Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1933)
- Date
- 1933-05-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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4. Mai 1933 Nr. 18 Seite 7 Der Israelit hillo wurden autz Gründen, die im ^Einzelnen zu schildern hier zu weit führen, neben anderen orthodoxen Listen auch eine Liste der „Charedrm" aufgestellt, ohne daß diese Charedim jemals behauptet hätten, daß ihre Liste die einzige orthodoxe sei. Eine solche Behauptung konnte schon deshalb nicht aufgestellt werden, weil einige Gruppen der Frommen ihre Listen unter dem Namen ihrer Landsmannschaften veröffentlichten. Zur größten Freude der Jereiim aller Lager ist' es nun gelungen, — allerdings zum großen Teil nur infolge der Nichtbeteiligung der Linken an den Wahlen — im Waad hakehilla die Mehrheit zu gewinnen. Unbedingt zu den Jereiim zu rechnen sind: 2 Chareüim, 5 Misrachi, 3 Poale Misrachi, 2 Jemeniten, 2 Ole-polonia, einer von der Liste der Sfardim. Das sind zusammen 15. Von den 6 Mitgliedern des Wand gehören 3 zu den allgemeinen Zoniften, 2 sind Sfardim- und einer gehört zu den Ole-polonia. Briefkasten. Refftet ZA. Uchwege. Am 3. März rrvn 'v. Z>. K. in K. K. Gewiß ist das ein yaxR, aber es ist nicht am Platze es heute so hervorzuheben. Besten Dank! S. H. Werkin. Der „Witz" eignet sich weder für die Kinderecke noch für den anderen Teil. Familiennachrichlen. Varmizwoh: Ernst, Sohn des Herrn L. Knoller, Berlin N. W. 87, Leoetzowstr. 12, ->»rr '3 Synagoge Siegmundshof. Personalien. Der Slommer Rebbe Frankfurt a. AI., 4. Mai. In der heutigen Nummer befindet sich eine Aeußerung des Slonimer R e b b e n über feine Eindrücke in Erez Iisroel, die sicherlich viel Beachtung finden wird. Kurz vor Nsdaktionsschluß erreicht uns die Trauerkunde, daß der Slonimer Rebbe. Rabbi Abraham Weinberg, plötzlich abberufen wurde. Die Trauer in Slonim und in ganz Polen um den Heimgang dieses großen Thoragelehrten und Führers in schwerer Zeit ist unbeschreiblich. Am letzten Rasch' Chodesch hatte er noch in seiner Gemeinde selbst vorgebetet und sein Hallelgesang zu G'tt emporgejubelt. Es war der letzte Gruß, denn unmittelbar darauf trat die Krankheit ein. die ihn nach wenigen Tagen hinraffte. Der Rabbi erreichte ein Alter von nur 48 Jahren. Er hatte sein Domizil abwechselnd in Baranowitschi und Slonim. In ersterer Stadt gründete er die Jeschiwa „Thorath Chessed". Als einer der angesehensten Chassidimrabbis im litauischen Polen schloß er sich vom ersten Augenblicke mit hoffendem Herzen der A g u d a s I i s r o e l an. Er nahm Anteil an beiden Knessios in Wien und an vielen wanderen Konferenzen. Ein glühender Freund der Jugend, half er kräftig zur Gründgun des Verbandes „Tifereth Bachurim" mit, und der Verband dankte es ihm dadurch, daß er ihn zum Ehrenpräsidenten ernannte. Noch in den letzten Tagen überbrachte er uns den Gruß von Erez Jisroel, Gruß eines glühenden Freundes, der bei aller Liebe und Treue die Fehler nicht übersieht und mutig die Hand auf die Wunde legt. Mögen seine Hinweise auf die Aufgaben, die die Agudas Jisroel heute in Palästina zu lösen hat, als letztes Vermächtnis von uns ausgenommen und beherzigt werden. «*,i Fürth. 30. April, n» *6 W’as vpv' „Vater Jakob starb nicht". Diese bekannte Talmudstelle läßt sich in vollem Umfange auf Rabbi Mordechai Faust anwenden, dessen erster Jahrzeitstag am ■>”« rrn an? war. Einer berühmten Nabbinerfamilie entstammend, wurde er im zartesten Kindesalter der Thora zugeführt und schon als Jüngling lernte er auf den Jeschiwoth mit seltenem Eifer fast Tag und Nacht, um alsdann in jungen Jahren Thoragelehrter großen Ausmaßes zu werden Mit 18 Jahren wird er mit der ersten Rabbinatsautorisation ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre folgten eine ganze Reihe weiterer damaliger Autoritäten. Und wie er es bei den großenMeistern gesehen hatte, so hat auch er buchstäblich „Tag und Nacht gelernt"; das Studium der Thora war feine Lebensaufgabe. Wo es galt, Thora zu verbreiten, kannte F. keine Grenzen und eben darin bestand seine wunderbare Größe, seine große Demut, so zu lernen und so zu wirken, daß wenig an die breite Oeffentlichkeit gelangte. Trotzdem ist die Zahl seiner Schüler eine große, von denen viele als Rabbiner wirken bezw. wirkten. Als Rabbiner in Kalisch, Pleschen, Gollantsch und zuletzt in Fürth hat F. jede Gelegenheit benützt, Thora zu verbreiten. Bei der Ausübung von galt für ihn der geringste Brauch wie das heiligste Thoragebot. F. war ein van vom alten Schlag und wer zu ihm kam. ging nicht fort, ohne ein Thvrawort aus seinem Munde gehört und alls seinem sonnigen Wesen einen Strahl von Güte und Liebe erhalten zu haben. Möge sein mar uns allen in schwerer Zeit beistehen. -.i-asan Im Hause des Lehrer Wetzler in K ö n i g st e i n (Ts.) finden Knaben im Alter von 5—12 Jahren dauernde, auä) vorübergehende Aufnahme, auch Nachhilfeunterricht.. Es ist ein echt jüdisches Familienheim, in dem die Kinder reichliche, kräftige Ernährung und beste geistige Pflege finden. Näheres Inserat. Vermischkes. Ein Synagogen-Iubiläum. — Der dänische König in der Synagoge. Kopenhagen, 25. April. Die Hundertjahrfeier der Synagoge in Kopenhagen, die, wie schon kurz berichtet, am 21. April stattfand, gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung, an der nicht nur die dänische Judenheit, sondern die ganze dänische Bevölkerung lebhaftesten Anteil nahm. Die festlich erleuchtete Synagoge war dicht gefüllt — man bemerkte unter den Festgästen den Kultusminister, sonstige Mitglieder der Regierung und der Stadtbehörde — als der König Christian X., geleitet vom Gemeindevorsteher, Höchstgerichtsadvokat C. B. Henriques, dem Oberrabbiner Dr. M. Friediger und den übrigen Mitgliedern des Vorstandes, eintrat. Sobald der König an seinen erhöhten Platz geleitet wurde, -begann der G'ttesdienst mit der Rezitation des traditionellen Segensspruches beim Anblick eines Königs und „Ma tauwu", worauf Kantor Graborowski und Chor den Psalm 84 — der auch vor 100 Jahren anläßlich der Einweihung gesungen wurde — nach einer neuen Komposition sang. Nach Absingung einer zu diesem Fest verfaßten dänischen Hymne hielt Herr Oberrabbiner Dr. Friediger die Festrede. Ausgehend von dem Vibeltexte: „Wie ohrfurchtgebietend ist doch diese Stätte, wahrlich, es ist das G'tteshäus und die Pforte des Himmels," schilderte der Redner die große Bedeutung, die das treue Festhalten der jüdischen Gemeinschaft an den religiösen -Traditionen, am Gebete, an der G'tteslehre für die Erhaltung des Judentums hatte. Von großer Wichtigkeit wurde nach der Auflösung des jüdischen Staatslebens die Entwicklung der jüdischen Gemeinde mit der Synagoge als Mittelpunkt — dadurch wurde das Gefühl der Zusammengehörigkeit gestärkt und die gemeinsame Arbeit zur Erhaltung und zur Förderung der jüdischen Kultur ermöglicht. Die Synagoge ist zugleich die Pforte des Himmels, diese aber sei für alle Menschen geöffnet, denn die Liebe G'ttes fragt nicht nach Nationalität, Religion oder Stand. Eines der Leitmotive unserer Religion ist: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Ein anderes: Fördere das Wohl des Staates, wohin ich Euch geführt habe; und das Das jüdische Fachgeschäft liir Arrgenoplik N.Eschwege Bleichstrasse 19 am Peterstor bietet Ihnen preiswerte fllSSS^H-GESCHENKE Feldstecher - Prismengläser - Lupen - Lesegläser etc. — Ich offeriere ' Äche"SIOO.-l2B.-135.- Ia Regenmäntel und Paletots ,<,„Mk.95.- Anzüge und Mäntel "a'h ",,,m «»VIS.- -» w IE: SONDERANGEBOT! 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