Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1933)
- Date
- 1933-03-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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I Seite 4 Nr. 13 Der Israelit 30. März 2933. ' ii! - 1 Für ttö r P eWWUudT n u r DIÄIsN^iiiiieip: k ii it ft l c i s. 0b eine konzentrierte Raffenreinheit! grade auf dein Gebiete der Kunst größere Gewähr .immer mehr min lernt. Diese Tatsache läßt uns hoffen, daß die Kluft, die heute zwischen den Parteien gähnt, geschlossen wird. Unsere weifen bemerken zu der Stelle ntp’jtp Dtp mm mtpa nsa-nim kti 'Tö nt nun "W D’xai’iKX ■ms? dieser Brunnen ist der Berg TD' auf dem die mm? offenbart wurde, ivatpi ’ripn DK D’yaitp i\a Dtpatp •ü’iatn dups? für gesteigerte Leistungen bietet, wird die Zukunft lehren. Wobei wir, tun keilt Mißverständnis aufkontnten zu lassen, ausdrücklich erklären möchten, daß uns die grundsätzliche Bekäntpfung des Kuliurbolschewismus mit all feiner Frivolität und Auspeitschung der Sinnlichkeit durchaus sympathisch ist — nur dürften dabe.i Raffe und Konfession keine Rolle spielen. Roch überraschender kam die sogenannte „Säuberung" im Aerzte st ande, die sich zunächst durch Kündigung der Verträge staatlichen und städtischen wettn wir nun, geleitet durch diesen Fingerzeig un- Hier, int Kampfe gegen die Feinde aller Menschen, die unsichtbaren Heere der Bazillen und Mikroben, dürfte wohl der Jude einiges gelüstet haben, das vor der Welt nicht verkannt und übersehen werden kann. Hier haben wohl jüdische Köpfe und Hände Grundlegendes geschaffen, über das auch die sogenannten reinrassigen Aerzte nicht werden hinwegkönnen, wenn sie sich in ihrer Berufsarbeit, — was sie gewiß tun werden, — als Aerzte betätigen wollen und nicht als Raffenpoliliker. Die besondere Eignung des Juden für die tnedizinifche Kunst ist durch eine Geschichte, die vom grauen Altertum über das Mittelalter bis zu unserer Zeit geht, belegt. Das ist gewiß kein Vorzug der jüdischen Rasse, eher Resultat einer geschichtlichen Entwicklung, die den Juden von vielen anderen zünftigen Berufen aus die Wissenschaft gedrängt hat und in ihin das begreifliche Bestreben erstehen ließ, sich bei einer Menschheit, die ihn verkannte, als Wohltäter einzuführen und zu bewähren. Darüber wird auch der nationale Staat, den wir Juden schon aus dem Grunde begrüßen, weil er uns ein Garant für Ruhe und Ordnung ist, nicht für die Dauer hinwegfehen können. Die Bewegung gegen die jüdischen Rechtsanwälte und G e r i ch t s p e r s o u e n ging von Breslau aus, übertrug sich gleich nach Berlin und breitete sich rasch über das ganze Reich aus. Die bereits getroffenen Maßnahmen und sogar die Beschlüsse der Rationalsozialistischen Rechtsanwälte genügen mclctt nicht. Litt in Berlin dieser Tage gegründeter „Bund n a t i o n a l e t deutscher Rechtsanwälte und R o t a r e u geht über jene Forderungen noch weit hinaus. Hier scheinen, was besonders aus den Reden und Verhandlungen bei Gründung dieses Bundes sich ergibt, mehr wirtschaftliche Momente mitzusprechen. Der Anwaltsstand leidet Rot, und so sucht man einen Abfluß durch die heute ach so billigen und erfolgversprechenden Ausschlußbestrebungen zu schaffen. Richtig bemerkt die „Vossische Zeitung" dazu, daß „der unbestreitbaren Rot des Anwaltsstanöes auf dem Wege der DiscMlifizierung nach kollektiven Merkmalen nicht.begegnet werden kann." wir setzen voraus, daß all diese Maßnahmen! nicht aus purem bösen willen geboren sind. serer Weisen, uns die ganze Stelle aufmerksam durch sehen, so finden wir vielleicht einen Hinweis auf unfcce Zeit, eilte Zeit der inneren Zerklüftung und Zerrissenheit int Judentum. Lin Brunnen ist auf dem Felde, es gibt nur einen G'tt, nur einen Sinai, auf dom G'tt nur die eine miD offenbart hat und dennoch Wy araan px ntp^tp in Parteien zerklüftet steht Iisroel am Brunnen, woher kommt es, daß dieses Volk, das durch die eine miD zu einer Linjüdischer Aerzte an! heit, zum Volke zusammengeschmiedet wurde, doch eine Heilanstalten äußert.! solch bunte Vielheit von Anschauungen aufweist? An dieser Stelle wird uns der wahre Grund offenbart und diese Wahrheit lautet: ■'S W Wm pKm “man es liegt ein mächtiger Stein an der Oeffnung des Brunnens, der den Zugang zum Brunnen ver- Die nächsten Ausgaben des „Israelit" erscheinen zu folgenden Terminen: Nr. 14/15 (Doppelnummer zu Peßach) Htm tut? hx 'a Freitag/ den 11. Nissan/7. April. Nr. 16 '*>»&> 'S Freitag, Den 25. Nissan / 21. April. Redaktionsschluß jeweils 2 Tage, für Anzeigen 1 Tag vor dem Ausgabetag, 12 Uhr mittags. sperrt. Seit man zu lernen aufgehört hat, sind Parteien im Volke. «D'TO d’tts; itpyitp wa rmyi naK.n MDI Die Wahrheit fehlt, darum sind verschiedene Herden und Parteien da. Cs existiert nur eine Wahrheit, die G'tt ant Sinai offenbart hat, nur ein Brunnen, aus dein ntan reines, klares, lebendiges und belebendes Wasser schöpfen kann. G'ttes miD ist D"N mpa- Lebensqnelle des jüdischen Volkes, aber an der Mündung liegt ein gewaltiger Fels und das Volk hat diesem Brunnen den Rücken gekehrt aipa ■’aTj? 'D1K nnatPi nma dtikd anb aixiW o”n und statt der einen reinen Ouelle haben wir unzählige trübe Pfützen, aus denen unsere Generation ihr Wasser schöpft, will man eine Gesundung des Judentums, will man ernstlich dieser inneren Zerrissenheit ein Lnde bereiten, so gibt es nur einen weg, der zum Ziele und zum Heile führt. -1K2N 'S Wa psn dk 1W11 Dmtrn W natp 12VK11 Alle Herden sollen sich um den einen Brunnen sammeln und den Stein wegwälzen. Alle zurück zu der einen miD' daun gibt es einen wahrhaft dauernden WtP in Iisroel, wie dies unsere weisen so treffend an dieser Stelle ausörücken: unna iidik pna DiWa K’ip ddö Kran *n ’or n DK jnb DK DDPTD DH1? DDKV DMHa 118 Dlpa h® 1*? WtPH D.W DDK'I WtP2 DD’Dlip pW- TDJTtP pxn dp n*o idd W*i mm 71125 NVK2 nbw IIDK'1 bv D22V bnD mniDn ->22 tii yatpi nnnn hip 'm ’yia '1 DDK ,“3 HPK '2 "12 bv DDinV Dl KD "12 fl]an \ 12tP1 '1 DK1 pWW D3tP tP*> '2 *]Tjn '22D *]Vlp gedachte hie und da wirklich, auf diese weise Rotausgänge zu schaffen, aus der anderen Seite glaubt man, den antisemitischen Instinkten, die zwar bei den führenden Persönlichkeiten nur eine untergeordnete Rotte spielen, im Volke aber den stärksten Resonnanzboden für die nationale Bewegung abgaben, etwas schuldig zu sein. Daß nach einer Konsolidierung der Verhältnisse hierbei wieder manche Korrektur vorgenommen wird, kann bei der starken Hand und dem mutigen Vorgehen der derzeitigen Regierung erhofft werden. Die ideelle Lage der deutschen Orthodoxie. Von Rabbiner Dr. Hermann Klein in Berlin. IV. Zum Schlüsse wollen wir noch Lrsreuliches bringen. Als Lichtblick am Himmel der deutschen Orthodoxie erscheint uns die Tatsache, daß unsere Jugend dVqW wi2 iatpi 'i dki “pmW mpn tp*>i 2vK psa „R. Jose, Sohn Chanmas, deutete diese Verse auf das Golus. Jakob fragte sie: kennet ihr den, der die Sünden weißwaschen wird wie Schnee?ih WiP,n Habt ihr mit Ihm Frieden und sie antworteten WtP* Durch welches Verdienst, und flehe seine Tochter i?m kam mit ihrer Herde, denn so heißt es: Eine Stimme tönt in Ramah, welche Klage, welch ein bitteres weinen, um ihre Kinder weint Rabel und verwirft jeden Trost, denn er ist nicht da. So spricht G'tt: Halte Deine Stimme vom weinen zurück und Deine Augen von der Träne: denn es gibt einen Lohn für Dein wirken, spricht G'tt, sie kehren zurück aus Feindesland. Und noch gibt es Hoffnung für Deine Zukunft, als Kinder kehren sie zurück zu ihrem Gebiet." Sicherlich ist es das Traurigste am Golus, daß wir nicht nur 2?sa zerstreut, sondern auch nmsa innerlich getrennt und uneinig sind. Diese innere Zerrissenheit ist das bitterste geistige Golus. Und es fehlt nicht an falschen Propheten, die den Bruch ihres Volkes ganz leicht heilen zu können, vermeinen, indem siesagen Wtp, der aber WtP p? kein Frieden ist. ih nbwn fragt apsp. Habt ihr mit Ihm Frieden, der eure Sünden weißwäscht? Der Friede, der heute allgemem vorgeschlagen wird, der soll gewissermaßen hinter dem Rücken G'ttes geschlossen werden. Mit G'tt und G'ttes Thora kann es jede Partei halten wie es ihr gerade gefällt, viel wichtigere Gegenstände bilden den Inhalt dieser Friedensverträge. Das ist kein Wtp* G'tt, der miDD |dii, ist auch allein der ntpur Wtpn, über Ihn und Seine miD hinweg kann und darf es keilten WtP geben. Erst wenn ihr, meint Jakob, mit ihm Frieden habet, ist nbw da. nnKi D12T und wie wird dieser Friede wirklich einmal zustande kommen? psn dp DK2 1D3 mnv wenn jede jüdische Mutter ihre Kinder zu dent einen Brunnen führen wird, aus dein lebenspendendes Wasser quillt, dann wird der Bruch des Volkes geheilt, pa Wv P12 Wtp an 'i 'mW- Mutter Wi weint und klagt uw ihre Kinder. Sie hatte zwei Söhne, von denen der eine im Golus schmachtet und der andere überhaupt verschwunden ist. Um den einen klagt sie »m» um den anderen weint sie bitterlich d'anaD 'aaum den einen iii’K '> der überhaupt nicht da ist. Und G'tt sagt ihr: Richt weinen sollt ihr, jüdische Mütter, pWW Datv tp->"a naa "j^ip ’sria' sondern an denen,, die euch erreichbar sind, sollt ihr arbeiten, auf daß sie heimkehren. Und auch auf die anderen, die euch ganz verloren scheinen, an die ihr nicht herankommen könnt, bei denen eine jede Beeinflussung aussichtslos ist, sie kehren ernst als Kinder heim zu ihrem Gebiet. Auch wir haben es mit zweierlei Parteien zu tun. Bei der einen Partei “131P tP’ lohnt die Arbeit, lohnt jede Mühe, damit sie zu uns zurückkehrt, wo ihr Platz ist. Kehrt >diese eine heim, dann vielleicht besinnt siäi auch die andere Gruppe und findet den weg heim zur großen Mutter zur mai2 "KliP'« Sicherlich durchzieht tiefe Sehnsucht nach Frieden die Herzen der Kinder des jüdischen Volkes und diese Sehnsucht kamt gestillt werden, rptpa wurde einst gefragt, wann er kommt und er antwortete DY>rv was aber bedeutet ivatPD iWpa DK Diw'wir wollen Frieden? aivt» aber unter einer Bedingung tik iWlt “man ’D Wa pxn den Stein weg von der Mündung des Brunnens, heran an das Wasser natp iddkii D^DTStn W dann sind die Herden vereint und damit PKDtP' W Wip- Die ideelle Lage der deutschen Orthodoxie kann sich nur heben und bessern, wenn die' deutsche Orthodoxie auf dem von ihr beschrittenen Wege sortschreitet, für miDfl lia^ zu sorgen, die Dia'iP' in Deutschland zu stärken. In dieser Arbeit steckt schon der Lohn. pWW idip w>- Auf diesem Wege allein wird die deutsche Orthodoxie die ihr von der Geschichte und von dem Gang ihrer Lntwicklung zugewiesene Aufgabe erfüllen kömten, das geistige Arsenal nllt den entsprechenden Waffen zu versehen, die heute zur Selbstbehauptung in dem gewaltigen kantpse ums Dasein der geistigen Güter des jüdischen Volkes benötigt werden, von innen und außen werden diese geistigen werte, die einzigen, die wir überhaupt aus dem großen Zusammenbruch unseres Volkstums gerettet haben, und die auch umgekehrt uns vor dem endgültigen Zusammenbruch bewahrt haben, verleumdet und bekämpft, wir, die wir nur durch diese werte leben, .haben die Pflicht, sie mit unseren Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verteidigen, wir können sie unmöglich von Kreisen vertreten lassen, denen sie nicht Sinn und Inhalt ihres Lebens bedeuten. So wertvoll und anerkennenswert auch die materielle Unterstützung der anderen Kreise sein mag, die geistige Arbeit muß von uns geleistet werden, die das. Rauschen und wehen der Flügel g ' t t l i ch e n Geistes in den schriftlich njedergelegtep und mündlich überlieferten Satzungen und Geboten des Judentums verspüren und vernehmen. Für uns bedeuten ja diese Gesetze das Leben unseres' Lebens und ganz anders verteidigt sich der, der sich am Leben bedroht fühlt, als derjenige, dem es nicht ans Leben geht. Der gewaltige Ansturm des Haffes, dem wir und mit uns unser geistiges Crbe ausgesetzt ist, sollte das Gute zeitigen, daß wir uns nun erst recht in den.Geist unserer Heileswahrhoiten versenken sollen, um immer mehr die Sicherheit zu gewinnen, daß cs sich wahrlich verlohnt, ein ganzes Meer des Haffes mit allen Wellen und Sturmen über sich ergehen zu lassen, um nur Träger dieser WahriL