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Der Israelit · 1933-11-16 · Heft 46 (16.11.1933) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 46 (16.11.1933)
Date
1933-11-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 46 Der Israelit 16. November 1933 Nachdem ich ihn schon hatte öffentlich sprechen hören, lernte ich ihn näher kennen, als mich die ITA. im Frühjahr 1929 zu ihm sandte, um ihn gelegentlich seiner Durchreise von USA', nach Lublin über die Jeschiwa sowie über die Fragen der damals bevorstehenden Kenessio Gedaulo zu interviewen. Ich habe selten so stark empfunden, wie erzieherisch hochbedeutsam die gediegene östliche Menschenbildung auch für die Lebensgebiete ist, von denen wir stets annehmen, daß ihre Bewältigung westliche Erziehung und Lebensform voraussetze. Mit politischem Takt, Humor, Offenheit und doch diplomatischer Geschliffenheit führte er unsere mehrstündige Unterredung ganz souverän und zeigte sich zugleich ausgeschlossen für alle Fragen, besonders Erziehungsfragen Westeuropas, die er nicht gleich vielen Juden des Ostens von oben herab abtat, sondern fast ernster nahm als wir selbst sie oft zu unserem Schaden nehmen. Daneben sprach aus fast jedem Satz und aus der ganzen menschlichen Haltung eine fast naive Freude an G'tt, G'ttes Welt und dem g'ttgeschenkten Leben und eine unendliche Liebe zu dem jüdischen Proletariat des Ostens, dessen Kindern er wieder Rückgrat, Stolz und Menschenwürde geben wollte. — Bei der Kenessio Gedaulo verstärkte und verschönte sich'mein Eindruck von seiner Persönlichkeit, und es kam so recht die eigenartige Zweiheit in feinem Wesen zur Geltung: rabbinische Autorität und Volkstribun, dies aber ohne jede Demagogie. Sein Referat über die Beratungen des Rabbimschen Rates am 16. September 1929 abends wird mir immer vor Augem stehen als geistige Leistung, als oratorisches Meisterwerk und als Ruf an das Volk, in das Volk hinein zur Treue zu G'tt, seiner Lehre und ihren Repräsentanten und Pflegestätten, zugleich aber als feinsinnige Mahnung an die rabbinische Welt zum Verständnis der sozialen Fragen und Aufgaben, zur Kameradschaft mit der Jugend und zu ernster Vertiefung in die Fragen praktischen jüdischen Lebens und Höffens. Nicht überall und nicht in vollem Maße hat dieser Ruf Wirkung geübt und Feuer gefangen, und die Aufbauarbeit in Lublin hinderte den einzigen Mann, der in unserem Kreise die Massen im Osten bezaubern konnte, ganz dem Kellal im weitesten Sinne zu gehören. Erst vor einer Woche sagte mir unser lieber Freund Dr. D e u t s ch l ä n b e r bei einer Besprechung der Schwierigkeiten gesetzestreuer Erziehung, die intra et extra muros sich türmen, spontan: „Rur einen gibt es, der den ostjüdischen Menschen in Tel-Awiw und den Kolonien in dem Tone ihres eigenen Herzens die Bedeutung unserer Erziehungsforbemngen und Pläne mit unmittelbarem Erfolge einhämmern könnte: Raw Schapira!" Es mag gerade seine Todesstunde gewesen sein, als wir im Geiste ihm naherückten . . . iüiLü Ainderecke. Der unglückliche Glückliche. (Eine alte Agava.) vier Freunde waren sie: Amnon, Ioranst Usia und pinchas. Sie weideten zusammen die Herden auf den judäischen Bergen. Nachts schliefen sie unter einem Zeltdache und bei Tag teilten sie ihre karge Mahlzeit brüderlich miteinander. Aber jeder von ihnen trug einen anderen Wunsch im Herzen. Qlinttotty der Aettere, strebte nach Weisheit. Sein Traum ging dahin, der Natur all ihre Geheimnisse abzulauschen und sie der Welt auf so schöne Art zu fiinben, daß man ihn wie König Salomo als den Weisesten der Menschen preise. Ioranst der Zweite, träumte von unermeßlichen Reich tu mern. Rach Gold'und Silber, perlen und Edelsteinen stand sein Sinn. In Purpur wollte er durch die Straßen wallen, wie König Salomo, der auf einem goldenen Throne der reichste aller Menschen war. Der Dritte, Ustja, war überaus ehrgeizig. Auf Weisheit und auf Reichtum wollte er gerne verzichten, wenn er es nur erreichen könnte, daß sein Name geehrt und geachtet durch die Lande ginge, wie der des Königs Salomo. Der Jüngste -aber, pinchas, wünschte sich nichts anderes, als daß die Herzen ihm in Liebe entgegenschlugen. Wie öenr König Salomo, von dem es im Hohenlieöe heißt: die Töchter Zions gingen hinaus, um bewundernd den König Salomo anzuschauen. Einmal sagte ein alter Hirte, der sich auf die Zeichen des Himmels wie kein anderer verstand, daß an einer bestimmten Nacht, zur bestimmten Stunde, auf einem ganz bestimmten Drte eines bestimmten Berges es geschehen werde, daß der Himmel sich spalte. Wer dann zur gegebenen Minute seinen Herzenswunsch ausspricht, dem nmß er gleich Ln Erfüllung gehen. Sofort begaben sich die vier Freunde an den bezeichneten Platz, stiegen zum Berge hinauf, suchten die Stelle auf und warteten mit zum Himmel gerichteten Blicken auf die Stunde der Erfüllung ihrer Herzenswünsche. Schon dünkte sich der Aeltere so weise wie Salomo. Der Zweite sah sich so reich wie der König von Jerusalem. Der Dritte sab im Wachtraume, wie alle Menschen ihm in Ehrerbietung zu Füßen lagen, wie dem König Salomo. Der Vierte aber fühlte sich umworben und umrauscht von der Liebe aller in Jerusalem, als wäre er selbst der Held des Hohenliedes. Und wie sie so dasaßen und wachten und warteten und träumten, umfing sie die laue duftige Sommernacht und sie schliefen sanft ein. Der große Augenblick war gekommen, der Himmel tat sich auf, aber sie schliefen fest. Und wie sie erwachten, mar alles vorbei. Und sie fingen bitterlich zu weinen an über die verpaßte glückliche Gelegenheii. Es gibt viele Gemeinschaften, (da sind viel mehr Große drin), wo jede ein anderes Ziel hat. Jede Gemeinschaft wirbt immer mehr Mitglieder. Schließlich hat eine Gemeinschaft mehr Mitglieder als alle anderen. Und nach und nach sind alle Juden in einer Gemeinschaft, d. h. alle Juden haben die gleiche fromme Gesinnung wie zu Zeiten von Mauscheh oder als wir in Erez Jisroel waren. Dann ist die Zeit der Geuloh da. Deshalb soll jeder in eine fromme Gemeinschaft gehen, um auch immer mehr Mitglieder zu werben, damit die Zeit der Geuloh näher rückt. Aber das Wichtigste dabei ist, daß man die Tauroh nicht vergißt.' Rätsel. Die Buchstaben richtig gesetzt, ergeben in den Reihen: 1. Eine Sidro . Einen biblisch. Judensemd 3. Einen Talmudlehrer 4. Einen Funktionär für 5. Einen Buchstaben 6. Ein Weihefest 7. Ein Thorabuch 8. Ein Fest 1111 Die mittleren Buchstaben —, P I ” I > I 3 I 3 von oben nach unten ge- |n In I |iz;| w| 1 *1 | lesen, ergeben ein Freuden- 3|s|s! nhhl 1 1 | n | n | n | i± D ’ 1 ’ 1 n 1 n 11 | M 3 I 2 | 2 | 3 | fl Da hörten sie plötzlich hinter sich eine Stimme rufen: „was ist euch geschehen, ihr Jünglinge, daß ihr weinet?" Als sie sich umwandten, faß auf einem Steilst 'in einen Mantel von Purpur und Gold gehüllt, ein Mann in Silberhaaren, dessen kluge Augen vielverstehend lächelten. Sofort gewanlleu Hie Jünglinge vertrauen zu dem Alten und erzählten ihm ihre Hoffnungen und die bittere Enttäuschung der Nacht. Da sing der Alte mit sanfter Stimme an: „Eure Tränen und eure Trauer, liebe junge Freunde, ist ganz grundlos. Wenn ich euch erst erzähle, wie es mir heute Nacht an dieser Stelle gegangen ist, dann würdet ihr euch glücklich preisen im Vergleich zu mir. Auch ich bestieg mit der gleichen Hoffnung den Berg. Ich sah hinauf und wartete, daß sich der Himmel spalte, und ich verschlief den Augenblick nicht. — Aelteve Leute verschlafen nicht so rasch. — Als aber der Himmel über nur offen stand und ich ihm meine Wünsche zutragen sollte, o Graus: C s f i e l m L r n i ch t s ein, ich hatte keinen W u n s ch. Ich besitze die Weisheit und auch «die Rcichtümer der Welt; alle Ehren werden mir zuteil und alle Liebe fließt mir zu — denn i ch bin ja König Salomo!... Welch Unglück für einen Menschen, wenn er nichts mehr zu wünschen hat ... Wohl euch Jünglinge, die ihr noch wünsche und Sehnsüchte im Herzen habt. Zu bedauern sind nur die, die nichts mehr zu träumeil haben, weil all ihre Träume erfüllt sind, und wenn sich Her Himmel öffnet, wunschlos zu ihm hinaufschauen ... Da gingen die vier Freunde von dannen und schätzten sich glücklich, daß sie noch was zu wünschen und zu träumen hatten. Eine Gemeinschaft. (Aufsatz einer Zwölfjährigen in einer agudistischen Schülergruppe in Frankfurt a. M.) Wenn Menschen sich einig zusammentun, um etwas zu arbeiten, dann ist es sine Gemeinschaft. Wie z. B. unsere Agudoh. In einer Kindergemeinschaft ist meistens auch ein Großer, der Führer, der sie leitet. Mit dem besprechen wir Kinder alles, und sind per Du mit ihm, gar kein Vergleich zu Lehrer und Schüler. Da wird nun zusammen gelernt oder vorgelesen und vieles andere. Große Gemeinschaften sind in Gruppen eingeteilt. Die einzelnen Gruppen sind in der Regel nicht groß. Es ist aber auch wichtig, daß sich die einzelnen Gruppen kennenlernen, damit man weiß, wer sein Freund ist. In manchen Gemeinschaften hat man auch Pflichten. Die Pflichten muß man selbstverständlich Hallen. Magisches hebr. Quadcaträlsel. 1. | | Die Wörter sind so tn die Quadrate || einzusetzen, daß sie wagerecht wie senk» I recht gleichlautend sind, sie bedeuten: 7 I 1) Lüge 2) Brett 3) Netz 2. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: 1) Hafen 2) Salz 3) Brot 3. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: 1) Gefühl 2) Regen 3) Öl Auflösung des hebr. magischen Quadrakrälsel aus Rr. 43. i) 3j?ST Lohn (auch Schuhabsatz) *?nj? Gemeinde Ohne . 2) 1217 Bier Hund V21 Viertel 3) 3723 Wunde ,!?2 Braten Auge Richtige Lösungen sandten ein. Hermann und Josef Tayer, Edith und Nathan Earlebach, H. Lidzbarski, Frankfurt a. M.; Leo und Marianne Sichel. Nürnberg: Gerda, Josef und Marianne Oppenheimer, Kitzrngen; Judith Löwin, Hagen i. W.: Heinz Lion, Fürth i. B.; A. Davidsohn, Tilsit; Leo Katz, Nürnberg; Dina Baskin, Elke Earlebach, Salomo Earlebach und Zerline Earlebach, alle Baben b. Wien; Heinz Kozminski, Hildesheim; Beni Emanuel, Hamburg; Moritz Feinstein, Darmstadt; David und Judith Sohlberg, Basel; Herbert Rosemann, Fanny und Erich Levy, Berlin; E. Pfeffer, Dresden; Heinz Zach Darmstädter, Mannheim; Alfrsd Donat, Yverdon; S. Tempelhos, Köln; Golde Kraushaar, Reichelsheim; Edith Katz, Nürnberg; David Wilder, Dresden. .2.1 ii®.! |TT7 ihm 37 | 2 si 21 1!' y 1 1 I I

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