Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1933)
- Date
- 1933-10-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 43 Der Israelit 26. Oktober 1933 wieder neu 0ejprift aus der einen (Duelle des Hin-- horchens und Hinstarrens, dorthin, wo Sie die entschwundene Gestalt zu sehen glauben, ste fassen möchten und ins Nichts hineingreifen." „Ich Zwinge mch immer wieder von neuem. Aber es geht nicht. Denn es zu befürchten gewesen wäre. Denn es langes Leiden gewesen wäre. Auch dann weis; ich nicht, wie ich es ertragen 'hätte. Aber so — nein, es ist nicht zu ertragen." Er starrt zum fernen Horizont hin. Das Wetter ist unfreundlich geworden. Alles ist grau und verhüllt. Schwer wälzen sich die Fluten an ihnen vorbei. Vielleicht wird es doch morgen wieder anders werden, wenn sie dem Land entgegenfahren. Er kennt es ja schon im inneren Schauen, wenn auch sein Fuß noch nie die heilige Erde betreten hat. Cs war sein Traum gewesen, die Stätten zu besuchen, von dorren ein neues Blühen ausgehen soll. Miteinander im Streite liegen die jüdischen Menschen und sprechen gegeneinander über Sinn und Endziel der neuen Gestaltungen. Im Widerstreit der Glaubensrichtungen wollen die einen vor allem den Loden auflockern, das uralte Ackerfeld bebauen, die Menschen umsormen, daß sie wieder erdnahe und schollengebunden werden. Die andern sagen, die Voraussetzung für das Bauen am Loden sei das Lauen an der Seele. In der Weißglut des alten Gesetzes ntüsse der jüdische Mensch umgeschmolzen werden, damt er dann erst fähig und gewürdigt sei, im Einklang mit den gewaltigen Ueberlieferungcn Lauer und Aufbauer zu werden . . . von überall her kommen sie. Die glühenden Jungen, die verfolgten des Ostens, die Ueberdrüssigen ans den Ländern des Westens, die hungrigen und Durstigen, die das Lrot in den neuen Siedlungen essen und das Wasser der nmgegrabcnen Brunnen trinken wollen. Und dann die, die nur schauen wollen. Die, die sich neue Lebenskraft und frischen Lebensmut holen wollen an all den vielen Orten, wo die Vergangenheit mündet in Gegenwart und Zukunft . . . * Sie lehnen an der Reeling, der ernste Dr. Herbert Lergheliner, und neben ihm der Rabbiner aus dem Heimatland, dessen Lekanntschaft er auf dem Schiff gemacht hat. „Ulan muß es gesehen haben. Roch ist vieles in den Anfängen. Aber ich glaube, ich werde zu meiner Gemeinde, zu meinen Schülern, zu den Ablehnenden und zu den Begeisterten, ganz anders darüber sprechen können, wenn ich da gewesen bin. Ich weis;. Sie werden antworten, das; viele darüber sprechen müssen, die alles nur vom Hörensagen kennen. Das ist immer so. Um so mehr werden die Wenigen, denen ein gütiges Geschick es vergönnt hat, die Reise zu machen, alles in sich einsaugen. Wir werden hellhörig überall hlnhorchen. Auch das Bedenkliche werden witschen müssen. Auch vor dem Gefährlichen dürfen wir nicht die Augen verschließen. Ich fürchte nur, die Zeit wird es uns kaum gönnen, alles zu sehen . . Herbert lächelte wehmütig. „So wollte auch ich ins Land fahren. Sehen und alles in mich aufnehinen . . . Wir wollten fahren, nicht ich allein . . . Das war mein Traum. Cs sollte die Ueberraschung für meine Braut sein. Erspartes sollte es uns ermöglichen, eines Tages den Loden zu betreten, der in wenigen Tagen vor uns sichtbar werden wird. Run ist alles anders gekominen. Richt um in sorgloser Freude rasch verstreichende Tage zu verbringen, habe ich die Fahrt angetreten. Ich war dem Zusammenbruch nabe. Ich konnte die Menschen nicht mehr sehen. Daheim, das Bild des Ianlmers. Alte Leute, die nicht mehr die Spannkraft des Crtragens haben, die aber auch keinen Ausweg aus der Trostlosigkeit sehen. Auch die Arbeit war nicht das Betäubungsmittel. Sobald es ging, stürzte ich mich hinein. Cs gab außergewöhnlich zu tun. Aber die Gedanken lassen sich nicht kommandieren. So faßte ich den Entschluß, in den Urlanbswochen wegzufahren. Auch der Abschied von daheim war nicht leicht. Die Menschen verstehen nicht immer, auch die liebsten nicht, wozu man im Innersten getrieben wird, und was man braucht, um für das Alte, das Schmerzliche und Wunde der Seele Heilung zu finden. Ich hoffe, wenn ich heimkehre, werde ich nchl mehr so erschauern beim Rennen ihres Ramens. Und wenn ich eines Tages erzählen kann, was ich gesehen habe, und niederschreiben kann, was ich erlebt habe, dann wird dies das Denkmal sein für Mirjam, neben jenem anderen Denkmal, das ich ihr errichten will. Ich will arbeiten für die jungen Menschen, die sich rüsten zur Fahrt nach Crez Iisroel —" (Fortsetzung folgt.) 50. Todestag des mm." Am 20. Oktober 1883 starb in Loslau (Oberschlesien) im hohen Alter von 85 Jahren der bekannte Gelehrte Phöbus Frankel, weit bekannt unter dem Namen seines Hauptwerkes war (ausführliches Werk über Schächtvorschriften mit zwei Kommentaren, gedruckt Krotoschin 1845). Weitere Werke von ihm sind: 2. tw 'ira (Ergänzungen zum Werk „Lebusche Sserod" von David Salomo Eibenschütz über Terefa-Gesetze, Breslau 1852): 3. ]vs (Kommentar gum „Am Jakob", Krotoschin 1858); 4. "n (über die Pflichten gegenüber den Kranken und Toten, Krotoschin 1854); 5. ’öip’V (Anmerkungen zur gesamten Mischna, Breslau 1873). Wie hoch der Verfasser, der als einfacher Kultusbeamter in Loslau wirkte (vorher war er in Krotoschin und Jnomratzlaw), von prominenten Zeitgenossen geschätzt wurde, beweist ein ehrender Brief von Sir Moses Moutefiore-London vom 24. Sept. 1878 (von Montefiore eigenhändig unterschrieben) an den Verfasser: rrr-,v 210 b"3D pm's Er befindet sich im Besitze des ältesten Enkels, Herrn Michael Cohn in Berlin W. 15, Melneckestr. 5. H. Wiefer, Waldenburg. (Eine Synagoge aus dem Altertum entdeckt.) Der Jerusalemer Archäologe Dr. E. L. Sukenik hat am Ost user dos Tiüeriassees Ueberreste -einer aus dem dritten oder vierten Jahrhundert dert vor der üblichen Ztr. stammenden Synagoge entdeckt. Die bei der Ortschaft E r - R a f i d gelegenen aus mächtigen Basaltblöcken bestehenden Ruinen lassen den großen, auf eine dichte jüdische Bevölkerung hinweisenü-en Umfang der Anlage erkennen. Kult- oder Gebrauchsgegenstände wurden bisher nicht gefunden. Die Fortsetzung der Ausgrabungen hängt davon ab, ob entsprechende Mittel für diese Arbeiten zur Verfügung gestellt werden. Sie sichern sich beste und prompte Erledigung Ihrer SnseraSaufträge wenn Sie dem wirklichen Fachmann diese übergeben Außer der Generalvertretung des „Israelit11 für Frankf. Geschäftsanzeigen übernehme auch Aufträge für die Frankfurter Zeiturtjj und allen anderen Tages« und Wochenzeitungen zu Originalpreisen. und beherbergte oft arme Wanderer. Aber er glaubte nicht fest genug an die g'ttliche Vorsehung, wie es sich für einen Frommen ziemt. Lc glaubte, baß fein Reichtum und Segen feiner eigenen Kraft -entsprossen sei. Auf dem Wege traf er den Propheten Llijahu, sein Andenken sei gesegnet, in der Gestalt eines Kaufmannes, der auch auf den Markt ging. Llijahu fragte den Reichen, wohin er ginge. Der Reiche antwortete: „Auf den Markt, Ochsen zu kaufen." Da meinte Llijahn: „So G'tt will." Der Reiche erwiderte, er habe Geld in seiner Tasche und der Kauf hinge von ihm und nicht von G'ttes Wille ab. Llijahu sagte, wenn, er so spräche, würde er kein Glück bei seinem Kaufe haben. Da verlor der Reiche seinen Geldbeutel, merkte aber nichts. Llijahu hob ihn auf und versteckte ihn unter einem Stein im tiefen Wald, an einen Ort, wo niemand hinkommt. Der Reiche kaufte auf dem Markt Ochsen. Als er bezahlen wollte, merkte er, daß feine Lörse fehlte und er ging betrübt nach Hause. Cr nahm wieder eine Börse mit siä), und machte sich auf den Weg, um Ochsen zu kaufen. Unterwegs traf er wieder Cljahu, der ihm dieses Mal als alter Mann erschien. Wieder fragte ihn Llijahu, wohin er ginge und was er kaufen wolle. Der Reiche antworiete dasselbe und wollte nicht „so G'tt will" hinzufügen. Da überfiel den Reichen, nach Llijahus Willen, Müdigkeit, und er legte sich an den Wegrand hin und schlief ein. Der Prophet nahm ihm seinen Geldbeutel, fort, und versteckte ihn an demselben Ort, wo er den ersten hingetan hatte. Der Reiche merkte nicht das Geringste. Als er erwachte, sah er, daß sein Geldbeutel fort war, und er dachte, Räuber hätten ihn gestohlen. Cr ging betrübt nach Hause und nahm sich ein drittes Mal eine Geldbörse mit. Unterwegs sah er ein, daß der liebe G'it das alles getan habe, weil er nicht fest genug an ihn glaubte. Cr beschloß, von jetzt an bei jedem Vorhaben, „so G'tt will" zu sagen. Und zum dritten Mal traf der Reiche unterwegs Llijahu, diesmal in der Gestalt eines arnien Knaben, der sich ihm um Lohn verdinge» wolle. Der Knabe frug, wohin der Reiche ginge. Der Reiche antwortete, er ginge auf den Markt, um, so G'tt will, Ochsen zu kaufen. Da segnete Llijahu ihn und fragte ihn, ob er ihn nicht als Treiber gebrauchen könnte. Cr möchte die - Ochsen vom Markt zu ihm naä) Hause führen, wenn sie sein Herr gekauft hätte; denn er sei sehr arm, und damit verdiene er seinen Unterhalt. Der Reiche willligte ein. Cr kaufte gute Ochsen für billiges Geld. Llijahu führte die Ochsen nach Hause. Unterwegs, als sie an einem dichten Wald Vorüberkamen, wurden die Od)sen scheu und entflohen in den Wald. Und sie flohen immer weiter, bis sie an den Stein kamen, unter dem die Geldbeutel versteckt waren. Der Reiche, der ihnen nachgelausen. war, freute sich, als er seine Geldbeutel wiederfand, und er dankte G'tt dafür. Von nun an gingen die Ochsen ruhig nach Hause und ließen sich willig führen. Zu Hause angekommen, verschwand der arme Knabe plötzlich. Da merkte der Reiche, daß es Llijahu gewesen war, und wieso dies alles geschehen sei. flNHUNUtH-ÜUKU JULIUS SCHMIUI FRANKFURT-M., OSTENDSTRASSE 83 TELEFON 45866. Ainderecke. So G'tt will. Hebräische magische Quadrakräksel. I I Ml I I 1. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: 1) Lohn (auch Schuhabsatz 2) Gemeinde 3) ohne. I I! 2. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: 1) Bier 2) Hund 3) Viertel. Aus dem Midrasch übersetzt von Ruth Freiser. Cs-war einmal ein sehr reicher Mann, der sehr viele Aecker hatte, aber ihm fehlten Ochsen zum pflügen. Deshalb nahm er eines Tages seinen Geldbeutel und ging in die Stadt, um auf dem Markt Ochsen zu kaufen. Dieser Mann war ein größer Wohltäter 3. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: l)Wunde 2) Braten 3) Auge.