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Der Israelit · 1933-06-29 · Heft 26 (29.6.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 26 (29.6.1933)
Date
1933-06-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 26 Der. Israelit 29. Juni 1933 genstr. 79, E. Heinrich, Mainstr. 23, Markus Riffenbaum Waldschmidtstr. 55, Fritz Bär, Obermain-Anlage 20 Bei den unter Aufsicht unseres Rabbinats Hergestell ten Waren, die in Originalpackungen auch von anderen Firmen vertrieben werden, achte man auf die Unversehrtheit der Verschlußmarken unseres Rabbinats Eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten. In den letzten Wochen sind der Frankfurts Polizei zahlreiche Fälle bekannt geworden, in denen Haussuchungen, Beschlagnahmungen und Festnahmen ohne die Zuziehung der ordentlichen Polizei vorgenom men worden sind. Diese Vorfälle geben dem Frank furter Polizeipräsidenten von West rem Veranlassung, folgendes bekanntzugeben: Derartige Amtshandlungen dürfen nur von Organen der ordentlichen Polizei durchgeführt werden. Wer diesen gesetzlichen Bestimmungen, ohne Polizeibeamter zu sein zuwiderhandelt, macht sich wegen Freiheitsberaubung oder Anmaßung von Amtsgewalt strafbar. Das Publi kum wird gebeten, in allen Fällen ungerechtfertigter Amtshandlungen durch nicht polizeiamtlich legitimierte Personen unverzüglich bei dem nächsten Polizeirevier oder bei der Frankfurter Kriminaldirektion im Polizei Präsidium Anzeige zu erstatten, damit polizeilicherseits sofort engeschritten werden kann." Auch die Hessische S t a at s p re sse st e ll e teilt folgende Warnung des hessischen Staatskommis s a r s für das Polizeiwesen vor unberechtigten „Verhaf tungen" mit: „Es besteht Anlaß darauf hinzuweisen, daß Verhai tungen nur von Organen der ordentlichen Polizei vor genommen werden dürfen. Auch Angehörige der Hilfs polizei dürfen nur gemeinsam mit Beamten der ordent lichen Polizei tätig werden. Wer — ohne Polizeibeamter zu sein — einen anderen „verhaftet", macht sich wegen Freiheitsberaubung und wegen Anmaßung von Amtsgewalt strafbar. Die Staatsautorität erfordert schärfstes Einschreiten gegen Liese Eigenmächtigkeiten. Die Betroffenen wer den ausgefordert, Strafanzeige zu erstatten Schwuß Iisroel. Am Sonntag, den 25. Juni, fand in Frankfurt a. M eine Tagung des Vereins Schwuß Jisroel statt, die aus Frankfurt a. M. und der weiteren Umgebung zahlreich besucht war. Die Ziele und Zwecke des Vereins wurden eingehend besprochen, die Versammlung war sich einig darüber, daß der Verein auf religiös-orthodoxer, jedoch politisch tendenziöser Basis sofort die Ansiedlung ortho üoxer Familien in Erez Jisroel in Angriff nehmen soll Die nächste Aufgabe ist die Anmeldung der Familien die hierfür in Betracht kommen, vorzunehmen, jedes Mit alied hat einen genauen Fragebogen auszufüllen, in dem sein bisheriger Beruf. Las ihm zur Verfügung stehende Vermögen, sowie Alter und Anzahl der Kinder anzugeben ist, sowie welche landwirtschaftlichen oder Hand werklichen Kenntnisse vorhanden sind. Die Ausbildung der noch nicht vorgebildeten Familienmitglieder soll mög lichst in Palästina vorgenommen werden. Nach Fertigstellung der Listen wird mit den in Frage kommenden Hilfsorganisationen des In- und Auslandes zwecks Beschaffung der erforderlichen Mittel weiter in Verbindung getreten. Die Versammlung faßte folgende Resolutionen: 1. Der Verein Schwuß Jisroel basiert auf orthodoxer Grundlage und ist politisch tendenzlos. 2. Er wird unter Fühlungnahme mit den großen Organisationen. die die Uebersiedlung von Juden aus Deutschland nach Palästina sich zur Aufgabe gestellt haben, seine Ziele verfolgen. 3. Er wird die Uebersiedlung seiner Mitglieder nach Palästina vornehmen, sobald die materielle Grundlage durch die Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt wird 4. Bei Auftauchen religiöser Fragen fügt sich der Verein Schwuß Jisroel lediglich der Entscheidung der in der jüdischen Welt anerkannten rabbinischen Gaonim. 5. Die Aufgabe des Schwuß Jisroel ist erfüllt, sobald er die Uebersiedlung der in feinen Mitgliederlisten verzeichneten Personen nach Palästina 'durchgeführt hat. 6. Es soll Ende des Monats (August) eine Kommission zur Vorbereitung der notwendigen Arbeiten nach Palästina entsandt werden. Von der Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Wie bereits bekannt gegeben, ist uns von befreundeter Sette die Möglichkeit geschaffen worden, in der näheren Umgebung Frankfurts 10 junge Leute einige Monate im Gartenbau auszubilden. Die Verpslegungsunkosten werden etwa 25 Mk. monatlich betragen. Da nur noch sehr wenige Stellen frei sind, müssen sich Interessenten für diese H a ch s ch a r a sofort an den Vorstand der A. J.-Jugendgruppe (z. H. d. Herrn Max Eschwege, Frankfurt a. M., Thüringerstr. 23) wenden. In der A. S. G. (Agudistischen Schülergemeinschaft) spricht diesen Schabbos Herr Rabbiner Mayer über „Die Stunde der Jugend". Zeit: 17.30 Uhr im Heim. ' Gäste herzlich willkommen. Die Arbeitsgemeinschaften bei Herrn Red. S. Schachno w i tz und Herrn Dr. S. E h r m a n n finden wieder diese Woche statt. (Siehe auch Vereinskalender.) Wegen der geschlossenen Arbeitsgemeinschaften wende man sich an Max Eschwege. wegen Schiurim (siehe auch Vereinskal. an Moses I. Diamant, Sandweg 46. Ein Aünfundstebzigjähriger. Herr Konrektor David P i n e a s vollendet nächsten 6. Juli sein 75. Lebensjahr. Früher in Frankfurt a. M. ansässig, wo er an der „Israelitischen Volksschule" eine vierzigjährige erfolggesegnete Erzieher- und Lehrertätigkeit entfaltete, wohnt Herr Pineas, um feinen Kindern und Enkeln nahe zu sein, nun in München. Vielen Lesern des „Israelit" ist Herr Pineas kein ganz Unbekannter. Manche der älteren Abonnenten werden sich vielleicht der Gedichte erinnern, die — vielfach Uebertragung biblischer Stellen — Herr Pineas vor einer Reihe von Jahren im „Israelit" veröffentlichte, und die dem Autor Freunde und Verehrer gewannen. Unser verehrter Altersjubilar ist auch heute noch geistig rege, zeigt lebhaftes Interesse für jede Kunst — besonders für die musikalische — und hat sich für die Erzeugnisse der Literatur. namentlich für die klassische, eine fast jugendliche Begeisterung bewahrt. Möge es Herrn Pineas durch die Gnade von ’"»n vergönnt sein, an seinen Kindern und Enkeln noch weiter viele mnav in Gesundhett zu erleben. -naer wivpi nsa w 75jähriges Geschäftsjubiläum einer jüdischen Buchhandlung. Am 1. Juli ds. Js. feiert die bekannte Buch- und Ritualienhandlung A. Rothschild. Frankfurt a. M., Altegasse 25, ihr 75jähriges Geschäfts jubil ä u m. Die Firma, die von dem Vater des jetzigen Inhabers im Jahre 1858 gegründet wurde, hat sich aus kleinen Anfängen heraus zu einer führenden Buch- und Ritualienhandlung entwickelt und genießt weit über Frankfurts und Deutschlands Grenzen hinaus einen äußerst guten Ruf. Besonders bekannt ist die Firma als Lieferant und Bezugsquelle für Esrogim und Lulowim. Sie unterhält ein eigenes Einkaufshaus in Bordighera (am Ursprungsort der Lulowim) und exportiert von dort aus nach allen Ländern. Moses Brandstädler Im Alter von 62 Jahren wurde Moses Brandst ä d t e r nach schwerer Krankheit abberusen. Einer angesehenen Rabbinerfamilie aus Krakau entstammend, kam er vor 38 Jahren hierher und erwarb sich durch Ehrlichkeit und Redlichkeit im Handel und Wandel, sowie durch sein freundliches Wesen, seine Liebe zur Thora und zum Wohltun Achtung in weiten Kreisen. Er gehörte zu den stetigen Besuchern der Schiurim und Vorträge, von denen er Bereicherung seines Wissens und Stärkung seines Geistes erwartete. Fünf Söhne und zwei Töchter sind in seinem Sinne erzogen worden und hüten zum Teile in ihren eigenen Familienhäusern den guten Geist des Elternhauses. Mit der tapferen Gattin führte Moses Brandstädter ein asa v7pa, dem nun frühzeitig das Oberhaupt genommen ist. Bei der Bestattung am Freitag zeugte eine große Trauergemeinde von der Beliebtheit des Heimgegangenen. Auf dem Friedhof der Israelitischen Gemeinde entwarf Gemeinderabbiner Dr. H offmann ein anschauliches» Bild vom Leben und Wesen Brandstädters und sprach der Familie warme Trostworte zu. rrasan Konzert für jüdische Erwerbslose. Für das Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Ju gend. Königswarterstraße. konzertierten am Montag, den 19. Juni Frl. Dora Kupfer und die Herren Hans A s s e n h e i m und Dr. Willy S a l o m o n. Der Saal wies guten Besuch aus. Die Vorträge der in uneigennütziger Weise sich in den Dienst der guten Sache stellenden Künstler standen durchwegs auf hohem Niveau. In Arien und Duetten aus bekannten Opern kamen die prächtig geschulten Stimmen zu bester Geltung, wofür der reiche Beifall, der den Künstlern gezollt wurde, zeugte. Dr. Salomon war ihnen ein vorzüglicher Begleiter. — Durch den Konzert-Abend konnten dem Erwerbslosenheim wieder nennenswerte Mittel zugeführt werden. 100 jüdische Aerzke in Frankfurk verlieren die Kassenpraxis. Der Frankfurter Aerzteverband für freie Arztwahl hat seinen Mitgliedern n i ch t a r i s ch e r Abstammung ein Schreiben zugehen lassen, in dem 'ie verständigt werden, daß ihre Zulassung zu den RVO- Kassen auf Grund der Verordnung des Roichsarbsitsministers vom 22. 4. 1933 mit 1. Juli 1933 für b e e n - et erklärt wird. Dem Schreiben ist eine Anlage beigefügt, welche die formellen Bestimmungen über die Beschwerdemöglichkeit mitteilt. Demzufolge scheiden über 100 jüdische Aerzte und Aerztinnen aus der Kassenpraxis aus, falls nicht in einzelnen Fällen eingebrachte Beschwerden Erfolg haben. 5 Jahrzettsfkislungen. Mittwoch, 5. Juli: Ludwig Bender-Stiftung. Freitag, 7. Juli: Adolf Dann-Stistung. Liwjakh Ehen. Samstag nach Mincho, hl/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. „Iftachs Tochter". Agudistifche Arauenorlsgruppe. Am Montag, den 3. Juli, abends 8.45 Uhr wird Herr Konrektor A. Hirschberg im Hause von Frau Heinr. Eisemann, Friedberger Anlage 26, den Kurs über Sidro- Erklärungen fortsetzen. Gäste, Damen willkommen. Agudas Jisroel-Orlsgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffesiors Dr. Schlesinger stndet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird ma 'oa snaa gelernt. Der tis,p wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Holpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Jomi — Am anschließend an Das Jomi agadischer Vorttag. Agudas Iisroel-Iugend. und Mädchengruppe. Schiurim der Jugendgruppe: Dinim: Dozent Herr B. Rachelsohn. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Sandweg 6. Dinim: Dozent Herr Leopold Oppenheimer. Zeit: Mittwochs 21 Uhr in der Wohnung Bärenstr. 12. Tnach: Dozent Herr Louis Kahn. Zeit: Schabbos 10.30 Uhr im Heim. Tnach: Dozent Herr Gerfon Schnerb. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Kantstr. 4. Gemoro Kesuboth: Dozent Herr Dr. Elieser Posen. Zeit: Sonntags 8—9 Uhr, Montags und Dienstags 20—21 Uhr in der Wohnung Sandwsg 44. Gemoro Kiduschin: Dozent Herr Bokor. Zeit: Montags und Donnerstags 20.30 Uhr im Heim. Schiurim der Mädchengruppe: Pirke Aboth: Dozent Herr Julius Lewin. Zeit: jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: Samstag 4 Uhr im Heim. Jeschajo: Dozent Herr Studienrat Dr. M. Lange. Zeit: jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36. Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: jeden 2. Montag 6—7 Uhr. Aguüistische Schülergemeinschaft (A. S. G.). Referate mit anschließender Diskussion. Schabbos Nachmittag 17.30 Uhr im Heim. Hebräische Sprachkurse. Leiter: Herr B. Messerer. Mittwachs 20.30 Uhr im Heim. Unkostenbeitrag —.20 Mk. pro Stunde. Jüdische Geschichte (Messianische Bewegungen). Leiter S. Schachnowitz, 14tägig, diesen Sonntag abend im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Erez Jisroel-Arbeitsgemeinschaft. Leiter: Herr Dr. S. Ehrmann. 14tägig (6. 7. 33.) Donnerstags 20.30 Uhr im Heim. Agudistifche Schülergemeinschaft (A. S. G). Diesen Schabbos spricht um 17.30 Uhr im Heim (Schwanenstr. 12), Herr Rabbiner Mayer über „Die Stunde der Jugend". Beshamidrasch Oskendstraße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Iaakauw". lh Stunde vor Nacht Vortrag. GebetzeUen. npn n:w Freitag abend 7.45 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.00 Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Bereinslokal Mikro, Herr Julius Lewin — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht. Midrasch, Herr Herz Holpern. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: dh-dk pa, Herr R. A. Dr. Schlesinger. Sonntag und Mittwoch, tm «n, Herr S. Schachnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, — abends 7 Uhr im Vereinslokal(auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gmoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr.R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Schiurim des Herrn Gemeinderabbiners. Psochim-Schiur, Sonntag, vormittags 8 30 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends 8.30 Uhr. — Der Chaufchen Mischpot-Schiur findet jeden Sonntag abend 8.30 Uhr statt. Beide Schiurim in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners. Wochenkalender. vom 1. - 8. Juli 1333 / vom 7. — 14. Tam. 6693 ’ar «p man’ "r 'a pna npn Samstag 1 7 r« Sonmog 2 8 TS Montag Juli 3 nan 9 ns Dienstag 4 10 as a"iaa n’ayn ’sn Mittwoch 5 11 P Donnerstag 6 12 ap Freitag 7 13 3? Samstag 8 14 ap "> m pna pia

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