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Der Israelit · 1933-07-13 · Heft 28 (13.7.1933) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 28 (13.7.1933)
Date
1933-07-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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13. Juli 1933 Der Israeli! Nr. 28 Seite 7 Wenn Sie seither Maßkleidung getragen haben und sie jetzt nicht mehr bezahlen können kleiden Sie sich durch KAISERSTRASSE 7 Wenn Sie bisher Fertigkleidung gekauft haben und sich besser und genau so preiswert kleiden wollen, tragen Sie MASSKONFEKTION KAISERSTRA9SE 7 den reichsungehörigen Aerzten arischer^ der S. A.-Gruppe Berlin sei „landesverräterisches Matetungsfonds für die Thorain st itutionen Abstammung besteht. Die gleiche Bestimmung jrial in Massen gesunden worden." Die Jüdische Gemeinde in Polen. In jeder Gemeinde soll ein eigenes Komitee wird auch getroffen werden bezüglich der Kliniken und Heilstätten. Mitglieder und ihre mitversicherten Angehat, wie die „Jüdische Rundschau" berichtet, wegen ihrer unter dem Namen r.-ivj u dafür Sorge tragen, daß Hineinziehung in die Angelegenheit bei den zuständigen' als Sabbatlichter in der Familie wie Tefillahlichter Stellen Vorstellungen erhöben. Eine endgültige amtliche, in den Synagogen ausschließlich Kerzen mit einer K e - Verlautbarung des Ergebnisses der polizeilichen Unter-, r e n H a t h o r a - A u f s ch r i f t benutzt werden. Für suchungen steht noch aus.! diese Etikette ist eine ganz kleine Steuer zu entrichten. Wie wir hören, sind von den etwa 50 Verhafteten; Man hofft, bei konsequenter Durchführung dieser Aktion, 27 Aerzte wieder sreigelassen. die auch für andere Länder empfohlen werden kann, den hörigen, die vor finanziellen Schäden sich schützen wollen, werden deshalb nicht neu in die Behandlung jüdischer Aerzte, Zahnärzte (auch Dentisten) treten und soweit sie in her Behandlung solcher sind, diese zum baldmöglichsten Zeitpunkt abschließen. Rechnungen jüdischer Aerzte usw. für Behandlungen nach diesem Zeitpunkt werden grundsätzlich nicht mehr erstattet werden. Das gleiche gilt sinngemäß für Kosten aus Verordnungen solcher Aerzte. Bestimmungen gegen die Beschäftigung ausländischer Angestellter in Deutschland. Berlin, 6. Juli. Wie amtlich mitgeteilt wird, finden vom 1. Juli ab die Bestimmungen, die zum Schutze des deutschen Arbeitsmarktes für die Beschäftigung ausländischer Arbeiter erlassen wurden, auch auf die ausländischen Angestellten Anwendung. Arbeitgeber dürfen ausländische Arbeiter und Angestellte (mit Ausnahme der Lehrlinge, der Arbeitnehmer' in der See- und Binnenschiffahrt und der Angestellten mit mehr als 8400 Mk. Jahresarbeitsverdienst) nur noch beschäftigen, wenn der ausländische Arbeitnehmer entweder einen Besreiungsfchein besitzt oder der Arbeitgeber eine Beschäftigungsgsnehmigung und der Arbeitnehmer eine Arbeitserlaubnis erhalten. Notaktion zugunsten der Ostjuden in Deutschland. Berlin, 6. Juli. In einer vom Verband der oft jüdischen Vereine veranstalteten Pressekonferenz wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, neben den allgemeinen jüdischen Hilfsaktionen in Deutschland eine besondere Aktion zugunsten der in Deutschland lebenden O st - j u d e n einzuleiten, durch die es ermöglicht werden soll, dringende Sonderbedürsnisse der ostjüdischen Bevölkerung, für deren Deckung in den Budgets der allgemeinen jüdischen Hilfsaktionen nicht vorgesorgt ist, zu befriedigen. Der Verband, dem 15 Landsmannschaften mit insgesamt etwa, 2000 Familien angeschlossen sind und der sich in den letzten Jahren, hauptsächlich mit kultureller Arbeit befaßt hat, hat sich nunmehr vorwiegend der sozialen Hilfsarbeit zugewandt. Durchschnittlich 150 Personen nehmen in jeder Woche seine Beratungsstelle in Anspruch. .Es handelt sich in den meisten Fällen um Paßverlängerungen, Beschaffung von Visen und Zuschüssen zu Reisegeldern. Obwohl es dem Verband im allgemeinen gelungen ist, wesentliche Gebührenermäßigungen für Unbemittelte beim polnischen Konsulat zu erlangen, müssen für diese Zwecke doch aus öffentlichen Mitteln Beihilfen zur Verfügung gestellt werden, da die meisten Gesuchsteller nicht in der Lage sind, auch nur dieermäßigten Gebühren, die bei mehrköpfigen Familien immerhin schwer ins Gewicht fallen, aufzubringen. Da dem Verband eigene Mittel nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, richtet er an die ausländischen Hilfsorganisationen den Appell, mit zur Aufrechterhaltung und zum Ausbau dieser vom Verband geleisteten sozialen Hilfsarbeit beizutragen. S. A.-Aktion gegen Aerzte. Berlin, 11. Juli. Nach einem Berichte des „Angriff" sind die Obmänner der „ B e r a t u n g s st e l l e für Aerzte", die von der Berliner I ü d i s ch e n G e m e i n d e als eine Abteilung der Wirtschaftshilfe eingerichtet worden war, durch die S. A. - A e r z t e i n Berlin in Verbindung mit Kriminalbeamten unter der Beschuldigung verhaftet worden, es handele sich bei der Beratungsstelle um eine Geheimorganisation zum Zwecke der .Greuelpropaganda. Nach dem Berichte der Pressestelle Die Minderheitenschutzbestimmungen in (vberschlesien und die Juden. Breslau, 5. Juli. Im Gebiet von Deutsch-Oberschlesien, in dem auf Grund der Genfer Konvention die Bestimmungen über Minderheitenschutz in Geltung sind, wurden am 15. Juni etwa 35 jüdischen Aerzten sämtliche öffentlichen Krankenkassen zum 1. Juli gekündigt und wenige Tage später etwa 20 Zahnärzten in Gleimitz, Beuchen und Hindenburg zum Teil die Ortskrankenkassen und zum Teil die Wohlfahrtskassen entzogen. Um die Interessen der oberschlesisch-jüdischen Bevölkerung bei der Reichsregierung in geeigneter Form wahrnehmen zu können, hat sich ein Aktionsausschuß gebildet, der sich nach Berlin begeben hat, um mit dem Dezernenten für oberschlesische Fragen im Innenministerium über die Wiederzulassung der jüdischen Aerzte und Zahnärzte zu verhandeln. Schweiz. Die Lage in der Schweiz. Basel, 10. Juli. Die Tagespresse teilt mit: Eine antisemitische Fälschung wird unterdrückt. Auf Begehren des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes und des Schweizerischen Zionistenverbandes hat der Strafgerichtspräsident von Bafel-Stadt die Beschlagnahmung der sogenannten Protokolle von Zion, bezw. „Die zionistischen Protokolle" verfügt und ihre Weiterverbreitung verböte n." Im gleichen Zusammenhang hat der Gemeindebunü in der Tagespresse eine Erklärung verbreitet, in der es u. a. heißt: „Die „Zionistischen Protokolle" sind nicht echt, sondern eine antisemitische Fälschung, deren Urheberschaft bekannt ist. Der Fälschungscharakter dieser Machwerke wurde wiederholt durch gerichtliche Urteile festgestellt. Der Israelitische Gemeindebund der' Schweiz hält das bezügliche Material Interessenten zur Verfügung." Am Dienstag Abend hat die „Nationale Front" in Luzern eine schwere Abfuhr erlitten. Sie hatte eine öffentliche Versammlung einberufen, zu der 1500 Personen erschienen waren. Die Gegner der „Nationalen Front" waren aber 'in erdrückender Ueberzahl. Sie setzten den vorgesehenen Versammlungsleiter ab und wählten einen eigenen Tagespräsidenten. Als der sog. „Harst" im weihen Hemd erschien, legte die ganze Versammlung den Rock ab und saß — auch im Hemd da. Dann sollte Oberst Sonderegger sprechen. Kaum wollte er das Wort ergreifen, als ein so riesiger Lärm entstand, .daß er auf das Wort verzichten mußte. Allen Rednern, die alsdann auf die Juden schimpfen wollten, wurde bedeutet, daß man in Luzern keine I u d e n f r a g e kenn e. Schließlich erklärte der liberale Oberst Meyer im Schlußwort, man wolle in Luzern weder Fronten noch Judenhetze, und es wurde eine entsprechende Resolution gefaßt. Aus dieser Tagung mag man das Vertrauen schöpfen, daß der alte Schweizergeist noch lebt. Pole«. Die Lichtaktion des Reren Hathora. Warschau, 10. Juli. Die Keren Hat Hora-Zentrale der Agudas Jisroel in Polen erläßt einen Aufruf zugunsten einer L i ch t a k t i o n zur Schaffung eines R e t - notleidenden Thorainstituten Hilfe und Entlastung zu bringen. verzweifelte Lage in polen. Warschau. 5. Juli. Auf der in Lodz abgehaltenen Kreiskonferenz jüdischer Heimarbeiter des Schneidergewerbes wurde auf die außerordentliche Notlage der jüdischen Heimarbester in Polen hingewiesen. Es gibt derzeit in Polen etwa 400 000 jüdische Heimarbeiter in 47 Handwerkszwoigen. Die jährliche Beschäftigungsdauer dieser Arbeiter ist in den letzten Jahren ständig zurllckgegangen. Auch während der Zeit, in der sie Beschäftigung haben, ist ihr Verdienst so niedrig, daß ständig Hunger und Not in ihren Kreisen herrscht. Verschärft wird diese Lage noch verbände ausgenommen werden, noch als Einzelarbeiter sozialen Schutz genießen. In einer Resolution wird Ausdehnung des sozialen Schutzes und der Krankenversicherung auf die Heimarbeiter und Schutz gegen Ausbeutung durch die Großkonfektionäre verlangt. Die Zentrale des jüdischen Waisensürsorgeverbandes in Polen hat eine Konferenz von Waisenpflegern aus dem ganzen Lande einberufen, auf die die kritische Lage der jüdischen Waisenhäuser in Polen besprochen wurde. Besonders gefährdet erscheint das Waisenhaus für zurückgebliebene Kinder in Otwock. Die Lage der jüdischen Waisenhäuser hat sich insbesondere dadurch ungünstiger gestaltet, daß der Joint genötigt war, infolge seiner Beteiligung am Hilfswerk für deutsche Juden feine Beiträge für die Waisenfürsorge herabzusetzen. Hierzu kommt, daß die Stadwerwaltungen und Wojwodschasten ihre Beihilfen fast zur Gänze eingestellt haben. Es besteht die Gefahr, daß eine Reihe von Anstalten geschlossen werden Ein hochherziges Geschenk für die Lubliner Jeschiwah. Lublin, 5. Juli. Die Leitung der Lubliner Jeschiwah ging in letzterer Zeit mit Energie daran, das riesige zur Jeschiwah gehörige Gelände zu einem Gartenlande zu verwandeln. Zu diesem Zwecke wandte sich die. Leitung an die Gutsbesitzerin Gräfin Roland in der Nähe von Lublin mit der Bitte, der Lehranstalt eine Anzahl junger Bäuche käuflich zu überlassen. Zur größten Ueberraschung aller gelangte nach wenigen Tagen ein Brief der Gräfin an die Jeschiwah, worin es heißt, sie könnten so viele junge Bäume haben, als sie benötigen, aber nicht käuflich, sondern s ch e n k w e i s e. Die Gräfin mache sich eine Freude daraus, der Jeschiwah, die in den polnischen Adelskreisen so populär ist, eine Aufmerksamkeit zu erweisen. Schon nach wenigen Tagen kamen die Fuhren mit 12 000 jungen Bäumen angerollt. Zugleich mit ihnen kamen auch mehrere Gärtner, die sofort mit den Anpflanzungen begannen. Die Pflanzen haben einen Wert von mehreren tausend Zlotys. Für eine kleine Allee im Hofe der Jeschiwah schenkte die hochherzige Spenderin extra eine Anzahl von alten Bäumen aus ihren Waldungen. Dieser Fall echter Toleranz wirkt wie ein Lichtstrahl in einer Zeit, in der dichte Nebel überall den Horizont verdunkeln. Litauen. hachschoraur in Litauen. T e l s ch i, 5. Juli. Aus langjährigem lethargischem Schlaf erwachend, fand die Agudas Jisroel in Litauen ein reiches Betätigungsdadurch, daß die Heimarbeiter weder in die Handwerker¬

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