Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1933)
- Date
- 1933-07-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 30 Seite 7 28. Juli 1933 Der Israeli! Erteilung der Genehmigung zur Anstellung ausländischer Juden als Rabbiner oder Synagogen-Beamten von jetzt an der Regierungspräsident, in Berlin der Polizeipräsident, zu entscheiden hat. Wenn diese Stellen beabsichtigen, die Genehmigung zu erteilen, so ist dem .Kultusminister vorher zu berichten. Jüdische Rriegsopferversorgung. Berlin, 25. Juli. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat die aus den bisherigen Kriegsbeschädigten-Berbänden ausgegliederten jüdischen Kriegsopfer (Kriegsbeschädigte, Kriegerrvitwen und Kriegerwaisen) auf Wunsch des Nationalsozialistischen Reichsverbandes Deutscher Kriegsopfer ausgenommen. Die Wahenehmung rhrsr Rechte, vor allem ihrer Rechtsstellung in der künftigen Versorgungs- Gesetzgebung, liegt nunmehr dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ab.! Diese Aufgabe ist Nur durchführbar, wenn die über das ganze Deutsche Reich verstreuten jüdischen Kriegsopfer in einer straffen Organisation zusammengefaßt werden. Zu diesem Zwecke bittet der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten die jüdischen Kriegsopfer ufw., sich umgehend bei der ihrem Wohnsitz zunächst liegenden Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten E. V. zu melden, und sich dort den Fragebogen zur Ausfüllung aushändigen zu lassen. Freie Aünstlertätigkeit von Nichtariern soll nicht behindert werden. Berlin, 25. Juli. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, stellte Staatskommissar Hinkel in einer zur Aufklärung uon Mißverständnissen betreffend die Betätigungsmöglichkeit von Ausländern und Nichtariern in den freien Berufen der Kunst im Preußischen Kultusministerium stattgefundenen Aussprache mit Vertretern der bisheri-! gen deutschen Musikerverbände, des „Ausschusses für das I deutsche Konzertrvesen", des „Reichskartslls der Musikeri schaft" und der Gruppe Musik des „Kampfbundes für i deutsche Kultur" folgendes fest: z Die Bestimmungen und Absichten, den berufsständiz scheu Aufbau betreffend, berühren nicht die grundsätzl lichen Richtlinien des bekannten preußischen Konzertj erlasses, dem sich der Herr Reichsminister Dr. Goebbels für sein Ministerium vollinhaltlich anschloß. In Preußen soll und kann jeder freischaffende, berufene Künstler, gleich welcher Nationalität, zu Wort kommen. Der berufsständische Aufbau der deutschen Musikerschaft (im Rahmen der Arbeitsfront) wird sich nicht dagegen stellen. Die künstlerische Betätigung von Ausländern und Nichtariern in den freien Berufen der Kunst soll also — abgesehen von den gesetzlichen Bestimmungen des Beamtenrechts — keineswegs verhindert werden. Die Umgestaltung der Volksschule in Deutschland. Berlin, 25. Juli. Die Essener Nationalzeitung veröffentlicht ein Interview mit dem Referenten für das Volksschulwesen im preußischen Kultusministerium' Ministerialrat Dr. Beck, in dem sich dieser über die durch die nationalsozialistische Vrldungsidee bedingte neue Methode in der Volksschulerziehung äußerte. Ministerialrat Dr. Veck erklärte u. a., die Kenntnis der rassischen und erbbiologischen Grundlagen des Einzelnen und der Gemeinschaft müßte schon in der Volksschule den jungen Volksgenossen dazu führen, sich als organisches Glied der lebendigen Gemeinschaft zu suhlen. Geschichtsunterricht sei als Darstellung der schöpferischen Kräfte lebensstarker Rassen zu erteilen. Schließlich kündigte Ministerialrat Dr. Beck gesetzliche Maßnahmen an, durch die die Einreihung aller Volksschüler wie aller Schüler und Schülerinnen vom 8. bis 14. Lebensjahr überhaupt in das „Jungvolk", die Vorstufe der Hitler-Jugend, herbeigeführt werden soll. Holland. Protest gegen den ausländischen Boykott. A m st e r d a m , 25. Juli. (Conti.) Der „ T e l e g r a a f " hat sich an den Präsidenten des Weltbundes der gesetzestreuen Juden, Jacob Rose nheim (Frankfurt a. M.) gewandt, um dessen Stellungnahme zu dem dieser Tage in Amsterdam abgehaltenen internationalen jüdischen Kongreß und dessen Beschlüsse zu erhalten. Rosenheim wandte sich gegen den im Ausland durch die Labour Party, von bestimmten wirtschaftlichen Interessenten und auch von jüdischer Seite propagierten antideutschen Boykott. Dieser Boykott, erklärte er, sei ein Verbrechen gegen die Mens chheit, denn in seinen Folgen bedeute er eine regelrechte Kriegserklärung an Deutschland, das sich allerdings dadurch nicht einschüchtern lassen werde. Eine solche Politik könne zu den ernstesten Verwicklungen führen. Die deutschen Juden p r o t e st i e r t e n daher auf das s ch ä r f st e gegen die unverantwortlichen Treibereien ausländischer Juden, die sich als politische Glücksspieler betätigten, jedoch den deutschen Juden in Wahrheit nicht Helsen könnten. Oesterreich. Beth Jacob-Tätigkeit rm Sommer. Wien, 24. Juli. Die polnische Beth Jacob-Zentrale veranstaltet in diesem Jahre die folgenden Sonnnerkurse: 1. Dluga Siedla bei Warschau: 2. Jelesnia bei Tornow; 3. Mszana Dolna für die Schulen von Krakau und Chrzanow; 4. In den Vororten von Bendin und Sosnowice. Am 11. Juli fand in B r i s k eine Konferenz der Beth Jacob-Schulen Polmsch-Lllauens unter Vorsitz von Herrn Dir. O r l e a n statt. Es wurden organisatorische Fragen besprochen und Beratungen gepflogen über die Gründung neuer Schulen im Wilnaer Gebiet. Aus denk agudistischen Leben Wiens. Wien, 24. Juli. Zu Anfang dieses Monats weilte Robbi Mosche Blau aus Jerusalem in unserer Stadt und erstattete dem Wiener Geschästsausschuß eingehenden Bericht über die Lage im heiligen Lande. Auf Grund der Darstellung, die Rabbi Mosche Blau von der kritischen Situation der Thora-Lehranstalten in Erez Jisroel gab, be-,y schloß das Direktorium des Keren Hathora, aus seinem . Hilfsfond eine einmalige größere Zuwendung für die Erez Jisroel-Schulen zu leisten und die einzelnen Landesverwaltungen des Keren Hathora zu ersuchen, von ihren Einkünften eine lOprozentige Abgabe für das religiöse Schulwerk im heiligen Lande zu bestimmen. Die aus Jerusalem und Tel-Arvim vorliegenden Einträge auf Gründung einer Beth Jacob-Zentrale im heiligen Lande wurden im Prinzip genehmigt. Am 17. Juli weilte der Poniewefchsr Raw, Rabbiner K a h a n e m a n , Mitglied des Rabbmischen Rates der Agudas Jisroel, in Wien und beriet mit dem Geschüftsausfchuß der Agudas Jisroel über die Lage der Jefchiwos in Litauen. Herr Rabbiner Kahaneman begibt sich nach Südafrika, wo er schon vor Jahren ein Kuratorium für die unter seiner Leitung bestehenden Thoralehranstalten gegründet hat. Zu Ehren seines nach mehrmonatigem Aufenthalt im heiligen Lande nach Wien zurückgekehrten Mitglieds, Großrabbiner Mordechäi F r i e d m a n n , veranstaltete I i 2 $ Urin Untersuchungen 1 in der Hj Trierische Gasse Y6 | Hermann Nussbaum | Adler-Apotheke Tel. 25262, Kostenloser Eilbotendienst Unser innigstgeliebter Gatte und Vater, unser unvergeßlicher treuer Bruder, Schwager und Onkel Herr Hirsch Rubinstein ist unerwartet infolge eines Herzschlages heimgegangen. Die Beerdigung fand Donnerstag, den 27. Juli statt. , Baden b. Zürich, den 27, Juli 1933. Dammstr. 3 Frankfurt a. M., Oskar v. Millerstr. 18 ' Namenäder trauerndenHinterbliebenen Elsa Rubinstein. r '"N Praxisverlegung Habe meine Praxis nach UHLANDSTRASSE 57 Ecke Hanauerlandstr, verlegt Sprechstunde: 8l/a — 1 3'/>>— eii2 Zu d. Ersatzkassen zugelassen Zahnarzt Dr. med. dent. J. Saffra ] HAU & HÖFMANN j | Bau-Spenglerei und Installationsgeschäft | | für Sanitäre Einrichtungen ♦! Rechneigrabenstraße 13, Tel.259311 Wersparenmuß der iQt mein vorzügliches BAUERNBROT 3 Pfund nur 3S Pfg. EIERHAUS OSTEND Inh. ERNST NICOL ♦ HANAUERLANDSTRASSE 41 Junges Mädchen nt. pädag. Kenntnissen sucht für nach den Sommerferien HIrsch’s Qipnm, Hirsdi’s nV’sn gegen Gebot zu verkaufen. z. jß. Schulkind, zur Veaufs. von Schularbeit. Nachhilfe u. sonstiger Beschäftigung. Off. unt. 71äc an die Exp. Haustochter per sofort zu 8 Kindern gesucht. 2. Mädchen vorhanden. Dr. Hirsch, Sandweg 11. Von alleinstehender Dame wird 1 Zimmer mit Küche bei relig. ordentlich. Leuten gesucht. Off, unt, 794c an die Expcd. 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