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Der Israelit · 1933-07-28 · Heft 30 (28.7.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 30 (28.7.1933)
Date
1933-07-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 30 Der Israelit 28. Juli 1933 der Geschäftsausschuß der Agudas Jisroel am 17. Juli eine Plenarsitzung gemeinsam mit den Vertrauensmännern der Agudas Jisroel-Landesorganisation und der Palästina-Zentrale. Gesinnungsgenossen aus Polen, Deutschland und der Slovakei nahmen an der Sitzung teil, die von 30 Delegierten besucht war. Herr Großrabbiner Friedman berichtete in zweistündiger Rede über seine Reisen, die ihn durch das ganze Land geführt haben. Er hat sämtliche Thoralehranstalten besucht, mit den politischen und wirtschaftlichen Führern des Jischuw eingehend 'beraten und unterbreitete konkrete Vorschläge für die Ausgestaltung der Erez Jisroel-Arbeit. Namens der Anwesenden dankte Herr Wolf Pappe n h e i m dem ehrwürdigen Referenten für seine Ausführungen, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck gemacht haben. Tagung der burgenländischen Orthodoxie. Wien, 24. Juli. Vorige Woche fand in Eisenstadt die Tagung des burgenländischen Rabbinerkollegiums und der Zentral-. kommistion statt, zu der auch die Präsidenten der Kul-' tusgemeinde eingeladen und erschienen waren. Aus dem . Bericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß die burgenländische Orthodoxie es verstanden hat, aus kulturellem und politischem Gebiet ihre Selbständigkeit und ihre Geltung zu sichern und daß insbesondere in der Frv-ge der Ritualbeamten ein erfreulicher Erfolg der Leitung konstatiert werden konnte. Sehr zu wünschen bleibt, daß die Gemeinden sich der Pflicht für den materiellen Unterbau der orthodoxen Organisation mehr als bisher bewußt sind, damit die ersprießliche Tätigkeit des Verbandes ausgebaut und erweitert werden kann. In der Tagung der Zentralkommission fand der Vorsitzende Worte tiefsten Mitempfindens für die Brüder in Deutschland und forderte zur tatkräftigen materiellen Hilfeleistung für die Notleidenden auf. Der Vorsitzende ging hierauf zur Besprechung der von Wien ausgehenden Bewegung zur Schaffung eines allgemeinen Gemeindebundes über. Bisher sei erfreulicherweise festzustellen, daß mit Ausnahme einer einzigen, ohne Zweifel aus Unkenntnis handelnden Gemeinde, keine orthodoxe Kultusgemeinde des Vurgenlandes sich hat verleiten lassen, den Lockrufen der Einheitspolitiker trotz aller materiellen Vorteile, die sie verheißen, auf den Leim zu gehen. Er sei überzeugt, daß auch der einzige Beitritt einer Gemeinde des Burgenlandes zu dem allgemeinen Gemeinöebund rückgängig gemacht werde, nachdem das Nabbinerkollegium festgestellt habe, daß dieser Beitritt dem uralten Verbot der Geaunim unterliege. Der Vertreter der in Betracht kommenden. Gemeinde gab die Zusicherung, daß er die Angelegenheit neuerlich der Generalversammlung zur Stellungnahme vorlegen werde. Nach Dankesworten für die Führung und für die Beamten des Verbandes wurde die Versammlung geschlossen. An den Bundespräsidenten und an die Regierung waren Huldigungstelegramme gerichtet worden. Am Schluß der Tagung wurde, nochmals festgestellt, daß der vor 20 Jahren von den Gedaule Hadaur erlassene Jsfur gegen jede Beteiligung an zionistischen und misrachistischen Organisationen auch heute noch in-voller Kraft weiterbestehe. Palästina. Oer Mord an Dr. Arlosorosf. Warschau, 24. Juli. Wie der Warschauer „Hajnt" aus Tel-Awiw meldet, wurden am 23. ds. 20 Revisionisten im Zusammenhang mit der Mordtat an Arlosorosf verhaftet. Die Polizei nimmt nach neuesten Untersuchungen an, daß eine revisionistische Terrorgruppe bestehe, die mit dem verhafteten Stavsky zusammen die Mordtat vorbereitet habe. Die neue Aktion der Untersuchungsbehörde hat im ganzen Lande ungeheures Aufsehen erregt. Das Material gegen Stavsky scheint sich zu verdichten, da. seine Fußspuren mit den am Tatort Vorgefundenen übereinstimmen sollen. ' (Weitere Korrespondenzen siehe Seile 13.) Personalien. Saly Geis ein Sechzigjähriger. Tel-Awiw, 17. Juli. Herr Saly Geis aus Frankfurt a. M., der vor nahezu einem Jahrzehnt, getrieben von reinster Liebe zum heiligen Land, seinen Wohnsitz hierher verlegte, um sich hier der Erziehung von Kindern im rech jüdischen Geiste - zu widmen, begeht chm 12.. Aw seinen 6 0. G e b uri's t a g. Irr Deutschland hat sich, Saly Geis, der aus, Magdeburg stammte, und ursprünglich, dem Bankfach ängehörte,. in weiteren Kreisen durch die Herausgabe des „Frankfurter Israelitischen Familienblattes" bekannt gemacht, das er 20t Jahre lang verlegte: und - redigierte. Das Blatt vertrat den misrachistischen Standpunkt, und der „Israelit" war mehr als einmal genötigt, mit ihm die Äinge zu kreuzen. Immer aber offenbarten die Aufsätze des Blattes, soweit sie der Feder des Herausgebers entstammten, auch dann, wenn man ihren Gedankengängen nicht zustimmen konnte, den lebendigen Idealismus und die religiöse Begeisterung ihres Verfassers, die seinem ganzen Leben das Gepräge gaben und ihn auch' vor schweren materiellen Opfern nicht zurückscheuen ließ, wenn es galt, der Sache des orthodoxen Judentums zu dienen. Während seines Aufenthaltes in Erez Jisroel hat Saly Geis die Leser des „Israelit" häufig durch feuilletonistifche Beiträge aller Art und durch interessante, oft scharf kritische Korrespondenzen erfreut, in denen er dem religiösen Abfall, wie er sich im heiligen Lande breit macht, mit Entschiedenheit entgegentrat. .; (Wir wünschen unserem verdienten Mitarbeiter ans vollem Herzen Jugendsrische und Gesundheit. v"vmy> Bad Orb, 24. Juli. Die 2Bod)en der nationalen Trauer werden in diesem Jahre hier doppelt schwer empfunden, da wir am Sonntag Max Lichte nstädter und Michel Silbertha-ü zur letzten Ruhe betteten. Zu den Beisetzungen, die kurz nacheinander stattfanderst waren viele auswärtige. Freunde und nichtjüdische Mik-i bürger erschienen, um ihre Verehrung für die Heimgegangenen auszudrücken. In den verschiedenen Grabreden wurden die allseits anerkannten Leistungen der Verstorbenen, ihre Verdienste für unsere Gemeinde, deren Vorstand sie viele Jahre angehörten, und ihr Wirken für die Allgemeinheit rühmlichst hervorgehoben. Mögest sie in dieser schweren Zeit für ihre Hinterbliebenen und uns alle Melize-Jauscher sein und ihr Andenken uns Trost und Segen spenden. rra^n Vermischtes “• Kkraßburg, 24. Juli. Viele deutsche- Juden habest den Wunsch, in Frankreich.zu studieren. An den großen Universitäten wie Paris und Sträßburg sind aber nicht nur die Lebensverhältniffe schwierig, sondern.es kann auch nur eine beschränkte Anzahl von Aulsändern dort Aufnahme finden. Die französischen Behörden raten zum Besuch der Provinzstädte, das Studium an den kleineren Universitäten wird gern gesehen. Für viele scheitert das Projekt an der Frage der rituellen Verpflegung. - , Es hat sich nun eine Mische Familie bereit erklärt, in einer kleinen Universitätsstadt eine streng rituelle Pension zu eröffnen, wenn sich eine genügende Anzahl von Studenten und Studentinnen, die für ihren Unterhalt aufkommen können, zusammenfindet. Wer an der schnellen Verwirklichung dieses Planes Interesse hat, wende sich bitte möglichst umgehend an die „Association des Amis de la Tradition Juive", Secretariat, 4 Dieux-Marche-cmx-Vins, Straßburg. FamMennachrichken. Geburten: Ein Sohn, Josef Dodeles und Fräst Hanna, geb. Goldschmidt, Leipzig. s Briefkasten. M. C. tft Sir. M. 8.18 für Abonnement gutgeschrieben^ AHamas 21^1«.ritt Merlin. Anonyme Zuschriften^ pflegen in den Papierkorb zu wandern'. Sobald Sie den Mut haben sich mit Namensunterschrift an uns zu wenden, sind wir bereit, Ihre Beschwerde der zuständigen Stelle weiterzugeben. Vorher geht das nicht. Die Woche. . Hugo Rosenbaum .Ary.p N2V.. wurde, .nach-,. ganz kurzem!- Leiden HrM Rosenbaum dem Kreise seiner Familie und der weiteren'-Gemeinschast-s'einernbnx> entrissen. Er: wurüL, erst,53jährigs mitten aus dem tätigen Leben äbberufen, das-ihm,- dem vielbeschäftigten ^unü beliebten Dentisten,, tets vor allem Arbeit 'sind hingebenden Fleiß bedeutethat. Gleich seinem unvergeßlichen Vater, Geh. Sanitätsrat Dr. Elieser Rosenbaum b"^7, warihm sein Beruf .aufopfernder Dienst am hilfesuchenden Mitmenschen,, gleich ihm wandte er aber auch sein höheres Interesse in den Stunden der-Muße den ewigen Schätzen des Judentums, zuf gleich seinem Vater endlich man seine ganze Liebe seiner n-np., der Israelitischen Religion^ gesellschaft, zugewandt', ist . der er die Verkörperung des. unverkürzten, unverfälschten ' nm erblickte, für oen er in seinem geraden' Sinne allezeit eintrat. So reißt sein Heimgang nicht nur eine Lücke in den Kreis seiner Lieben, so trauern um. ihn nicht nur die hochbetagte Mutter, die Gattin und jungen Kinder sowie die Gechwister, sondern die ganze Gemeinde trauert um einen ihrer Treuesten. Diese Anteilnahme kam bei der Beerdigung in dem stummen Schmerze der großen Trauergemeinde zum Ausdruck, da der Naufchchaudefch laute Klage verbot. Möge 'diese aufrichtige Teilnahme den Hinterbliebenen eine d^p-tpi p'2 ^as Tina naru bedeuten. •rraxtin Rabbinal der Synagogengemeinde »Israelitische Religionsgefettfchaft". Vgm Räbbinat der ' JsWlitffchen Religionsgesellschäft' wird uns geschrieben: Wir sehen uns veranlaßt, nachdrücklichst darauf hinzuweisen, daß wir die rituelle Verantwortung nur für diejenigen Fleischwaren übernehmen, die in Öen aus* drücklich unserer Aussicht unterstellten Betrieben verabreicht werden, sowie außerdem für solche ganze Stücke, die unsere Plombe'unverletzt tragen. . . Die Tatsache, daß in einem Fleischverkaufsober Gasthausbetrieb Fleisch verabreicht wird,, das unserer Aufsicht entstammt,' gibt keineswegs auch nur die geringste Gewähr dafür, daß alle Fleischwaren dieses Betriebes rituell zulässig sind!' Diese Gewähr kann lediglich vom zuständigen Rabbinat. gegeben werden. Thora-Lehr-Anslalt Jeschiwa. ' Zur Jahrzeit unseres unvergeßlichen Rabbiners Dr. Salomon Breuer t>"2r. findet am um na» im großen Hörsaal der Jeschiwa um 12 Uhr eine Jahrzeitsversammlung statt. Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer '"2 wird die Ansprache halten. Zulassung jüdischer Aerzke. -In Uebereinkunft Mit dem Fürorgeamt sind für die Behandlung j ü d i sch e r Fürsorgepfleglinge nunmehrfolgende Aerzte zugelassen: Dr. Rob., Rothschild, Dr. Henny Posen, Dr. A. Levi, Prof. Dr. Hanauer. , Frankfurter.Vereinskalender, Verein Illekor Chajim. : Samstag morgen nach Schul im Hörjaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/i Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Julius Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 6 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer- Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Julius Lewin. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: nmas p», Herr R. A. Dr. Schlesinger. - Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- MitgNederlernen, — abends 7 Uhr im Vsreinslokal(auch Mittwoch) Gemoro Herr Robb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gmoro, Herrr R,-A,Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A- Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Iahrzeitsstiflungen. Schäbbos, 29 Juli: Rabb. Dc. Salomon Breuer Stiftung. Montag, 31. Juli: Salomon Rosenbaum-Stiftung. Donnerstag, 3. August: Lehrer Mathias Apelt-Stiftung Agudas Iisroel-Ortsgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffeffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt- — Es wird m: 'on «in, gelernt. Der mv'V wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Holpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Jomi — Am na» anschließend an Das Jomi agadischer Vortrag. Agudas Iisroel-Jugend, und TUädchengruppe. Schiurim der Jugendgruppe: . Dinim: Dozent Herr B. Rachelsohn. Zeit: Montags! 20.30 Uhr in der Wohnung Sändweg 6. ' ' ' Dinim: Dozent Herr Leopold: Oppenheimer. Zeit: Mittwochs .21 Uhr in, der Wohnstng Bärenstr. 12- Tnach: Dozent" Herr Louis Kahn. " Zeit: Schäbbos 10.30 Uhr im Heim. Tnach: Dozent Herr'Gerson Schnerb. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Kantstr. 4. ' Gemoro Kefuboch: Dozent Herr Dr.. Elieser. Posen- Zeit: Sonntags 8—9 Uhr, Montags und Dienstags 20—21 Uhr in der Wohnung Sandweg 44. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Beshamidrafch Ostendsieaße. : , Babbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. : .; Sabbatnachmittög 6.15 Uhr „En Jaakauw". l/2 Stunde vor Nacht Vortrag. . Gebetzeiten. . . 1 .. . ... Freitag abend 7.30! ’ Samstag naatpn 6.30 \ ■' Samstag morg. 7.45 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.10 Wochengottesdreyst: Morgens 6.30 ' Nachmittags 7.1S' ' - Tefillinlegen am Morgen 3.45 aan njr^ri Montag nachm. 6.00, abends 8.55 Fastenbeginn 8.07 Dienstag morg. 6.15, abends 7.30 Fastenende 8.55

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