Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1933)
- Date
- 1933-05-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 18 Der Israelit 4. Mai 1933 Staatsgesetz ist ebenso bindend wie das Religionsgesetz, allem dank seiner Tatkraft, der Neubau unseres schönen Trotzdem wir dies stets verkündet haben, mußten wir > G'tteshauses. Er verstand es, immer wieder' den Zusamviel Leid ertragen, bis das Gewissen der Menschheit er-! menhalt unter den Gemeindemitgliedern zu fördern und wachte und zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Zeit der Gleichberechtigung herannahte. Man hatte nicht überall das Verständnis für diese natürliche Forderung, aber in Dänemark fand Humanität und Freiheit frühzeitig Einlaß und der Weg zur Anerkennung der jüdischen Gemeinde und der jüdischen Bürger war geebnet. Mit großer Dankbarkeit gedenken wir des Königs Frederik VL, dessen Name diese Synagoge schmückt, der vor 10 Jahren es als seine höchste Pflicht erachtete, die Kräfte aller Bürger zur Arbeit für das Vaterland zu vereinen. Die Juden sollten von dieser Arbei nicht ausgeschlossen werden. Die Juden Dänemarks haben nunmehr ungehindert an der Förderung der dänischen Kultur mitgearbeitet und haben sich eine geachtete Position geschaffen, anerkannt und geehrt von der ganzen dänischen Bevölkerung. Der schönste Beweis hierfür ist. daß diese Feier durch die Anwesenheit Sr. Majestät verherrlicht wird. Die dänische Judenheit hofft, in dem bisherigen Geiste weiter wirken zu können und hofft, daß die kommenden Generationen die Traditionen der früheren Geschlechter fortführen werden. Die Rede endete mit einem Gebet für König und Vaterland. Hierauf wurde die Vundeslade geöffnet und 5 Thorarollen entnommen. Kantor L. Grabowsky fang „Hanausen teschuo". Nachdem die Thorarollen wieder zurückgestellt und die Vundeslade geschloffen war, schloß die Feier mit der Absingung von „Adon olam". Der König wurde hierauf vom Oberrabbiner und dem Vorstand aus der Synagoge geleitet und die Feftverfammlung verlieh das G'tteshaüs. Diese eindrucksvolle Feier ist für die dänische Iudenheit von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung. Zunächst wurde das Band der Zusammengehörigkeit von Neuem befestigt, gleichzeitig wurde der Beweis erbracht, daß zwischen der dänischen Judenheit und der dänischen Be völkerung ein ideales und freundschaftliches Verhältnis besteht. ' - Die Woche. jeden einzelnen seines Kreises für die Interessen der Gemeinschaft anzuregen. An sich selbst stellte er die größten Anforderungen und erübrigte neben seinem Beruf und der Tätigkeit in der Öffentlichkeit unendlich viel Zeit für die Gemeindearbeit. Die am vergangenen Dienstag auf unserem Friedhof in Bad Soden erfolgte Beerdigung des Verblichenen zeugte von der unbegrenzten Verehrung seiner Gemeinde sowohl als auch seiner zahlreichen Freunde in und außer Höchst. Herr Bezirksrabbiner Dr. Lazarus zeichnete in anschaulicher und treffender Weise den Verstorbenen als echten Sohn seiner nassauischen Heimat, als bewußten und aufrechten Juden, als verantwortungstreuen Führer seiner Gemeinde und zuletzt als ideales Oberhaupt seiner engeren und weiteren Familie. Herr Lehrer L e v i betrauerte in warmen Worten den selbstlosen väterlichen Freund und Vorsteher. Namens des Vorstandes der Gemeinde sprach Herr Dr. Spier, der mit dem Dank an den teuren Toten die Verpflichtung für die lebende Generation verband, an der starken Persönlichkeit des Heimgegangenen in solch ernster Zet sich zu ermannen. Na mens des Israelitischen Männervereins sprach dessen Vorsitzender, Herr Hugo Hirsch, herzliche Worte des Gedenkens. Endlich gedachte der Präsident der Frankfurt Loge, Herr I. B. L e v y, des verblichenen Bruders und Freundes. .rrnsin Jüdische Haushallungsschule E. V. Die Jüdische Haushaltungsschule veranstaltet jeden Mittwoch Nachmittag in ihrem Hause, Königswarterftraße 20, von 4—7 Uhr Kochvorführungen, die die Ein führung in die fleischlose Küche, wie sie durch das nunmehr in Kraft getretene Verbot des rituellen Schächtens bedingt wird, zum Zwecke haben. Bei den Vorführungen werden Kostproben und Rezepte verabreicht. Die Gebühr für die Teilnahme an einem Nachmittag beträgt 75 Pfennig. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Die Bibliotheksverwaltung der Jugendgruppe fordert hierdurch alle diejenigen, die noch irgendwelche Seforim, Broschüren oder sonstige Bücher aus der Bibliothek der Jugendgruppe in ihrem Besitz haben, auf, diese sofort zurückzugeben. Die Bücher können täglich von 9—13 Uhr und von 15—19 Uhr im Büro (Schwanenstr. 12) abgegeben werden. Es wird erwartet, daß dieser Aufforderung unverzüglich Folge geleistet wird, da die Bibliothek einer Neuordnung unterzogen werden ttaroline Aumann. geb. Rapp n"S7- Im Patriarchenalter von bald 76 Jahren schlummerte mit Ausgang des Festmonats Frau Karoline Aumann ins ewige Leben hinüber. Ihr Gatte Moses Aumann! soll. der ihr 1916 in die Ewigkeit voranging, war der ) Stellenvermittlung der Jüdischen Frauenvereinigung, bekannte Mitbegründer oec Firma Aumann u. Rapp, •,»* *;*„*«*» ein Mann, der in seinem sozialen Ausstiege der treue! /}tr r V Haushaltungen, wackere Jehudi und liebevolle Anhänger der Hirfch-Ge-j ^??^ kostenlos der Stellennachweis der Im meinde blieb. Das war nicht zum geringen Teil mit das i ^-^sh e n iZ r a u e n v e r e r n i g u n g, Schutzenstr. 1, Verdienst der Gattin, die mit äußerer und innerer solche Stellen sind häufig zu vergeben resp zu erhal- Schänheit und einer Liebe zu allem Edlen, Schönen und!^ uni bitten wir Jntereßentmnen, sich Montag, Dsens- Guten ausgestattet, treue Hüterin seines jüdischen Hauses i ^a9. un^ Donnerstag, 3 5 Uhr nachm., an den Nachwar und mit ihm Kinder erzog, von denen drei Töchter Su wenden. und zwei Söhne — ein Sohn weilt in Amerika — später Ortsgruppe Frankfurt a. m. des Jüdischen Frauenbundes, in ihren Häusern eigene Heimstätten für den Geist und Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen die Traditionen der Eltern errichten konnten. Das Mitj Frauenbundes plant gemeinsam mit der Weiblichen Fürwendasein der Frau Aumann war umstrahlt von der auf-! sorge die Veranstaltung von billigen Kursen in allen opfernden Liebe der Kinder und emporblühenden Enkel-! Zweigen der Hauswirtschaft, in Stenographie, Maschikinder, umstrahlt auch von einer inneren, natürlichen Güte i nenschreiben und Buchhaltung. Durch diese Kurse soll und tiefen schlichten Frömmigkeit, die sich in stillen Werken! Frauen und Mädchen die notwendig gewordene Umder Liebe ausdrückten. Sie half und gab gern, aber ftellung oder Eingliederung ins Erwerbsleben erleichtert w i e sie es tat, wie sie es mit Takt und vornehmer Klug-, bezw. ermöglicht werden. Schriftliche Anmeldungen an heit verstand, ihre Wohltaten stets richtig anzuwenden,; die Geschäftsstelle Langeftr. 3. könnte heute, in schwerer Zeit, vielen als Muster gelten Eine Frohnatur, die mit aufgeschlossenen Sinnen und interessiertem Geiste dem Leben in all seinen Wandlungen und Erscheinungen mutig entgegensah, wußte sie als Mittelpunkt der Familie von ihrer stillen, auf G'ttvertrauen beruhenden Heiterkeit auch auf ihre Umgebung zu übertragen. In Schönheit verlief das Leben dieser seltenen Frau, in Schönheit beschloß sie dieses Erdenwallen. Noch durfte das Auge voller Dank und Bewunderung zu den lieblichen Höhen vor den friedlich blauen Seen von Locarno schauen, bevor es sich für immer schloß. Wie ein Fest klang ihr Leben aus, und es kam die Stunde der letzten Heimfahrt. Auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft fand sie an der Seite des Gatten am Donnerstag die letzte Ruhe, still, ohne Laut der Klage, wie sie es ja immer gewünscht, wie es der Neumondstag gebot. Viele werden im Herzen um sie trauern und der stillen Wohltäterin in Liebe und Dankbarkeit gedenken. 7Uax Ellinghausen Am vergangenen Sabbat, den 22. April, schied in H ö ch st der weit über den Kreis unserer Gemeinde hinaus bekannte und allverehrte Max Ettinghausen, kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres von uns. Der^ Verstorbene, als Senior unserer Gemeinde in Höchst geboren, entstammte einer angesehenen und dem Judentum durch Tradition treuverbundenen Familie, die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts (1807) aus Heddernheim nach Höchst eittgewanüert war. Der Heimgegangene, der lebendigste Beziehungen zu allen nichtjüdifchen Kreisen von Höchst unterhielt, der 10 Jahre lang (1908 bis 1918) Stadtverordneter hierfelbst war, hat für unsere Kultusgemeinde und deren Institutionen sich so viele unschätzbare Verdienste erworben, daß solche einzeln zu benennen unmöglich ist. Von 1902—1930 leitete er als Kultusvorsteher unsere Gemeinschaft. 1905 erstand, vor i platz, Telefon 20 421. Von der Universität. Durch einen Anschlag in der Universität werden die jüdischen Studenten aufgefordert, ihre Ausweise zur Durchführung des Numerus clausus abzugeben. In der m e,d i z i n i f ch e n Fakultät wurden Dienstag, am Tage des Sommersemesters, die jüdischen Studenten, die auf dem Gelände der Universitätskliniken erschienen waren, von uniformierten Kollegen aufgefordert, ihren Ausweis abzuliefsrn. Ueber die Abgabe wurde ihnen eine Quittung ausgestellt, und außerdem die Weisung gegeben, das Gelände bis auf weiteres nicht zu betreten. Am Mittwoch mußten die jüdischen Studenten auch der anderen Fakultäten -ihre Ausweise abgeben und vorerst die Universität verlassen. Das Kuratorium der Universität, hat an die Seminar- und Institut-Direktoren sowie an die Umversitüts- Bibliotheken folgendes Rundschreiben gerichtet: 1. Der Einkauf in jüdischen Geschäften wird sämtlichen Dienststellen untersagt. 2. Alle laufenden Verträge mit jüdischen Firmen sind sofort zum nächsten gesetzlich' zulässigen Termin — unter Vorbehalt fristloser Kündigung bei entsprechender gesetzlicher Ermächtigung — zu kündigen. palästinareisen. In diesem Jahre werden wiederholt Gesellschaftsreisen nach Palästina veranstaltet. Die beiden nächsten Reisen, die von dem Hapag-Reisebüro organisiert werden, sind folgende: 1. M. S. „Vulcania", 18. Mai von Neapel. Mindestfahrpreis für die Rundreise Neapel—Haifa—Neapel Mk. 210.— 2. D. „Jtalia", 14. Jur6 von Triest nach Jaffa und Haifa. Mindestfahrpreis III. Klaffe Mk. 232.60. Ermäßigte Eisenbahnpreise. Nähere Auskunft im Hapag- Reisebüro, Frankfurt a. M., Kaiserstraße 14, am Kaiser- Schaumce Schabbos Stellenvermittlung. Die Schaumre^Schabbos Stellenvermittlung, Schwanenftraße 12, richtet an alle Firmen (Kaufleute und Handwerker), die sabbatfreie Stellen zu vergeben haben, die dringende Bitte um Ausgabe derselben. Bewerber(innen) sowie Lehrlinge können jederzeit empfohlen werden. Persönliche Anfragen an Frau Jeanette Kaufmann, Obermainanlage 22, Tel. 44472 und Frau Jenny D. Strauß, Palmstr. 9, Anruf 44773. (Wettere Frauksurler Berichte siehe Seite 11.) Frankfurter Vereinskalender. Verein Astekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaat- Dinim, Herr R. A. Dr. E. Posen — nachmittags Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Louis Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch. Herr Studienrat I. Kaufmann. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: vnno« pv, Herr R. A. Dr. Schlesinger. Sonntag und Mittwoch, tns «n, Herr S. Schachnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Veremslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Jahrzeilsstiflungen. Montag, den 8. Mai: Hermann Goldschmidt-Stiftung. Liivjalh Ehen. Samstag nach Mincho, 5l/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. „Akabja, der Philosoph des Perek, spricht zu uns". Agudas Jisroel-Orlsgruppe. Der Schiur des Herrn Rabinatsasseffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird Tvn 'oa tnai gelernt. Der wv'V wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Holpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr:Daf Iomi — Am nair anschließend an Das Jomi agadischer Vortrag. Agudas Jiscoel'ZRädchengcuppe. Schiurim im Sommerhalbjahr: Schoftim : Dozent Herr Julius Lewin. Zeit: jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg im Heim, Zeit: Samstag, 4 Uhr. Jefchajo -- Dozent Herr Studienrat Dr. M. Lange. Zeit; jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36. Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: jeden 2. Mittwoch Abend 20.30 Uhr (14 tägig), erstmals Montag, den 8. Mai im Heim. Agudistifche Frauenorlsgruppe. Die Mitglieder der Agudiftifchen Frauengruppe haben in diesem Sommer ganz besonders das Bedürfnis zu Schiurim zusammenzukommen. Der nächste Kurs findet am Montag, den 8. Mai, abends 8.45 Uhr im Haufe von Frau Dr. G. Schnerb, Hälderlinstr. 2, unter Leitung von Herrn Konrektor A. Hirschberg, statt. Außerdem ist eine Arbeitsgemeinschaft über Rabb. S. R. Hirsch-Schriften geplant. Die nächsten Zusammenkünfte werden stets an dieser Stelle und am schwarzen Brett der Synagoge Friedberger Anlage bekanntgegeben. Agudistifche Schülergemeinschafk (A. S. G.). Die Agudist. Schülergemeinschast findet am Schabbos, den 6. Mai, im Heim, Schwanenstr. 12, statt. Thema: „Aufgaben jüdischer Jugend". Zeit: 17.30 Uhr. Jüdischer Turnerbund E. V. Einladung zur ordentlichen Generalversammlung am Sonntag, den 14. Mai 1933 abends 8 Uhr im Jugendheim Efchersheimerlandstr. 65. Tagesordnung : 1. Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Kafsenprüfer 4. Entlastung des Vorstands. 5. Neuwahlen. 6- Wahl zweier Kassenprüfer. 7- Verschiedenes. Anträge zur Generalversammlung spätestens 9. Mai an Herrn Dr. Freimann, Friedberger Anlage 13 zu richten. Wir bitten um rege Beteiligung und begrüßen Sie. Gebetzeiten. EPEnp roiy Freitag abend 7.15 Samstag naDi?n 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.45 Wochengottesdienst: Morgens 6.30; Nachmittags 7.00 Tefillinlegen am Morgen 3.45