Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 34 (24.8.1933)
- Date
- 1933-08-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1933 Der Israelit Nr. 34 Seite 3 ttungen 3 folgt, i ihnen niflung. Lanöfö richt ein, n und der jühwerer Mt die vom tfelbert id e n Jen“ a u m giösen el die lligion idische n Iuzjuden ich zu alten größte mdige fe die smus, habe, onald L e 't sich '■x er-?inem n bearbeit Chrl die :schs, oßen erilierinllber, rechr im gellächpro- Jiniicke m bestrovon, hrer iiger l in licht 8 erbie ierm es mg. hirrde Mt piel eue her ein ebe bet ern hre 'lch nn >as!ujre bn chen 24. August 1933 Mochenrundschau. Gegen Boykott innen und nutzen. Mir haben in der vorigen Nummer unseres Blattes eine von der Tagespreffe nicht beachtete und darum bis heute auch nicht gebührend gewürdigte Erklärung mitgctcilt, die der Staatssekretär des preußischen Justizministeriums, Dr Freist ler, sicherlich einer der entschiedensten Vorkämpfer der nationalsozialistischen Ideen auf dem Gebiete der Justiz und' der gesamten Staatsverwaltung, in einer Besprechung im preußischen Justizministerium abgegeben hat. Dr. Freißler wies mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hin — die ja auch schon von höchster Stelle wiederholt unterstrichen worden ist —, nach Durchführung der reichsgesetzlichen Maßnahmen auf den verschiedenen Gebieten der Verwaltung nun auch ausschließlich diese M a st n a m e ix als autoritativ anzuerkennen und Eingriffe zu vermeiden, die dem Sinn der staatlichen Mastnahmen nicht entsprechen. Er betonte in Bezug auf die Justiz insbesondere, dast nach Durchführung des Reichsgesetzes über das, Berussbeamtentum nur. eine Kategorie Anwälte bestehe und 'dast das Ministerium und die ihm untergeordneten Behörden, soweit sie dazu gesetzlich in der Lage sind, darauf hinwirken werden, dast kein Unterschied zwischen arischen und n i ch t a r i s ch e n Anwälten gern acht werde, Hinzugefügt war allerdings der Vorbehalt, dast das Ministerium auf die Fortbildung des Standcsrechtes keinen Einfluß habe. Immerhin darf man doch wohl annehmen, dast mit diesem Vorbehalt nicht an die Möglichkeit gedacht war, auf dem Mege des Standesrechtes die vom Staate getroffenen Regelungen praktisch illusorisch machen zu lassen. Diese Wirkung aber must eintreten, wenn Anwälte — das Gleiche gilt selbstverständlich auch für andere diesen Regelungen unterworfenen Berufe, insbesondere für die Aerzte — die vom Staate, weil sie Kriegsteilnehmer waren oder ihren Beruf seit vielen Jahrzehnten ausübten, ausdrücklich zur freien, ungehinderten Ausübung ihrer Praxis zugclastcn sind, nun durch standesrechtliche Mastnahmen der praktischen Möglichkeiten zur Ausübung ihres Berufes beraubt werden. Cs ist hier nicht der Grt, auf die standesrechtlichen Verfügungen im einzelnen einzugchen, die nach die- und für besten Ehre und Würbe wir beten, bis sich bie Verheißung erfüllt: .a'ppvp ins? 'i nnj '2 „G'tt tröstet sein Volk, er erlöst Ieruscholajim . . Kleines Feuilleton. („Alijah".) In diesen Tagen erscheint die dritte erweiterte Auflage einer vom zionistischen P. A. in Berlin herausgegebenen Broschüre „Alijah". Diese Broschüre enthält alle notwendigen Informationen über bie Einwanderungsbedingungen, über Zoll- und Devisenbestimmungen, Lebensverhältnisse, landwirtschaftliche Bedingungen Palästinas, Berufsaussichten, Fahrpreise usw. Außerdem ist das Titelblatt dieser Broschüre mit einer Karte Palästinas versehen. Jeder, der sich für die Einwanderung nach Palästina interessiert, sollte dieses Merkblatt erwerben. Die „Alijah" ist gegen Voreinsendung von Mk. 0.75 zuzüglich Porto durch das Palästina-Amt, Berlin W. 15, Menekestr. 10 zu beziehen. (nvrr nQW)- Soeben erschien bie 15 5. Auflage des Siddur Sefath Emeth, Ausgabe B., mit deutschen Anweisungen. — Um einem vielfach geäußerten Wunsche zu entsprechen, sind dem Gebetbuch als Anhang dis „Ssmiroth für Freitagabend" beigegeben. — Eine weitere, sicherlich sehr begrüßte, Neuerung ist ferner, daß das Gebetbuch von nun an nur in Ganzleinw andb and herausgebracht wird. Trotz dieser beiden wichtigen Faktoren, die auf den Herstellungspreis keinen unerheblichen Einfluß haben, bleibt der bisherige Ladenpreis in Höhe von NM. 1.00 pro Exemplar bestehen. ser Richtung in den letzten Wochen sowohl von dem Führer des natlonalsozialistifchen deutschen Iuriftcnbundes in Kurhessen, als von dem Kommissar für die ärztlichen Spitzenverbände Dr, Wagner ausgegangen sind und über die im Rachrichtenterle unseres Blattes fortlaufend berichtet worden ist. Jedenfalls scheinen diese Verordnungen dem Geiste nach durchaus in Widerspruch zu stehen zu der reichsgesetzlichen Regelung der Verhältnisse im Anwalts¬ und Aerzte-Beruf und sie widersprechen auch einer im gleichen Geiste gehaltenen Erklärung, die für das Gebiet der Schul- und Hochschulverwaltung soeben vom preußischen Kultusminister veröffentlicht worben ist. Glückwunsch- Inserate für mm Ewi Größe 2 Größe 1 Größe 3 Mark 6.- Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte, die bis zum 16. September in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-ha-schono- Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Frankfurt a. Al. üie Anzeigen-Verwaltung des Israelit Man darf daher erwarten, daß bie obersten Reichsbehörden ihre Autorität auch gegenüber den standesrechtlichen Organisationen zur Geltung bringen und dafür Sorge tragen werben, baß ebenso wie in der Wirtschaft auch in den freien Berufen alles vermieden wird, was einem Boykott innerhalb der zu g e m e i n s a m e r Arbeit z u m W o h l e De u t s ch l a n b s a u f g e r u f e - neu Bevölkerung ähnlich sieht. Diese Bekämpfung aller boykottähnlichen Bestrebungen im Innern wird schließlich auch die beste Waffe sein, um dem unheilvollen a u s l ä ndis ch c n Boykott gegen Deutschland, dessen Wahnsinn an dieser Stelle wir uns wiederholt darzutun bemühten, der aber noch keineswegs aus dem Felde geschlagen ist, schließlich die Spitze abzubrechrn und ihm vor dem Forum der ganzen Welt mit gutem Gewissen entgegen zu treten. Eine Mahnung an das jüdische Gewissen. Die Tageszeitungen melden, daß der Wiener Erzbischof die Welt zu einer internationalen Hilfsaktion zu Gunsten der Hungernden in Rußland auffordert. Gleichzeitig gibt das in Deutschland gegründete Komitee „ B^r ü d e r inRot " , das sich ini besonderen der von einer Hungerkatastrophe entsetzlichster. Art getroffenen deutschen Bauern annimmt, sein Sammlungsergebnis von immerhin rund einer halben Million Mark bekannt. * - - 1 —-fr Tragen Sie „die gute CARSCH^KIeidung“ Spezialität “ItPD-Verarbeitung 14 a= ' . ' - * Was geschieht von jüdischer Seite, um den zum Hungertod verurteilten brotkartenlosen Familien der Rab 0 inen , Lehrer, S ch 0 ch t i m , C h a s 0 ll l lll und Kleinhändler zu helfen? Wir haben die Frage in -den letzten Monaten bereits zweimal gestellt und w i e b e r h 0 l e n s i e j e tz t i m A n g e s i ch t der „furchtbaren Tage", beim Klange des C l u l - S ch 0 - facs, ohne erneut durch Anführung von Einzelheiten an das Milleid appellieren zu wolleu. Wo bleibt das jüdische Pflichtgefühl? Wohl arbeitet in W i e n das von der „ 21 gudas I s r 0 e l " feiner Zeit ins Leben gerufene, aus Vertretern aller jüdischen. Gruppen bestehende Hilfskomitee unentwegt weiter — aber es ist in seinen Hilfsquellen im wesentlichen auf Länder von geringer wirtschaftlicher Leistungskraft beschränkt. Inwieweit bas Londoner Relief Federation- Committee noch für die russischen Deklassierten wirkt, ist UNS nicht bekannt; es scheint seine Tätigkeit zugunsten der Sanvnlungen für die deutschen Juden eingestellt zu haben. '' Der Eintritt des Clul sollte den jüdischen Organisationen in C n g l a n d , F r a n k r 0 i ch , 21 m crika die haibvergeffene und doch furchtbarste Wunde am Körper der jüdischen Gemeinschaft, das russisch e Elend ins Gedächtnis zurückrufen und sie zu einer größer angelegten g e m e tusch ä f l l l ch e ll Aktion anregen, die Zcbntauscnöcn unschuldiger jüdischer Menschen zu den Festtagen ein Stückchen Brot reichen, in vielen Fällen Rettung vom Hungertod bereiten könnte. Dem neuen rabbinischen Führer zum Grutz. Im Laufe dieser Woche schifft sich Gberrabbiner D u s ch i n s k i aus Hufzt nach Crez Isroel ein, um. in Jerusalem dasGberrah b j n a t d e s „W a a d h a i r h 0 a s ch k c n a s i" zu übernehmen. Tine höhere Fügung hatte den jetzt zur Rachfolge Rabbi Thajim Sonnenfelds Erkorenen in besten letzten Lebenslagen nach Ieruscholajim geführt, so daß noch das Auge des Sterbenden auf ■bcm Fortsetzer seines Lebenswerkes ruhte, und es diesem vergönnt war, am frischen Grabe in Worten der Tranerklage seiner inneren Verbundenheit mit dem dahingegangenen wnpi p'NX Ausdruck zu verleihen. In einem Augenblicke schickfalsvoller Zeitenwende für das heilige Land und seine Bewohner tritt der neue Gberrabbiner sein hohes 2lmt an. Die 2lugen der ganzen Diaspora, soweit sic begreift, was heute in Crez Isroel auf dem Spiele steht, sind auf den Mann gerichtet, der ans den von Rabbi Ehajim Sonnenselö geschaffenen Fundamenten eine alle wahrhaften umfassende, das historische Indentmn in seiner Reinheit repräsentierenden G e m e i n s ch a f t auf denl heiligen Boden schaffen soll. < Sie ist heute nur in einem Hoffnung verheißenden K c r n vorhanden und heischt F c ft i gung und 2l u s g c st a l tu ng. Wohl können wir der Vorsehung danken, daß gegenüber der in Verfassung und Verwaltung bie absolute Autorität des D'ttesgefetzes, verleugnenden, unter dem Einfluß der radikalen Parteien vor unkontrollierbaren Entwicklungen nach links stehcnben sogenannten „ K n e ß e s I s r a e l " doch eine kerntruppc echter Rationaljuden -den Mut und den Weitblick bauen, int „ Waad h a i r a s ch k e n a s i “ sich und der ganzen Iudenheit ein wahrhaftes jüdisches Zibbur, eine autonome Heimstätte religiösen Geistes zu schaffen. 2lber noch ist eine gervalllge 2lrbc>it zu leisten, bis diese Gemeinde, deren geistige Führung nun in bie Hände Gberrabbiner Duschinskis gelegt ist, ihr geschichtliches Ziel erreicht haben und der allseit'ig anerkannte Brennpunkt und Mittelpunkt beg religiösen Mschen Gememschgswlehrn? für alle Gosetzestreuen im heiligen Lande sein wird.