Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1933)
- Date
- 1933-06-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 23 blieben noch gemütlich an einer kleinen Kaffeetafel zusammen, bei welcher wiederum Herr Simon aufmunterte, Tauroh zu lernen. Möge das Vorbild unserer kleinen Gemeinde Ansporn auch für andere Gemeinden sein. Budapest, 2. Juni. Am 14. v. M. hatte der Landesverband der ungarischen Tisereth-Bachurim seinen zweiten Kongreß in Budapest abgehalten. Es waren zahlreiche Delegierte der einzelnen Tisereth-Bachurim aus allen Teilen des Landes erschienen. Der Kongreß wurde von Salomon Stern, dem unermüdlichen Vorsitzenden des Verbandes, geleitet. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete das Problem der „Alijath-Erez- Jisroel". Der Landesverband der T. B. hat, mit Rücksicht auf die Probleme der jüdischen Jugend unserer Zeit, eine Bewegung gegründet: „Alijath-Erez-Jisroel", deren Aufgabe es ist, der thoratreuen ungarischen Jugend die Uebersiedlung nach Erez zu ermöglichen. Die A. E .I. ist frei von jeglicher Politik, hat das einzige Ziel, würdige Menschen geistig und physisch auszubilüen und nach Erez Jisroel zu schicken, die sich dort für die Förderung der Thora mit Wort und Tat einsetzen. Im Rahmen des Kongresses hatte der als Gast anwesende Raaber Raw eine Rede gehalten. Ausgehend von einem agadischen Kernpunkt, drückte er seine Sympathie für diese Bewegung der Jugend aus. — Dem Kongreß folgte abends ein Bankett, auf dem Dr. Deutsch, der Rektor der orthodoxen Schulen in Budapest, eine schwungvolle Ansprache hielt. Familiennachrichten. Geburten: Eine Tochter, Manfred Bindiger und Frau Frkedel geb. Warschawski, Wiesbaden Kais. Friedr. Ring 62. — Eine Tochter, Marcel Bloch, Strasbourg. '11 rue Marechal Petain. Barmizwoh: Benzion, Sohn des Herrn Josef Bamberger, Ffm., Julius Heymanstr. 4, "jnVyna '3 nas? Synagoge Friedberger Anlage. — Eduard, Sohn des Herrn Jac. Zippel, Synagoge Friedb. Anlage, '3 nav Vermählte: Henri Birnbaum, Amsterdam, Lydia Hausdorff, Rotterdam, p'v tr» (13. Juni). Die Woche. Prof. Dr. Josef Caro v/j 70 Jahre alt. In diesen Tagen vollendet das siebzigste Lebensjahr ein in weiten Kreisen hoch angesehener Gelehrter, der es wohl verdient, daß in diesen "Blättern auf ihn hingewiesen werde: Pros. Caro, ein Abkömmling der in der gesamten Judenheit berühmten Rabbinerfamilie Caro, die ihren Stammbaum auf den yoi' n’a zurückführt, hat nach erfolgreichem Studium der neueren Sprachen auf den Universitäten Breslau und Berlin den ursprünglich ins Auge gefaßten Beruf eines Hochschullehrers gegen den des Neusprachlers für höhere Schulen singstauscht. So kam er vor etwa 45 Jahren hierher, an die S. R. Hirsch-Schule zur Ableistung des sogenannten Probejahres und erwies sich bald als ein so tüchtiger Philologe, daß der damalige Leiter der Schule, Mendel Hirsch ihn durch Uebertragung von verantwortungsvollem Unterricht auch in oberen Klaffen auszeichnete und feine pädagogische Kunst der Anstalt für die Dauer sicherte. Daß in der Tat mit Pros. Caro ein ebenso gründlicher Gelehrter wie tiefblickender Pädagoge und psychologisch fein fühlender Erzieher für die Schule gewonnen war, beweist nicht zum wenigsten die kindlich rührende Anhänglichkeit, die Generationen von Schülern diesem bei ihnen so außerordentlich beliebten Lehrer unentwegt bewahren. Diese ihre Treue bekundet sich auch in der Spende von namhaften Beträgen zur Ausstattung und Erhaltung der Lehrer- und Schülerbibliothek, die seit einer Reihe von Jahren in unserem Jubilar einen feinsinnigen, wissenschaftlich lebhaft interessierten und sachkundigen Verwalter gefunden hat. Er hat in dankenswert zäher Beharrlichkeit es verstanden, ,den Besitzstand dieser Bücherei auf eine ansehnliche Höhe zu bringen und den Amtsgenossen, die seine wissenschaftliche und pädagogische Bedeutung neidlos anerkennen, das Lesen der neuesten maßgebenden Fachzeitschriften auch dann noch zu ermöglichen, als man anderwärts, der Not der Zeit nachgebend, auf diese geistige Förderung bereits verzichten zu müssen glaubte. Darum begrüßte es auch die Lehrerschaft mit lebhafter Genugtuung, daß Prof. Caro, der dem Gesetze über die Altersgrenze zufolge vor fünf Jahren aus dem Schuldienste scheiden mußte, die Betreuung ihrer Bücherei beibehielt. So möge ihm denn beschieden sein, in ungetrübter Arbeitsfreudigkeit sich noch rocht viele Jahre im Dienste der Wissenschaft, die er durch so manche wertvolle Gabe feines Geistes in den verschiedenen Zeitschriften bereichert hat, weiter zu betätigen. Und möge ihm an der Seite seiner gleichgestimmten, edlen Lebensgenossin ans dieser seiner von reinen Idealen erfüllten Arbeit trostreiche Seelenkräftigung erblühen gegenüber harten Schicksalsfügungen, die auch ihn nicht verschont haben. mr? nnwyi nxn ly wwn 1N1LV m Von der Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Um eine erfolgreichere Arbeit zu gewährleisten, hat die Führerschastsleitung der Agudistischen Schülergrup- Der Israelit pbn die ihr von der Generalversammlung übertragene Leitung der Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppö in die Hände des Vorstandes zurückgegeben, der bisher nur die technische Leitung inne hatte. Der Vorstand ist einstweilen durch Kooptation ergänzt worden und besteht aus: Max Eschwege (Vors.), Theo Ochsenmann (Schriftf.), Willy Neuberger, Moses I. Diamant, Rüben Stein, Jda Hackenbroch, Netto Stern. Das Arbeitsprogramm wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Wir verweisen aus unsere Hebräische Sprachkurse, die unter Leitung des Herrn B. Messerer Mittwoch abends stattfinden. Der' Kurs für Fortgeschrittene um 20 Uhr, der Kurs für Anfänger um 21 Uhr. Unkostenbeitrag: Mk. —.20 pro Stunde. Anmeldung an M. Eschwege, Thüringerstr. 23. Gedenkfeier für Nakhan Sondheimer Die Samson Raphael Hirsch-Schule veranstaltet am Sonntag, den 11. Juni, vormittags 11 Uhr, in der Aula eine schlichte Gedenkfeier für den allzufrüh Heimgegangenen langjährigen Vorsitzenden hres Schulrates, Herrn Nathan Sondheimer zu der alle Freunde und Verehrer des Heimgegangenen eingeladen sind. Die Ge-, denkrede halt Herr Studiendirektor Dr. Elias. Außerdem sprechen die Herren Gemeinderabbiner Horovitz und Jacob Rosenheim. Verein „Schwuß Jisroel" Frankfurt a. 2R. Man schreibt uns: Hier wurde ein politisch-tendenzloser Verein ,fSchwuh Jisroel" gegründet mit dem Ziele, in Deutschland wohnende orthodoxe Juden, die in wirtschaftliche Rot geraten sind, die Ansiedlung in Palästina zu ermöglichen. In der im Beth-Hamidrasch „Kol Jaakow" stattgefundenen Gründungsversammlung, zu der auch Delegierte aus anderen Städten Süddeutschlands erschienen sind, wurde allerseits die besondere schwierige Lage der orthodoxen Juden betont, deren Not immer mehr steigt. Es wurde daher begrüßt, daß einzelne bekannte Personen die Initiative ergriffen haben, um eine unparteiische Organisation zu schaffen, die sich mit dem hohen Ziel befaßt, eine gruppenweise Kolonisierung in Palästina für orthodoxe Juden zu organisieren. Der Verein veranstaltet keine Geldsammlungen, sondern sieht seine Aufgabe darin, nur die Ansiedlung zu ermöglichen. Zu seiner Hauptaufgabe gehört es auch, eine landwirtschaftliche Ausbildungsschule in Palästina zu errichten. Eine Siebzigerin. Frau Adelheid Westheim, geb. Marx, Rückertstraße 50, feiert am 10. Juni w in voller Frische ihren siebzigsten Geburtstag. -v~yi»y Gedenkfeier für die jüdischen Gefallenen. Zu einer Erinnerungsseier der Frankfurter Israelitischen Gemeinde und des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten anläßlich der Einweihung eines Gedenksteins für die Gefallenen des Frankfurter Infanterie-Regiments 81 erschienen neben den jüdischen Soldaten, die diesem Regiment angehört haben, auch Vertreter des Vereins der 81er und die Spitzen der jüdischen Gemeinde. Feldrabbiner Dr. Salzberger hielt die Gedenkrede, in der er daran erinnerte, wie 1914 Juden und Christen gemeinsam hinausgezogen, gemeinsam gekämpft und gemeinsam gefallen seien. Die Verbundenheit mit dem deutschen Vaterlande habe alle Deutschen damals zu einer Front zusammengeschweißt. Unter den Gefallenen des Regiments 81 befinden sich auch 200 jüdische Soldaten, die in Treue ihr Leben für das Vaterland hingegeben hatten. Die Gedenkfeier schloß mit dem gemeinsamen Gesang des niederländischen Dankgebetes. Der Arierparagraph in Frankfurt durchgeführt. Die Siebungsaktion in der Frankfurter Stadtverwaltung auf Grund des Arierparagraphen ist zu einem gewissen Abschluß gelangt, etwa 50 Angestellte und Beamte werden betroffen. Vis jetzt sind bei pensionsberechtigten Beamten und Beamtinnen 18 Beurlaubungen ausgesprochen worden, die endgültigen Entlassungen können bekanntlich nur durch die Ministerien direkt vargenommen werden. Es wird erwartet, daß bei der ungeheuren Häufung des Materials bei den Zentralstellen — etwa 5000 Fälle waren zu bearbeiten — bis zur endgültigen Regelung noch einige Zeit vergehen wird. Wie dem Inserat in unserer letzten Nummer zu entnehmen ist, wird in Brüssel ein streng rituell geführtes Knabenpenfionat eröffnet. Schüler finden dort liebevolle, individuelle Förderung. Studenten und junge Kaufleute ein anregendes, gemütliches Heim. Die zentrale Lage und die Nähe der See lasten die Hauptstadt Belgiens für ein derartiges Institut besonders geeignet erscheinen. In einem vornehmen, ruhigen Stadtteil gelegen, bietet das geräumige Haus mit großem Garten, Zentralheizung, fließendem Wasser usw. einen gesunden und angenehmen Aufenthalt. Die Küche und die innere Verwaltung des Hauses werden unter der Leitung einer erfahrenen Wirtschafterin allen Ansprüchen qerecht. Nichtsdestoweniger ermöglichen die billigen Lebensverhältnisse des Landes einen billigen Pensionspreis. Da der Schul- und der Universitätsbeginn in den Sevtember bezw. Oktober fallen, so finden die Insassen Gelegenheit, sich unter der vorbereitenden Leitung einer 8. Juni 1933 bewährten, einheimischen Lehrkraft in die neuen Verhältnisse einzuarbeiten. Aüf Wunsch wird auch Sonderunterricht auf den verschiedensten Gebieten erteilt. Das Institut wird im Sinne bester j üb i f ch e r Tradition geführt. Dafür bürgt die Person des. Leiters. Einer alten deutschen Familie entstammend, zählt Herr Leo Ansbach er heute zu den führenden Persönlichkeiten der jüngeren Pädagogengeneration. Seine gründliche jüdische Ausbildung und feine vieljährige pädagogische Tätigkeit in den verschiedensten Kreisen weisen eine Liste schöner Erfolge auf. Zahlreiche Referenzen von autoritativer Seite betonen seine Fähigkeit, zugleich Lehrer und persönlicher.Freunde des Jugendlichen zu sem, während eine gründliche akademische Ausbildung Herrn Ansbacher zum anregenden Führer der studentischen Jugend befähigt. Mit ruhigem Gewissen können jüdische Eltern ihre Kinder einem Hause anvertrauen, dessen Milieu geistig und religiös die besten Errungenschaften der deutschen Judenheit aufweist. Frankfurter Verelnskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags Stunde vor Mincho im Dereinslokal Mikro, Herr Julius Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Herr Dr. S. Ehrmann. (Nachklänge von Schwuaus). Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: vniarr p», Herr R. A. . Dr. Schlesinger. Sonntag und Mittwoch, oirr ->vy Herr S. Schächnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gmoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. ' Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Jahrzeilsstiftungen. Sonntag, 11. Juni: Falk Goldschmidt Stiftung. Montags 12. Juni: Benjamin Roos-Stiftungi Dienstag, 13. Juni: Moritz Golde-Stistung. Freitag/16. Juni: Rabbiner Seligmann Fromm-Stiftung. Liwjakh Ehen. Samstag nach Mincho. 5l/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. «Wer sagt uns die Zukunft?." (Cldod und Medod im Lager). Agudas Jisroel-Orlsgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsasieffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird wv mm gelernt. Der iivv wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Halpern: Täglich von9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Jomi — Am nnv anschließend an Daf Jomi agadischer Vortrag. Agudas Jisroel-TNädchengruppe. Schiurim im Sommerhalbjahr: Schoftim: Dozent Herr Julius Lewin. Zeit: jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg im Heim, Zeit: Samstag. 4 Uhr. Jeschajo: Dozent Herr Studienrat Dr. M. Lange. Zeit: jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36.; Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg Zeit: jeden' 2. Montag 6—7 Uhr. Agudiskische Frauenorksgruppe. Am Montag, den 12. Juni, abends 8.45 Uhr wird Herr Studienrat Max Munk in seiner Wohnung, Sandweg 3, den Kurs über „Hirsch's Werke" fortsetzen. Gäste, Damen willkommen. Gebetzeiten. *jriVyn:i nats> Freitag abend 7.45 Samstag niosvn 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1:00 und 5.00 Samstag abend 9.35 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 2.50 Schiurim des Herrn Gemeinderabbiners. Der Psochim-Schiur begann wieder am Sonntag, den 14. Mai vormittags 8 30 Uhr. — Der Chauschen Mischpot-Schiur findet jeden Sonntag abend im Anschluß an Maariw bismanau statt. Beide Schiurim in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners.