Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1933-04-07 · Heft 14-15 (7.4.1933) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 14-15 (7.4.1933)
Date
1933-04-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450756-2450770--79516-2537272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

7. April 1933 Der Israelit Nr. 14/15 Seite 9 °ten die Rabbinen alsdann einen Ausruf an die Oeffentlichkeit erlassen, fortan nur noch solche Fonds zu unterstützen, die für einen Jischuw auf religiös -jüdischer Grundlage sorgen, d. h. also mit anderen Worten dem Nationalfond und Keren Hajessod die Unterstützung der religiösen Juden zu entziehen. Nachdem die 6 Monate abgelausen sind, meist „Kol Jisroel" daraus hin, daß es doch nun an der Zeit wäre, daß die Rabbinen ihr Wort einlösten oder 'jedenfalls erklärten, was sie zu tun gedenken, um der damals erlassenen Proklamation Folge zu geben. Die erste Jahrzeit von Oberrabbiner Sonnenselü ^"37, ist durch zahlreiche Hespedim sowie einen großen Sijum aus den ganzen Talmud begangen worden. Der „Waad hair Aschkenasi" hat diese Woche eine Wohnung für Oberrabbiner Duschinski ermietet, die auch die Möglichkeit der Einrichtung eines provisorischen Beshamidraschs bietet. In T e l - A w i w ist am letzten Sabbat durch das energische Auftreten des hier weilenden Rabbi von Slonim die Mikwa-Frage, die hier brennend ist, endlich einmal ins Rollen gebracht worden. Der Rabbihinderte in einer großen chassidischen Synagoge die Thoravorlesung, indem er auf den unerträglichen Zustand hinwies, daß in einer großen Stadt, wie Tel-Awiw, nur eine Mikwa vorhanden fei und auch diese in einem abgelegenen Winkel des alten Jischuw. Es wird nun anläßlich des Baus einer neuen Synagoge für die Errichtung einer größeren, zeitgemäßen Mikwa gesorgt werden. Die Teilnahme der Orthodoxen an den Wahlen zur Kehilla der Kneses Israel in Tel-Awiw hat der Orthodoxie eine Niederlage gebracht. Sie konnte nur zwei Kandidaten durchbringen. Gegen die Veteligung an der Wahl hatte sich die agudistsche Zentrale in Jerusalem von vorneherein entschieden ausgesprochen, weil sie auf dem Standpunkt steht, daß die Interessen der Orthodoxie unter den heute in Erez Israel herrschenden Verhältnissen. nur in selbständigen orthodoxen Gemeinden gewahrt werden könnte. Der Verlaus der Wahl hat diesem Standpunkte Recht gegeben. Außerordentlicher Wassermangel in Jerusalem. Jerusalem, 2. April. Infolge des feit einiger Zeit in Jerusalem herrschenden außerordentlichen Wassermangels hat die Palästinaregierung angeordnet, daß anstelle der bisherigen Wasserabgabe an jedem zweiten Tag eine solche bloß an jedem vierten Tag zu treten habe. Die Bevölkerung wird aufgefordert, beim Wasserverbrauch nrit größter Sparsamkeit vorzugehen, um die letzten Wasservorrüte zu schonen, da bis zum Herbst nicht mit ausgiebigem Regenfall zu rechnen sei. Amerika. „Die deutschen Juden müssen ihren platz an der deutschen Sonne finden". N e w y o r k, 31. März. Der Ehrenpräsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses, Dr. Stephen S. W i s e, und der Präsident Bernhard Deutsch hatten am 30. März eins Unterredung mit dem Vorsitzenden der Senatskommssion für ausländische Beziehungen Senator P i t t m a n und dem früheren Vorsitzenden dieser Kommission, Senator B o - rah., Am selben Tage sprachen die Führer des amerikanisch-jüdischen Kongresses auch im State Department, dem amerikanischen Außenministerium, vor. Dr. Stephen S. Wise hielt auch eine Ansprache vor der Einrvanderungskommission. Er erklärte, er sei mit dem vom Mitglied des Repräsentantenhauses Dickstein, gemachten Vorschlag, alle aus Deutschland fliehenden Juden, die Verwandte amerikanischer Bürger sind, ohne Rücksicht auf die Ouotenbeschränkungen frei zur Einwanderung nach Amerika zuzulassen, nicht einverstanden. Er teile zwar den Wunsch des Kommissionsvorsitzenden Dickstein, den Juden aus Deutschland Zufluchtsmöglichkeiten zu sichern. Die deutsche Judenfrage aber müsse in Deutschland gelöst werden. Durch die deutsche Regierung, durch das deutsche Volk müsse Recht getan werden. So gastfreundlich auch Amerika, England, Frankreich und die Schweiz sein mögen, die 600.000 Juden in Deutschland müssen ihren Platz an der Leu tschen Sonne finden, die Aufrechterhaltung ihrer politischen und bürgerlichen Rechte müsse gesichert werden. Ich glaube, erklärte Dr. Wise, daß es uns als Freunden Deutschlands möglich ist, bei der deutschen Regierung Verständnis dafür zu erwecken, daß sie unter den heute in der Welt herrschenden Verhältnissen in einem freiheitsliebenden Kulturland nicht plötzlich zu mittelalterlichen Methoden zurückkehren kann. (ITA.). Personalien. Mannheim, 3. April. Unsere Klausn^np ja. die ganze Gemeinde war tief erschüttert, als die Kunde kam, daß am Morgen des 2. Nissan Bernhard Kaufs m a n n, der langjährige frühere Klausons» von rrnpn aus einer wirren und trostlosen Welt in die Welt des ewigen rns? heimberufen wurde. Diesem nssz trugen ihn seine Brüder von der j?"v entgegen, als sie, und mit ihnen Unzählige, ain '»bcn unermüdlichen, zu jeder Stunde bereiten Mann hingeleiteten zur letzten Ruhestätte. Der jv^-Monat verbot die laute Klage. Aber in diesen Tagen liegt ja so unendliches Klagen allein im Schweigen der Menschen. Aus den wenigen Worten von Herrn Rabb. Dr. Lauer sollte kein Schmerz, sollte nur Dank sprechen für all das, was Bernhard Kauffmann, der so rührige und bis zur letzten Minute des Lebens tätige Geschäftsmann, geleistet hat in arbeitsreichen Ehrenämtern und Pereinen. Als suche er verdientes Ausruhen, übergab er manches Amt jüngeren Kräften. An ihrem Tun freute er sich, und wir wollten, es möchte ihm das Sich-freuen-können an der Seite der Gattin, an Kindern und Enkelkindern noch lange vergönnt sein. Da erging der Ruf: Viele trauern um Bernhard Kauffmann. Piele hüllen sich in wehmütiges Schweigen. Viele sagen: Auch dieser rüstige 67jährige Mann warb ein Opfer des unermeßlichen seelischen Leids unserer Tage . . . Diez (Lahn), 30. März. Am 27. März entschlief nach dreiwöchentlichem Krankenlager Lehrer N e h e m i a Alt im 68. Lebensjahre, nachdem er zwei Monate vorher seine Gattin verloren hatte. Mit ihm verlor die Jüdische Gemeinde einen vorbildlichen, beliebten Beamten. vor mehr als 42 Jahre seine ganze Kraft und Persönlichkeit seinem heiligen Dienste geweiht hatte. — Am Grabe entwarf Herr Lehrer Isaak, Limburg, in tief bewegten 'Worten ein treues Bild dieses guten Menschen, hervorragenden Lehrers und Führers. Namens der Gemeinde sprach Herr Lehrer Vettmann, Diez. Dank Kaufen Sie Ihre Augengläser in dem einzigen jüdisch. Fachgeschäft am Platze! M.Eschwege Bleichstrasse 19 am Peterstor Tel. 21211 mc geschlossen Korrekte Ausführung aller Rezepte. m N"S2 HENNI WEIL JAKOB BLOCH zeigen ihre am Donnerstag, den 20 April—p-g», i"X“in JOM V'3 mittags 1 Uhr im Restaurant Heß, Frankfurt a. M., Börsenplatz 7, stattfindende TRAUUNG an Frankfurt ä. M. Sardweg 8 Neckarbischofsheim ■ Baden Allen freunden und Bttannten danken nur auf diesem Wege für die vielen Beweise herzl. Teilnahme anläßlich des Ablebens unseres lieben Herrn Marer Eisemann. Die trauernden Hinterbliebenen: i. d. N.: Rrline Eisemann. Frankfurt a. M., «and vcg >8. Spezialgeschäft für Kinderschuhe IjriiiH Salzhaus 2 Zeit 62 Isr. frauenheim, Bad" Wiedereröffnung' das Kurbetriebes am 27. April 1933. Anmelde-Forrmilare sind erhältlich bei: Herrn J. ETTLINGER, Frankfurt am Main Bockenheimer Landstr. 25. Kuren im MAI sind besond. zu empfehlen. hdq hv ntao HDD "USO Condiforei Loeser Grosse Eschenheimer Strasse 72 Telefon Hansa 27471 unter Aufsicht der Ritualkommission der Israel.Gemeinde in Frankfurt-M. empfiehliaSIc Condstorei waren für 7JnJ3?T Vin Pessach geöffnet. Goell\e-Cafe Inli. Arlliur Löwy ZEIL 97 Während der Pessaclilage für Kaffee und Kuchen besondere rll: Zubereitung r Ich offeriere .deutsche u. engl. la MaMnaflÄ"’”äl1D0.- 120.-135.- la Regenmäntel und Paletots .»««.85.- m Anzüge und ”ch ltam Äk.65.-.. SONDERANGEBOT! Spoitanzdge mit 2 Hosen und Mütze Mk. 75.- AnZUge 9 (Sacco.Hnse) Mk. 50»— Einzelne Knickerbockers m. 15.- Knabengrößen 10 % billiger Ich verarbeite nach wie vor nur la Qualitäten und garantiere für tadellosen Sitz und für Streng “ItZTO-Verarbeitung auch meiner Konfektionsarbeit “ J TßEPP Feine Herrenschneid erei Röderberg weg IQ Tel. 45375J la Obst u. Südfrüchte stets Irisch zu billigsten Tagespreisen A. KÖNIGSÖHR Markthalle Hasengasse Gegr. 1872 Mittelgang Gegr. 1872 Telefon 25893 Bitte an! den Namen achten. Vertreter und j Vertreterinnen repräsentabel und redegewandt gesucht zur Abonnementswerb ungfür den »ISRAELIT« Angebote an Verlag des Israelit und Hormon G. m. b. H., Frankfurt a.M., Rechneigrabenstraße 7 mm MM mm SCHADE i m Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthalten. Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgeseizlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen Alt eingeführte Konserven-En gros-Firma mit großem christl. u. jüd. Kundenkreis zu . Käufer braucht 30-40000 Mk. eventl, Geschäft ohne Warenlager. Offerten unter 419c an die Expedition. 3 5391 454

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.