Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 34 (24.8.1933)
- Date
- 1933-08-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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24. August 1933 Der Israelit Nr. 34 Seite 7 933 Lat der 'para- Form tdehnt > verteoolldiese treten, künfg fol- Zolltrotz d, die rischer Großn an- Ange- ,'macht r den r Be-! tung" l die usw.) 1sgust rgerer schüsse später ß jüstandoberuf an ie an dnung erging >ie die beiten gust rühere mstag gänzt. r die beurr Er- Handarbeit - »rfchen guft mmererster wurde;n der deuten ngung Aschen einzelüieser etraut, l Verentennigten 15 jür des )e des omitee n. Im cd sich Jnter- Txeku-- t Verg I I l An dem in Deutschland abgehaltenen ersten Teil der Sommertagung haben die Delegiertn der jüdischen Studenenschast nicht teilgenommen. Im Laufe der allgemeinen studentischen Fragen gewidmeten Beratungen wandten sich mehrere Delegierte, insbesondere der französische Vertreter Ballon und der englische Vertreter Arnold "Förster, entschieden gegen die in Deutschland der jüdischen Studentenschaft gegenüber eingenommene Stellung. Ausbau der Hebräischen Universität Jerusalem. Zürich, 18. August Die Leitung der Hebräischen Universität Jerusalem hat ein von Dr. Weizmann, dem Präsidenten der Universität, dem Vorsitzenden des Akademischen Rats, Professor Ornstein, dem Vorsitzenden des Direktoriumsdes Judaistischen Instituts, Chiefrabbi Dr. I. S). Hertz, und dem Univerfitätskangler Dr. I. L. Magnes unterzeichnetes Manifest erlassen, in dem daraus hingewiesen wird, daß die Hebräische Universität in diesem Augenblick dazu berufen sei, eine entscheidende Rolle in den Bestrebungen zu spielen, die auf Behebung der durch die Ereignisse der letzten Zeit besonders akut gewordenen jüdischen Bildungs- und Forschungsnot gerichtet sind. Die Erweiterung der Universität und ihr Ausbau von einem reinen Forschungsinstitut zu einer umfassenden Lehrstätte werden angekündigt und an die jüdische Oeffentlichkeit wird der Appell gerichtet, dafür zu sorgen, daß die zu diesem Ausbau erforderliche Erhöhung des Einkommens der Universität um mindestens 15.000 Pfund — das ordentliche Budget beträgt 40.000 Pfund —■ gesichert werde. Die in Deutschland in letzter Zeit vorgenommenen Massenentlassungen jüdischer Professoren und Gelehrter, heißt es in dem Manifest, hat zu einer Notlage von noch nie dagewesener Schwere geführt. Männer von hervorragenden Verdiensten und höchsten Leistungen aus: all-m Gebieten der Wissenschaft haben mit einem Schlag \ Erwerb und die Möglichkeit zu schöpferischer Arbeit im I Dienste der Allgemeinheit verloren. Vielversprechenden; jungen Gelehrten, die mit Beginn ihrer Laufbahn stau- > den, wurde diese verschlossen. In dieser Notlage, heißt es in der Erklärung weiter, richten sich die Augen der gesamten jüdischen Welt naturgemäß aus die junge Universität auf dem Scopus- Berg. Wenn es gelingt, neue Mittel aufzubringen, so soll zunächst der Rahmen des Judaistischen Instituts zwecks Ausfüllung der Lücken in feinem gegenwärtigen Stubicnplan erweitert werden. Es ist geplant, im nächsten Jahre neue Professuren für Hebräisch und jüdische Philosophie zu schassen und den Lehrplan des Instituts durch Errichtung neuer Lehrstühle für biblische. Geschichte und Lieratur, nltisraelitischs Geschichte und Geschichte und Literatur der Periode des zwiten Tempels zu erweitern. Im Laufe der letzten 5 Jahrs wurde eine geisteswissenschaftliche Fakultät ausgebaut, die gegenwärtig das Institut für judaistische und orientalistische Studien und die Abte'lung für Philosophie, klassische Sprachen und Geschichte des Altertums und des Mittelalters umfaßt. Nunmehr soll die Fakultät durch Angliederung neuer Abteilungen für Pädagogik, Psychologie, Geschichte der Neuzeit, moderne Sprachen und politische Oekonomie erweitert werden. Der naturwissenschaftliche Unterricht beschränkte sich in den letzen zwei Jahren auf Vorlesungen über Biologie. Jetzt ist beabsichtigt, die derzeit bestehenden na-j turwissenschaftlichen Abteilungen, nämlich die Institute j für Mathematik, Chemie, Biologie, Naturgeschichte,! Volkshygiene und Mikrobiologie, zu einer vollständigen naturwissenschaftlichen Fakultät zusammenzufassen. Ferner wird die Gründung einer medizinischen Fakultät angekündkgt. Die Universität besitzt bereits gut ausgestattets medizinische Laboratorien und einen hochqualifizierten Stab von Forschern. Dies ermöglicht den Ausbau eines medizinischen Zentrums, dessen klinischen Kern das Hadassah- Rothschild-Spital bilden würde. Zur Schaffung eines solchen Zentruins wird die Errichtung weiterer Laboratorien für experiinentelle Pathologie und Radiologie und die Schaffung klinischer Lehrstühle für Gynäkologie, innere Medizin, Dermatologie, Chirurgie und pathologische Chemie vorgeschlagen. Auf viele Anfragen teilt' die Universität mit, daß mit dem nächsten Wintersemester Vorlesungen über Chemie als Hauptfach mit dem Ziel der Erteilung wissenschaftlicher Grade eröffnet werden. Auch wird es im Zu- Die Woche. Berlin. Der „Reichsbund für jüdische 'Siedlung" hat eine landwirtschaftliche und gärtnerische Schule auf dem Rittergut Lötze bei Rathenow errichtet. Der monatliche Zuschuß beträgt Mk. 50,—. Adresse Berlin W 15, Emserstr. 42. — Das zionistische Palästina-Amt in Berlin veranstaltete am 12, und 13. August eine Tagung der Palästina-Berater aus dem Reich, au der insgesamt 130 Personen teilnahinen. Die Teilnehmer erhielten wertvolle sachliche Informationen für alle Zweige der Beratungsarbeit. — Wie der „Völkische Beobachter" mitteilt, hat die Direktion der Strandbad Wannsee, des größten städtischen Freibades der Reichshauptftaöt, um für die Zukunft Unzuträglichkeiten, wie sie sich in der letzten Zeit wiederholt herausgestellt hätten, zu verhüten, am letzten Freitag ein Schild aabringen lassen, wonach Juden der Bes u ch des Bades verboten i st. Franksuri a. M. Im hiesigen Budge-Altersheirn ist die jüdische Dichterin Leonis Meyerhof- Hilüeck im Alter von 75 Jahren verstorben. Dre-lau. Der Magistrat von Trebnitz in Schlesien hat angeordnet, daß Angehörigen der jüdischen Rasse die Benutzung des städtischen Schwimmbades nur Freitag von 10—11 Uhr gestattet, während der übrigen Badezeiten aber verboten ist! — Das Badevcrbot für Juden im Schwimmbad von Gleim i tz. Oberschlesien, wurde aufgehoben und die Aufschrift „Inden ist der Zutritt verboten". entfernt. Der Park, in dem die Badeanstalt liegt, konnte von der Stadt seinerzeit nur durch großzügige Spenden zweier Juden, des Geh. Kommerzienrat Friedländer und dos Kaufmann Guttmann, erworben und avsgebaut werden. Hannover. Die Handwerkskammer in Hannover hat eine Anfrage dahin beantwortet, daß keine rechtlichen Bedenken gegen den Eintritt Jugendlicher jüdischen Glaubens ist eine Handwertslehre bestehe. München. Die Stadt M ü n ch e n hat Personen nichtarischer Abstammung den B e - such der st ä d t i s ch e n B a d e a n st a l t e n untersagt. Aon diesem Verbot ausgenommc» find Brause-, Wannen- und medizinische Emzeibäder. Nürnberg. Wie die „Fränkische Tageszeitung" mitteilt, hat der Gemeinderat in Groß g'llnd lach in Franken einstimmig beschlossen, Juden den Zutritt in das D o r f u verbiete n. Amsterdam. Im Haag verstarb im Alter von 89 Jahren der Präsident des sephard'ischen Gemeindebuudes Hollands und der sephardischen Gemeinde Haag Ang. B e l i n f a n t e. Der Verstorbene bekleidete 'über 50 Jahre lang ein hohes Amt im holländischen Innenministerium. Er spielte auch eine hervorragende Rolle in der sozialen und jüdischen Gemeindearbcit. Poris. Wie die Pariser tschechoslowakische Gesandtschaft offiziell rNittestt, wurde dem Revisionistcnführer Wladimir I a b o t i n s k y das Einreisevisum in die Tschechoslowakei unter der Bedingung erteilt, daß er während seines Aufenthaltes auf tschechoslowakischem Gebiet keinerlei Reden außerhalb des Kongresses halte. Jerusalem. Eilte gemeinsame Delegation der offiziellen Jerusalemer Gemeinde und der Agudas Jisrael wurde diese Woche von dem stellvertretenden Gouverneur von Jerusalem zur Erörterung der Wasserversorgungssrage empfangen. Die Delegation forderte sofortige Maßnahmen. um noch vor Durchführung des neuen Wasserleitungsprojektes der unmittelbaren Wasscrnot nach Möglichkeit abzuhelsen. —' Nach Meldungen aus Newyork ist es gelungen, die Gründung einer neuen Jnvestitionsgesellschaft für Palästina mit Unterstützung von Louis Brandeis und mit einem Kapital von 250.000 Lst. in die Wege zu leiten. — Die Palästina- Regierung hat verfügt, daß von mm an bei allen durch Regierungsstellen zu vergebenden öfsenilirhen Arbeiten jüdische Arbeiter in einem Ausmaß zu beschäftigen sind, daß ein Drittel der für Lohn bestimmten Gelder an jüdische Arbeiter zur Auszahlung gelangt. Kairo. In Aegypten find für den Hilfsfond zu Gunsten der deutschen Juden 25.000 Lst. gesammelt worden. Man verhandelt mit dem Londoner Komitee wegen der Verwendung der Summe. iNewyork. „Newyork Herald" meldet aus T or o n t o , daß bei Zusannnenstößen zwischen Juden und kanadischen Nationalsozialisten SO Personen verletzt und gegen 20 verhaftet wurden. — Im Alter von 92 Jahren verstarb hier der bekannte Philantrop und Palästina- Freund Israel R o k e a ch , der Schöpfer der amerikanischen . Koscherseise-Jndnstrie. sammenhang mit der bevorstehenden Eröffnung des neuen Instituts für Landwirtschaftswissenschaft möglich sein, zu Beginn des nächsten Semesters eine beschränkte Anzahl von Stubenten in diesem Institut aufzunehmen. Senator Mendelsohn 60 Jahre alt. Warschau, 16. August Der Vertreter der Agudas Jisroel im politischen Senat, Ascher M e n d e ls o h n , feierte dieser Tage seinen 60. Geburtstag. Mendelsohn, der Mitglied des Jentralrates der Agudas Jisroel und Vorsitzender des Revisionsverbandes der agudistischön Kooperativgenossenschasten in Polen ist, vertritt die orthodox-jüdische Bevölkerung in den gesetzgebenden Körperschaften Polens feit dem Jahre 1920. Er war schon Abgeordneter im konstituierenden Sejm und wurde dann ins Oberhaus gewählt, dessen Präsidium er zur Zeit angehört. Aus Anlaß seines Jubiläums hat die Agudas Jisroel eine Festschrift veröffentlicht. Die Misrachi-ilioiifcreiiz in Ilrakau. Krakau, 17. August Die Misrachi-Konferenz wurde in der Nacht vom 13. aut den 14. August zu Ende geführt. Aus den gefaßten Beschlüssen ist zu erwähnen, daß der Misrachi auf dem Zionisten-Kongreß für die Bildung einer zionistischen Koalitionsleitung auf breiter Basis eintritt, sowie ftir eine Umbildung der Jewish Agency. In dem politischen Referat Färb st eins spielte insbesondere die Mittelstandseinwanderung eine große Rolle. Farbslein klagte darüber, daß die Vertreter der Mandatarmacht auch hellte noch der jüdischen Einwanderung mit vieteil Vorbehalten gegeuüberständen und sie nicht so förderten, wie es zu wünschen sei. Auch die Maßnahmen zum Schutze der öffentlichen Sicherheit im Lande erscheinen ihm nicht altsreichend. Die Transjordanienfrage fei auf dem toten Punkt geblieben. Rabbiner A in i e 1 Antwerpen erwiderte in zweistündiger Rede auf die gegen sein ideologisches Referat in der Debatte erhobenen Einwände. Rabbiner Gold berichtet über die Beschlüsse der Raübinerberatiing, die die Einberufung eines religiösen Weltkongresses sr Palästina nach Jerusalem rvünscht. Die neue Leitung setzt sich wie folgt zusammen: Die Rabbinen Meier Berlin, Fish in a n n und Gold, ferner F a r b st e i n , S i r f c s , Schechter m ann , G en fl rt] P w S E y. Beschlüsse der Misrnchi-Iveltkonfcrenz. K r a k a n , 17. August Die Beschlüsse der Misrachi-Weltkonferenz liegen nunmehrim Wortlaut vor. Von den auf der Beratung der Misrachi-Rnbbiner gefaßten und nach Verlesung durch Rabbi Gold von der Konferenz bestätigten Resolutionen lauten die wichtigsten: 1. Die Konferenz der Mtsrachi-Rabbiner beschließt, der Weltkonfcrenz die feierliche Annahme des Vorschlages, einen religiösen Weltkongreß für Thora und Erez Israel nach Jerusalem einzuberufen, zu empfehlen. Die Konferenz verpflichtet den neugewählten Merkas Olami, sich mit den religiösen Körperschaften in Palästina, und in der Galuth in Verbindung zu setzen und den Kongreß nicht später als bis Anfang 5695 einzubsrufen. 2. Die Konferenz bringt ihren schärfsten Protest zum Ausdruck gegenüber den Bestrebungen einer gewissen Gruppe in Palästina, Sondergemeindet, ttnd eilt Sonderrabbinak zu schaffen, und fordert deit Merkas Okami auf, mir allen Mitteln dieser Forderung entgegenzntreten. 3. Die Konferenz fordert die Ergreifung geeigneter Maßnahmen, um die Aufnahme einer Klausel gegen Sabbat-Verletzung in die Verträge des Keren Kajemeth mit seinen Siedlern durchzusetzen. Ferner wurden von der Konferenz nachstehende Anträge der Permanenzkommission angenommen, bei en Verlesung der Berichterstatter Rabbi Brodt mit folgender Erklärung einleitete: 1. In Erkenntnis der T a t s a ch s, daß es dem Misrachi trotz 3 0 j ä h r i g e r A r beit n i ch t gelungen ist, die Zionistische Organisation und die Aufbauarbeit in Erez Israel mit seinem G e i st, dem Geist der Thora und d e r T r a d i t i o ti, z u erfüllen, angesichts des S t r o in e s der Zügellosigkeit und der B e h e r r s ch u u g des Zionismus