Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 22 (30.5.1933)
- Date
- 1933-05-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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der zur Ansiedlung geeigneter Einwanderer in Palästina im Rahmen der Aufnahmefähigkeit des Landes verwendet werden. Ein besonderes Komitee werde über die Art der Verwendung der Gelder im einzelnen bestimmen. Jedem Spender aber bleibe es unbenommen, die Verwendungsart. seiner .Spende selbst sestzulegen. Zum Schluß wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die englischen Juden bis zum Aeußersten ihrer Kraft zu dem gemeinsamen Hilsssonds beitragen und so ihrer Sympathie für die deutsche Judenheit Ausdruck verleihen werden. Gleichzeitig wurde die erste Liste der bisher für den Fonds eingegangenen Spenden veröffentlicht. Ihre Summe beträgt annähernd 62.000 Pfund. Je 10.000 Pfund haben die Bankhäuser N. M. Rothschild u. Sons und M Samuel u. Co., der Baron-Familientrust und Mitglieder der Familie Marks (die Ehepaare Simon Marks, I. M. S i e f f, Norman L a s k y, Harry Sacher und Frl. Mathilda Marks) gespendet. Versammlung im Saale des Londoner jüdischen Gemeindehauses. London, 28. Mai. Die große Sammelaktion für den Zentralhilfsfonds der englischen Juden wurde in einer von 500 geladenen Gästen besuchten Versammlung im Saale des Londoner jüdischen Gemeindehauses feierlich eröffnet. Den Vorsitz führte Anthony de Rothschild. Die Reihe der Ansprachen wurde durch den Vorsitzenden eröffnet,, der u. a. erklärte, in der Beurteilung der gegenwärtigen Lage sei man eher gu wenig weit als zu weit gegangen. Das gesamte englische Judentum müsse zur Hilfsarbeit herangezogen werden. Man müsse für die Auswanderer aus Deutschland in verschiedenen Ländern Existenzmöglichkeiten finden. Insbesondere müsse jede Möglichkeit, Auswanderer in Palästina anzusiedeln, ausgenutzt werden. Dr. Chajim Weizmann hielt eine großangelegte Rede, in der er erklärte, man solle nicht.Anklage erheben, sondern mit der tragischen Realität einer plötzlichen Katastrophe rechnen. Es handle sich bei den Geschehnissen in Deutschland nicht um ein lokales Ereignis, vielmehr sei die ganze Judenheit durch sie betroffen. Dr. Claude G. M o n t e f i o r e führte aus, die oft bewunderte deutsche Gründlichkeit habe sich diesmal darin gezeigt, wie ein großer Teil einer Bevölkerung von 600.000 Seelen in Unglück und Armut gestürzt wurde. Im Hinblick auf die Größe der Katastrohe wäre eine Summe von einer halben Million Pfund für das Hilfswert nicht mehr als angemessen. Die Art der Verwendung solle den deutschen Juden selbst überlassen bleiben. Er würde es ebenso als ein Verbrechen erachten, daß man auch nur einen Penny vom Palästina-Hilfswerk abziehe, wie es ein Verbrechen wäre, wenn Dr. Weizmann fordern sollte, daß auch nur ein anderwärts zu verwendender Penny nach Palästina gehen sollte. Den Schmerz der >in ihrer Ehre, ihrer Hingabe und im Gefühl ihrer Loyalität verletzten deutschen Juden könne man nicht lindern; nur ihrer Not könne man abhelfen. Polen. von der polnischen Aguda. Warschau, 26. Mai. Die große Versammlung der Pools Agudas Jisroel am Sonntag war der Klärung des Verhältnisses zwischen orthodoxen Arbeitern und der Agudas Israel gewidmet. 60 Arbeiterdelegierte beteiligten sich an der bedeutsamen Sitzung. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichts über die Tätigkeit der Exekutive referiert der Sekretär I. Braun objektiv über die Spannungsmomente, zwischen Aguda und Poglim. Diese kleinen Differenzen treten! aber weit zurück, hinter die gemeinsamen Interessen. Es wurden weitere Referate gehalten über Erziehung.und Erez Jisroel.^ Bei der Be-' fprechung des letzteren Referates wird allgemein verlangt, die Aguda möge mit aller Energie das Monopol auf die Zertifikate auch für die orthodoxen Olim, der zionistischen Organisation aus der Hand reißen.' Parnes S. Friedmann hielt ein bedeutsames Referat über die Stellung der Aguda zum orthodoxen Arbeiter, in dem er auch Mißverständnisse aufklärte. Nach weiteren Referaten wird eine Resolution mit Stimmenmehrheit angenommen, in der alle Quertreibereien verurteilt und die unerschütterliche Zugehörigkeit der Poale Agudas Jisroel zur Weltorganisation und zur polnischen Landesorganisation der Agudas Jisroel b e t o n t w i r d. Frankreich. 25 000 deutsche Juden in Frankreich. Paris, 25. Mai. Das französische Kabinett befaßte sich in seiner Sitzung vom 24. Mai mit der Frage der nach Frankreich gekommenen deutschen Juden, deren Zahl amtlich auf 25.000 geschätzt wird. Es wurde beschlossen, in Zusammenarbeit mit den sich mit jüdischer Flüchtlingsfürsorge befassenden Organisationen geeignete Maßnahmen zu treffen, um Existenzmöglichkeiten für die jüdischen Einwanderer zu schaffen. AllCJGIlCjläSGl* fetzt nur noch von N.Eschwege i.v-/ Bleichstrasse 19 priK am Peterstor Einziges jüdisches Fachgeschäft ri3P geschlossen.! Korrekte Ausführung aller Rezepte. 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