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Der Israelit · 1933-06-15 · Heft 24 (15.6.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 24 (15.6.1933)
Date
1933-06-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 24 Der Israelit 15. Juni 1933 Gründe dazu drängen; liegen diese vor, so können die Kollegen der Unterstützung durch die verschiedenen Hilfsorganisationen vollkommen sicher sein. Hingegen hat jeder deutsche Kollege, der zu erwarten hat, früher oder später im Ausland eine neue Existenz suchen zu müssen, ein Interesse daran, heute schon seine Ansprüche oorzumerken. Dies geschieht am besten in Form eines kurzen Lebenslaufes (mit Angabe der Familienverhältnisse), der an den Vorsitzenden des Comite d'Action medical Dr. Nordmann: Foyer des medecins, 3, rue du Marechal Petain, Strasbourg, zu adressieren ist. England. Feierliche Eröffnung der Anglo-palästina- Tlusstellung. London, 8. Juni. Am 7. Juni fand in London die feierliche Eröffnung der Anglo-Palästina-Ausstellung statt. Bei dem vom Präsidenten der Ausstellung, Lord R e ad i n g, geleiteten Festakte hielt Ministerpräsident Ramsay Macdonald die Eröffnungsansprache, in der er die Bedeutung des jüdischen Palastina-Au-fbaus und seiner Rückwirkung auf die allgemeine jüdische Entwicklung im Lichte der augenblicklichen Lage des jüdischen Volkes würdigte und seiner Genugtuung darüber Ausdruck gab, grade in dieser Zeit seine Verbundenheit mit einem großen jüdischen Werke betonen zu können. Ministerpräsident Macdonald wurde durch Lord Reading begrüßt, der die Ausgaben der Ausstellung umriß, auf die wichtige Rolle Palästinas als Einwanderungsland hinwies und der Hoffnung auf ein gedeihliches Zusammenarbeiten von Juden und Arabern unter britischer Verwaltung Ausdruck gab. Lord Melchett, Vorsitzender des Ausstellungskomitees, hob in seiner Rede einen eigenartigen Parallelismus in der historischen Rolle Großbritanniens einerseits und Palästinas andererseits hervor. Beide Länder, obwohl verhältnismäßig klein an Ausdehnung, hätten Schöpfungen von weltumspannender Bedeutung hervorgebracht, Palästina die Bibel, England das britische Weltreich. Der Grundton der Rede Dr. Weizmanns lag in dem Hinweis auf die in steigender Aufnahmefähigkeit bei wachsender Einwanderung zutage tretende „Elastizität" der Absorptionskraft Palästinas. Die Ausstellung, die nicht nur einen umfassenden Ueberblick über die landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung Palästinas und die Vielfalt der -anglo-palästinensischen Wirtschaftsbeziehungen bietet, sondenr auch in die kulturelle und archäologische Bedeutung Palästinas reichen Einblick gewährt, war schon am ersten Tage das Ziel vieler Tausender jüdischer und nichtjüdischer Besucher. Besondere Aufmerksamkeit erregte die im Rahmen der Ausstellung veranstaltete Sonderschau des Keren Kajemeth, dessen überragende Bedeutung für die allgemeine Entwicklung Palästinas in eindrucksvollen bildlichen und graphischen Darstellungen dem Ausstellungspublikum vor Augen geführt wird. Palästina. Von der Organisation der gesetzestreuen Arbeiter. P et ach Tikwah, 8. Juni. Die vor einem halben Jahr gegründete gesetzestreue Arbeiterorganisation „Poale Agudas Jisroel" entwickelt sich in recht befriedigender Weise! Die Zahl der Mitglieder nimmt stetig zu und erhält Zuzug aus der neuen orthodoxen Alija. Der Arbeitsvermittlungsapparat funktioniert gut. Die Sabbat- und Abendkurse sind bestens besucht und umfassen alle jüdischen Disziplinen. Gesellige Zusammenkünfte vor Sabbatausgang erfreuen sich größter Beliebtheit. Zu der Lagbeomerfeier waren auch viele Gäste aus Tel-Awiw erschienen. Nach der Begrüßungsrede des Herrn Elie Munk wurde viele Vorträge gehalten. U. a. sprachen auch die Herren Jacob Landau und Jecheskel Rothenberg. Man darf hoffen, daß die orthodoxe Arbeiterorganisation von der Einwanderung frommer junger Menschen aus Deutschland recht viel profitieren wird. Amerika. Die Judenfrage vor dem amerikanischen Senat. N e w x) o r f, 12. Juni. Im Amerikanischen Senat fand eine Aussprache über die Lage der Juden in Deutschland statt. Der Führer der demokratischen Regierungspartei, Senator Robinson, verlas eine Erklärung, in der unter Hinweis auf das Regierungsprogramm und die Auswirkung einer judenfeindlichen Gesetzgebung in Deutschland die augenblickliche Lage der deutschen Juden geschildert wird. Auch wenn man von offensichtlichen Uebertreibungen absehe, würden die Verhältnisse, unter denen die deutschen Juden leben, durch Reden verantwortlicher Regierungsleute, Aeußerungen der deutschen Presse, Versammlungsreden usw. zur Genüge illustriert. Er wolle, sagte Senator Robinson, nicht den Vorschlag machen, daß Amerika durch eine offizielle Intervention Einfluß auf die Gestaltung der inneren Politik Deutschlands zu nehmen versuchen solle. Eine so harte Politik, wie er sie geschildert habe, werde zu einer Schwächung des deutschen Ansehens, zu einer moralischen Reaktion im deutschen Volk und zu schwerwiegenden Einbußen auf dem Gebiet der Wirtschaftsbeziehungen führen. Zum Schluffe gab Senator Robinson der Hoffnung Ausdruck, Deutschland werde sich binnen kurzem unter dem Eindruck der einheitlichen öffentlichen. Meinung der Welt aus den eisernen Banden des Rassenhasses befreien. Die Ausführungen Robinsons wurden. sowohl von der demokratischen als auch' von der republikanischen Fraktion des Senats mit großem Beifall ausgenommen. Nach ihm ergriffen die Senatoren C o - peland, Metcalf, Walfh und H a t f i e l ö das Wort, um ihre Zustimmung zur Erklärung des demokratischen Fraktionsführers und ihre Bedenken hinsichtlich der Behandlung der Juden in Deutschland zum Ausdruck zu bringen. Millionenpetition an Roosevelt unr Intervention zugunsten der deutschen Inden. N e w y o r k, 12. Juni. Die Zentrale des Unabhängigen Ordens Bne Briß hat die Sammlung einer Million Unterschriften für eine Petition an Präsident Roosevelt eingeleitet, in der dieser gebeten wird, bei der deutschen Reichsregierung offiziell Verwahrung gegen die Zurücksetzung der deutschen Juden einzulegen. Der Orden weist auf eine Reihe von Präzedenzfällen für eine solche Aktion in der Geschichte Amerikas hin.. Augengläser kanit man w N.Eschwege _ Bieichstrasse 19 Pfcjfc-' am Peterstor lIRk nacr geschlossen. Sorgfältige Ausführung aller Rezepte. Einziges jüdisches Fachgeschäft am Platze. Tel. 21211 YULLA MOSCZYTZ Geb. 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