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Der Israelit · 1933-09-28 · Heft 39 (28.9.1933) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 39 (28.9.1933)
Date
1933-09-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 39 Der Israelit 28. September 1933 men Würdigung der Leistungen seines Amtsvorgängers, Rabbi Dr. EU Munk, der sich in dankenswerter Weise bereit erklärt hatte, das Rabbinat vorübergehend zu führen und seine bedeutende Kraft vorbehaltlos eine Reihe von Jahren in den Dienst dieser heiligen Aufgabe stellte. Der junge Rabbiner gelobte, die Gemeinde im Geiste seines Vaters weiterzuführen. Im Anschluß an den G'ttesdienst fand alsdann eine Festtafel statt, bei der u. a. Rabbiner A b r a m s k i von der Machsike Haüaß-Synagoge, Dajan M e nü e l s o h n, der Vorsitzende des Board of Deputies, Neville Laski, Dr. Vernarb Hamo und andere ihre Glückwünsche darbrachten. * Das Londoner Beth Jacob-Komitee hielt vorige Woche unter Vorsitz von Lady I n st o n eine Propaganda-Versammlung ab, bei der Chief-Rabbi Dr. Hertz als Ehrenpräsident des Londoner Beth Jacob- Komitees in einer eindrucksvollen Rede die bisherige Entwicklung und die Zukunftsaufgaben der Beth Jacob-Bewegung in Polen, Galizien und Rumänien, die heute 219 Schulen mit 28 000 Schülerinnen betreue, darstellte. Lady Jnston verlas ein Telegramm der Bech Jacob- Zentrale, das die derzeitige Notlage zahlreicher Beth Jacob-Schulen schilderte. Schatzmeisterin des Komitees ist Mrs. David Sassöon. Aus Amerika wird gemeldet, daß die Hearst - Presse eine Campagne zu Gunsten der Freigabe der Einwanderung deutscher Juden nach Amerika begonnen hat. Mr. Hearst selbst veröffentlicht einen Artikel, worin er auf die großen Verdienste hinweist, die die Juden Amerika erwiesen haben und erweisen und die es als im eigenen Interesse der Vereinigten Staaten liegend erscheinen lasse, die Einwanderung aus Deutschland zu fördern. Am 1. Oktober wird die „Universität in Exil" in Newyork eröffnet werden, an der 15 entlassene deutschjüdische Professoren tätig sein werden, u. a. Arthur Feiler, Hermann Kantorowitz von Keil, Emil Lederer von Berlin, Max Wcrtheimer aus Frankfurt a. M. Die ägyptische Regierung wendet sich, wie dem „Jewish Chronicle" aus Kairo gemeldet wird, in einer öffentlichen Erklärung gegen den von ägyptischen Juden organisierten Boykott gegen deutsche Waren. Die Erklärung betont, die. ägyptische Regierung habe kein Interesse daran, ihre Ausfuhr nach Deutschland durch derartige Bestrebungen schädigen zu lassen. Inzwischen geht der Boykott von beiden Seiten weiter, denn auch die Vertreter dortigen deutscher Firmen wenden diese Waffe gegen jüdische Lieferungen und jüdische Angestellte. Litauen. Von der litauischen Orthodoxie. K o w n o , 25. Sept. Der „Hecholuz Hacharedi", der nach Pessach in Litauen gegründet wurde, zählt zur Zeit 40 Mitglieder. Dreißig von ihnen arbeiten auf den Hach sch arafarmen Janischok,' Rakischok und Schwiele, auf dem Wege zwischen Schaulen und Kelm. Der. Zentrale des „Hecholuz Hacharedi" ist es gelungen, von der Regierung eine Erlaubnis für 18 deutsche Chaluzim zu erhalten, sich auf einer litauischen Hachschara landwirtschaftlich auszubilden. Sie werden zum Teil schon nächste Woche hier anlangen. Italien. Rabbinerwahl in Fiume. Fiume, 25. Sept. Heute fand die Generalversammlung der hiesigen orthodoxen Gemeinde statt, an der sämtliche Gemeindemitglieder teilnahmen. Einziger Punkt der Tagesordnung war die Wahl enes Rabbiners. Gewählt wurde per Akklamation Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Joseph Breuer aus Frankfurt a. M. Diese Wahl erhält dadurch besondere Bedeutung, daß mit ihr die Gründung der ersten Jeschiwa in Italien verbunden ist, von der man ein Aufblühen von Tauroh und Jiro in Italien erwarten darf. Amerika. Reine Zwangssonntagsruhe für sabbathaltende Rausleute in Newyork. Newyork, 18. Sept. Das Polizeiinspektorat von Bronx (Newyork) hat auf Intervention der Rabbiner Reichmann und Fredman jene jüdischen Kausleute die ihre Geschäfte an Sabbattagen regelmäßig geschlossen halten, von der Einhaltung der Zwangsfonntagsruhe befreit. Das Recht zum Offenhalten der Geschäfte am Sonntag kann nur auf Grund besonderer Erlaubnisscheine ansgeübt werden. Vermischtes. Jüdische Jugendverbände. Frankfurt a. M., 20. Sept. Zu der Meldung in Rr. 37 unseres Blattes über den „Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände", die den Schlußabsatz hat: „Von interessierter Seite ist in einzelnsn Bezirken verbreitet worden, daß nur Jugenügruppen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (R. I. F.), bezw. dieser Organisation angeschlossene Gruppen, ihre Arbeit fortführen dürfen. Diese Darstellung ist unrichtig und entbehrt jeder tatsächlichen Begründung," werden wir vom R. I. F. gebeten, darauf hinzuweisen, daß diese osfenkunditz aus den R. I. F. bezogene Meldung keine Stütze in irgendwelchen Mitteilungen und Maßnahmen der Bundesleitung des R. I. F. findet. Es heißt weiter im Schreiben: „In diesem Zusammenhang möchten wir jedoch bemerken, daß böswillig von gewisser. Seite das Gerücht verbreitet wird, der N. I. .F. habe m einer Eingabe die Auslösung der bestehenden jüdischen Jugendverbände verlangt, um sie unter seine eigene Führung zu bringen. Wir legen Wert auf die Feststellung, daß ein derartiges Ansuchen von Seiten des R. I. F. niemals erfolgt ist. Die Eingabe, die bestimmten jüdischen Kreisen von interessierter Seite nur in Toilsätzen und aus dem Zusammenhang gerissen, zum Teil sogar gefälscht, bekanntgegeben worden ist, wurde übrigens vor ihrer Absendung seinerzeit dem Präsidenten der Reichsvertretung, Herrn Rabbiner Dr. B a e ck, zur Begutachtung vorgelegt und wurde von diesem in ihrem Gesamtinhalt gebilligt. Ju der von Herrn Dr. Vaeck gebilligten Form wurde sie dann abgesandt." Antwerpen, 24. Sept. Gemäß einer Mitteilung des Herrn Oberrabbiners R. A. Amiel, Antwerpen, sind die auf den Schiffen der Red Star.Line für jüdische Passagiere bestehenden Küchen interner Weise als r i t uell zuverlässig zu betrachten. Der erwähnte Herr Oberrabbiner übernimmt bis auf weiteres keinerlei Verantwortung für das Kaschruth!üer genannten Küchen. Familiennachrichten. Geburten: Eine Tochter, Lehrer Leo Kahn und FtäU Minna ged. Sündecmann, Gaukönigshofen, 20. 3. 33. Barmizwoh: Bernhard, Sohn des Kultusbeamten Simon Tachauer (wrünebaum), Marktbreit, bin nav maio, 7. Oktober. Briefkasten. Z3. W. irr K. Betrag für Abonnement und Spende eingegangen. L. ZS» in A. fs. 6.20 für den Aufruf eingegangen. Korrespondenten in Erez Iisroek. Don zahlreichen Empfängern palästinensischer Post werden wir gebeten darauf hinzuweisen, daß in den letzten Wochen sämtliche Luftpostbriefe aus Erez Jisroel mit zum Teil erheblichen Strafporto belastet hier eintreffen. Zur Vermeidung unnützer Ausgaben bitten wir die Absender von Briefen in Erez Jisrael sich über die postalischen Bestimmungen bei der Frankierung genau zu unterrichten. 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