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Der Israelit · 1933-04-27 · Heft 17 (27.4.1933) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 17 (27.4.1933)
Date
1933-04-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 17 Der Israeli! 27, April 1933 Schattierungen einer neutralistischen Gleichmacherei und einer äußerst falsch verstandenen „Ueberpacteilichkeit" den weg zum jüdischen posttivismus finden. Toleranz gegen jüdische Auslösung, gegen die Verneiner von Autorität und Tradition gibt es nichts Die jüdische Presse muß bis in die letzte Konsequenz hinein mit einem Geiste brechen, der eigentlich immer ihr wesensfremd war und den sie sich lediglich aus den Kammern einer liberalistifchen Umwelt geholt hat. Zur jüdischen Aktion gehört das jüdische Kampfblatt. Der neue Aufbruch des Judentums ist nicht die Schaffung eines neuen Judentums. Lr wird und kann sich nur stützen auf alle traditionellen, uralten, bewährten Kräfte unseres jüdischen Seins, auf G'tt und Gesetz! Lr muß die großen jüdischen Energien unserer alten Führer hinter sich haben, die uneingeschränkte Konzentration der vorhandenen gesetzestreuen Organisationen und Verbände. Aber was er schaffen soll und muß, das ist die Kampfnatur und die Opferbereitschaft, die Hingabe und Gläubigkeit, den eifervollen Idealismus des neuen Juden, — den subjektiv jüdischen Menschen, den zäh ringenden G'ttcskämpfcr, der aus dem Sinai-Erleben unserer Zeit die Befehle des Ewigen vernimmt und endlich das Fundament zur jüdischen Verwirklichung bauen will! Vocbenrundschcru. Die Zahlen einer palästinensischen Statistik. bekanntlich wurde im Jahre 1931 eine volkszähl U II g in Palästina durchgeführt, die von bestimmen Kreisen, hauptsächlich von den Revisionisten, aus oppositionellen Gründen nicht anerkannt wurde. Da sich somit beträchtliche Teile der Iudenheit an der Zählung nicht beteiligten, so kann das Bild der jetzt veröffentlichten Zahlen nicht als vollkommen gelten. Immerhin sprechen die Ziffern für die Bewegung und Beweglichkeit des jüdischen Palästina auch in dieser mangelhaften Zusammenstellung eine deutliche Sprache. Die zur Zeit in Palästina lebende jüdische Bevölkerung setzt sich aus etwa fünfzig verschiedenen Ländern zusammen. Kenn Juden konnten keinen festen Heimatboden angeben —, denn sie sind auf h o h e c See geboren. Vertreten sind unter den fünfzig Ländern u. a. auch Lhma, BIbessvmen, Indien. Selbst T r a n s j o r d a n i e n ist vertreten, womit die arabische Behauptung, es hätten in den letzten Jahrhunderten nie Juden jenseits des Jordan gelebt, zahlenmäßig widerlegt ist. Von den Ländern Europas, vom äußersten Osten bis zum extremen Westen, von Skandinavien bis zu den Pyrenäen, fehlt kein Land in dieser Geographie des jüdischen Golus. An erster Stelle steht natürlich Polen, das in den letzten Jahren 55.776 Juden nach Palästina hinübergeschickt hat, an zweiter Stelle Sowjetrußland mit nahezu 28.000 Seelen. Deutschland als Geburtsland gaben (bis 1951) 1181 Juden an. Fünfmal so viel stellte das kleine pemen (5100). Ueber 4000 Juden kamen aus dem Irak, nicht viel weniger aus Persien und Marokko. Im Ganzen also ein kleines m,i?} pirrp’ Gegen die Annahme der bo 11 f o m m c n e n Hebräisierung des jüdischen Palästina spricht die Tatsache, daß von den 60 verschiedenen Sprachen, die gegenwärtig in Palästina gesprochen werden, 55 auf die Juden entfallen. Aber immerhin betrachten gut 96 Prozent der Juden in Crez Iisroel Hebräisch als ihre Muttersprache. Und unglaublich, aber wahr: In den Listen der Volkszählung figurieren 55 Juden mit A l t a r a m ä i s ch (unser Targum) als Muttersprache. Drei Juden gaben einen hindustanischen Dialekt als Umgangssprache an, während sich auf der anderen Seite acht Araber und einige Christen zu Hebräisch als Umgangssprache bekannten. Bemerkenswert ist, daß unter den gezählten 175.000 Juden die Zahl der Frauen der der Männer ungefähr gleichkomint. Man hatte vielfach die Legende verbreitet, daß in Palästina sieben Frauen auf je einen Mann kämen, (vielleicht frei nach Jesajas: nnx snw limrimMlur in Tel-Awüv kommen auf je tausend Männer 1055 Frauen, in Jerusalem und in Haifa dagegen leben etwas weniger Frauen als Männer. Die F r ü bebe bei den orientalischen Juden scheint auch im Märchenland der Vergangenheit zu liegen, denn nur vier Männer und neun Frauen unter den Juden hatten im Alter von unter 15 Jahren geheiratet, 582 geschiedene Frauen wurden festgestellt, und es ist vielleicht bezeichnend, daß die meisten Chescheidungen nicht in den alten Städten, sondern im modernen T e l - A w i w Vorkommen. Auffallend ist die große Zahl der Witwen, die fünfmal so viel als die der Witwer beträgt. Der Zuwachs der Juden gegen die Zählung von 1922 betrug 1951 106 Proz. Bleu ist, daß in Jericho, das keineswegs als jüdische Position gilt, 245 Juden wohnen und auch Bethlehem, wo man keine Juden vermutete, 42 jüdische Seelen beherbergt. Hebron, ebenso Nablus zählen seit den letzten Unruhen als jüdische Niederlassungen kaum noch mit. Aber mit Hebron befinden sich auch andere Stützen des alten Iischuw, wie Safe d und Liberias im steten Niedergange, was weniger durch die Statistik bewiesen, als vielmehr durch die Entwicklung nach 1951 bedingt ist. Ob die neue Welle der rö'ri f iKn und die mit Wucht eingesetzte Alija jenen alten Städten und Stätten jüdischen Lebens, deren Crez Iisroel in den Zeiten des rapiden Aufbaus als Duellen der Reinheit und Heiligkeit erst recht bitter benötigt, Hilfe bringen? Es liegen leider keine sicheren Anzeichen dafür vor. Das Zahlenrätsel des Numerus clausus. _ Auch das nach rechts umgeschaltete „Berliner Eageblatt" kann die Augen vor den schädlichen Auswirkungen der an den deutschen höheren und Hochschulen bereits durchgeführten oder mit Schulbeginn öurchzuführenöen Sperre für jüdische Lehrer und Lernende nicht verschließen. Das Blatt zeigt an den Namen derer, die aus den deutschen Hochschulen infolge der Neuordnung aus ihrer Lehrtätigkeit aus-- fchciden, den gewaltigen Verlust, den das deutsche Bildungswesen jetzt schon erleidet. „Gewiß gibt es für die freiwerdenden Ordinariate genug Anwärter. Aber besitzen sie jenen Zauber der starken Individualität, der einigen der fcheidenen Männer eignet? vermögen sie, — ein wichtiges Problem der deutschen Knlturpropaganda, — ausländische Studenten in gleicher Zahl zu ihren Füßen zu sammeln? Wenn jetzt von studentischer Seite ein Aufklärungsfeldzug gegen das „jüdische" Schrifttum begonnen wird, so werden die Führer dieser Aktion doch so viel Gerechtigkeitssinn aufbringen müssen, die Verdienste eines Paul E h r l i ch und unzähliger Anderer hervorzuheben und zu bekennen, daß der jüdische Anteil an Deutschlands wissenschaftlicher Leistung im letzten Jahrhundert weit über das ominöse „eine" Prozent hinausglng ..." Was die Gefahr der Ueberfremdnng anbelangt, so weiß das Blatt dazu folgendes zu sagen: „Selbst in der Medizin und Jurisprudenz, ihren angeblichen oder wirklichen Domänen, stellen die Juden nur etwa ein Zwanzigstel.der Studenten. Auch die höheren und mittleren Schulen sind doch nicht etwa, wie mancher Außenstehende denkt, von Juden überlaufen; nur in ganz wenigen Gebieten spielen die nichtarischen Schüler zahlenmäßig eine Rolle — und dort geht auch der Anteil der Juden an der Gesamtbcvölkerung weit über ein Prozent hinaus, so z. B: in Berlin. All diese Statistiken sind natürlich dem Reichskabinett noch viel besser bekannt als uns. So dürfen wir wohl die Ucberzeugung hegen, daß es in feiner nächsten Sitzung den Gesetzentwürfen über die Ueberfremdnng der Schulen und Hochschulen imi WM Zur musn ro~a- Von Rabbiner Dr. Kaatz in Hindenburg O. S. Im Segensspruch über die Haftora des Sabbats der Peßachwoche findet das Fest keine Erwähnung. (O. Eh. 190, 9). Vielmehr schließt der Segensspruch wie an gewöhnlichen Sabbaten mtt| ravn cnpn- Anders dagegen am Sabbat Ehol Hamoed Sukkot, wo in Äermivsm,«sia das Fest Erwähnung findet und der Segensspruch schließt D’istm bnivv nawn snpn- Für diese Verschiedenheit werden von den Kommentatoren mannigfache Gründe angegeben. Nach einigen hängt das mit den Mußafopfern zusammen, die an den einzelnen Tagen des Sukkotfestes jeweilig verschieden, am Peßach dagegen gleich sind. Von anderen wirb daraus hingöwiesen, daß am Sukkot ganz Halle! gebetet wird, am Chol Hamoed Peßach dagegen nicht, um 'wv z. St. sagt, daß das Fest deshalb nicht erwähnt wird, weil, wenn nicht Sabbat wäre, rnan am Chol Hamoed keine Haftora sagen würde. Diese mit einem talmudischen Satze zusainmenhängende Erklärung erscheint befremdlich, weil das gleiche auch auf Chol Hamoed Sukkot Anwendung finden müßte, also auch an ihm das Fest nicht ermahnt zu werden brauchte. Aber der Sinn dieser Erklärung ist meines Erachtens der, daß der Brauch der Nichterwähnung am Peßach der normale ist, während die Erwähnung am Sukkot als Ausnahme zu bezeichnen ist und daher zu begründen wäre. Es entsteht nun die Frage, warum gerade Sukkot diese Sonderstellung einnimmt. Die Antwort dürfte m. C. folgende sein: Die Haftora schließt sich an die Thoraoorlesung an. Nun ist die Thoravorlesung am Sukkot die einzige, welche in der heiligen Schrift erwähnt wird. Es heißt nämlich im Buche Nehemia 8, 18: „Und er (Esra) las aus der Thora G'ttes Tag für Tag vom ersten Tage bis zum letzten." Da also die Thoravorlesung am Chol Hamoed Sukkot dadurch eine besondere Bedeutung hat, daß sie schon in der Bibel erwähnt wirb, wird auch die sich anschließende Haftora durch die Besonderheit ausgezeichnet, daß man in der 0212 das Fest erwähnt. Bemerkungen zu snisn ifitn 'D* Von Rabbiner Dr. Ansbacher in Wiesbaden. 1. Ein grundlegendes Prinzip in den Vorschriften über nns ist es, daß die Ueberwachung der Krankheit und Anordnung der einzuhaltenden Gesetze in den Händen des Kranken liegt. Der tiefere Sinn ist etwa folgender: Aussatz ist bekanntlich die Strafe für snn Wie betreibt aber der Vösredner sein Verbrechen? Er sieht hier etwas, hört dort etwas, erzählt es weiter und immer weiter und verbreitet so Haß und Zwietracht. Er spricht häufig nur Wahres, aber mit dieser Wahrheit stiftet er Verheerung, nbnrrbvprravb kann Existenzen, Gesundheit und Leben vernichten. Wie war bas Prinzip des Priesters sinn und soll das Prinzip jedes Kauhen sein? di^p epvn mW 27118. wie die Erklärer sagen, wenn er Entzweite versöhnen wollte, erlaubte er sich sogar zuweilen die Notlüge, zu dem einen zu sagen, wie leid dem andern die unter ihnen bestehenden Differenzen täten, und wie sehnsüchtig er eine Wiedervereinigung wünsche. Er bediente sich also selbst des -ipv- So himmelhoch sonst mm über steht, so kann es doch auch Fälle geben, wo ersterer Unheil und Elend stiftet, letzterer Segen und Glück bringt. Das soll der sN2 dem Loschaun Horah-Redner zeigen. 2. irs ns Min qvn vb mm, (Kap. 13, 55) „und siehe, der Flecken hat sein Aussehen nicht verändert." — Der Kusari und andere Seforim schreiben öfters, daß in den Worten des p~nb eine bestimmte Idee ausgesprochen ist, und durch das umgestellte Wort oft auch der Gegensatz dieser Idee zum Ausdruck kommt. So bedeutet mi die Plage und Strafe, stellt man aber dieselben Buchstaben um, so wird daraus 21? Genuß und Vergnügen. Es soll uns dies den tiefen Gedanken verkörpern, daß aus den strafenden Kräften durch Läuterung und Buße Segen und Gewinn entstehen kann. Aehnlich wird ivx-Asche zu irw-Schmuck u. a. — Die Verwandlung besteht also hier darin, daß der Buchstabe fy von 5752 statt an öas Ende — an den Anfang tritt. Somit der Sinn ii’y n« yaan ^an kV; bas yaa hat sein pp noch nicht v e r st e l l t, die erzieherische Wirkung der Strafe ist noch nicht eingetreten. Wochevkalender vom 38. April b. 6. Mai 1833 wom 3 - 10. Jjar 8633 •>nv ni N'V2' snxn ynrn Samstag ' s 29 3 aV ’2 pi3 2"P3 ]’2n2» Sonnrag 0- 30 4 ib Montag G» 1 5 Tb nv masn Dienstag 2 i"rr 6 b Mittwoch Mai 3 7 b Donnerstag 4 8 nb ’B’an rniwi; Freitag 5 9 oV Samstag 6 10 ß 'a pis d’enp nns

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