feierlichen Eröffnung spricht Martin B u b e r über „Wie ist Volkserziehung möglich?" Der Leiter des Jüdischen Lehrhauses, Martin Buber, erklärt, das Institut solle das Vermächtnis des 1920 von Franz Rofenzweig begründeten „Freien jüdischen Lehrhauses" getreu übernehmen und den besonderen Anforderungen der gegenwärtigen Stunde gerecht werden. Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Iugend. Das Heim ist in Königswarterstr. 26 pt., täglich geöffnet von 2—8 Uhr (Leitung: Phil. Rochwena, Rückertstraße 59, Tel. 45 434.) Wochenprogramm: Sonntag 3—5.30 Uhr: Schreiner-Lehrwerkstätte (Theorie), Ltg. I. Sommer; Tifch-Tennis-Turnier. — Montag, 2—8 Uhr: Schreiner- Lehrwerkstätte, Ltg. I. Sommer; Schreibmaschinen- Wettbewerb. — Dienstag, 2—8 Uhr: Schreiner-Lehrwerkstätte; 5—6 Uhr: Stenographie für Fortgeschrittene, Ltg. Frau Postawelski; 7—8 Uhr: Englisch für Anfänger, Ltg. W. Wolfs. — Mittwoch, 2—8 Uhr: Schreiner- Lehrwerkstätte; 3—4 Uhr: Hebräischer Sprachkurs für Anfänger, Ltg. M. Kaszalski; 4—5 Uhr Hebräischer Sprachkurs für Fortgeschrittene, Ltg. M. Kaszalski. — Donnerstag, 2—8 Uhr: Schreiner-Lehrwerkstätte; 3.30 bis 4.30 Uhr: Hebräisch für Fortgeschrittene; 4.30—5.30 Uhr Hebräisch für Anfänger. — Freitag und Samstag geschloffen. Sport. Aussprachen. Schreibmaschine zum Ueben steht dauernd zur Verfügung. Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Brettspiele. Jeden Nachmittag kostenlose Verpflegung. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Die jüdischen Restaurants am zweiten Emtopfsonnlag. Am ersten E i n t 0 p f s 0 n n t a g im vorigen Monat hatten die jüdischen Restaurants in F ra n k f u r t a. M., für jedes ausgegebene Eintopfgericht 85 Pfennig an das Winterhilfswerk abzugeben. Nach einer neuen Anordnung des Relchseinheltsverban-des des deutschen Gaststättengewerbes e. B. Kreis Frankfurt a. M. : und des Winterhilfswerks zählen die rituellen Speisehäuser durchweg zu den Gaststätten besserer Ordnung und hatten demzufolge für jedes Mittagessen eine Mark an die Winterhilfe abzuführen. I DIE DIREKTE REISEROUTE NACH PALÄSTINA mit den großen Schnelldampfern „ITALIA“ 6500 To. und „Martha Washington“ 8800 7°. via Triest-Brindisi durch den Kanal von Korinth ohne Schilfswechsel Fahrpreise ab Triest nach Jaffa 0. Haifa I. Klasse RM. 403.70 U. Klassa RM. 303.60 III. Klasse RM. 121 — inkl. 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