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Der Israelit · 1933-07-06 · Heft 27 (6.7.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 27 (6.7.1933)
Date
1933-07-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 27 6. Juli 1933 Der Israelit Personalien. Wien, 30. Juni. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat mit Stimmeneinhelligkeit beschlossen, den Gemeinderabbiner Dr. David Feuchtwan g zum Oberrabbrner von Wien zu ernennen. Dr. Feuchtwang wurde 1864 in Nikolsburg (Mähren) geboren, absolvierte das Rabbinerseminar in Berlin und studierte an den Universitäten Berlin und Wien. Set 1903 wirkt er in Wien als Gemeinderabbiner und Inspektor für den jüdischen Religionsunterricht an den Wiener Mittelschulen. Er ist Dozent am jüdischen Lehrerseminar und Mitredakteur der „Monumenta Judaica". Seit dem Tode des früheren Wiener Oberrods biners Dr. H. P. Chajes r. I. 1927 war Dr. Feuchtwang provisorisch mit der Leitung des Wiener Oberrabbinates betraut. Gleichzeitig mit der Ernennung Dr. Feuchtwangs zum Oberrabbiner wurde der Gemeinderabbiner Dr. Israel Taglicht zum Titularoberrabbrner ernannt. bund zur Mitarbeit bereit erklärt. Insbesondere sollen Kurse im Nähen und Hausarbeit eingerichtet werden. Palästinafragen bearbeitet die zionistische Ortsgruppe. (Sprechstunden: Unterlindau 21, Montag, Dienstag, Donnerstag 18.30 bis 19.30 Uhr) und die Palästina-Zentrale der „Agudas Jisroel" (Sprechstunden Schwanenstraße 12 Montag bis Freitag 9—12 uni) 16—18 Uhr.) Da dis Arbeit der Beratungsstelle fast in jedem Fall individuell bedingt ist, können hier nur die allgemeinen Linien der Tätigkeit der einzelnen Gruppen wiedergegeben werden. Große Summen sind nötig, um mit Aussicht auf Erfolg wirklich helfen zu können. Zur Vermeidung störender Zersplitterung sollen in einer gemeinsamen Sammlung mit Der Jüdischen Wohlfahrtspflege e. V. jetzt für beide Stellen die erforderlichen Mittel zur Behebung des außerordentlichen Notstandes beschafft werden. Spontan haben bereits eine Anzahl Mitbürger größere Beträge zur Verfügung gestellt. Ihrem Beispiel werden alle! folgen, die es heute noch irgend können. Zahlungen können geleistet werden auf das Postscheckkonto „Jüdische Not- Hilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990. Frankfurter Vereinskalender: Verein Mekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul tm Hörsaal: Dinim, Herr R.A. . Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Minchö im Vereinslokal Mikro, Herr Julius Lewin. II — 4 Uhr im Vsröinslükär (ebenso Sontttag morg. 6 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr B. Heidingsfeld. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstifkungen. Sonntag, 9. Juli: Eva Friesländer geb. Strauß-Stiftung. Montag, 10. Juli: Max Munk-Stiftung. Dienstag, 11. Juli: Lehmann Weil»Sttstung. Mittwoch, 12. Juli: Josef Kösterich-Sttstung. Donnerstag, 13. Juli : Loeb Schwab. Liwjakh Ehen. Samstag nach Mincho. 5i/4 Uhr, im Hörsaale Friedbsrgsr Anlage, Vortrag des Herrn S. Sch achnow i tz. „Bileams Rat und Ende". Vermischtes. Triest, 24. Juni. Bon einer Anzahl junger Palästinatouristen wird uns übereinstimmend berichtet, daß die rituelle Verpflegung auf döm vün ihnen benutzten Schiffe „Jtalia" der Lloyd Triestino-Gesellschaft unter Aufsicht eines zuverlässigen Schomer vortrefflich war und in Bezug auf frnwa nicht das Mindeste zu wünschen übrig ließ. Vriefkasken. A. <3. 100. 1) 22. Mai 1919 — 26. Jjar 5679. 2) 6. August 1920 — 22. Aw 5680. 3) 10. September 1921 - 7. Elul 5661. 4) 4. September 1923 - 23. Elul 5683 5) 27. März 1925 — 2. Nissan 5685. 6) 8. Januar 1928 — 15. Tewes 5688. Die Woche. Jüdische Verakungsslelle für Wirtschaftshilfe. Zur Hilfe und Beratung in der außerordentlich schwierigen Lage, in der sich das deutsche Judentum in diesen Tagen sieht, ist die „Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe" gegründet worden. Hierbei haben alle in Betracht kommenden Organisationen mitgewirkt, insbesondere die Israelitische Gemeinde und die. Israelitische Religionsgefellfchaft. Die Sprechstunden der Beratungsstelle finden im dritten Stock des Gemeindehauses Fahrgasse 146 statt. Allgemeine Wirtschaftsberatung und kaufmännische Beratung, Sprechstunden Montag bis Freitag 13 bis 18 Uhr. Beratung für Aerzte und Studenten der Medizin, Sprechstunden Montag und Donnerstag 11% bis 13 Uhr. Juristische Beratung, Sprechstunden Dienstag und Mittwoch 16—17 Uhr. Beratung von Lehrern, Lehramtsanwärtern usw, Sprechstunden Montag und Donnerstag 16—18 Uhr. Im ganzen haben schon über 1000 Personen Rat eingeholt, von denen die meisten nicht nur einmal, sondern mehrere Male die Sprechstunden besuchten. Hiervon entfallen über die Hälfte auf Kaufleute, 15 Proz. auf Aerzte und Medizinstudenten, je 8 Proz. auf Juristen und Handwerker, je 5 Proz. auf Künstler und soziale Berufe. In vielen Fällen waren Besuchs und Verhandlungen auch außerhalb der Sprechstunden nötig. Die Beratungsstelle sieht ihre Aufgabe darin, beim Neuaufbau einer Existenz durch eigene Initiative der Betroffenen ihnen zur Seite zu stehen, mit Auskünften und Ratschlägen, nötigenfalls auch mit finanziellen Hilfen. Vor allem steht sie für Erkundigungen durch dis Verbindungsstellen auch außerhalb Frankfurts zur Verfügung. Nach den vielen Informationen, die von offiziellen Stellen und von privater Seite der Beratungsstelle zugegangen sind, ist im Augenblick nur dringend davon abzuraten, sich ohne ausreichende Erkundigungen aus vertrauten Verhältnissen zu lösen. In Zusammenarbeit mit den anderen jüdischen Organisationen Frankfurts und den neu errichteten Stellen außerhalb Frankfurts arbeitet die Beratungsstelle mit einer Reihe von Fachgruppen, für allgemeine Wirtschaftsberatung und kaufmännische Beratung. Die Fachgruppen sind mit Sachverständigen besetzt Und werden ergänzt durch einen Kreis von Vertrauensleuten der verschiedenen Zweige. Beratung für Aerzte und Studenten der Medizin (Beratung in wirtschaftlichen Angelegenheiten und Auskunstserteilung über die in- und - ausländische Gesetzgebung der Berufsumschichtung). Juristische Beratung (allgemeine Rechtshilfe, Berufsumschichtung für Juristen, Fragen des Beamtenrechts). Beratung von Lehrern, Lehramtsanwärtern usw. (Beratung beschäftigungsloser Lehrer und Fragen der Unterbringung jüdischer Schüler. Sprachkurse: Französisch, Englisch, Hebräisch. In Vorbereitung: Spanisch und Italienisch). Kurse für Stenographie und Schreibmaschine laufen bereits. Handwerkliche Beratung und Berufsumschichtung (Einrichtung von Lehrwerkstätten — vorerst für Metallbearbeitung). Zur Beratung in Haushaltssragen hat sich der Frauen- Arau Rektor Falk Eine jüdische Persönlichkeit von nicht alltäglichem Ausmaß, ist in Frau Sara Falk von uns gegangen. Oft glaubt man, die Zeiten seien vorbei, in denen eine Frau mit hohen Geistesgaben und edlen Fähigkeiten diese genügend verwertet glaubt, wenn sie sich als Priesterin des Hauses, als jüdische Frau und Mutter, als Führerin ihrer Kinder restlos ausgefüllt sieht. Eine Gestalt wie Frau Rektor Falk verlieh die köstliche Gewißheit, daß dieses Bild der jüdischen Frau nicht ein Ideal der Vergangenheit war. Frau Falk war eine jüdische Frau und Mutter, wie sie nach den Forderungen unserer Weisen sich darftellen mutz. Niemals ist diese hochbegabte Frau irgendwie in die Oeffentlichkeit getreten. Ihr. Haushalt gestattete ihr wohl nicht einmal, je eines von den Aemtern zu bekleiden, die die jüdische Allgemeinheit gern Frauen überläßt. Und doch Dnswa.snu pH ’Jpl 0? VOM- Wenn ihr Gatte, der Heimgegangene unvergeßliche Rektor Falk seine segensreiche Wirksamkeit in der .Oeffentlichkeit entfaltete, wenn er, der zurückhaltende, bescheidene Mann, der am liebsten in diem»rr 'i sich zurückzog, seinen Pflichten als Lehrer und Führer der Jugend oblag, es war nbya, man erkannte ihn als Gatten „des wackeren Weibes, dessen geistiger Einfluß in Wort und Tat des Mannes in öffentlicher Angelegenheit sich kundtat." Aus der angesehenen bayrischen Lehrersamilie Eldod entstammend, folgte Frau Falk ihrem Gatten nach dessen damaliger Wirkungsstätte, dem Städtchen Schrimm in der Provinz Posen. Wie bald hatte sich die junge Lehrersgattin die Achtung und Verehrung der ihr an sich so fremdartigen Umgebung gewonnen. Und als dann im Jahre 1899 Lehrer Falk als Rekor an die Frankfurter Israelitische Volksschule berufen wurde, da war es die außero.rdentlich kluge, umsichtige Frau, die es sofort verstand, ihr Haus in unserer Kehilla einzupflanzen und diesem Hause den Stempel der Frankfurter Orthodoxie in seiner schönsten Form aufzuprägen. Mittlerweile begannen auch die Heranwachsenden Kinder die Aufmerksamkeit auf dieses Haus zu lenken. Söhne aus den angesehensten Häusern der deutschen Orthodoxie holten sich ihre Frauen aus dem Falk'schen Hause, und die teure Heimgegangene hatte noch das Glück, die jungen Häuser heranblühsn ZU sehen in ihrem Geiste und dem Geiste ihres ihr vor 8' Jahren im Tod vorausgegangenen Gatten. Ein geradliniges Leben — und doch so reich an Inhalt. Diese Frau, die niemals mit materiellen Gütern gesegnet war, der so' manche Enttäuschung, so manches herbe Leid nicht erspart blieb, bewahrte sich in allen Lebenslagen die aufrechte, ungebrochene Haltung einer Fürstin. Meisterin war sie, wo andere verzagten. Führerin, wo andere verzweifelten. An ihr hielten sich alle aufrecht, die ihr nahe-' standen, holten sich Kraft aus dem rmtn, dem unerschöpflichen G'ttvertrauen dieser markant jüdischen Persönlichkeit. — Möge ihr rvot und das ihres Heimgegangenen Gatten Den Kindern beistehen. Die Erinnerung an solche Eltern wird ihnen den Lebensweg erleichtern. Von der Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Unsere Hachschara im Gartenbau soll in etwa einer Woche in Bad Homburg eröffnet werden. Durch gute, fachmännische Leitung wird den jungen Leuten selbst in der verhältnismäßig kurzen noch zur Verfügung stechenden Zeit ds. Js. eine gründliche Ausbildung gewährleistet. — Um die zur Ausbildung nötigen Mittel bereitzustellen, haben wir einen Fonds gegründet, und richten an alle den dringenden Appell, uns in unseren Bemühungen zu unterstützen. Jeder an Erez Jisroel Interessierte muß zur Ermöglichung dieser Ausbildungsstätto beitragen. Spenden erbeten auf Postscheckkonto Nr. 42822 Frankfurt a. M. (Agudas Jisroel-Jugendgruppe.) Ferner bitten wir um Mitteilung, falls jemand in der Lage ist, uns für diese Hachschara Betten leihweise zu überlassen. ' Herr Jacob Rosenheim hat einen Mussar- Schiur für M ä d ch e n übernommen, der diesen Sonm tag um 12 Uhr im Heim (Schwanenstr. 12) beginnt. Gäste sind herzlich willkommen. Eine neue „Hirsch "-Arbeitsgemeinschaft hat bereits vergangenen Montag unter Leitung von Herrn Studienrat Max Munk begonnen. Nächste Zusammenkunft: Montag den 17. Juli. Agudiflifche Arauenorlsgruppe. Am Montag, den 10. Juli, abends 8.45 Uhr wird Herr Srudienrat Max Munk in seiner Wohnung, Sandweg 3 den Kurs über Hirfch's Werke fortsetzen. Gäste, Damen willkommen. Agudas Jisroel-Orlsgruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe. Müffar-Schiur für Mädchen. Leiter: Herr Jacob Rosenheim. Zeit: Sonntags 12—13 Uhr im Heim. „Hirsch"-Arbeitsgemeinschaft. Leiter: Herr Siudienrat M. Munk. Zeit Montags I4tögig (17. 7. 33.) 20.30 Uhr im Heim. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jüdischer Turnerbund E. V, S o m m e r p r o g r a m m 1933 Herren; Sonntag vormittag: 10 Uhr Spiel, kleine Ostparkwiese. Dienstag: 7—9 Uhr Sport und Spiel, kleine Ostparkwiese. Donnerstag: 8.30—10 Uhr Turnen (S. R. Hirsch-Schule) Damen: Mittwoch: 8.30—10 Uhr Turnen u. Gymnastik Volksschule, Börenstr. Knaben: Sonntag: 10 Uhr Spiel, kleine Ostparkwiese. Montag: 6—8 Uhr Leichtathletik und Turnen, S. R. Hirsch-Schule. Dienstag: 5—7 Uhr Sport u. Spiel, kleine Ostparkwiese. Mädchen: 1. Abteilung: Mittwoch, 2—3 Uhr, S. R. Hirsch-Schule; 2. und 3. Abteilung: Mittwoch, 6—8 Uhr, Isr. Volksschule, Bärenstraße. Nsuanmeldung werden am Turnbodsn gern sntgegsngenommen. Beshamidrafch Offendsiratze. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Iaakaüw". 1/2 Stunde vor Nacht Vortrag. Gebetzeiten. pYi Freitag abend 7.45 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.35 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.05 mz7j7 njniz; Nachmittag 8.00 Fastenende 9.25 Berichtigung. In der Notig „Arbeitsgemeinschaft der Lehrer vomNiederrhein" in der jüngsten Nummer muß es heißen: Seit dem Jahresbericht vom Februar 1932 fanden 15 Versammlungen statt — nicht Februar 1928. Mehr als je wird sich heute jeder unserer Leser daran erinnern, daß es der vLv und Liv vv streng geschlossene Betrieb immer schwer hatte, sich zu behaupten. Darum wird er gern das FriseurgeschäftF. Weiß, Rechneigrabenstraße 17, besuchen, für das diese Voraussetzungen voll und ganz zutreffen. Ausgeführt werden sämtliche vorkommenden Arbeiten wie Pulvern, Zwicken, Vartschneiden usw. bestens und billigst. (Siehe Inserat.) Es scheint in vielen Kreisen die Ansicht zu herrschen, daß G e r s f e l d und somit auch meine Pension, nicht die Gewähr für einen ruhigen, angenehmen Aufenthalt bietet. Demgegenüber möchte ich aber darauf aufmerksam machen, daß man — genau wie in den vergangenen Jahren — eine nette, angenehme Ferienzeit in Gersfeld ' verbringen kann. — Die Pension E. Grüne bäum l steht unter Aufsicht seiner Ehrw. Herrn Provinzialrabbiner Dr. Cahn, Fulda und ist in weiten Kreisen alr gut geführtes Haus zu billigen Preisen bekannt.

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