Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 26 (29.6.1933)
- Date
- 1933-06-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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29. Juni 1933 Der Israelit Nr. 26 Seite 7 Auswanderer, die in diesem Sinne wirken wollen, sich zusammenschließen. Der Verwirklichung dieses Wunsches will ein Verein dienen, der unter dem Namen „Schwuß Jisroel" ins Leben getreten ist. Der Verein will alle Juden, ohne Unterschied der Partei, organisieren, die nach Palästina auswandern und an dem Aufbau des Landes nach den Grundsätzen der Thora Mitwirken wollen. Es haben bereits in Frankfurt und an anderen Orten Versammungen stattgefunden, die zur Gründung von Ortsgruppen führten. Am Sonntag, den 11. Juni,' fand in Mannheim eine sehr zahlreich besuchte Versammlung statt, in der die Herren B. Krynfis und Rabbiner Karpel aus Frankfurt über die Ziele des Vereins referierten. Sie entwickelten die Gründe, die die Gründung eines solchen Vereins als notwendig erscheinen lassen und forderten zum Beitritt auf. Auch Herr Rabbiner Dr. Unna ergriff das Wort und betonte, daß diejenigen, die sich 'heute nach' Palästina wenden, dieses Land nicht bloß als ein Asyl vor den Verfolgungen, nicht bloß als eine Unterkunft betrachten dürften, um sich eine wirtschaftliche Existenz zu gründen, daß sie vielmehr in dem Bewußtsein dorthin gehen müßten, daß es ein heiliges Land sei, in welchem die uns von der Thora auferlegten Pflichten mit doppelter Gewissenhaftigkeit erfüllt, indem insbesondere der Sabbat mit aller Strenge gewahrt werden müßte. Dieses Ziel kann aber nur dann gesichert werden, wenn die auf dem Boden der Tradition stehenden Auswanderer sich gruppenwiese zusammenschliehen und sich so gegenseitig stützen. Es wurde dann ein provisorischer Vorstand gewählt, der die weiteren Schritte unternehmen und auch in den Nachbargemeinden für die Sache wirken soll. Die Ausführungen der Redner wurden von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen und es steht zu hoffen, 'daß die Bewegung auch in anderen Orten Fuß fassen und den Ausgangspunkt zu einer segensreichen Entwicklung dieses Gedankens bilden wird. Vreden, 22. Juni. Die hiesige Synagoge konnte in diesen Tagen ein seltenes Jubiläum begehen. 125 Jahre waren feit ihrer Gründung vergangen. Trotz der schweren Zeit veranstaltete die Synagogengemeinde am 18. Juni eine sehr schöne und würdige Feier. Der Vorsteher, Alex Rosenthal, richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Versammelten. Herr Lehrer B. Saffra aus Gemen verschönte die Feier durch gesanglichen Vortrag hebräischer Psalme. Herr van Geld e r verrichtete als dauernder ehrenamtlicher Vorbeter das Minchohgebet. In der überfüllten und durch Blumen und Grün reich geschmückten Synagoge hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Köhler aus Borken i. W. eine ergreifende Festpredigt und verlas als beauftragter Vertreter des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Berlin ein herzlich gehaltenes Begrüßungsschreiben, das an die Jahrhunderte alte Tradition erinnerte, auf die diese Gemeinde mit Stolz und Erhebung zurückschauen könnte. Nach dem Gebete für das Vaterland und dem Gedächtnis für alle verstorbenen Männer und Frauen der Gemeinde durch Herrn Vezirksrabbiner Dr. Köhler wurde die erhebende Feier mit dem Vortrag des Kaddisch geschlossen. In den Räumen der Schule versammelte sich hierauf die gesamte Gemeinde mit ihren Gästen zu einer gemütlichen Kaffeetafel. In ernsten und heiteren Worten sprachen hier Herr Oskar L ö w e n st e i n aus Gemen, der alte Erinnerungen von dem Synagogenjubiläum vor 25 Jahren berichten und die Jubiläumsrede des damaligen Rabbiners Dr. Marx s. A. vorlesen konnte, sodann der Religionslehrer der Gemeinde, Herr B. Saffra aus Gemen, der besonders die Mütter ermahnte, ihn in seiner Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit zu unterstützen, sowie die Herren A. Rosenthal, van Gelder und Simon Herz. Am Schlüsse sprach nochmals Herr Bezirksrabbiner Dr. Köhler, um der Gemeinde die Pflicht nahe zu legem diesen heiligen Geist der G'ttestreue hinauszunehmen ins werktätige Leben und alle Kräfte anzustrengen, um die materiellen und ideellen Ausgaben der Gemeinde auch in schwerer Zeit erfüllen zu können zum Segen des gesamten Judentums. Wildbad wirkt Wunder! Wildbad im Schwarzwald. altbewährtes Thermalbad, in dem von herrlichem Tannenwald umrahmten Enztal idyllisch gelegen (430 bis 750 Meter ü. d. M.), verdankt seinen Weltruf auch heute noch der wunderbaren Heilkraft seiner unmittelbar aus dem Urgestein hervorbrechenden warmen Quellen. Das einzige jüdische Haus am Platze, „Hotel M e - tropol", Inh.: A. 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