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Der Israelit · 1933-09-20 · Heft 38 (20.9.1933) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 38 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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i i Dücherbesprechungen. an naa •nms’i ma^n ’i?nn ’ain aso 'vvaip ttwiKpw»? '".apa aa 'i^v'ii^a"'? •faKiitp n N"i2 hw oisaa '5693 Das vorzüglich ausgestattete Werk von über 350 Seiten enthält eine Fülle geistvoller und tiefschürfender Erklärungen zu allen miio, denen sich, alphabetisch geordnet, eine Anzahl der wichtigsten nmiD in knapper, aber inhaltsreicher Behandlung anschließt. Der Verfasser, der für seine zahlreichen Schüler einen Auszug seines Lehrens zu Papier bringt, verbindet mit umfassender Gelehrsamkeit logische und philosophische Geistesschulung, die auch in der Forschungsmethode Rabbiner S. R. Hirfchs V":sr, orientiert ist und sie weiter ausbaut. Sowohl grundlegende Auffassungen (vgl. S. 119), wie auch Einzelbemerkungen (vgl. S. 26, 27, 226) Rabbiner Hirschs geben ihm Anlaß zu überraschenden und einleuchtenden Erklärungen von o-pios und Auch bei der Vertiefung der mmo bieten sie ihm eine frappierende Grundlage (vgl. S. 272). Wissenschaftliche Akribie ermöglicht es ihm, eine Schwiergkeit des D"3n-i ohne die Emendation des mvv ra» aufzuklären, (vgl. S. 280). Ergebnisse der Sprachforschung (vgl. o. 296) und der Geschichtsforschung, (vgl. S. 342) irr nvuio verwandt, gewähren einen seltenen Reiz. Psychologische (vgl. S. 217) und pädagogische (vgl. S. 203) Bemerkungen lassen in dem Verfasser einen vielseitig gebildeten Forscher erscheinen, der seinem großen wrr'pn und niwin eine persönliche Note zu geben weiß, die belehrend und. begeisternd ist., Sein aso des beim Verfasser Löblovits Bernat förabbi Kiskoros (Pest megye) geb. zum Preis von Mk. 5.— erhältlich, bildet eine ganz besondere Bereicherung der einschlägigen Literatur. Dr. Michalski. ta^kM LNa'S Von S. Pin es. Zürich. Selbstverlag, Aullerstr. 42. Der Autor, aus dessen Feder bereits ein Kommentar zu Jesajas stammt, beschreitet in dem uns vorliegenden Werk einen neuen selbständigen Weg zur Erfassung von Tehillim.' .;! Er versucht chie Situation imd Stimrnung^ . aus der die Psalmen entstanden, auf ihre historische.'Basis zu' rekonstruieren durch Analogien in Textwendüngen und Vergleiche ..mit verwandten Stellen aus' T'nach. Er weicht hierbei von anderen Erklärern ab. Zu welchen interessanten Ergebnissen der Verfasser gelangt, zeigt uns feine Darstellung von Psalm 24.' Er wurde von den Leviten abschnittweise gesungen, als sie die Bundeslade aus dem Schlachtfeld in das G'tteshaus zurücktrugen.; ■ ■■ ü Vers 1—2 treten der im Volk verbreiteten Anschauung entgegen, daß G'ttes Allmacht sich nur auf sein Heiligtum beschränke. Denselben Gedanken spricht zi-rso bei der. Einweihung des G'tteshauses aus: Zwar ln Wahrheit sollte G'tt wohnen auf'der Erde? Wenn Himmel , und Himmelhimmel Ihn nicht fassen) wie dieses HäUs . . .? 'x Vers 3—6 geben die Gesänge der Priester beim Aufsteigen zur Höhe des G'it'esberges wieder. Vers 7—10 (Schluß). Die' v'i> rufen den Toren der Ewigkeit zu, sich dem König der.Cch r e zu öffnen. Doch diese Bezeichnung ist noch nicht eine eindeutige Bestimmung des einzigen G'ttes und die Tore erwidern mit der Frage: -man nVn m '» „Wer ist der König der Ehre?" Die Träger der Lade, ein siegreich hoimziehendes Volk, glauben G'tt gerecht zu werden^ mit der Bezeichnung: nnnim um 'n nwiviiiy 'n „Er ist der starke, heldenhafte Kriegsg'tt. Doch noch erschließen sich die Tore nicht, denn jedes siegende Volk nennt seinen G'tt stark und mächtig. Und sie fragen diesmal präziser noch und eindringlicher mit Hinzusügung des «io „Wer ist nun dieser G'tt?" 1122a m mn'»(vgl. Esth. 7, 5). Und als als Slntwort jubelt Israel ihnen das befreiende 'nvmnmmaxm zu; dem G'tt des Alls geben die Tore willig Einlaß. (Samuel 2, 6, 2). Wir verweisen auch auf Hirschs Deutung von msas m Reuhebrmsch leicht und schnell. Von Dr. B. W e i n r y b u. M. T e i t e l b a u m. Breslau. Verlag Jakob B. Brande is. Die Lage bietet den Treibhäusern für schnelle Erlernung des N e u h e b r ä i f ch e n gute Konjunktur. Bücher und Hefte für Selbst- und Schnellunterricht wachsen wie. die Pilze nach dem Regen und finden Absatz. Das obengenannte „Lehrbuch", eine Broschüre von ganzen 23 Seiten, ist nicht anders zu werten, als alle andere Schnellmacherei dieser Art. Wie arm müßte die hebräische Sprache und wie armselig das jüdische Leben Palästinas sein, wenn dieses Sammelsurium von Vokabeln ausreichte, einem die geistige Einbürgerung im hebräischsprechenden Palästina zu ermöglichen. Es ist zwar das erste Heft nur, aber auch das ganze versprochene Lehrbuch von 110 Seiten wird nur eine kleine unzulängliche Einführung bleiben. Das Neuhebräisch erfordert, wie jede andere Sprache, eine Kenntnis seiner natürlichen Grundlagen, und diese ruhen ganz wo anders, als in den rasch aus den Markt geworfenen Schnellmethoden. —tz. Angesichts des Todes. Von Dr. M. A s ch e r. Frankfurt a. M. H e r m o n - V e r l a g. Preis M. 2.50. Verfasser ist bereits durch eine ganze Reihe von Schriften rühmlichst bekannt, in denen er sich um eine Auseinandersetzung der Gedankenwelt des Judentums mit der europäischen Philosophie und Naturwissenschaft bemüht. In diesem Büchlein versucht es Verfasser auf neue Weise, indem er die Welt des Seins mit ihrer ganzen Hoffnungslosigkeit und die Welt der Offenbarung einander gegenüberstellt, welch letztere diese Hoffnungslosigkeit in Schönheit und höhere Lebensfreude verwandelt. Die menschliche Erkenntniskraft ist schwach und vermag den Schleier nicht zu lüften, der uns'die Wahrheit verbirgt. Der auf sich selbst gestellte menschliche Geist und Wille haben die Welt bereits in solch ein Elend und eine Verwirrung gestürzt, daß' nach dem Zugeständnis der Staats- und. Wirtschaftsführer ein-furchtbares Ende-immer-näher zu rücken scheint? Hier kann nur vollkommene Umkehr helfen, d. h. Abwendung von der Welt des-materialistischen zweckgebundenen Verstandes'-hin zur eigenen Seele, zu Volk und Menschheit, also zur wahren Lebenswissenschaft als Ergänzung der äußerlich-technischen zersetzenden, weil gottlosen Kultur. Verfasser schildert schön, wie der Mangel an einer wahren großen Zielsetzung die Menschen schließlich dazu führt, immer das Aktuellste für das Wichtigste zu halten, nur -den irrationalen Augenblick zu bejahen und von allem überzeitlichen Beginnen ungläubig abzustehen. „Durch Gottlosigkeit wirkt alles werkzersetzend." Anders die, die dem Licht der Offenbarung folgen. Ihnen wird auch Natur und Menschenwelt neu geschenkt. Verfasser, versteht es, dies durch viele Beispiele aus der Thoralehre, wie auch aus dem alltäglichen Leben und der Welt der Politik aufs Eindrinlgichste und Eindruckvollste darzustellen. Es kann nur gewünscht werden, daß viele das Büchlein lesen — und es sich zu Herzen nehmen. Es ist kein Zweifel, daß dann, aber wirklich nur dann, das Dunkel sich in Licht verwandeln und eine ewige Blüte der Menschheit einkehren wird. isr. Beiträge zur Einleitung in das Alle Testament. I. Das ' Gesetz Israels nach Inhalt und Ursprung. Von; Dr. Wenzel Stoderl, v. ö. Umversitätsprofessor in Prag. 1938. Selbstverlag, gr. 4°, 72. Ein Buch mit kirchlicher Approbation; daher den vagen Theorien radikaler Kritik nicht völlig verschrieben. Aber es ist von der Freiheit, die das katholische Dogma dem Denken über das Thoragesetz beläßt, weitestgehender Gebrauch gemacht. Eigenartig für den nicht „einleitungswissenschaftlich" geschulten Leser bleibt die völlige Üebergehung tannaitischer und amoraitischer Versuche des Ausgleichs widersprechend scheinender Pentateuchstellen. Torczyner, Uahuda und Elias Auerbach sind die „jüdischen" Quellen, auf die Stoderl verweist. Die in allen Kritiker-Schriften übliche Tendenz ist hier auch unverkennbar: jeder noch so geringfügigen Bemerkung in Schostim und Nechemja mehr historischen Wert als der Thora selber beizumessen. Die historische Folge der Bamoth und der Formen der Stistshütto (St. S. 46/7) ist in jeder nv'v unserer Ueberlieferung klarer als hier gezeichnet: dennoch kommt St. zu minder skeptischen Resultaten als Torczyner. Im Ganzen keine für uns erfreuliche Erscheinung: Die kirchliche Forschung übernimmt in bisher ungekanntem Maße Theorien, welche kaum etwas G'ttliches am Gesetze der Thora belassen, — wenngleich (S. 5, .Note 4) stellenweise letzterem einzelne Vorzüge nicht abgestritten werden. Entweder-Oder, 2 Bände. Von SöreN Kierkegaard. Die Krankheit zum Tode. Von Sören Kierkegaard. Jena. Verlag Eugen Diederichs. Diese Neuausgaben liegen uns feit längerer Zeit zur Besprechung vor. Es handelt sich hier jedoch nicht um zeitgeborene Werke, deren Wert mit ihrer Aktualität verschwindet, 'sondern um Bücher, die bereits ein Jahrhundert überdauert haben und wohl auch noch lange Zeit nicht in Vergessenheit geraten werden. Kierkegaard ist gewiß einer der größten, vielleicht der größte Schriftsteller, den das religiöse Christentum seit Jahrhunderten heroorgebracht hat. Er lebte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ein Zeitgenosse Hegels, dessen Philosophie er gekannt, zu der er sich aber im schärfsten Widerspruch befunden hat. Erst in den letzten zehn bis zwanzig Jahren, also lange Zeit nach seinem Tode hat er den Gipfel der Berühmtheit erlangt, und zwar in Deutschland nicht zuletzt durch die verdienstvolle deutsche Gesamtausgabe seiner Werke, die im oben erwähnten Verlage erschienen ist. Hinsichtlich der ihn auszeichnenden Verbindung von Denkkraft und dichterischer Gestaltungsfähigksit ist Kierkegaard bielleicht nur mit Nietzsche zu vergleichen. Wie jener der große Antireligiöse, ist dieser umgekehrt der große Verkünder des lebendigen Glaubens, beide miteinander einig in der. Verkündung der irrationaleü Persönlichkeit, die sie in den Mittelpunkt ihrer GÄanken 'stellen. Damit stehen beide am Beginn der 'modernen Philosophie, die eben den Menschen nicht mehr als abstrakte Erscheinung und Objekt des Denkens, sondern als wirklich existierendes Subjekt mit allen Leiden und Freuden der Existenz in den Mittelpunkt stellt. So erklärt es sich, daß Kierkegaard nicht nur Denker, sondern auch Psychologe und Dichter sein muß, dies auch der Sinn seines Gegensatzes zu Hegel. Dem religiösen Menschen, vor allem dem, der noch mit den Problemen des Lebens kämpft, wie K. selbst dies in einem schweren Leben getan hat, können seine Werke eine gewaltige Anregung bieten. Näheres kann an dieser Stelle nicht gesagt werden. Der jüdischen Welt- und Lebensanschauung ist K. n manchem seiner Werke überaus nahe gekommen, so in „Furcht und Zittern", einem Werk, das die Akedah, den Opfergang Abrahams und Isaks in tief eindringenüer Betrachtung zum Ausgangspunkt nimmt, sowie auch in dem Erstlings-„Roman" „Entweder-oder", in zwei Bänden die beiden menschlichen Grundstimmungen, die heidnisch-ästhetische und die ethisch-religiöse einander gegenüber stellt. Hier fällt manches wundervoll geprägte Wort über Liebe. Ehe, Freundschaft, Gebet, Arbeit und Pflicht, das von der Größe des Verfassers Zeugnis ablegt. Ein gewaltiges Feuerwerk des Geistes auf jeder Seite; gleichzeitig ein ebenso scharf wie lebendig herausgemeißeltes Monument der sittlichen Lebensauffassung, heute so aktuell wie je. isr.

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