Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1933)
- Date
- 1933-11-16
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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16. November 1933 Der Israelit Nr. 46 Seite 15 Vermischtes. Berlin, 10. Nov. Am Dienstag, Len 18. Marcheschwan, fand in der Czortkower Klaus ein Hesped für unseren großen Rabbi Meiir Schapiro Vst Lublin, statt, den die Agudas Jisroel angeordnet hatte und der von den Berliner Verehrern des Heimgegangenen so zahlreich besucht war, daß viele umkehren mußten. Die Persönlichkeit des großen Toten, wie sie sich besonders in seinem Lebenswerk, der Luüliner Jeschiwa, dokumentiert, schilderte Rabbiner Dr. Julius Jakobov i t s in ergreifenden Worten. Seiner meisterhaften Rede schlossen sich die Ausführungen des Herrn Wolf S. Jacobson an, der die dreifache Arbeit des Lubliner Raw für G'tt, Volk und Thora den ergriffenen Hörern nahe zu bringen wußte. Den Abschluß der Versammlung bildete der kurze, aber ergreifende Bericht des Herrn Dozenten, Rabbiner Dr. I. I. Weinberg, der erst vor kurzem in Lublin gewesen war und daher noch ganz erfüllt war von der gewaltigen Persönlichkeit des so früh Dahingeschiedenen. Seine Worte klangen in eine Mahnung aus: „Die Lubliner Jeschiwa hat den Lubliner Raw verloren, sorgen wir alle dafür, daß der Lubliner Raw nicht die Lubliner Jeschiwa verliert!" Waldenburg i. Schl., 12. Nov. Am 31. Oktober fand im Gemeindehaufe eine sehr gut besuchte Versammlung des R. j. F. statt. Der neue Vundesführer des schlesischen Landesverbandes, Herr Pollack, gab einen' ausführlichen Bericht über die schwierige Arbeit und mannigfachen Erfolge des Bundes über schwebende Tagesfragen, über wirtschaftliche Beratung, über Kriegsopferfürsorge, Jugendsport und schließlich über die Stellung zu den Organisationen und sonstigen Richtungen im Judentum. Der Segen der Palästina-Arbeit werde anerkannt, aber die innere Politik der deutschen Juden dürfe nicht dem Zionismus überlassen werden. Als Grundsatz soll gelten: jede jüdische Position müsse gehalten und verteidigt werden. Zum Schluß ermahnte der Vortragende, das religiöse Wissen zu pflegen, um auch innerlich Jude zu sein. Bocholt, 13. Nov. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein tagt am 21. November im israelitischen Gemeindehaufe (Löhstr. 53) zu Mülheim (Ruhr)- Eppinghosen 16 Uhr. Gelernt wird der Mischnahtraktat pp nri» Perek 1 (wieüerh.), 2 und 3 (neu). Leipzig, 10. Nov. Unter außergewöhnlicher Beteiligung wurde hier ein Hesped aus den Lubliner Raw $"xr, abgepalten. Vis zur Türe dichtgedrängt standen die Massen, die gekommen waren, um den Worten von Rabbiner David Feldmann zu lauschen. Rabbiner Feldmann hatte als Jugendfreund des Lubliner Raw, und auch später, oft Gelegenheit, die reiehe Persönlichkeit des Dahingeschiedenen kennen zu lernen. So kam es auch, daß die Schilderung das Leben und Wirken dieses Großen in Israel lebendig gestaltete. Gerade bei uns, wo jede große Tat nicht aus staatlichem Zwang, sondern nur aus freiwilliger, liebevoller Hingabe ausgeführt werde, sind Führerpersönlichkeiten wie der Lubliner Raw, nns so bitter nötig, Menschen, die G'ttvertrauen und Geistesgröße mit politischer Initiative und Tatkraft zum Wähle der Gemeinschaft zu vereinen wissen. Als Redner die Klage Davids am Grabe Almers anstimmte, bii»i ViniF’a mw V&ifetzten sich die vielen Hunderten znm Zeichen der Trauer -auf den Boden. Den Worten der Trauer wußte Redner auch eindringlichen Muffar folgen zu lassen. Wenn die Trauer um den „Lubliner" sinnvoll positive Folgen zeitigen soll, so müssen wir in seinem Geist leben und seinen Schöpfungen (Das Jaumi, Jeschiwas Chachme, Lublin) treu bleiben, die Tauroh und ihre Lehranstalten unterstützen, um das Judentum zu erhalten. Auf die wirkungsvolle Gedenkrede folgte das t&k, vorgetragen von Kantor Schneider. Stadtlohn i. W., 9. Rov. Auf besondere Anregung der Herren Bezirksrabbiner Dr. Köhler, Jonas Haas in Borken und Oskar Löwenstein in Gemen wurde hier am Sonntag, den 5. November, die „Jüdische Wirtschaftshilfe des Bezirksrabbinates Borken" gegründet. Die Synagogengemeinden Ahaus, Borken, Epe, Gemen, Gefcher, Gronau, Großreken, Raesfeld, Stadtlohn und Vreden schlossen sich zu dieser Selbsthilfe zusammen. Bezirksrabbiner Dr. Köhler begrüßte die zahlreich Erschienenen und besprach in Anlehnung an Thoraworte Zweck und Ziel der Wirtschaftshilfe. Sein Jude solle frieren oder hungern. Besonders sollten verschämte Arme bedacht werden. Jede Familie im Bezirk solle tatkräftig opferbereit Mitwirken, jeder nach der Kraft seines Vermögens. Es wurde von jeder Gemeinde ein Vertrauensmann gewählt, der die Spenden in jedem Monat innerhalb seiner Gemeinde sammelt und auch die Anträge von Unterstützungen dem Vorstand der Wirtschaftshilfe weitergeleitet. In den engeren Arbeitsausschuß wurden gewühlt als Vorsitzender Leo Moses in Stadtlohn, als 2. Vorsitzender Jonas Haas in Borken, sowie Daniel Leb enstein in Stadtlohn als Kassierer und Frau Alfred Löwenstein in Ahaus. Bezirksrabbiner Dr. Köhler wird im Vorstand in allen Wohlfahrtsangelegenheiten als Anreger und Berater Mitwirken. Amsterdam, 8. Nov. Sonntag abend den 5. November (17. Cheschwan) hielt Rabbiner S. Holpern in den Räumen der Machsike Haüaß vor einer großen Zuhörerschaft einen Hesped für die vor kurzem Hingeschiedenen großen jüdischen Gelehrten, den Ehofez Chajim und Rabbi Meiir Schapira Vs*. Der Redner skizzierte das Leben dieser Geistesgrößen, besonders des Lubliner Raw, der in der Blüte seiner Jahre, da er noch so viel zu geben versprach, uns genommen wurde. — Der Redner rief die Anwesenden auf, die Lubliner Jeschiwa zu unterstützen und fleißig am Das Jomi teilzur^hmen. Es wurden Spenden für die Jeschiwa gesammelt und beschlossen, jeden Abend von 8—9 Uhr Das Jomi im Vereinslokal zu lernen, wozu sich viele Teilnehmer sofort anmeldeten. Paris. 10. Nov. Am Sonntag, den 5. November, fand in Paris in der Synagoge, 10, rue Cadet, auf Einladung der Jüdischen Gemeinden 10, rue Cadet und 33, rue Montevideo und der „Agudas Jisroel" eine Trauerfeier für den Chofez Chajim statt, die unter dem Protektorate des verehrten Herrn Rabbiner Weiskopf stand. Die Synagoge war bis auf den letzten Platz von einem andächtigen Publikum gefüllt. Der Feier wohnten die Vertreter der verschiedensten Richtungen, unter anderem auch der Grand-Rabbin von Paris, Julian Well, bei. Nach dem Minchagebet verlas zunächst Herr Nathan Klein eine Rede des Herrn Rabbiner Weiskopf, der ein von diesem selbst in hebräischer Sprache abgefaßtes und von dem ehrwürdigen Greis selbst gesagtes Gebet folgte. Es würdigten sodann die Herren Rabbiner Eisenstadt, Rabbiner Langer, Lehrer Stern und I. Prass die Persönlichkeit des großen Verblichenen. Die Redner gedachten auch zum Teil des vor einigen Tagenverstorbenen Lubliner Raw Schapiro. Herr Chason Kula sang in ergreifender Weise für beide Großen das El moleh rachamim-Gebet. Mit Tfillas Maariw schloß die Feier. Einführung von Rabbiner Dr. Breuer. Fiume, 8. Nov. Die Einführung des Herrn Rabbiner Dr. I. Breuer in sein neues Amt als Raw der Jüdischen Orthodoxen Gemeinde Fiume fand am Donnerstag, den 2. November, statt. lieber den ersten Empfang in Triest und in Fiume wurde bereits berichtet. In seiner großangelegten Antrittsrede am Donnerstag abend dankte Herr Rabbiner Dr. Breuer zunächst in bewegten Worten der Jüdischen Gemeinde für die ehrenvolle Berufung und gab seiner besonderen Freude über die Anerkennung durch die hohen italienischen Regierungsstellen Ausdruck. Er legte sodann die Gründe dar, die ihn bewegt hatten, von seinem ihm vertrauten Wirkungskreis zu scheiden, um hier den Versuch zu unternehmen, im Geiste des großen Gründers der Frankfurter Jeschiwa ein neues Zentrum für min mV und nirp aufzubauen. Er betonte die besondere Notwendigkeit für die reifere jüdische Jugend Deutschlands, ein solches geistiges Zentrum zu besitzen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm gelingen möge, das begonnene Werk durchzuführen. i Der folgende Sabbat stand noch ganz im Zeichen der Einführung des Raw. Am Freitagabend versammelten sich die meisten Gemeindemitglieder 'in der Wohnung des 7— um den ersten Freitagabend in inniger Verbundenheit mit ihrem neuen Führer zu verbringen. Sabbat früh und zu Mincho sprach Herr Rabbiner Dr. Breuer in dem überfüllten G'tteshause zu den zahlreich auch von auswärts anwesenden Gästen. Sabbat früh legte Herr Rabbiner Dr. Breuer nochmals dis Zisle und Äbfichten dar, die er mit seinem Kommen nach Fiume bezweckte und forderte die Gemeinde auf, tätig mitzuarbeiten : und wenn dann das Menschenmögliche getan sei, erst dann hätte man Anrecht auf pnvn. Zu Mincho hielt der Raw einen bisbs über die nijn? ’sn- Die Feierlichkeiten fanden nach Sabbatausgang ihren Abschluß durch ein großes und feierliches Bankett. Sämtliche Gemeindemitglieder sowie zahlreiche Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung füllten den festlich geschmückten Saal, um ihrer Verbundenheit mit dem neuen Ausdruck zu geben. Herr Stern (Abbazia), begrüßte aufs herzlichste Herrn Rabbiner Dr. Breuer und konnte ihm die Versicherung geben, daß die orthodoxe Gemeinde Fiume gewillt fei, sich treu hinter ihren hochgeschätzten Führer zu stellen und seinen Forderungen und Wünschen nachzukommen. Herr Rabbiner Dr. Breuer dankte für die Bereitwilligkeit und -stellte fest, daß man gestützt auf diese Worte des Herrn Stern, tatkräftig ans Werk gehen könne, da die Voraussetzungen erfüllt seien, die hohen Aufgaben in Angriff zu nehmen. Herr Komin richtete herzliche Worte an die Bachurim und glaubte, daß durch die neugegründete Jeschiwa ein Aufschwung auf allen Gebieten des jüdischen Lebens sich vollziehen werde. Herr Hillel Vrückenthal dankte den Gemeindemitaliedern für den herzlichen Empfang, welchen sie den Bachurim bereitet hatten. Er legte die Ziele der Frankfurter Jeschiwa dar und zeigte die Notwendigkeit auf, hier eine Jeschiwa im gleichen Sinn aufzubauen. Lange blieb man beisammen und folgten Ansprachen mehrerer Vertreter der jüdischen und weltlichen Körperschaften. Es sei noch mitgeteilt, daß der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Ernesto Berger, bis zur endgültigen Regelung der Raumfrage seine Wohnung' sowohl für den Raw als auch für die Jeschiwa vollkommen zur Verfügung gestellt hat. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag. Herr Hermann Reich. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Tehillim, Herr Rabbiner H. Meyer. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, cns "n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag 9 Uhr im Vereins lokal: a.rwa vi», Herrn R. A. Dr. Schlesinger. — nachm. 6 Uhr im Vereinslokale Vortrag des Herrn I. Soffer über „Sind Träume Schäume". Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, — abends 7 Uhr im Vereinslokastauch Mittwoch) Gemoro Herr Jakobowitz. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr Gmoro, Herr R.-A.Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 1/29 Uhr im Vereinslokal, Gemoro, Herr I. Soffer. Iahrzeilsstiftungen. Sonntag, 19. November: Julie Lißmann geb. Kallmann- Stiftung. Sonntag, 19. November: Pauiine Lehmann geb. Efraim» Stiftung Montag, 20. November: Louis Golde-Stiftung. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. > Das Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12 bis 1 Uhr, Samstag 12^4 Uhr, Herr Safer, im Vereinslokale des Mekor Chajim, Langestr. Liwjath Ehen. Samstag nach Mincho. 4y4 Uhr, im Hörsaale Fried» berger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. „Edom, und was wir darunter verstehen." Jüdische Irauenvereinigung und Agudistische Frauen- Ortsgruppe. Am Montag, den 20. November, abends 8.45 Uhr wird Herr Dajan Dr. Schlesinger im Hörsaal, Friedberger Anlage 5, den Dinimkurs fortsetzen. Gäste, Damen, willkommen Erez Iisroel-Arbeitsgemeinschaft der A. J.-Jugendgruppe. Am Mauzoe Schabbos, den 18.11. beginnt erstmalig die Arbeitsgemeinschaft des Herrn Dr. S. Ehrmann. Ort: Im Heim Schwanenstr. 12 p. Zeit: 20.30 Uhr (pünktlich). Gäste sind herzlichst willkommen. Die Arbeitsgemeinschaft findet abwechselnd wit dem Kurs des Herrn Dr. A. Merzbach 14 tägig am Mauzoe Schabbos statt. Wir beabsichtigen bei genügender Beteiligung Kurse einzurichten in: Stenographie, Hebräischer und Englischer Sprache. Interessenten können alles Nähere bei Adele Rosenheim, Königswarterstr. 11 erfahren. Die Hirsch-Arbeitsgemeinschaft des Herrn Studienrat Max Munk findet am Montag, den 20. Nov., um 21 Uhr in der Wohnung, Sandweg 3 statt. - Veshamidrafch Ostendstraße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Iaakaum". l/2 Stunde vor Nacht Vortrag. Jüdischer Turnerbund E. V. Winterprogramm 1933 Herren: Donnerstag, 8.30—10 Uhr Turnen (S. R. Hirsch-Schule), Tiergarten 8. I u g e n i> : Sonntag, Fußballspiele. Montag, 6—8 Uhr Turnen S. R. Hirschschule, Tiergarten 8. Knaben.- Montag: 6—8 Uhr Turnen, S. R. Hirsch- Schule, Tiergarten 8. Damen: Mittwoch: 8.30—10 Uhr Turnen u. Gymnastik Israel. Volksschule, Röderbergweg. Mädchen: Mittwoch, Gymnastik und Turnen. Abtlg. 1 (bis 8 Jahre) 2.30-3.30 Uhr, S. R. Hirsch-Schule Tiergarten 8, Abtlg. 2 (8 bis 11 Jahre) 5.30—6.30 Uhr, Abtlg. 3 (über 11 Jahre) 6.30 bis 7.30 Uhr, Israel. Volksschule, Röderbergweg. Wir eröffnen am Sonntag, den 12. Novcmb. unsere Tischtennisabteilung im Jugendheim, Eschersheimerldstr. 65 von 7—8.30 Uhr Jugend, von 8.30—11 Uhr für Damen und Herren. Neuanmeldungen sind erwünscht. Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe. (Frankfurt a. M, Fahrgasse 146, HI., . Tel. 26976, Bostscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990.) Sprechstunden: für Juristen: Dienstag u. Mittwoch von 15—17 Uhr; für Lehrer.' ^Montag unb Donnerstag von 16—18 Uhr; für Künstler: Montag bis Freitag von 12—13 Uhr: für Ärzte: Montag und Donnerstag von IH/2—13 Uhr; für Kaufleute und alle anderen Berufe: Montag bis Freitag von 15—18 Uhr. Gebetzeiten. Freitag abend 4.15 Samstag nvblvn 6.45 Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1.00 u. 4.00 Samstag abend 5.30 Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 4.15 Tefillinlegen am Morgen 6.50