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Der Israelit · 1933-07-06 · Heft 27 (6.7.1933) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 27 (6.7.1933)
Date
1933-07-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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deutschen Stadt war eine Straße nach einem Juden benannt, der zur Bekämpfung einer schrecklichen zerstörenden Krankheit .wesentlich beigetrügen hat; glauben die Deutschen, wenn sie den Namen dieses Juden streichen, ihrer Dankesschuld ledig geworden zu sein? Kann man die Augen verschließen vor der Dankesschuld, die die ganze Kulturwelt den Juden gegenüber dafür trägt, daß diese ihr eine Literatur geschenkt haben, die ohnegleichen in der Geschichte des Menschengeschlechtes ist. Das deutsche Bolk schuldet der Lehre dieser Literatur Treue. Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Cosmo Gordon Lang, verlas sodann folgende Resolution: „Ohne das Recht in Anspruch zu nehmen oder den Wunsch zu hegen, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen -Landes einzumengen, und von dem Wunsche erfüllt, daß die höchst freundschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland aufrecht erhalten werden mögen, hält es die Versamm-! - iung für ihre Pflicht, ihrer Meinung Ausdruck zu ge-! ben. daß die derzeit gegenüber den Juden in Deutschland geübte Zurücksetzung den Grundprinzipien der! Toleranz und Gleichberechtigung widerspricht, zu denen : sich die moderne Welt in Bezug auf die Behandlung' von Minderheiten der Religion oder Rasse nach bekennt." Dey Wortlaut der von ihm vorgeschlagenen Resolution machte der Erzbischof von Canterbury zum Ausgangspunkt einer großangelegten Rede, in der er es als Gewissenspflicht bezeichnete, gegen Ungerechtigkeiten aufzutreten, die das Gefühl allmenschlicher Verbundenheit verletzen, und darauf hinwies, daß alle Völker Glieder einer großen Familie seien. Er führte u. a. aus: Diese Resolution zeichnet sich nicht durch Feuer oder Kraft der Sprache aus.' sie ist im Gegenteil betont mäßig und zurückhaltend. Sie bringt die Meinung ganz Englands zum Ausdruck. Lord Buckmaster kann als Vertreter der Bürgerschaft dieses Landes, ich selbst als Vertreter seiner Christenheit gelten. Wie es in der Resolution heißt, wollen wir uns in die Gesetzgebung anderer Länder nicht einmengen. ■ Aber erinnern wir uns an bie j Worte, die der große Kardinal Manning zur Zeit der j Verfolgungen in Rußland sprach: „Die Gesetze des Men-; fchentums, die Gesetze G'ttes sollten die Grundlage aller anderen Gesetze sein. Wenn sie verletzt werden, haben; alle Kulturnationen das Recht, laut Einspruch zu er-! heben." In diesem Geiste sprechen wir auch heute. | Herr Hitler hat gezeigt, daß er imstande ist, Leidenj schäften in Schach zu hatten. Wir haben dies gesehen, als er in seiner denkwürdigen Rede Deutschlands Friedenswillen zum Ausdruck brachte. Ich wünschte, der Kanzler würde dieselbe Kraft beim Zurückhalten der Gemalten an den Tag legen, die er gegen wehrlose Bürger Deutschlands entfesselt hat. Wir richten unseren Appell an das deutsche Volk. Wir wollen es fragen, ob es glaubt, stark zu sein, wenn es über eine Politik der Ungerechtigkeit und Grausamkeit gegenüber wehrlosen Bürgern frohlockt. Nicht nur Unmut erfüllt uns, sondern auch die große Hoffnung, daß das deutsche Volk zu einem Verständnis der Wurzeln nationaler Größe gelangen wird. Es muß feine Grundlagen sichern, und die einzigen Grundlagen, auf denen ein großes, sich selbst achtendes Bolk aufgebaut werden kann, sind diejenigen der „Stadt, deren Schöpfer und Bauherr G'tt ist." Es sprachen noch der Vorsitzende der United Conference of Methodic Churches Dr. John Scott-Lidg e t t, ferner der Earl of Jddesleigh im Namen der Katholiken. Die Versammlung schloß mit einem Dankwort Lord R e a d i n g s , der seiner tiefen Bewegung über die spontane Kundgebung der Vertreter aller christlichen Bekenntnisse Englands Ausdruck gab. FAMILIENSCHUTZ Erste jüdische Familien-Versicherung auf gemeinnütziger Grundlage. Empfohlen ua. durch: . 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