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Der Israelit · 1933-05-30 · Heft 22 (30.5.1933) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 22 (30.5.1933)
Date
1933-05-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 4 Nr. 22 Der Israelit 30. Mai 1933 für religiösen Unterricht, Friedhöfe, Arbeitsvermittlung, Armenkllfe. Seitdem er am 1. Juli 1927 die Synagoge „Aleksr Lhajiin" in Dporto eingeweiht, ist er wiederhott durch die weglosen. Gebirgsdörfec Roröportugals gezogen, nach Bragauza, Alacedo de Lavaleiros Moncorvo; zuletzt Juni 1928 nach Lhaves, Refordelo, vinhaes. Am 22. Juni 1928 ist es ihm vergönnt, in Bragauza, wo gegen 800 Alarranen leben, eine Synagoge einzuweihen; sie hat öen bezeichneten Kamen „Schaare pidjon" (Tore der Erlösung). Im Zusammenhänge mit dieser Linwcihung meldete Basto folgende wunderbare Begebenheit, welche „auf die zur Arbeiterklaffe gehörenden Kryptojuöen großen Eindruck gemacht." Ich hatte die nötigen Kulturgeräte für die neue Synagoge nach Braganza geschickt . . . Herr Borges, ein untergeordneter Postbeamter, versteht in der neugegrnndcen Gemeinde die Funktionen eines Schammes (Tempcldiener). Liner seiner Kollegen im postdienst, Manuel Augusts de sa pereira, öl Jahre alt, ein gläubiger Kryptojude, hat seit elf Jahren infolge einer Krankheit das Gehör verloren. (Dies wurde von Militärarzt Dc. Margoha und von Dr. vrtor Teyxeira, die ihn wiederholt untersucht, -bestätigt.) Alle ärztlichen Hcilungsversnche waren erfolglos. Am 14. Juni hatte er Borgis bei der Installierung der Kultusgeräte geholfen, worauf er sich nach marranifchem Brauch aufs Feld begab, um zu beten. Als Borgis die „Ewige Lampe" Rer Lamid angebracht hatte, kam -ein Gebet über seine Lippen: O, großer G'tt, Herr, wenn dies Werk, . das ich hier verrichte, wohlgefälligst in deinen Augen, gib mir ein Zeichen deiner Gnade und sende Heilung diesen Obren, gib mir ein Zeichen deiner Gnade und sende Heilung diesem armen, tauben Alaune! Kurz daraus stürzte pereira im Zustande höchster Erregung in das Haus Albino Borges' und rief: „Albino, der große G'tt Israels hat mich erhört: ich kann wieder hören, und der arme Alann lachte und weinte zugleich." Basto kämpfte gegen ernste Schwierigkeiten; die Wege zu den Wohnstätten der Kryptojuöen sind zum Teil unfahrbar; er hat keine Alitarbeiter; er verfügt schichte gehören. Wenn je, ist hier die Vision Aloses' am Horeb Wirklichkeit geworden. Jahrhunderte hindurch wurden die Alarranen gefoltert und verbrannt. Doch die Scheiterhaufen verschwanden, die Inquisition wurde aufgehoben, die Uebermacht der Intoleranz in Portugal besteht nicht mehr; jedoch die Alarranen gen und ganz besonders auf dem Gebiete der Experimontalwiffenschaft führend für die ganze Welt waren. Major Tulluch und die' übrigen Aiitglieder des Direktoriums der Gesellschaft, S. A.'van vriesland, Green und Horowitz, führten die Besucher durch die Anlagen und erklärten, demnächst werde, mit dem Bau eines großen Hotels begonnen werden, in dem Touristen und Kurgäste aus dem In- und Auslande billige Unteckunftsmöglichkeiten finden sollen. Die Gesellschaft habe es sich zum Ziel gesetzt, die gegenwärtige dreimonatige Reise-Saison in Palästina auf sechs bis sieben Alonate zu verlängern, indem zu dem Besuch der heiligen und historischen Stätten des Landes auch Fahrten durch das Ioröantal mit seinen landschaftlichen Schönheiten und die Einführung einer Badesaison am Toten Meer, dessen Wasser heilkräftige Wirkung besitzt, treten sollen. Die Gesellschaft werde ein 80 bis 100 paffagiere fassendes Dieselmotorboot in Dienst stellen. Auf den täglichen Rundfahrten dieses Bootes sollen regelmäßig eine Reihe landschaftlich besonders be-> mertenswerter Punkte an den Ufern des Toten Aleeres angelaufen werden. Der Aufgang auf die Nordseite des Felsens und die beiden Platten. Die Photographie ist von der Nordwestecke der Umfriedung des Felsens aus ausgenommen. Man sieht im Vordergrund die den «unterirdischen Gang" abschließenden Kalksteinplatten (Grundriß Punkt z—g) und den von ihnen aus zunächst in südlicher, dann umbiegend und ansteigend in westlicher Richtung zum Felsen hinaufführenden Gang. Daß dieser Gang gegen die Hochfläche des Felsens durch Felsschwellen abgesperrt ist, ist sichtbar. Rabbinische Bemerkungen zur Gesetzgebung. Die Anfangsbuchstaben '22x machen 'xvsr r»x xaavw* „Ich selber Hab' sie geschrieben und gegeben". Oder richtiger: „Ich habe meine Seele, mein eigenes Wesen in die Thora hineingewoben und sie mit der Thora euch gegeben. Man schaue recht die Buchstaben der Thora an und man wird die g'ttliche Neschomo darin entdecken. (Rabbi Simcho Bunem, Pschische.) leben und sind im Begriffe, von neuem anzufangen. Sie erschienen mir wie eine historische Verkörperung des Dornbusches, der brannte, ohne verzehrt zu werden Liegeftühle am Strande von Tel Awiw. Gin Bade- und Kurork am Toten Meer eröffnet. Am Toten Meer wird gegenwärtig ein Bade- und Kurort angelegt, dessen erste öffentliche Einrichtungen, ein großes Restaurant am Seeufer mit Badeanstalt, soeben in Anwesenheit von Vertretern der Behörden und Interessenten jüdischer und arabischer Gesellschaften feierlich eröffnet wurden, von der Regierung in Jerusalem waren der stellvertretende erste Sekretär Rurok, der Direktor des Departements für öffentliche Arbeiten, puösey, und der Direktor des Einwanderungs-Departements, Hyamson, erschienen. Der Vorsitzende der Kallia Seastde and Healh Resort Ltd., Aiajor T. G. Tulloch, hielt e.ine Ansprache, in der über geringe Geldmittel (die ihm teilweise von dem, et erklärte, man habe für den neuen Badeort den im Jahre 1926 in London gegründeten Pro-Marra-1 Manien Kallia, in Anlehnung an die altacabischc Nos-Komitee zur Verfügung gestellt werden) und das allerschwerste: er stößt immer wieder auf die Angst der kryptojuden, ihr Judentum öffentlich zu bekennen. Diese 2lngst, ein Erbe leiöensroicher Jahrhunderte ist fein bitterster Feind. Doch er läßt sich nicht entmutigen. Cr glaubt an sich und an fein Werk; „Geduld und Ausdauer" ruft er in feinem Bericht immer wieder. Er besitzt beides . . . Die wunderbaren Geschicke des Marranentums lehren uns, daß wahre Religion von Liebe nicht getrennt werden könne. Lieblosigkeit ist mit Religion unvereinbar. Diese einfachen, großartigen Menschen, die Jahrhunderte hindurch mit dem Alute der Verzweiflung gegen eine unmenschliche religiöse Tyrannei gekämpft, verteidigten im Grunde ein Größeres, als bloß ihre sigene Freiheit. Rostra refagiur. Diese stillen Helden haben unseren gemeinsamen Kampf gekämpft, den Kampf des Menschengeschlechtes. Auf den Scheiterhaufen von Lissabon, Toledo, Tordova, Granada und Sevilla sind sie für uns alle gestorben. Ihr Kampf und ihre Leiden, ihr Heldentod und ihr fchließlicher Sieg werden für alle Zeiten zu den dunkelsten und zugleich hellsten Blättern der Religionsgeruinn Va Vos -|V n^yn kV und nsusn Vs VdS osV SS'VVI' Die Thora spricht hier »on den Menschen, die überall eine andere Gestatt annehmen, überall die Maske ändern, um sich nach Zeit und Geschmack der Lage anzupassen. Sie können Ehassidim und Misnagdim sein, wie es ihnen gerade dient. Das sind die Gewissenlosen, die ein Va mwn stets Gestalt nach den Verhältnissen annehmen können, vor denen gewarnt werden muh. (Rabbi Leoi Jizchok ans' Berüitschew.) Der Berkehrsschutzmann tn Tel-Awiw. Bezeichnung für Pottasche (Kali) gewählt, um einerseits auf den Kalireichtum des Toten Meeres hinzuweifcn, andererseits an die Blütezeit der arabischen Kultur im 8. und 9. Jahrhundert zu erinnern, eine Zeit, in der sich jüdischer und arabischer Geist vereinigten und durch ihre wissenschaftlichen Einrichtun¬ Der Autobus zum Strande von Tel-Awiw. Vinn» pxa »»ki Vsns» v'»»s »wx Im Streben nach himmlischen Dingen, a'n»a »»«. nach idealen Gütern, schaue stets nach oben, Vy»», zu den Höher« und Höchsten hinaus. Gib dich nie zufrieden, und suche noch mehr zu erreichen, pxa i»xi. dagegen in irdischen Dingen, im Hasten nach den Gütern dieser Welt nnn», schaue hinunter, auf diejenigen, die noch weniger haben, als du, und sei zufrieden. (Scheloh.) pp'ix' jy»V q»x nxi *px nx »22 „Ehre Vater und Mutter, damit sich deine Tage verlängern." Halte deine alten Eltern in Ehren schon aus dem Grunde, weil sich auch deine Tage und Jahre so verlängern können, daß du später, in den Tagen des Alters, selbst auf deine Kinder angewiesen bist. Erweise aslo deinen Eltern d i e Ehre und Achtung, wie du sie später von deinen eigenen Kindern erwarten möchtest. (Aus altem Mussarbuche.) unnin ^nn Schwuaus -ift die Zeit, da uns die Thora gegeben wurde. Nicht empfangen haben wir die Thora am Sinai, sie wurde uns nur gegeben. Empfangen müssen wir' sie jeden Tag von neuem. . * (Rabbi Jizchok Meir. der Rabbi aus Ger.) Den Berg stülpte G'tt über Israels Haupt, es war gezwungen die Thora anzunehmen. Eine Zwangsehe war die Vermählung zwischen G'tt und Israel. Von solcher Zwangsehe heißt es aber: w V2 nnV»V V21» kV, „Er kann sie nimmer von sich schicken." Somit ist der Bund zwischen uns und G'tt ein ewiger, auch wenn Israel seiner nicht mehr würdig sein sollte. (Olaloth Efrajtm.)

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